Qualität: Das Drei-Stufen-Modell der Diabetikerversorgung

In Deutschland sichern strukturierte Behandlungsprogramme (Disease-Management-Programme, kurz: DMP) die Qualität der Behandlung von Menschen mit Diabetes. Seit 2003 gibt es DMP-Programme für Typ-2-Diabetiker, im Jahr 2006 kamen entsprechende Programme für Typ-1-Diabetiker hinzu.

Ziel dieser DMP-Programme ist es unter anderem, Patienten mit chronischen Erkrankungen, zu denen auch Diabetes mellitus gehört, in der eigenverantwortlichen Behandlung ihrer Krankheit zu unterstützen. Ihre Partner in den strukturierten Behandlungsprogrammen sind Ärzte, die sich zur Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien verpflichten.

Danach gilt in Deutschland das Drei-Stufen-Modell der Diabetikerversorgung. Alle Mitglieder im Netzwerke Diabetes News verpflichten sich, ihre Patienten nach diesem Model zu behandeln. Hier sind unter anderem die Schnittstellen der Versorgung festgelegt, also: Wann ist welcher Patient wo zu versorgen?

Versorgungsebene 1: Der Hausarzt
Erster Ansprechpartner für Menschen mit Diabetes ist der Hausarzt. 80 bis 90 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes werden hier versorgt. Hausarztpraxen, die Typ-2-Diabetiker nach dem strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) betreuen, müssen bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

Ergibt sich ein zusätzlicher Behandlungsbedarf, zum Beispiel wenn die Therapie auf Insulin umgestellt wird oder Folgeerkrankungen an Augen, Nieren oder Herz auftreten, überweist der Hausarzt an entsprechende Fachärzte bzw. Schwerpunktpraxen nach Versorgungsebene 2:

Versorgungsebene 2: Die diabetologische Schwerpunktpraxis
Diabetologisch qualifizierte Ärzte und diabetologische Schwerpunktpraxen sind erste Ansprechpartner für Menschen mit Typ-1-Diabetes sowie für Typ-2-Diabetiker mit besonderem Behandlungsbedarf. Sie betreuen etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus in Deutschland. Für sie gelten nach dem strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) eigene Qualitätskriterien.

Versorgungsebene 3: Stationäre Versorgung in Diabeteskliniken
Bei Notfällen, ambulanten Einstellungsproblemen und schweren Komplikationen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich. Diese soll nach dem strukturierten  Behandlungsprogramm (DMP) in Kliniken mit entsprechender Qualifikation für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker erfolgen. In Deutschland gibt es mehr als 300 solcher Kliniken und ambulanten Praxen.