Diabetesforschung
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„Onduo“: Google und Sanofi arbeiten zusammen

Die Pharmafirma Sanofi und das zu Google gehörende Unternehmen Verily Life Sciene arbeiten ab sofort zusammen, um mit technischen Lösungen und professioneller Beratung das Leben mit Diabetes zu verbessern. Das Joint Venture trägt den Namen „Onduo“.

Google will die Medizin voranbringen

Google ist längst nicht mehr nur ein Internetkonzern. Das Unternehmen mischt kräftig mit in der Entwicklung von Gesundheitslösungen für die Zukunft. Dafür hatte Google die Tochter „Google Life Sciences“ gegründet, die inzwischen „Verily Life Science LLC“ heißt. Auch im Bereich Diabetes ist das Unternehmen aktiv. Seit längerem arbeitet es an einer Kontaktlinse („Smart Lense“), die Glukose in der Tränenflüssigkeit messen soll. Mit Dexcom hat sich Google Life Science 2015 zusammengeschlossen, um ein kleines und günstiges System zur kontinuierlichen Glukosemessung zu entwickeln (wir berichteten). Nun also der Zusamenschluss mit Sanofi in einem Joint Venture, dessen Sitz in den USA sein wird.

Was wollen Google und Sanofi mit „Onduo“ erreichen?

Die beiden Unternehmen ergänzen sich: Verily bringt Erfahrungen in den Bereichen miniaturisierte Elektronik, Analytics und Software-Entwicklungen ein. Der Insulinhersteller Sanofi hat viel klinische Expertise und Erfahrung im Bereich der Behandlung von Menschen mit Diabetes. Zudem sollen bei „Onduo“ Menschen mit Diabetes, Ärzte, Krankenkassen und Fachpersonal in die Projekte einbezogen werden. Zunächst will sich „Onduo“ auf Typ-2-Diabetiker konzentrieren, und sie dabei unterstützen, ihr Medikationsmanagement und ihre Gewohnheiten und Ziele zu verbesern, beschreibt Sanofi die Ziele in einer Presseinformation vom 12. September 2016. Langfristig sollen auch Menschen mit einem Risiko für Typ-1-Diabetes einbezogen und dabei unterstützt werden, den Beginn der Erkrankung zu verhindern, so Sanofi.

Was bringt „Onduo“ Menschen mit Diabetes?

Das bleibt abzuwarten. „Onduo“ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Medizin und Technik immer mehr zusammenwachsen. Auch IBM engagiert sich in diesem Bereich und setzt mit „Watson“ auf künstliche Intelligenz (wir berichteten). Bis tatsächlich konkrete Lösungen für Menschen mit Diabetes aus diesen Zukunftprojekten entstehen, wird wohl noch einige Zeit vergehen.