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Zimt hilft gegen Zucker
Weihnachtsgewürz senkt den Blutzucker
Gute vorweihnachtliche Nachricht für alle Typ-2-Diabetiker. Schon ein Gramm Zimt täglich senkt den Blutzucker um rund 20 Prozent. Die frohe Botschaft sollte allerdings kein Freibrief für hemmungslosen Gebäckkonsum sein ...
Als amerikanische Ernährungsforscher gängige Lebensmittel auf ihren Effekt auf den Blutzucker testeten, zeigte der beliebte "apple pie", ein mit Zimt gewürzter Apfelkuchen, unerwartet positive Wirkungen.
Daraufhin suchten sich die Forscher 30 Diabetiker, Alter zwischen 46 und 58 Jahren, die über sechs Wochen täglich Zimt schluckten. Allerdings nicht als leckeres Gebäck, sondern in Kapselform nach dem Essen, entweder ein, drei oder sechs Gramm.
Weitere 30 Diabetiker bekamen zimtfreie Kapseln zum Vergleich (Plazebo).
Der Erfolg war durchschlagend: Um 18 bis 29 Prozent senkten die verschiedenen Zimtmengen den Blutzucker, verglichen mit der Plazebogruppe. Doch nicht genug: Auch die Blutfette sanken nachhaltig, z.B. die Triglyzeride um bis zu 30 Prozent und Cholesterin um bis zu 26 Prozent.
Damit beeinflusste Zimt nicht nur den Blutzucker, sondern auch andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv.
Als zuckersenkender Wirkstoff wird eine wasserlösliche Pflanzensubstanz vermutet (Methylhydroxy-Chalcon-Polymer), das ähnlich wie Insulin wirken soll, also die Aufnahme von Zucker in die Zellen fördert. Bei einigen Probanden waren die Zuckerwerte nach der Zimt-Behandlung ganz normal.
Kommentar: Echte Zimtrinde bzw. Zimtöl dient seit jeher nicht nur als Gewürz, sondern als Arzneimittel, v. a. zur Behandlung von Magen- und Verdauungsbeschwerden, Blähungen und zur Förderung der Gewichtszunahme. Die jetzt nachgewiesene blutzuckersenkende Wirkung der Zimtrinde macht den traditionellen, appetitanregenden Effekt durchaus plausibel.
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[15.12.2003], Redaktion: Ralf Schlenger, Apotheker
Quelle: Diabetes Care 26 (2003): 3215-3218)
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