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Macht Zucker depressiv?

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich


Diabetikerinnen schätzen ihre Zukunft zweimal häufiger pessimistisch ein als Männer mit Diabetes. Depressionen sind bei diesen Frauen sogar dreimal häufiger. Dies fand eine Untersuchung einer belgischen Universitätsklinik.





280 Typ-1-Diabetikerinnen und Diabetiker wurden über zwei Jahre untersucht. Die Ergebnisse bestätigen: Es gibt einen für Frauen und für Männer typischen Umgang mit der Zuckerkrankheit. Das war bereits bekannt. Es bedeutet aber nicht, dass Männer mit Diabetes besser umgehen können. Gerade Männer neigen dazu, ihre Krankheit zu verharmlosen. Ich hab meine Krankheit im Griff, Ich habe keine Beschwerden, das kann gar nicht so schlimm sein, das sind die typischen Einschätzungen der männlichen Diabetiker bei der erstmaligen Diagnose von Zuckerkrankheit.

Das Krankheitserleben hat bekanntlich eine große Bedeutung für die richtige Behandlung einer Krankheit, gerade bei Diabetes. Weder Depression, noch Verharmlosung sind aber der richtige Umgang mit der Krankheit.

Gerade in jüngster Zeit bemühen sich Diabetologen in Schulungen das Krankheitserleben bewußter in die Behandlung einzubeziehen. Intensive Gespräche und der Austausch mit andern Diabetikern stehen hier im Mittelpunkt. So gelingt besser, alte Gewohnheiten zu verändern und neue Verhaltensweisen einzuüben. Gewichtsabnahme und Umstellen der Ernährung, bewußte Behandlung und eigenverantwortliches Kontrollieren von Verhalten sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Diabetologen und Psychologen sprechen von Enpowerment und Self-Management und haben entsprechende Schulungen entwickelt. Leider werden aber diese neuen Schulungen vielerorts noch nicht von den Kassen bezahlt (wir werden berichten).

[27.04.01] Redaktion: Sebastian Zink

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