Warnung vor falschen Gesundheitsversprechen im Internet
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(14.06.2026) Fast alle Internetnutzer suchen im Netz gelegentlich auch nach Gesundheitsinformationen. Dabei stoßen sie mitunter auf Werbung für unseriöse Hilfs- oder Wundermittel. Insbesondere in den Sozialen Medien sind Fehlinformationen und dubiose Angebote weit verbreitet. Darauf weisen unter anderem das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin.
Durch moderne Technik und KI werden Fälschungen im Internet immer professioneller. Laut DDZ verfügen drei Viertel der Menschen in Deutschland nicht über ausreichende Kompetenzen, um Gesundheitsinformationen aus dem Internet kritisch einzuordnen. Die Tatsache, dass Soziale Medien immer häufiger als Informationsquelle genutzt werden, verschärft nach Auffassung der Experten das Problem, da Webseiten wie zum Beispiel Facebook, Instagram, TikTok oder auch YouTube kaum reguliert werden.
Etwa jede zehnte Werbeanzeige ist ein Betrugsversuch
Eine investigative Recherche der Nachrichtenagentur Reuters hat im vergangenen Jahr die ganze Tragweite des Problems deutlich gemacht: Demnach rechnete der Meta-Konzern, zu dem unter anderem Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, damit, dass im Jahr 2024 etwa 10 Prozent seiner Umsätze aus Anzeigen für Betrugsangebote und verbotene Waren stammen. Für Nutzerinnen und Nutzer sind diese Falschinformationen und Betrugsversuche immer schwieriger zu erkennen. Kriminelle verwenden inzwischen auch mit KI gefälschte Deepfake-Videos, in denen Prominente und Experten angeblich für das angebotene Produkt werben, wie die Verbraucherzentrale warnt.Das gilt insbesondere für Gesundheitsprodukte, deren angeblich außergewöhnliche Wirkung in den Sozialen Netzwerken angepriesen wird. Demnach besteht ein großer Markt für teure Nahrungsergänzungsmittel mit zweifelhaftem Nutzen, die von den vermeintlichen Vorbildern angeblich selbst getestet wurden. Aber auch medizinische Hilfsmittel sind davon betroffen. Die DDG nennt als Beispiel unseriöse Werbung für angeblich nicht invasive Blutzuckermessgeräte. Oft werden hierfür auch Logos von Fachgesellschaften oder Kliniken professionell gefälscht.
Es gibt einige Hinweise auf Täuschungsversuche
Das DDZ warnt zudem vor Fehlinformationen zu etablierten Medikamenten und Behandlungsmethoden. Die Experten stellen zum Beispiel immer wieder fest, dass Patientinnen und Patienten die Gefahr hoher Cholesterinwerte unterschätzen und mehr Angst vor den Nebenwirkungen der Medikamente haben als vor den Folgen eines unbehandelten erhöhten Cholesterinspiegels. Dabei überwiegen die Vorteile der Cholesterinsenker deren Risiken in der Regel deutlich. Unseriöse Videokanäle schüren bewusst Misstrauen gegen die evidenzbasierte Medizin, um ihre eigenen „Alternativen“ zu verkaufen.Auch wenn es zunehmend schwieriger wird, derartige Betrugsversuche und Täuschungen zu durchschauen, gibt es laut Pressemitteilung der DDG einige wichtige Hinweise auf unseriöse Anbieter:
- Wundermittel sind Warnzeichen: Seien Sie misstrauisch bei Produkten, die eine schnelle, einfache Heilung oder Wirkung ohne Nebenwirkungen versprechen – insbesondere bei angeblich „natürlichen“ Alternativen oder neuen Methoden wie Mikronadelpflastern.
- Vertrauen Sie nur offiziellen Quellen: Medizinische Fachgesellschaften wie die DDG oder diabetesDE empfehlen oder verkaufen keine Produkte. Prüfen Sie Logos, Expertenzitate und Webauftritte kritisch.
- Achten Sie auf Impressum und Rücksendeadresse: Seriöse Anbieter haben ein vollständiges Impressum, klare Kontaktmöglichkeiten und erlauben Rücksendungen. Fehlt das, sollten Sie vom Kauf absehen.
- Fragen Sie vor dem Kauf Ihr Behandlungsteam: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Diabetesberatung, bevor Sie Produkte aus dem Internet bestellen – vor allem bei unbekannten oder auffällig beworbenen Angeboten.
Weitere Informationen zum Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln finden Sie hier.
Quellen:
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Reuters
Verbraucherzentrale
Springer Nature
eigene Recherche
Stichwörter: betrug, diabetes, gesundheit, Internet, Nahrungsergänzung, scam, soziale medien
Kategorisiert in: 2026, Leben mit Diabetes, Nachrichten, Sonstige Themen
Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand







