Menschen mit Typ-2-Diabetes erkranken häufiger an Parkinson

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Wer an Diabetes erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko für weitere chronische Erkrankungen. Dazu zählt laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie auch das Parkinson-Syndrom. Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch bereits Präventionsempfehlungen.

(14.04.2026) Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, auch an Parkinson zu erkranken. Auf diesen Zusammenhang weist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich des Welt-Parkinson-Tages hin. Demnach ist das Risiko, an Parkinson zu erkranken, bei Menschen mit Diabetes um etwa 27 Prozent erhöht. Laut der DGN mehren sich zudem die Hinweise, dass die Ernährung bei diesem Zusammenhang eine Rolle spielt.

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Durch das Absterben der für die Dopaminproduktion zuständigen Zellen kommt es bei den Betroffenen zu verlangsamten Bewegungen, steifen Muskeln und Muskelzittern. In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen davon betroffen. Ein hohes Lebensalter und eine genetische Vorbelastung gelten als Hauptrisikofaktoren für die Entstehung. Allerdings steigen die Erkrankungszahlen schneller, als es der demografische Wandel allein erklären kann. Deshalb rücken zunehmend weitere Ursachen in den Fokus der Forschung.

Ernährung und Insulinresistenz spielen eine Rolle

Dass Menschen mit Diabetes häufiger an Parkinson erkranken als der Durchschnitt der Bevölkerung, ist bereits seit einigen Jahren bekannt. In einer britischen Studie aus dem Jahr 2021 hieß es sogar, das Parkinson-Erkrankungsrisiko sei bei Typ-2-Diabetes um 34 Prozent erhöht. Die Ursachen dieses Zusammenhangs sind jedoch noch nicht vollständig wissenschaftlich geklärt. Die britischen Forscher vermuten, dass die für die Entstehung von Typ-2-Diabetes typische Insulinresistenz auch bei der Entstehung der Parkinson-Erkrankung eine Rolle spielen könnte.

In neueren Studien zeigt sich außerdem ein Zusammenhang mit der Ernährung. Die Ergebnisse legen nahe, dass das bei Parkinson wichtige Eiweiß Alpha-Synuclein zunächst im Darm eine fehlerhafte Form annimmt und dann später zur Entstehung des Parkinson-Syndroms beiträgt. Demnach können häufige Verstopfungen ein frühes Symptom für das Entstehen einer Parkinson-Erkrankung sein. Zur Vorbeugung empfehlen die Forscher eine mediterrane Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Olivenöl und Fisch. Fleisch, stark zuckerhaltige und stark verarbeitete Lebensmittel sollten dagegen möglichst selten konsumiert werden. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) schützt die mediterrane Diät auch vor Typ-2-Diabetes.

Diabetes-Medikament könnte auch bei Parkinson helfen

Erwiesen ist außerdem, dass sich Diabetes und Parkinson wechselseitig negativ beeinflussen. Eine Parkinson-Erkrankung schränkt die Beweglichkeit ein. Insbesondere Menschen mit Diabetes sollten sich allerdings regelmäßig bewegen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Bei Menschen, die bereits an Parkinson erkrankt sind, verschlechtert sich die Prognose ebenfalls, wenn zusätzlich eine Diabetes-Erkrankung auftritt.

Die pharmazeutische Forschung macht indes Hoffnung. So gibt es erste Hinweise darauf, dass Medikamente, die zur Behandlung von Diabetes zugelassen sind, auch das Fortschreiten einer Parkinson-Erkrankung bremsen können. Der Wirkstoff Lixisenatid verlangsamte demnach das Fortschreiten der Parkinson-Symptome in einem geringen, aber statistisch messbaren Umfang. Das Medikament wird eigentlich zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei Typ-2-Diabetes eingesetzt und unterstützt außerdem die Gewichtsabnahme. Ob es irgendwann gebrauchsmäßig auch bei Parkinson eingesetzt werden kann, müssen weitere Studien zeigen.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Netdoktor
Deutsche Hirnstiftung
MedScape
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
International Parkinson and Movement Disorder Society
Deutschlandfunk
Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen
eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand