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Maden heilen Wunden

Mini-Chirurgie bei diabetischem Fuß

Die Made der Goldfliege frißt totes Gewebe, wirkt gegen Wundkeime und fördert die Heilung von schlecht heilenden Wunden. Deutsche Hautärzte und Diabetologen verwenden deshalb immer öfter Maden zur Behandlung diabetischer Fußgeschwüre.

Maden Therapie Problem solcher Wunden ist totes Gewebe zu entfernen ohne den heilenden Wundgrund zu schädigen. Kein Arzt kann mit dem Messer die genaue Grenze erkennen. Folge ist, dass beim Abtragen von schlechtem immer gesundes Gewebe mit entfernt oder geschädigt wird.

Lucilia sericata - die Made der Goldfliege frißt nur totes und schont gesundes Gewebe. Sie kann deshalb besser als jedes Skalpell Wunden reinigen. Außerdem wirkt ihr Speichel gegen Bakterien und fördert die Bildung von gesundem Ersatzgewebe. Der Erfolg ist eindrucksvoll: Wunden heilen schneller - und dies ohne Nebenwirkungen.

Maden Therapie Die Maden werden keimfrei gezüchtet und durch Firmen vertrieben. Ein luftdurchlässiger Käfig über der Wunde hält die "Mini-Chirurgen" in der Wunde. Nach drei Tagen werden sie entfernt und wenn nötig durch neue Maden ersetzt. Die Vorstellung von Maden in einer Wunde schreckt zunächst ab. Die meisten Diabetiker kommen aber damit gut zurecht, wenn ihnen die Behandlung erklärt wird und die Enttäuschung über bisher erfolglose Behandlungsversuche beendet ist.

Maden Therapie Die Anwendung der Maden ist natürlich keine Erfindung der Hightech-Medizin: Schon die Ureinwohner Australiens und die Mayas hatten damit Erfolg. Feldärzten fiel im 1. Weltkrieg auf, dass Maden in den Wunden zur rascheren Heilung führten. Im Zeitalter der Antibiotika wurde der nützliche Einsatz aber fast völlig vergessen.

Jetzt erlebt die "Biochirurgie" durch Maden ein Comeback, weil bei der Behandlung von diabetischen Geschwüren jede Methode gut ist, die Amputationen verhindert.

Die Made ist also eine neue und erfolgreiche Waffe im Kampf gegen Amputationen.

Maden Therapie Die Bilder zeigen eine Wunde vor der Behandlung (rechts oben), die Behandlung selbst (Mitte) und das Ergebnis (rechts unten).

Im linken Bild sind die Fliegenmaden sehr gut erkennbar.

Bilder anklicken zum Vergrößern.



Redaktion: Sebastian Zink

 
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