Darum ist Fruchtzucker bei Diabetes keine gesunde Alternative

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Fruchtzucker lässt den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen als handelsüblicher Haushaltszucker. Dennoch ist es keine gute Idee, Fruktose zum Süßen von Speisen oder Getränken zu verwenden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie hin.

(26.05.2026) Ein übermäßiger Konsum von Fruchtzucker kann die Nieren schädigen und das Risiko für eine chronische Nierenerkrankung erhöhen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) hin. Sie warnt insbesondere vor der versteckten Fruktose in süßen Getränken und Fertigprodukten. Besonders problematisch ist demnach nicht der Fruchtzucker aus frischem Obst, sondern der zugesetzte Fruchtzucker in industriell hergestellten Lebensmitteln, zum Beispiel in Limonaden, Eistees, Frühstückscerealien oder auch Backwaren.

Hintergrund: Fruktose galt früher als gesündere Alternative zum Rübenzucker (Saccharose) für Menschen mit Diabetes, weil er weniger Insulin benötigt und geringere Mengen ausreichen, um eine vergleichbare Süßkraft zu erzielen. Inzwischen ist allerdings klar, dass bei einem hohen Konsum von Fruchtzucker die Nachteile überwiegen. So fördert Fruktose die Entstehung von Übergewicht, reduziert die Insulinempfindlichkeit und trägt zur Entstehung einer Fettlebererkrankung bei.

Viele verarbeitete Lebensmittel enthalten Fruktose

Neben den bereits bekannten Nachteilen rückt die DGfN nun auch die negativen Auswirkungen auf die Nierengesundheit in den Fokus: Da Fruktose als einziger Zucker beim Abbau zu einer vermehrten Harnsäurebildung führt, gilt ein hoher Fruchtzuckerkonsum als Ursache für Nierenschäden, Nierensteine und Entzündungen. Langfristig können die Nieren vernarben (Nierenfibrose), was im schlimmsten Fall zu Organversagen führen kann. Ein erstes Anzeichen einer Nierenerkrankung ist häufig das Auftreten von Eiweiß im Urin.

Nach Ansicht der Fachgesellschaft unterschätzen viele Menschen den Fruchtzuckergehalt süßer Getränke und verarbeiteter Lebensmittel. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, dass oft auch in vermeintlich gesunden Lebensmitteln hohe Mengen Fruktose-Glukose-Sirup oder Maissirup enthalten sind. Dabei handelt es sich ebenfalls um verarbeiteten Fruchtzucker. Bereits ein halber Liter Limonade, Fruchtsaft oder Eistee kann mehr als die empfohlene Tagesmenge an Zucker für einen Erwachsenen enthalten. Auch Müsli oder Joghurt werden häufig mit Fruktose gesüßt. Ob die geplante Einführung einer Zuckersteuer auch mit Fruktose gesüßte Getränke umfassen wird, ist derzeit noch offen.

Frisches Obst kann trotzdem empfehlenswert sein

Besonders problematisch ist zugesetzter Fruchtzucker für Menschen mit einer Fruktoseintoleranz. Sie leiden nach dem Konsum häufig an Bauchschmerzen, Blähungen und Reizdarm. Die Beschwerden treten jedoch nicht zwangsläufig nach dem Verzehr von Obst auf. Es gibt sogar einige Obstsorten, die aufgrund ihres niedrigen Zuckergehalts besonders empfehlenswert sind, zum Beispiel Beeren. Da sie außerdem gesunde Nährstoffe und Ballaststoffe enthalten, ist ein maßvoller Konsum auch für Menschen mit Diabetes möglich.

Wer nicht vollständig auf den süßen Geschmack von Lebensmitteln verzichten möchte, kann zudem auf Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe zurückgreifen. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit lassen den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen. Sie können allerdings Magen-Darm-Probleme verursachen, weshalb von der Aufnahme hoher Mengen ebenfalls abgeraten wird. Süßstoffe wie Aspartam sind beispielsweise in Zero-Getränken enthalten. Für Menschen mit Diabetes können sie eine Alternative sein, wenn sie als Genussmittel konsumiert werden. Sie sind jedoch kein Wasserersatz. Die meisten Experten empfehlen, den Körper lieber schrittweise an den Konsum von weniger Süße zu gewöhnen.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V.
Apotheken-Umschau
Lebensmittelklarheit
Novo Nordisk Pharma GmbH
Roche Diagnostics Deutschland GmbH
Die Welt
eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand