Netzhaut kann trotz gutem Sehvermögen geschädigt sein
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(10.10.2026) Wer gut sieht, vermutet meist nicht, dass die Netzhaut der Augen trotzdem geschädigt sein könnte. Doch eine diabetische Retinopathie kann sich über lange Zeit entwickeln, ohne dass Beschwerden auftreten. Deshalb sind bei Diabetes regelmäßige Untersuchungen der Netzhaut wichtig, auch wenn die Sehkraft unverändert ist. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich des World Retina Day hin.
Bei einer diabetischen Retinopathie werden die kleinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Das Sehvermögen kann anfangs trotzdem völlig normal sein. Im frühen Stadium verursacht die Erkrankung häufig noch keine Beschwerden. Eine beginnende Retinopathie kann bei augenärztlichen Untersuchungen jedoch frühzeitig erkannt werden. Durch eine richtige Behandlung lässt sich das Sehvermögen schützen und ein Fortschreiten der Erkrankung bestenfalls verhindern.
Netzhautablösung ist akuter Notfall
Laut der DDG sind rund jeder vierte Mensch mit Typ-1-Diabetes und 10 bis 15 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes von einer diabetischen Retinopathie betroffen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes bestehen manchmal bereits zum Zeitpunkt der Diagnose Netzhautveränderungen. Besonders gravierend ist die Makulopathie, bei der die Makula, also die Stelle des schärfsten Sehens, betroffen ist. Das Sehvermögen ist in diesem Fall merklich eingeschränkt. Mögliche Folgen sind verschwommenes Sehen und blinde Flecken.Im schlimmsten Fall kann es zu einer Netzhautablösung kommen. Typische Symptome sind Lichtblitze und Rußregen. Ist die Makula betroffen, nehmen Betroffene die Welt wie durch einen dunklen Vorhang wahr. In diesem Fall sollte sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.
Regelmäßige Kontrollen sind ratsam
Um dies zu verhindern, sollte bei Typ-2-Diabetes die erste augenärztliche Untersuchung laut DDG grundsätzlich schon bei der Diagnose erfolgen. Bei Typ-1-Diabetes wird die erste Untersuchung fünf Jahre nach der Diagnose empfohlen. Anschließend richtet sich das Kontrollintervall nach dem individuellen Risiko. In der Regel ist eine Untersuchung alle zwei Jahre ausreichend, sofern keine Netzhautveränderungen oder andere Risikofaktoren vorliegen. Bei erhöhtem Risiko ist dagegen eine jährliche Kontrolle ratsam.Zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Entstehen und das Fortschreiten einer Retinopathie zählen neben erhöhten Blutzuckerwerten und einer langen Diabetesdauer auch hoher Blutdruck und Rauchen. Um Sehverlust und Erblindung zu vermeiden, sollten diese Risikofaktoren reduziert werden. Bei Fortschreiten der Erkrankung kann zudem eine Lasertherapie erfolgen, um ein Ablösen der Netzhaut möglichst zu verhindern. Besteht bereits eine Retinopathie, reicht eine gute Blutzuckereinstellung allein meist nicht mehr aus. Dann müssen Behandlung und Kontrollabstände an den Befund angepasst werden.
Quellen:
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
Diabetes-Anker
Apotheken-Umschau
diabinfo
eigene Recherche
Stichwörter: augen, DDG, diabetische Retinopathie, netzhaut
Kategorisiert in: 2026, Folgeerkrankungen, Leben mit Diabetes, Nachrichten
Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand







