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Mit Diabetes "Ironman"?

IRONMAN - das heißt 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und anschließend 42 km laufen. Unmöglich - werden Sie sagen. "Und ob" - wird Peter Riemer antworten. Er schildert, wie er nach 30 Jahren Diabetes diese mörderische Herausforderung annahm und schließlich auch meisterte.

"Im vergangenen Jahr fragte ich mich, ob man ein solches Event nach drei Jahrzehnten Diabetes überhaupt bewältigen könne...

Training muss sein

Meine Vorbereitungen für den IRONMAN liefen relativ problemlos ab. Ich blieb von Verletzungen verschont, und das Wetter spielte auch mit. Zur Formüberprüfung lief ich im April den Hanse-Marathon mit, wo ich im Starterfeld einer Teilnehmerin mit Disetronic-Pumpe begegnete. Diabetiker werden eben immer aktiver. Im Laufe des Vorbereitungs-Jahres reduzierte ich die Basalrate bei langen Trainingseinheiten um die Hälfte. Am Anfang des Jahres trainierte ich ca. 8 Stunden pro Woche. In den letzten 10 Wochen vor dem Wettkampf steigerte ich die Einheiten auf 10 bis 14 Stunden. Ich war bestens gerüstet.

Auf geht's

Dann der Startschuss in Klagenfurt, ich nahm die erste Etappe - 3,8 Kilometer Schwimmen - in Angriff. Um kein Risiko einzugehen, bewegte ich mich locker. Ein Notfall-Beutel Kohlenhydrate steckte im Ärmel meines Neoprenanzuges. Alles lief glatt. Nach dem Schwimmen hatte ich einen beruhigenden Blutzucker (BZ) von 68. Nun nahm ich die 180 Kilometer lange Rad-Strecke in Angriff. Die Pumpe verstaute ich hinten im Radtrikot. Beim erneuten BZ-Test nach etwa 2 Stunden erschrak ich. Der Wert war so hoch, dass ich eigentlich einen Arzt hätte aufsuchen müssen.

Immer mit der Ruhe

Nun hieß es Ruhe bewahren. Beim Überprüfen der Pumpe stellte ich fest, dass ich in der Aufregung vergessen hatte, die Schutzhülle der Nadel am Katheter zu entfernen, so dass überhaupt kein Insulin in meinen Körper fließen konnte. So etwas durfte einem alten Pumpenprofi wie mir eigentlich nicht passieren, aber ein IRON-MAN hat eben seine eigenen, aufregenden Gesetze. Nach der Boluskorrektur hieß es einen Gang runterschalten und locker bleiben, damit der Wert nicht noch höher steigt - und natürlich viel Wasser trinken. Nach der zweiten Runde kam der Wert langsam wieder in den "grünen Bereich". Ich konnte wieder leichte Kohlenhydrat-Drinks aufnehmen. Am Ende der Radstrecke hatte ich einen BZ von 140. Beruhigt und noch einigermaßen fit ging ich auf die Marathonstrecke. Ich lag noch gut in der Zeit. Bis Kilometer 25 lief es bestens, aber dann traten wegen der hohen Flüssigkeitsaufnahme (10 bis 15 l) Probleme mit dem Magen auf.

Nach 13 Stunden und 33 Minuten lief ich schließlich überglücklich über die Ziellinie. Die Strapazen waren vergessen. Dieses Glücksgefühl, es geschafft zu haben, kann man sich gar nicht vorstellen.

Meine Pumpe lief super. Mein HbA1c-Wert von Januar bis Juli lag zwischen 6,6 und 7,1."

Quelle: "Zucker", Ausgabe 1/00, Kundenmagazin von LifeScan

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