Insulinarten und Insulinwirkung

Insuline werden s.c. (subkutan) gespritzt, das heißt ins Unterhautfettgewebe. Die Wirkdauer eines Insulins ist von seiner Dosis abhängig. Je höher die Dosierung umso länger die Wirkdauer. Ein Normalinsulin kann bei hoher Dosierung viel länger als 4 Stunden wirken. Dasselbe gilt auch für Verzögerungsinsuline.

Insulinwirkung

Humaninsulin/Normalinsulin

In Deutschland erhältliche Humaninsuline/Normalinsuline sind:

  • Actrapid HM® – Firma Novo-Nordisk
  • Berlinsulin H Normal – Firma Berlin Chemie
  • Insuman rapid ® – Firma Aventis
  • Huminsulin Normal® – Firma Lilly

Wirkprofil von Humaninsulin/Normalinsulin:

Humaninsulin

Schnelle Insulinanaloga

In einer Lösung sind die Insulinmoleküle aneinander gelagert und bilden, wenn es sich um sechs Insulinmoleküle handelt so genannte Hexamere. Man kann durch Austausch einzelner Aminosäuren im Normalinsulin erreichen, dass diese Hexamere nach dem Spritzen in der subkutan Fettgewebe schneller zerfallen. Sie werden dadurch schneller in den Blutkreislauf aufgenommen. Dadurch konnte man schnelle Insulinanaloga herstellen.

In Deutschland erhältliche schnelle Insulinanaloga sind:

  • Humalog® (Insulin Lispro) – Firmen Lilly und Berlin Chemie
  • NovoRapid (Insulin Aspart) – Firma Novo Nordisk
  • Apidra (Insulin Glulisin) – Firma Aventis

Wirkprofil eines schnellen Analoginsulins:

Schnelle-Analoga

NPH-Verzögerungsinsuline

Setzt man der Flüssigkeit der Insuline Zink und/oder Neutrales Protein Hagedorn (NPH-Insulin) zu wird die Wirkdauer länger. Diese Insuline sind trübe, da es sich nicht um eine Lösung sondern um eine Suspension handelt. Sie müssen daher mindestens 20 mal geschwenkt (nicht geschüttelt) werden, damit sich eine gleichmäßige Verteilung der Insulinmoleküle ergibt.

In Deutschland erhältliche NPH-Verzögerungsinsuline sind:

  • Insuman Basal Aventis® – Firma Aventis
  • Berlinsulin H Basal® – Firma Berlin Chemie
  • Huminsulin Basal Lilly® – Firma Lilly
  • Insulatard Human Novo Nordisk® – Firma Novo Nordisk
  • Protaphan HM Novo Nordisk® – Firma Novo Nordisk

Wirkprofil eines NPH-Verzögerungsinsulins:

NPH_Insulin

Langzeit-Analoginsuline

Durch Austausch einzelner Aminosäuren kann man auch erreichen das die einzelnen Insulinmoleküle länger im subkutan Fettgewebe aneinanderhaften und verzögert in einzelne Insulinmoleküle zerfallen, die in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Durch Anhängen einer Fettsäurekette(Levemir/Degludec) kann zusätzlich noch eine verlängerte Wirkdauer erreicht werden, da diese Insuline im Blut an Albumin gebunden werden und langsam vom Albumin wieder an den Rezeptor abgegeben werden.

In Deutschland erhältliche Langzeit-Analoginsuline sind:

  • Lantus® (Insulin Glargin) – Firma Aventis
  • Toujeo® (Insulin Glargin 300 I.E/ml) – Firma Aventis
  • Levemir® (Insulin Detemir) – Firma Novo Nordisk

Wirkprofil eines Langzeit-Analoginsulins:

Langzeit-Analoginsulin

Insuline in hoher Konzentration

Da die Adipositas immer mehr zunimmt, werden immer höhere Insulindosen zur Normalisierung des Blutzuckers notwendig. Dadurch ergibt sich ein Problem mit der Menge der Flüssigkeit, die an eine Stelle gespritzt wird. Die Insuline hatten alle bis vor kurzem noch eine Konzentration von 100 I.E./ml. Normalerweise sollte nicht mehr als 40 Einheiten subkutan an eine Stelle appliziert werden. Waren höhere Dosen notwendig musste der Patient zweimal spritzen. Die Insulinhersteller haben daher Insuline mit einer höheren Konzentration entwickelt. Insulin Glargin gibt es nun mit einer Konzentration von 300 I.E./ml unter dem Namen Toujeo®. Humalog® gibt es nun auch in der Konzentration von 200 I.E./ml. In den USA sind Insuline mit 500 I.E./ml zugelassen.