Fischöl senkt die Blutfette
Dem fetten Öl aus Kaltwasserfisch werden viele positive Effekte nachgesagt. Doch können auch Typ-2-Diabetiker davon profitieren - ohne dass ihre Blutzucker-Einstellung leidet?
Zu hohe Blutfette sind ein Merkmal des metabolischen Syndroms, das unbehandelt zum manifesten Diabetes mellitus führt. Zu den Blutfetten gehören neben verschiedenen Formen des Cholesterins vor allem die Triglyzeride, chemisch einfach aufgebaute Fette.
An den Eskimos mit ihrer fischreichen Nahrung entdeckte man die Vorzüge des Fischöls. Die reichlich enthaltenen Omega-3-Fettsäuren senken die Triglyzeride, den Blutdruck und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Aus diesem Grund zeigen Eskimos eine verhältnismäßig geringe Anfälligkeit für Gefäßerkrankungen. Die Frage, welche Wechselwirkungen zwischen Fischöl-Gabe und dem Stoffwechsel bei Diabetikern besteht, wurde schon in vielen Untersuchungen behandelt; eine Zusammenfassung dieser Studien (Metaanalyse) ergab Erfreuliches: Nahrungsergänzung mit Fischöl kann bei Typ-2-Diabetikern die Triglyzeride senken, ohne die Blutzucker-Einstellung zu beeinträchtigen.
Bei 823 Typ-2-Diabetikern, die täglich drei bis acht Gramm Fischöl zu sich nahmen, fielen die Triglyzeride im Mittel um 49 mg/dl. Bei Patienten mit deutlich zu hohen Triglzerid-Blutspiegeln (Hyper-Triglyzeridämie) sanken sie um 64 mg/dl. Nüchtern-Blutzucker und HbA1c veränderten sich nicht wesentlich. Von daher können Typ-2-Diabetikern, vor allem bei Hyper-Triglyceridämie, regelmäßige Fischmahlzeiten bzw. die Einnahme von Fischöl-Kapseln empfohlen werden. Wie jede unterstützende Maßnahme sollte dies jedoch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Quelle: Diabetes Care 23 (200) 1407-1415
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