Das sollten Menschen mit Diabetes im Freibad und am Strand beachten

Foto von Caroline Roose auf Unsplash
Die extreme Sommerhitze legt eine kurze Pause ein. Doch die Ferienzeit beginnt gerade erst und der Wetterbericht für Juli verspricht kaum Abkühlung. Auch Menschen mit Diabetes suchen bei diesen Temperaturen Erfrischung im Freibad oder am Strand. Je nach Behandlungsform gibt es dabei einige Dinge zu beachten.

(30.06.2026) An heißen Sommertagen kann ein Besuch im Freibad oder am Strand für willkommene Abkühlung sorgen. Das gilt natürlich auch für Menschen mit Diabetes. Sie sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, bevor sie sich ins kühle Nass begeben. Die Wirkung von Insulin und Medikamenten kann bei Hitze anders sein, Messgeräte und Sensoren können bei zu viel sommerlicher Wärme ihren Dienst versagen und die Gefahr von gesundheitlichen Komplikationen ist unter solchen Bedingungen erhöht. Wir haben einige Tipps für den Schwimmbad- und Strandbesuch zusammengestellt.

Sieben Tipps für den Schwimmbad- und Strandbesuch

  • Viel Wasser trinken: Schwitzen und körperliche Aktivität führen zu einem hohen Flüssigkeitsverlust. Typische Symptome sind Schwindel, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Bei Menschen mit Diabetes droht zusätzlich eine Stoffwechselentgleisung. Während körperliche Aktivität den Blutzucker oft schnell sinken lässt, steigt er bei Dehydrierung häufig stark an. Bei hohen Blutzuckerwerten sollten Betroffene viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Von Alkoholkonsum wird hingegen abgeraten.
  • Blutzucker häufiger messen: Bei Hitze haben viele Menschen mit Diabetes eine instabilere Stoffwechsellage. Insulin wirkt bei warmem Wetter oftmals schneller und besser, wodurch sich die Gefahr von Unterzuckerungen erhöht. Gleichzeitig werden die Warnzeichen beim Schwimmen im kühlen Wasser mitunter nicht richtig wahrgenommen, da Symptome wie beispielsweise Zittern fälschlicherweise auf die Wassertemperatur zurückgeführt werden. Unterzuckerungen sind im Wasser besonders gefährlich.
  • Medikamente und Hilfsmittel vor der Sonne schützen: Insulin-Pens sollten nicht ungeschützt auf einem Hand- oder Badetuch liegen. Bei Temperaturen über 30 Grad kann die Wirkung des Insulins nachlassen oder sogar vollständig verloren gehen. Auch Messgeräte und Sensoren funktionieren nicht, wenn sie zu heiß werden. Insulin und Medikamente können in einer Kühltasche gelagert werden, sie dürfen allerdings nicht einfrieren. Für Messgeräte und Teststreifen ist ein schattiger Ort ideal.
  • Sensoren zusätzlich fixieren, Pumpe eventuell abnehmen: CGM-Systeme sind in der Regel wasserdicht. Bis zu welcher Tiefe sie beim Tauchen getragen werden können, hängt vom Modell ab. Die maximale Tragedauer im Wasser sollte ebenfalls in der Anleitung angegeben sein. Zur Sicherheit können Sensoren vor dem Schwimmen mit einem Tape oder Verband zusätzlich fixiert werden. Das Abnehmen einer Insulinpumpe für die Dauer von 30 bis 60 Minuten ist üblicherweise kein Problem. Der Blutzucker sollte aber alle 30 Minuten kontrolliert werden. Einige Modelle können auch im Wasser getragen werden.
  • Technik vor Sand schützen: Der Sand am Strand kann Messgeräte, Insulin-Pens und andere Hilfsmittel beschädigen. Deshalb sollte das Equipment besser in einem wieder verschließbaren ZIP-Beutel aufbewahrt werden. So ist es auch vor Spritzwasser geschützt. Penpatronen oder Pumpenreservoire sollten nicht am Strand gewechselt werden, da feiner Sand leicht in jede Ritze gelangt.
  • Zuckerhaltige Getränke für den Notfall mitnehmen: Bei einer Unterzuckerung bleibt in der Regel keine Zeit mehr, um sich am Kiosk für ein Getränk anzustellen. Traubenzucker, der sich in der Hosentasche befindet, wird mitunter in der Umkleidekabine oder im Spind vergessen. Am besten packt man deshalb zusätzlich ein zuckerhaltiges Getränk in einer Plastikflasche ein und nimmt es für den Notfall mit zum Liegeplatz.
  • Füße vor Verletzungen schützen: Scherben und Steine können zu Verletzungen an den Füßen führen. Wer an einer Polyneuropathie leidet, spürt die Hitze des Untergrunds unter Umständen nicht mehr richtig und kann sich im schlimmsten Fall schwere Verbrennungen zuziehen. Menschen mit Diabetes sollten deshalb nach Möglichkeit nicht barfuß am Strand oder im Freibad unterwegs sein.

Quellen:
aponet.de
diabinfo
FreeStyle plus Ich
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V.
Apotheken Umschau
eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand