Kategorie-Archiv: Diabetes und Sport

Literaturhinweise

Diabetes mellitus und Sport

Literaturhinweise

Dienerowitz, K.: Diabetikersportgruppe, Zielsetzung, Auswahl der Ubungen und abprüfbare Parameter der Konditionsverbesserung.
Inauguraldissertation der medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1982, Abt. für Pathophysiologie und Sportmedizin der Med. Poliklinik Heidelberg
Dienerowitz, K., Weicker, H.: Diabetes mellitus und Sport, Diabetesdia-log, Juni 1985,2. Jahrgang. Eh LiIly GmbH, Bereich Diabetes
Glasauer, G., Weicker, H.: Trainingsprogramm tür Diabetiker, Abt. für Innere Medizin VII, Pathophysiologie und Sportmedizin der Med. Poliklinik, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Goßner, E. u. a.: Krankheit und Sport, Ratschläge und Empfehlungen für die Praxis, Georg-Thieme-Verlag Stuttgart, New York, 1983

Deutsches Sportabzeichen: Passende Übungen für Diabetiker

Diabetes mellitus und Sport

Passende Übungen für Diabetiker zur Erlangung des deutschen Sportabzeichens

Um das deutsche Sportabzeichen zu erlangen, muss der Teilnehmer aus 5 Gruppen jeweils 1 Übung heraussuchen und mit Erfolg absolvieren. Folgende Übungen sind für den Diabetiker geeignet bzw. ungeeignet.

Gruppe 1

  • geeignet: 200- bzw. 300-m-Schwimmen (unter Aufsicht).
  • Ungeeignet: Grundschein der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft oder der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes.

Gruppe 2

  • geeignet: Hochsprung, Weitsprung, Pferdsprung bedingt, wenn der Teilnehmer die Technik beherrscht.
  • Ungeeignet: Skisprung.

Gruppe 3

  • geeignet: 50-, 75-, 100-, 1000-m-Lauf.
  • Weniger geeignet: 400-m-Lauf.

Gruppe 4

  • geeignet: Diskuswurf, Speerwurf, Schwimmen. Reckturnen und Barrenturnen bei entsprechenden Vorkenntnissen. Eislaufen, Rudern, Kanufahren.
  • Ungeeignet: Kugelstoß, Steinstoß, Gewichtheben.

Gruppe 5

  • geeignet: Laufen, Radfahren, Schwimmen. Eislaufen, Skilanglauf, Rudern, Kanufahren, Kegeln.

Die Anforderungen, die im jeweiligen Alter an die Teilnehmer gestellt werden, sind den entsprechenden Broschüren des Deutschen Sportbundes zu entnehmen. Oben aufgeführte Übungen sind auch vom Diabetiker bei entsprechender Trainingsvorbereitung problemlos zu absolvieren. Es bleibt festzustellen, dass der Diabetiker die aufgeführten Übungen immer in Begleitung durchführen muss.

Kampfsportarten: Ringen, Judo, Karate, Aikedo, Taekwondo, Fechten, Boxen

Diabetes mellitus und Sport

Dieses Kapitel unterteilt sich in:

  • für Diabetiker geeignete Kampfsportarten
  • für Diabetiker ungeeignete Kampfsportarten

Die mit einem * gekennzeichneten Sportarten können betrieben werden, wenn die Technik beherrscht wird und schon vor Manifestation des Diabetes mellitus betrieben wurde.

Geignete Kampfsportarten:

Ringen*

Hohe kurzzeitige Belastungen. BZ-Kontrollen vor und nach dem Ringen notwendig. Kohlenhydrate immer dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahmen notwendig. Spezielle Betreuung notwendig.

Judo

Prinzipiell möglich. Hohe kurzzeitige Belastung, hohe Konzentrationsfähigkeit, schnelle Reaktionszeit. BZ-Kontrolle vor und nach dem Judokampf notwendig. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Große psychische Bedeutung für den Ausübenden. Spezielle Betreuung notwendig.

Karate

Nur bei guter Stoffwechsellage möglich, d.h. gute BZ-Werte vor Beginn des Kampfes, Kontrollen nach dem Kampf; bei schlechten Werten keine Erlaubnis zum Kampf, da zu große Gefährdung des Gegners. Hohe kurzzeitige Belastung, hohe Konzentrationsfähigkeit, schnelle Reaktionszeit. BZ-Kontrolle vor und nach dem Kampf. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben. Ausdauertraining und begleitende Gymnastik notwendig. Spezielle Betreuung notwendig.

Aikedo

Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei Karate. BZ-Spiegel muß in gutem Bereich liegen.

Taekwondo

Es gelten die gleichen Voraussetzungen wie bei Karate und Aikido. Die Stoffwechsellage, d. h. der BZ-Spiegel muß gut eingestellt sein.

Fechten

Hohe Kurzzeitbelastung, hohe Konzentrationsfähigkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit. Vor dem Kampf und vor dem Training muß der BZ gut eingestellt sein. Bei Hypoglykämietendenz und Hyperglykämietendenz keine Zulassung zum Wettkampf und Training. BZ-Kontrolle vor und nach dem Kampf. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Spezielle Betreuung unbedingt erforderlich.

Ungeeignete Kampfsportarten:

Boxen

Gesundheitsgefährdende Risiken für den Diabetiker und Gegner. Trainingsformen für diabetische Stoffwechsellage ungeeignet. BZ-Kontrollen während des Kampfes nicht möglich. Als Sport für Diabetiker abzulehnen.

Gewichtheben

Für Diabetiker als Sport ungeeignet, da die Trainingsformen den Ansprüchen eines Sportprogramms und Trainingsprogramms für Diabetiker nicht entspricht. Zuviel Krafttraining, zu viel isometrische Übungen. Fehlende Ausdauerkomponente. Einseitige Belastungsform.

Hallensport: Turnen, Trampolin, Konditionssport, Tanzen

Diabetes mellitus und Sport

Alle Sportarten sind vom Diabetiker im allgemeinen durchzuführen

Turnen

Hohe kurzzeitige Belastung, hohe Konzentrationsfähigkeit, schnelle Reaktionszeit. Hoher Trainingsaufwand, BZ-Kontrolle vor, während und nach dem Training, BZ-Kontrollen vor, während und nach dem Wettkampf. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Als Wettkampfsport bei spezieller Betreuung durchaus möglich.

Trampolin

Hohe kurzzeitige Belastung, hohe Konzentrationsfähigkeit, schnelle Reaktionszeit. BZ-Kontrolle vor und nach dem Springen notwendig. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Bei spezieller Betreuung als Wettkampfsport möglich.

Konditionssport (Skigymnastik, Jazzgymnastik, Stretching, Aerobic)

Prinzipiell möglich. BZ-Kontrolle vor und nach dem Konditionssport; schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben. Guter Trainingseffekt auf Herz-Kreislaufsystem und Stoffwechsellage. Begleitung, die über Diabetes mellitus informiert ist, immer dabei haben.

Squash

Kurzzeitige Intervallbelastung im anaeroben Bereich. Geringer Trainingseffekt. BZ-Kontrollen vor und nach dem Spielen notwendig. Als Wettkampfsport weniger geeignet. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahmen notwendig. Bei Durchführung als Wettkampfsport spezielle Betreuung notwendig.

Federball (Badminton)

Prinzipiell als Freizeitsport gut möglich. Geringer Trainingseffekt. BZ-Kontrollen vor und nach dem Spiel. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben. Bei Wettkampfsport Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Spezielle Betreuung notwendig.

Tanzen

Prinzipiell möglich. Als Freizeitsport hauptsächlich soziale Funktion zur Integration, bei Wettkampfsport vor, während und nach Wettkampf und Training BZ-Kontrollen. Begleitendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. Spezielle Betreuung notwendig.

Kegeln und Bowling

Prinzipiell möglich. Als Freizeit- und Gesellschaftssport von hoher sozialer und psychischer Bedeutung. BZ-Kontrollen vor und nach dem Kegeln notwendig. Bei Wettkampfsport: BZ-Kontrollen vor, während und nach dem Training und Wettkampf notwendig. Begleitendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. Spezielle Betreuung nötig.

Kunstradfahren

Prinzipiell möglich. BZ-Kontrolle vor und nach dem Wettkampf sowie BZ vor, während und nach dem Training. Hohe Kurzzeitbelastung, hohe Konzentrationsfähigkeit und schnelle Reaktionszeit. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Bei Beherrschen der Technik und schon längerer Ausführung dieses Sportes möglich; als Anfänger weniger geeignet.

Bodybuilding

Weniger geeignet als die anderen Hallensportarten. Geringer Trainingseffekt, hauptsächlich psychische und soziale Aspekte stehen im Vordergrund. BZ-Spiegel vor und nach dem Training notwendig. Kohlenhydrate immer dabei haben. Als Wettkampfsport ungeeignet.

Wassersport: Schwimmen, Rudern und Kanu, Segeln, Tauchen, Surfen

Dieses Kapitel unterteilt sich in:

  • für Diabetiker geeignete Wassersportarten
  • für Diabetiker ungeeignete Wassersportarten

Geeignete Wassersportarten:

Schwimmen

Prinzipiell keine Bedenken, wenn Begleitung mit dabei ist. Als Ausdauertraining längere Strecken schwimmen. Rücken-, Brust- und Kraul- geeignete Stilarten, Delphin weniger geeignet.
Guter Trainingseffekt auf Herz- und Kreislaufsystem. BZ-Kontrollen vor und nach dem Schwimmen. Im Meer und an Seen immer in Ufernähe und nie allein. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben.

Rudern und Kanu

Prinzipiell in Begleitung möglich. BZ-Kontrollen vor und nach dem Rudern, bei Ruder- und Kanuwanderfahrten BZ-Kontrollen auch während der Ausübung des Sportes. Hohe Ausdaueranforderung. Als Wettkampfsport hohe Belastungsintensität sowohl in der Kurzzeit-, als in der Ausdauerbelastungsphase. Entsprechende Betreuung notwendig. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben.

Segeln

In Begleitung prinzipiell möglich; alleine aus medizinischer Sicht nicht geeignet. BZ-Kontrolle vor, während und nach dem Segeln; schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben. Als Wettkampfsport in einer Crew unter spezieller Betreuung prinzipiell möglich. Begleitendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig.

Surfen

Mit Einschränkungen bedingt möglich. BZ-Kontrolle vor und nach dem Surfen; schnell resorbierbare Kohlenhydrate immer dabei haben. Voraussetzung beim Surfen: Beherrschen der Technik und Tragen einer Schwimmweste sowie die Begleitung eines besseren Surfers in Rufnähe. Surfen immer in Ufernähe, Baggersee und kleinere Seen besser geeignet als das offene Meer und größere Seen. Als Wettkampfsport ungeeignet.

Wasserski*

Für Anfänger ungeeignet. Bei Beherrschen der Technik mit Schwimmweste durchführbar. BZ-Kontrolle vor und nach der Fahrt. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate mit dabei haben. Im Begleitboot immer Personen, die über den Diabetes informiert sind. Als Wettkampfsport weniger geeignet.

Wasserball

Hohe kurze Intervallbelastung, offizielle Spielzeit 4 x 7 min. BZ-Kontrollen vor, in den Pausen und nach dem Spiel notwendig. Begleitendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. Bei Wettkampfsport entsprechende Betreuung notwendig.

Ungeeignete Wassersportarten:

Wildwasserkajak

  • Hohe physische und psychische Belastungsintensität, hohe Konzentrationsfähigkeit und schnelle Reaktionszeit
  • Keine Möglichkeit der BZ-Kontrolle während der Fahrt
  • Bei Hypoglykämien akute Lebensgefahr durch Kentern und Ertrinken
  • Hilfeleistung nur schwer zu bewerkstelligen

Tauchen

  • Tauchen ist für Diabetiker mit und ohne Atemgerät ungeeignet
  • BZ-Kontrollen während des Tauchvorgangs nicht möglich
  • Plötzlich auftretende Hypoglykämien können beim Tauchvorgang nicht behandelt werden
  • Hilfeleistung durch Begleitpersonen ist fast nicht möglich

Wintersport: Skilauf, Eislaufen, Eisstockschießen und Curling, Eishockey, Rodeln

Diabetes mellitus und Sport

Dieses Kapitel unterteilt sich in:

  • für Diabetiker geeignete Wintersportarten
  • für Diabetiker ungeeignete Wintersportarten

Die mit einem * gekennzeichneten Sportarten können betrieben werden, wenn die Technik beherrscht wird und schon vor Manifestation des Diabetes mellitus betrieben wurde.

Geeignete Wintersportarten:

Skilauf a) nordisch

Hoher Trainingseffekt, da Ausdauerbelastung im aeroben Bereich im Vordergrund steht. Maximale Pulsfrequenz bis 140/min. Aufwärmübungen vor Beginn des Langlaufs. Ideal zur Verbesserung der Herz-Kreislauffunktion. BZ-Kontrollen vor, während dem Skiwandern und nach dem Langlauf notwendig. Immer schnell resorbierbare Kohlenhydrate dabei haben. Immer in Begleitung, nie allein auf die Loipe sich begeben.

Skilauf b) alpin

Geringer Trainingseffekt, aber hohe psychische Bedeutung. Aufwärmübungen vor Beginn des Abfahrtslaufs. BZ-Kontrollen vor, während und nach alpinem Skilauf notwendig. Immer schnell resorbierbare Kohlenhydrate mitführen. Immer in Begleitung. Abfahrtslauf als Leistungssport ungeeignet, Slalom und Riesenslalom als Leistungssport durchführbar.

Skilauf c) Skispringen*

Hohe physische und psychische Belastung; bei Beherrschen der Technik möglich. Unterstützendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. BZ-Kontrolle vor und nach dem Springen notwendig. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate mit dabei haben. Spezielle Betreuung und Begleitung notwendig.

Eislaufen a) Eisschnellauf*

Prinzipiell möglich. Begleitendes Ausdauertraining. BZ-Kontrollen vor und nach dem Training, im Zweifelsfall auch während der Trainingseinheiten. Entsprechende Betreuung notwendig.

Eislauf b) Eiskunstlauf*

Prinzipiell möglich. Hohe Trainingsbelastung. BZ-Kontrollen vor, während und nach dem Training und vor und nach dem Wettkampf notwendig. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Spezielle Betreuung notwendig.

Eisstockschiessen und Curling

Prinzipiell möglich. Geringer Trainingseffekt, mehr als Freizeit- und Geselligkeitssport zu betrachten. Übliche BZ-Kontrollen wie im Alltagsleben. Bei wettkampfmäßiger Ausübung BZ-Kontrolle vor, während und nach der Ausübung des Sports. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Schnell resorbierbare Kohlenhydrate mit dabei haben.

Eishockey*

Bei Beherrschen der Technik möglich; hohe kurzzeitige Intervallbelastung, schnelle Reaktionszeit. Offizielle Spieldauer 3 x 20 min. BZ-Kontrollen vor, während und nach dem Spiel. Kohlenhydrate immer dabei haben. Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Entsprechende med. Betreuung muß gewährleistet sein. Als Hochleistungssport in der Regel nicht empfehlenswert.

Ungeeignete Wintersportarten:

Rodeln

  • Extreme physische und psychische Belastungssituation
  • Auftreten von Hypoglykämien während der Fahrt können Lebensgefahr bedeuten
  • Als Hochleistungssport nicht geeignet
  • Rodeln auf winterlichen Wiesen bei gut eingestelltem BZ als Freizeitsport möglich

Bobfahren

  • Extreme physische und psychische Belastungssituation
  • BZ-Kontrollen während der Fahrt nicht möglich
  • Hypoglykämien während der Fahrt nicht therapierter
  • Als Hochleistungssport nicht empfehlenswert

Prinzipiell sind alle Ballspiele möglich.

Diabetes mellitus und Sport

Ballspiele

Prinzipiell sind alle Ballspiele möglich mit gewissen Variationen. Die mit einem * gekennzeichneten Sportarten können betrieben werden, wenn die Technik beherrscht wird und schon vor Manifestation des Diabetes mellitus betrieben wurde.

Fussball

Hohe kurzzeitige Intervallbelastung über 2 x 45 min nach offizieller Spielzeit. BZ-Kontrollen vor, in der Pause und nach dem Spiel, Kohlenhydrate immer dabei haben. Ergänzend Ausdauertraining und Gymnastik. Als Leistungssport möglich.

Handball

Hohe kurzzeitige Intervallbelastung über 2 x 30 min nach offizieller Spielregel. BZ-Kontrolle vor, in der Pause und nach dem Spiel, Kohlenhydrate immer mit dabei haben. Begleitendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. Als Leistungssport möglich.

Volleyball

Hohe kurzzeitige Intervallbelastung. Hohe Konzentrationsfähigkeit und schnelle Reaktionszeit. Drei Gewinnsätze nach offizieller Spielregel, d. h. maximal fünf Sätze.

Basketball

Hohe kurzzeitige Intervallbelastung. Hohe Konzentrationsfähigkeit, schnelle Reaktionszeit. Offizielle Spielzeit 2 x 20 min. BZ-Kontrolle vor, in der Pause und nach dem Spiel. Kohlenhydrate immer mit dabei haben.
Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Trainingsformen notwendig. Als Leistungssport möglich.

Hockey

Hohe kurzzeitige lntervallbelastung.
Offizielle Spielzeit 2 x 35 min. BZ-Kontrollen vor, in der Pause und nach dem Spiel. Kohlenhydrate immer dabei haben.
Ergänzendes Ausdauertraining und Gymnastik notwendig. Als Leistungssport möglich.

Rugby*

Hohe kurzzeitige Intervallbelastung. Offizielle Spielzeit 2 x 40 min. BZ-Kontrollen vor, in der Pause und nach dem Spiel notwendig. Kohlenhydrate immer dabei haben. Als Leistungssport geeignet.

Tischtennis

Kurzzeitige Intervallbelastung. Offizielle Spieldauer 3 Gewinnsätze bei Männern, 2 Gewinnsätze bei Frauen. Hohe Konzentrationsfähigkeit und schnelle Reaktionszeit. BZ-Kontrollen vor und nach dem Spiel. Kohlenhydrate immer mit dabei haben.
Ausdauertraining und Gymnastik als begleitende Maßnahme notwendig. Als Leistungssport bei entsprechender Betreuung geeignet.

Sommersport: Waldlauf und Jogging, Wandern, Radfahren, Leichathletik, Tennis

Diabetes mellitus und Sport

Sommersport

Dieses Kapitel unterteilt sich in:

  • für Diabetiker geeignete Sommersportarten
  • für Diabetiker ungeeignete Sommersportarten

Geeignete Sommersportarten:

Waldlauf und Jogging

BZ-Bestimmung vor und nach dem Laufen. Laufen im Ausdauerbereich (aerober Bereich), Pulsfrequenz altersabhängig, Maximum 130-150/min. Hoher Trainingseffekt. Traubenzucker in der Tasche mitnehmen, immer in Begleitung von Nichtdiabetikern.

Wandern

BZ-Bestimmungen vor, während und nach der Wanderung. In ebenem Gelände 4-5 km/h, in hügeligem Gelände 3-4 km/h, in steilerem Gelände 100-200 Höhenmeter/h. Kohlenhydrate im Rucksack mit dabei haben. Immer in Begleitung einer Person, die über Diabetes mellitus informiert ist.

Radfahren

BZ vor, während und nach den Radtouren messen. Gleichmäßiges Tempo, d. h. 10-15 km/h in ebenem Gelände ohne Wind, bei Steigung und Gegenwind entsprechend weniger km (8-12 km/h). Hoher Trainingseffekt. Immer in Begleitung. Bei ganztägigen Fahrradtouren regelmäßige Pausen und entsprechende Nahrungsaufnahme. Als Hochleistungssport wenig geeignet.

 Leichathletik

  1. Laufdisziplin: Sprint- und Mittelstrecken: Verstoffwechslung weitgehend im anaeroben Bereich; Langstrecken ab 1000 m besserer Trainingseffekt. Bei entsprechender Betreuung als Leistungssport durchführbar.
  2. Sprungdisziplin: Prinzipiell möglich, geringer Trainingseffekt. Für Ausdauerbelastung bei entsprechender Betreuung als Leistungssport möglich.
  3. Technische Disziplin: Prinzipiell möglich, geringer Trainingseffekt, Koordinationsschulung im Umgang mit Wurfgeräten. Als Leistungssport weniger geeignet als a) und b), da zuviel isometrisches Krafttraining in der Aufbauphase notwendig ist.

Reiten

Prinzipiell Springreiten und Dressur möglich, BZ-Kontrolle vor und nach dem Reiten. Geländeritte nur in Begleitung und nach BZ-Bestimmung möglich. Trainingseffekt gering, aber Stärkung des Selbstvertrauens. Als Leistungssport bei entsprechenden Vorkenntnissen und adäquater Betreuung möglich.

Tennis

Prinzipiell möglich, BZ-Kontrolle vor, während und nach dem Spiel. Mittlerer Trainingseffekt, da überwiegend Kurzzeitbelastung, aufbauend aus einer guten Ausdauerfähigkeit heraus. Als Leistungssport unter entsprechender Betreuung möglich. Kohlenhydrate immer in der Tennistasche mitführen.

Golf

Prinzipiell möglich. Soziale Komponente steht im Vordergrund. Guter Trainingseffekt, körperliche Bewegung in frischer Luft. Kohlenhydrate mitführen.

Schiessen und Bogenschiessen

Prinzipiell möglich, vor Beginn immer BZ-Kontrolle obligatorisch; Aufnehmen der Sportart nur bei normoglykämischem Zustand. Hohe Konzentrationsanforderung. Begleitendes Ausdauertraining erforderlich.

Ungeeignete Sommersportarten:

Klettern

  • Extremsituationen
  • Hypoglykämien bedeuten akute Absturzgefahr.
  • BZ-Kontrollen schwierig durchzuführen.

Fallschirmspringen

  • Extremsituationen
  • Keine Hilfsmöglichkeit, da Begleitpersonen nicht anwesend sind.
  • Hypoglykämien bedeuten akuten Absturz, d. h. Lebensgefahr.
  • BZ-Kontrollen sind nicht möglich.

Drachenfliegen

  • Extremsituationen
  • Hohe physische und psychische Belastung.
  • Hypoglykämien bedeuten akute Absturz- bzw. Lebensgefahr.
  • BZ-Kontrollen sind nicht möglich.

Segelfliegen

  • Als Einzelner ungeeignet, da Extremsituationen.
  • Bei Hypoglykämien akute Absturzgefahr, d. h. Lebensgefahr.
  • Als Mitflieger durchführbar, dann BZ-Kontrollen möglich.
  • Kohlenhydrate immer mit dabei haben.

Motorsport

  • Extremsituation
  • Bei Hypoglykämien akute Lebensgefahr für sich und Konkurrenten durch Verursachung von schweren Unfällen.
  • BZ-Kontrollen während der Renndauer nicht möglich.
  • Auch als Beifahrer bei Rallyes nicht geeignet..

Welche Sportarten sind für wen geeignet?

Diabetes mellitus und Sport

Gymnastik

Für alle Altersgruppen geeignet, d.h. sowohl Typ I- als auch Typ II-Diabetiker.

Verbesserung von Beweglichkeit und Koordination Lockerung, Dehnung und Kräftigung der Muskulatur

Vorsicht: keine Übungen mit isometrischer Belastung, d.h. keine Übungen mit spezieller Pressatmung (Liegestütz, Gewichtheben)

Die Übungsauswahl wird nach Rücksprache mit Übungsleiter und Arzt getroffen und nach diesen Aspekten durchgeführt.

Organisation und Aufbau einer Sportgruppe und deren praktische Durchführung

Diabetes mellitus und Sport

Organisation und Aufbau einer Sportgruppe und deren praktische Durchführung

Immer in einer Gruppe
Familienmitglieder und Freunde in die Gruppe integrieren (Familiensport)
Im Sommer im Freien
Im Winter in der Halle (wenn möglich auch Hallenbadbenutzung)
2 x 60 min pro Woche in der Sportgruppe

Sportstundenaufbau:

Aufwärmen
Gymnastik
spezielle Übungsformen (Ausdauer, Koordination)
Spiel
BZ-Kontrolle vor und nach der Stunde

Arzt und Übungsleiter betreuen die Sportgruppe und geben Ratschläge für den Freizeitsport außerhalb der Übungsgruppe:

2 x 10 min Gymnastik zu Hause (z. B. nach dem Aufstehen, vor dem Schlafengehen)
erweiterte körperliche Aktivitäten an Wochenenden, Feiertagen und Urlaub, z. B. Wandern, Radfahren, Skilanglauf und vieles mehr.