Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachten

Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachtenZwanzig Mal rollen oder schwenken!

Wenn bei einem insulinpflichtigen Diabetiker die Blutzucker-Werte plötzlich aus dem Ruder laufen, sollte auch die „Spritzentechnik“ auf den Prüfstand. Denn selbst bei langjährig geübten Insulinanwendern schleichen sich Fehler ein.

Nachdem der Patient daran erinnert worden war, das Verzögerungsinsulin vor dem Spritzen durch Rollen oder Schwenken zu durchmischen, war die „Stoffwechselentgleisung“ wie weggeblasen. Es handelte sich um einen simplen Anwendungsfehler, und die sind häufiger als gedacht: 40 Prozent der 146 Patienten durchmischten in einer schottischen Studie das Insulin vor der Injektion nicht ausreichend.

Ein einziger Patient (!) hatte sich an die Empfehlung der Packungsbeilage gehalten, das suspendierte (nicht gelöste) Insulin vor dem Spritzen 20mal zwischen den Handflächen hin und her zu rollen. Die gleichmäßige Durchmischung ist bei Suspensionsinsulinen (z.B. neutrales Hagedorn (NPH) Insulin) Voraussetzung für eine exakte Dosierung und gleichbleibende Wirkung.

Immer die selben Fehler … Was wird noch gerne falsch gemacht?

  • Häufig wird die Funktionsprüfung des Pens vor der Injektion weggelassen, das Spritzen von zwei I. E Insulin in die Luft vor der Injektion. Verstopfte Nadeln fallen so nicht auf.
  • Beim Aufziehen von Insulin aus einer Ampulle muss etwas Insulin zusammen mit überschüssiger Luft herausgespritzt werden.
  • Die Nadel muss nach der Injektion noch zehn Sekunden im Gewebe bleiben.