Diabetesforschung
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Neues, schnelles Mahlzeiteninsulin kommt zum 1. April 2017

Der Insulinhersteller Novo Nordisk wird für Diabetiker nach eigenen Angaben zum 1. April 2017 ein neues, schnelles Mahlzeiteninsulin auf den Markt bringen. Es basiert auf Insulin aspart, soll aber im Vergleich rund zehn Minuten schneller im Blut eintreffen. 

Neues Mahlzeiteninsulin mit Turbo-Effekt

Schnell wirkende Mahlzeiteninsuline können kurz oder sogar nach dem Essen gespritzt bzw. über die Insulinpumpe abgegeben werden. Der „Spritz-Ess-Abstand“, den viele Diabetiker von Normalinsulin kennen, fällt damit weg. Auch Blutzuckerkorrekturen sind kurzfristig möglich. Mit „Fiasp“ (Handelsname) kommt zum 1. April 2017 ein neues Mahlzeiteninsulin auf den Markt, das im Vergleich zu Insulin aspart zehn bis zwölf Minuten schneller im Blut ankommen und eine 74 % höhere Insulinwirkung in den ersten 30 Minuten zeigen soll. Dies hat der Hersteller Novo Nordisk in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Chemische Zusammensetzung verändert

„Fiasp“ basiert auf Insulin aspart. Den Turbo-Effekt entsteht durch eine Veränderung der chemischen Zusammensetzung. Zwei Hilfsstoffe machen das neue Insulin zum „Turbo-Insulin“: Vitamin B3 (Niacinamid) als Stabilisator und L-Arginin (eine natürlich vorkommende Aminosäure) als Beschleuniger. Letztere sorgt dafür, dass die Moleküle des Insulin aspart schneller zerfallen und so eine schnellere Insulinantwort nach dem Essen möglich wird.

 Was bringt ein noch schnelleres Mahlzeiteninsulin?

„Fiasp“ wird bis zu zwei Minuten vor oder bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit gespritzt und kann auch über eine Insulinpumpe verabreicht werden. Das neue Mahlzeiteninsulin ist für Erwachsene mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes zugelassen. Es wird als Fertigpen, in Penfillpatronen für wiederverwendbare Insulinpens und 100-ml-Fäschchen zum Selbst-Aufziehen angeboten.

Im Studienprogramm „onset“ mit rund 2100 Typ-1- und Typ-2-Diabetikern hat das neue Turbo-Insulin eine verbesserte Wirksamkeit gezeigt. Der Hba1c-Wert verbesserte sich bei den Studienteilnehmern, ohne dass die Anzahl der Unterzuckerungen zunahm. Wurde „Fiasp“ zur Mahlzeit gespritzt, zeigt sich zudem in den zwei Stunden danach ein geringerer Anstieg der Blutzuckerwerte im Vergleich zu Insulin aspart. Studien zur Verwendung des neuen Insulins bei Kindern laufen zurzeit noch.