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Diabetestherapie: An die Spielregeln halten

Ob sich Typ-2-Diabetiker an die Empfehlungen ihres Arztes halten, hängt in erster Linie von ihrem Alter und der Therapie ab. Danach sind ältere Patienten therapietreuer als jüngere. Orale Antidiabetika sorgen für mehr Therapietreue als Insulin.

Therapietreue bei Diabetes verbesserungsfähig

Wenn sich Patienten an die Empfehlungen ihres Arztes zur Therapie halten, bezeichnet man das als „Therapietreue“ („Compliance“). Von ihr hängt wesentlich der Erfolg der Behandlung ab. Bei Typ-2-Diabetikern lässt sich diese Therapietreue noch verbessern – zu Gunsten des Lebensalltags der Patienten und im Hinblick auf eine Kostensenkung. Zu diesem Schluss kommt das Institut IMS Health in Frankfurt in einer im Juni 2015 veröffentlichten Studie zur Versorgungsforschung. Dafür wurden die Daten von insgesamt 1.138 Patienten aus den Jahren 2013 und 2014 ausgewertet. Alle wurden über mindestens sechs Monate mit oralen Antidiabetika (Metformin, Sulfonylharnstoffe) oder Insulin behandelt.

Ältere Typ-2-Diabetiker sind therapietreuer

Die Therapietreue der Patienten wurde von den behandelnden Ärzten auf einer sechsstufigen Skala von „sehr schlecht“ bis „sehr gut“ geschätzt. Als therapietreu (compliant) galten Patienten mit einer Beurteilung von „gut“ oder „sehr gut“. Während Männer und Frauen sich hinsichtlich der Compliance nicht unterscheiden, verbessert sich die Therapietreue mit steigendem Alter der Patienten. So werden rund 63 % der 40- bis 60-Jährigen von den Ärzten als therapietreu eingestuft, jedoch 69 % der 61- bis 70-Jährigen und 74 % der über 70-Jährigen.

 Bei Insulin weniger Therapietreue

Von den Patienten, die auf orale Antidiabetika eingestellt sind, halten sich nach Einschätzung der befragten Ärzte rund 75 % an die Empfehlungen, deutlich mehr als bei einer Therapie unter Insulin (67 %) oder einer Kombinationstherapie aus beiden Medikationen (59 %). Welche Gründe dafür verantwortlich sind, so die Autoren der Studie, lässt sich nur vermuten. Möglicherweise liege es an mangelnder Motivation oder schlicht an fehlendem Wissen im Umgang mit der Therapie. Beides ließe sich durch individuelle Beratung verbessern. „Die Therapietreue dieser Patienten zu optimieren, ist für sie selbst wichtig in Anbetracht ihrer Lebensperspektive. Außerdem muss im Zuge des demografischen Wandels gerade auch eine älter werdende Gesellschaft allgemein ein Interesse daran haben, dass bei chronischen Erkrankungen, die dann immer mehr Menschen betreffen, eine möglichst gute Compliance erreicht wird, denn dies hilft Kosten zu sparen,“ so Prof. Dr. Karel Kostev, Senior Research Advisor bei IMS Health, in einer Presseinformation.