Bild: Ypsomed

Insulinpumpen-Therapie besser für das Herz

Eine aktuelle Auswertung des schwedischen Diabetes Registers lässt darauf schließen, dass Insulinpumpen-Träger seltener an einer Herzerkrankung sterben als Diabetiker mit einer intensivierten-konventionellen Insulintherapie (ICT).

Insulinpumpen: Eine Erfolgsgeschichte

Die ersten Insulinpumpen wurden vor knapp 40 Jahren entwickelt, doch es dauerte etwa 20 Jahre, bis die Insulinpumpen-Therapie richtig durchstartete. Zu Beginn war sie eher eine Option für schwer einstellbare Patienten – inzwischen ist sie eine Therapie der Wahl. Mehr als 55.000 Diabetiker, fast alle haben Typ-1-Diabetes, tragen in Deutschland inzwischen eine Insulinpumpe. Über dieses Hilfsmittel werden sie rund um die Uhr mit Insulin versorgt – meist über einen Schlauch, an dessen Ende eine Kanüle sitzt, die in der Haut liegt. Inzwischen gibt es auch eine Insulin-Patch-Pumpe („Klebepumpe“ mylife OmniPod), die ohne Schlauch funktioniert. Sie ist oben im Bild zu sehen.

Insulinpumpe bietet optimale Insulinversorgung

Über die Insulinpumpe werden Diabetiker rund um die Uhr mit ihrem Insulin-Grundbedarf versorgt. In kurzen Abständen gibt sie kleine Mengen kurz wirkendes Insulin als Basalrate ab. Zu den Mahlzeiten ruft der Pumpenträger per Knopfdruck zusätzlich einen Bolus ab. Damit orientiert sich die Therapie am Vorbild der Bauchspeicheldrüse – besser als es eine intensivierte-konventionelle Insulintherapie (ICT) mit vier bis sechs Insulininjektionen täglich kann.

Insulinpumpen-Therapie schützt das Herz besser

Forscher der Universitätsklinik Aarhus haben nun untersucht, ob diese Insulinversorgung nach dem Vorbild der Bauchspeicheldrüse Vorteile für die Herzgesundheit hat. Die Daten* dazu lieferte das schwedische „National Diabetes Register“, in dem etwa 95 % der Typ-1-Diabetiker in Schweden registriert sind. Die Forscher verglichen die Daten von 2.441 Insulinpumpen-Trägern mit denen von 15.727 Diabetikern, die Insulin mit dem Pen spritzten (ICT), über einen Zeitraum von 6,8 Jahren bis Dezember 2012. Analysiert wurden die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse und die Gesamtsterblichkeit. Die Insulinpumpe schnitt in in beiden Bereichen deutlich besser ab. Das Risiko für eine tödliche koronare Herzerkrankung bzw. eine tödliche kardiovaskuläre Erkrankung war bei Pumpenträgern um 45 % bzw. 42 % im Vergleich zu ICT-Patienten reduziert. Die Gesamtsterblichkeit war 27 % niedriger.

* Steineck I et al. Insulin pump therapy, multiple daily injections, and cardiovascular mortality in 18 168 people with type 1 diabetes: observational study. BMJ 2015;350:h3234; doi: 10.1136/bmj.h3234