Zahnfleischentzündung (Parodontitis) ist bei Diabetikern häufig und verschlechtert die Stoffwechsellage

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eine eindeutige Wechselbeziehung von Diabetes mellitus und Zahnfleischentzündung. So haben Menschen mit Diabetes ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis zu erkranken. Umgekehrt erschwert eine bestehende Parodontitis die gute Stoffwechseleinstellung und führt über die Verschlechterung der Insulinresistenz sogar zum verfrühten Auftreten von Diabetes. Auf diese Zusammenhänge haben die Deutsche Diabetes Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie in einer gemeinsamen Presseerklärung hingewiesen.
Demnach muss neben den bekannten Gefäßschäden, Augen-, Nieren-und Nervenerkrankungen auch die Parodontitis als Folgeerkrankung eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus eingeschätzt werden. Zahnärzte sollten deshalb nach Auffassung des aktuellen Präsidenten der DDG Prof. Eberhardt Siegel in das TEAM der Spezialisten integriert werden, die sich um die ganzheitliche Behandlung von Diabetespatienten kümmern sollten.

Als Konsequenz sollten sich Menschen mit Diabetes um eine besonders sorgfältige Zahnpflege kümmern mit mindestens zweimal Zähneputzen tgl. (nach dem Frühstück und zur Nacht). Bei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung – wie Zahnfleischblutung, schlechten Mundgeruch, Zahnfleischschwund , freiliegenden Zahnhälsen – sollte unbedingt der Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser wird neben einer professionellen Zahnreinigung u.U. eine chirurgische Sanierung der Entzündungsherde oder Antibiotikumbehandlung durchführen müssen.

Parodontitis ist auch in der Allgemeinbevölkerung mit 15 – 20 % häufig. Sie resultiert aus einer chronischen Mischinfektion des Zahnfleisches mit verschiedenen Bakterien. Bei Diabetikern korreliert die sondierbare Tiefe von Zahnfleischtaschen mit dem HbA1c, nach effektiver Behandlung der Paradontitis sank bei den Betroffenen nach Auswertung in Metastudien der HbA1c-Wert ohne sonstige Therapieänderung im Schnitt um 0.4%. Dies entspricht in der Regel dem Wert, der durch ein zusätzliches Medikament erreicht werden kann, und dies nur durch Sanierung der Zahnfleischentzündung.

Quelle: Pressemitteilung DGParo und DDG 10/13