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Schwangere mit Zucker - lieber gleich zum Spezialisten!

Wird bei einer Patientin ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt, sollte diese sofort in einem Diabeteszentrum oder einer diabetologischen Schwerpunktpraxis behandelt werden. Frauenarzt und Diabetologe müssen eng zusammen arbeiten.

Wurde in Ihrer Schwangerschaft ein Zuckerbelastungstest gemacht?
Das A und O der Behandlung ist laut Richard Daikeler, Diabetologe aus Sinsheim, die intensive Schulung der Schwangeren. Mit einem gezielten Schulungs- und Ernährungsprogramm werden meist normale Blutzuckerwerte erreicht. 20 Prozent der Schwangeren brauchen aber eine Insulintherapie. Die Normwerte bei Schwangeren im nüchternen Zustand liegen im Kapillarblut bei unter 90 mg/dl oder unter 105 mg/dl im Plasma, eine Stunde nach dem Essen bei unter 120 mg/dl im Kapillarblut oder unter 140 mg/dl im Plasma. Das Blutzuckertagesprofil sollte unter 100 mg/dl liegen und der HbA1c-Wert unter 5,5 Prozent.

In der Schulung soll die Schwangere über die Ursachen der Erkrankung und die Grundlagen der Therapie aufgeklärt werden. Vor allem muß sie aber die Blutzuckerselbstkontrolle erlernen. Eine Ernährungsschulung mit schriftlichem Diätplan gehört ebenfalls zum Schulungsprogramm.
Unter einer reinen Ernährungstherapie muß der Blutzuckerspiegel mindestens viermal täglich gemessen werden. Reicht die Ernährungstherapie nicht aus, muß man Insulin zuführen. Dann muß der Blutzucker mindestens siebenmal täglich gemessen werden (vor jeder Mahlzeit und eine Stunde nach jeder Mahlzeit). Die Schwangere sollte ihre Blutzuckerwerte sorgfältig dokumentieren.

Am besten eignet sich nach Angaben von Richard Daikeler für Schwangere eine intensivierte Insulintherapie oder eine Insulinzufuhr über die Pumpe. Damit könnten morgendliche Blutzuckererhöhungen am besten abgefangen werden.

Schwangere mit einem Diabetes sollen hauptsächlich kohlenhydratreiche Nahrungsmittel essen. Der Fettanteil darf nicht mehr als 35 Prozent betragen.

Die Schwangere muß auf mögliche Komplikationen und Folgekrankheiten durch den Diabetes hingewiesen werden. Dabei ist zu betonen, dass eine Unterzuckerung für das Kind meist folgenlos ist, hohe Zuckerwerte jedoch schädlich sind. Selbst bei noch normalen Blutzuckerwerten sollte dann eine Insulintherapie erwogen werden, wenn der Frauenarzt im Ultraschall Zucker bedingte Veränderungen vermutet, so Daikeler. Bei gut eingestellten Schwangeren bilden sich die Veränderungen meist wieder zurück.

Nach Abschluß der Stillperiode oder drei Monate nach der Geburt sollte wieder ein Zuckerbelastungstest gemacht werden. Denn jede fünfte Frau mit Schwangerschaftsdiabetes hat in der ersten Zeit nach der Geburt weiterhin veränderte Zuckerwerte.

Die Blutzuckertests sollten dann auch bei normalen Werten jährlich wiederholt werden, denn viele Frauen entwickeln innerhalb von fünf Jahren nach der Geburt einen dauerhaften Diabetes.

Quelle: Ärztezeitung

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