Stent oder Bypass?
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Herz-Szintigrafie kann den Herzkatheter ersparen

Die Herz-Szintigrafie ist eine häufig eingesetzte Methode, um die Durchblutung im Herzmuskel zu überprüfen. Stellt sich bei der Untersuchung heraus, dass keine schweren Durchblutungsstörungen vorliegen, kann auf eine Herzkatheter-Untersuchung verzichtet werden. 

Durchblutungsstörungen des Herzens schonend erkennen

Herz-Kreislauferkrankungen wie Durchblutungsstörungen des Herzmuskels gehören zu den häufigen Folgeerkrankungen des Diabetes. Für die Diagnose ist eine Herzkatheter-Untersuchung nicht unbedingt erforderlich. Schonender für Patienten ist es, zunächst eine Herz-Szintigrafie (Myokard-Szintigrafie) durchzuführen, um die Schwere der Durchblutungsstörung zu erkennen. Über diese Untersuchungsmethode haben Experten des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) am 19. September 2019 im Rahmen ihrer Jahrestagung in Berlin berichtet. Auf der Basis der über die Szintigrafie gewonnen Bilder kann der Arzt entscheiden, ob zusätzlich eine Herzkatheter-Untersuchung notwendig ist.

Was ist eine Herz-Szintigrafie?

Die Myokard-Szintigrafie ist die weltweit am häufigsten eingesetzte Methode, um die Durchblutung im Herzmuskel zu überprüfen. Zu Beginn wird dem Patienten ein sogenannter radioaktiver Tracer in die Vene injiziert. Der Tracer erreicht über die Herzkranzgefäße auch den Herzmuskel, wo er von den Zellen aufgenommen wird. Die abgegebene Strahlung kann auf der Brust mit einer speziellen Kamera aufgefangen werden. Weisen die Herzkranzgefäße Engstellen auf, werden einzelne Muskelabschnitte nicht durchblutet. Auf den Bildern der Myokard-Szintigrafie erscheinen dort dann dunkle Regionen. „Eine Aufnahme des Herzens kann heute in wenigen Minuten erfolgen. Auch die Strahlenexposition ist deutlich reduziert, bestenfalls auf etwa ein Drittel der jährlichen natürlichen Strahlung“, berichtet Professor Dr. med. Frank Bengel, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Untersuchung erfolgt beim Radiologen

Die Myokard-Szintigrafie ist eine gesetzliche Kassenleistung. Für die Untersuchung, die nuklearmedizinische Praxen ambulant durchführen, braucht der Patient eine Überweisung vom Hausarzt oder einem Facharzt. „Bis auf eine Schwangerschaft gibt es für die Untersuchung keine Kontraindikationen“, erklärt der BDN-Vorsitzende Professor Dr. med. Detlef Moka. Einschränkungen wie Metall im Körper oder Herzschrittmacher, die zum Beispiel bei der Magnetresonanztomographie (MRT) ein Ausschlusskriterium sind, gibt es bei der Myokard-Szintigraphie nicht. „Auch Platzangst oder starkes Übergewicht spielen keine Rolle“, so Moka.

Quelle: Medieninformation des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) vom 19. September 2019.

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