Fettleber erhöht offenbar das Risiko für Typ-2-Diabetes
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(19.05.2026) Das Hormon Glukagon ist ein wichtiger Gegenspieler des Insulins. Indem es die Glukoseausschüttung in der Leber anregt, sogt es für einen Anstieg des Blutzuckers. Eine neue Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zeigt nun, dass ein erhöhter Glukagonspiegel schon bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes von Bedeutung sein könnte. Dabei spielt die nicht-alkoholische Fettleber, die besonders häufig bei Übergewicht auftritt, eine Schlüsselrolle.
Bei vielen Menschen mit Typ-2-Diabetes sind nicht nur die Blutzuckerwerte erhöht. Oftmals ist auch der Spiegel des Hormons Glukagon zu hoch. Das trägt zu einer gesteigerten Glukoseproduktion in der Leber bei. „Glukagon sorgt dafür, dass die Leber Glukose ins Blut abgibt“, erklären die Wissenschaftler des DDZ in einer Pressemitteilung. „Bei Menschen ohne Typ-2-Diabetes sind Insulin und Glukagon fein aufeinander abgestimmt. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann dies die Blutglukose erheblich beeinflussen.“
Glukagonspiegel bei Typ-2-Diabetes oftmals erhöht
Um mögliche Unterschiede beim Glukagonspiegel zu finden, verglichen die Forscherinnen und Forscher die Blutwerte und Stoffwechselparameter von 50 Menschen mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes und 50 Erwachsenen ohne Diabetes. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose rund 75 Prozent höhere Glukagonspiegel nach einer Mahlzeit aufweisen als Menschen ohne diese Erkrankung. Dieser Anstieg ist laut dem DDZ eng mit dem Fettgehalt der Leber verknüpft.Die Wissenschaftler des DDZ vermuten nun, dass eine Fettleber schlechter auf Glukagon reagiert, was zu einer erhöhten Glukagonausschüttung führt. Eine metabolische Fettlebererkrankung könnte also bereits bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes eine Rolle spielen. Die Früherkennung und Behandlung einer Fettleber würde demnach dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken. „Weitere Untersuchungen müssen nun klären, ob tatsächlich eine verminderte Glukagonwirkung in der Leber vorliegt – und wenn ja, ob sie gezielt therapeutisch beeinflusst werden kann“, heißt es.
Wenig Symptome, aber gravierende Langzeitfolgen
Hintergrund: In Industrieländern wie Deutschland leiden etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung an einer Fettleber. Die Hauptursachen sind übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht. Die nicht-alkoholische Fettleber ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes weit verbreitet. Ihr Risiko, eine Fettleber zu entwickeln, ist um 70 Prozent erhöht. Neben negativen Folgen für den Stoffwechsel kann die Erkrankung schlimmstenfalls zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen. Da Betroffene oftmals keine Symptome bemerken, wird eine Fettleber häufig erst spät oder zufällig erkannt.Um einer Fettleber vorzubeugen, werden eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung empfohlen. Ungünstig wirken sich insbesondere zuckerhaltige Softdrinks, süße Snacks, stark fetthaltige Produkte und Alkohol aus. Seit dem vergangenen Jahr ist zudem ein Medikament zur Behandlung von Fettleberentzündungen erhältlich. Eine Anpassung des Lebensstils bleibt allerdings das wichtigste Mittel, um die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Die gute Nachricht: Durch regelmäßige Bewegung, Gewichtsreduktion und eine gesunde Ernährung kann sich die Leber erholen und im besten Fall auch wieder vollständig entfetten.
Quellen:
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Apotheken-Umschau
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V.
Tagesschau
Diabetes Care
eigene Recherche
Stichwörter: bewegung, diabetes mellitus typ 2, ERNÄHRUNG, fettleber, forschung, glukagon, insulin, prävention
Kategorisiert in: 2026, Ernährung und Bewegung, Folgeerkrankungen, Forschung und Entwicklung, Nachrichten
Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand







