News-Archiv: 2005

Keine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht

(2005)
Keine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht
Landesnotarkammer Bayern zeigt Rechtslage in medizinischen Grenzsituationen auf.
Eine Patientenverfügung dokumentiert den verbindlichen Willen des Patienten über den Abbruch oder die Aufrechterhaltung lebenserhaltender Maßnahmen. Diese Entscheidung muss von Ärzten und Angehörigen respektiert werden. Darauf weist die Landesnotarkammer Bayern jetzt hin.
Die Patientenverfügung kann jedoch nicht jede denkbare Krankheitssituation und schon gar nicht zukünftige Untersuchungs- und Heilungsmethoden voraussehen. „Keine Patientenverfügung ohne Vorsorgevollmacht“, rät deshalb Hans-Ulrich Sorge, Geschäftsführer der Landesnotarkammer Bayern. Denn nur mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauensperson dem Willen des Betroffenen Ausdruck und Geltung verschaffen. Sorge: „Beide Instrumente gehören zusammen.“
Angehörige, egal ob Ehepartner oder Kinder, haben in Fragen des Behandlungsabbruchs nämlich kein eigenes Mitspracherecht. „Vielen Ehepaaren ist gar nicht bewusst, wie schwach ihre Rechtsposition in so elementaren Fragen ist“, sagt Hans-Ulrich Sorge. Ohne Vorsorgevollmacht müssen sie damit rechnen, dass ein gerichtlicher Betreuer bestellt wird und dann als Fremder über Leben und Tod eines Angehörigen entscheidet.

Wegen der umfassenden rechtlichen Auswirkungen von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung rät die Notarkammer außerdem dazu, juristischen Beistand einzuholen. In Bayern wird diese Aufgabe unter anderem von über 500 Notaren übernommen. Die Kosten von notarieller Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung liegen je nach Umfang und Vermögen zwischen 15 und 400 Euro. Eine Adressliste der bayerischen Notare erhalten Interessenten bei der Landesnotarkammer Bayern (www.notare.bayern.de).
Vorsorgeverfügungen können zudem im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ZVR) registriert werden. Diese einzigartige neue Datenbank stellt sicher, dass Ärzte und Gerichte im Notfall rund um die Uhr Zugriff auf die wichtigsten Daten haben – und medizinische Entscheidungen dann im Sinne des Patienten treffen können (www.vorsorgeregister.de).

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Frische Kräuter

(2005)
Frische Kräuter:
Würzige Gesundheit aus dem Blumentopf!

Aachen, den 08.06.2005. Frische Kräuter sorgen nicht nur für den Wohlgeschmack der Speisen, sie haben auch einen hohen Anteil an antioxidativ wirksamen, also zellschützenden, Substanzen und können vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Karima Jung von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.
Kräuter haben viel zu bieten: Zahlreiche Inhaltsstoffe, wie ätherische Öle, Harze, Alkaloide, Bitter-, Gerb- und Schleimstoffe, organische Säuren, Enzyme, pflanzliche Hormone, Mineralstoffe und Vitamine wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.
Kräuter wie beispielsweise Rotklee finden sogar bei Wechseljahrsbeschwerden Einsatz und können das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Viele dieser oben genannten Verbindungen gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die eine hohe antioxidative Aktivität haben. Antioxidantien schützen die Zelle vor dem Angriff freier Radikale, indem sie die Oxidation von Substanzen wie Fette oder Proteine verzögern oder verhindern.
Für den Gehalt an Antioxidantien ist die Art der Zubereitung allerdings entscheidend. Frische und unbehandelte Kräuter enthalten mehr Antioxidantien als getrocknete oder sonstig verarbeitete Kräuter. Kräuter aus dem eigenen Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank sind daher besonders geeignet, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin Jung.
Einige sekundäre Pflanzenstoffe schützen vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, andere bekämpfen Bakterien, senken den Cholesterinspiegel und beeinflussen den Blutzuckerspiegel oder die Immunreaktionen des Körpers positiv. Außerdem verbessern die Inhaltsstoffe den Geschmack von Speisen, wirken appetitanregend und verdauungsfördernd.
Frische Kräuter haben das ganze Jahr Saison. Sie können einjährig sein (wie Anis, Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Kerbel, Koriander, Kresse, Majoran, Wermut), zweijährig (beispielsweise Fenchel, Kümmel), es können Stauden sein (wie Beifuß, Estragon, Knoblauch, Liebstöckel, Meerrettich, Melisse, Petersilie, Pfefferminze, Schnittlauch, Waldmeister), Halbsträucher und Sträucher (beispielsweise Salbei, Rosmarin und Lavendel) und sogar Bäume (wie Lorbeerbaum).

Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Kräuter eine frische, satte, grüne Farbe sowie keine gelblichen Verfärbungen haben, die Blätter kräftig sind und nicht aneinander kleben, sonst ist die Pflanze zu alt. Damit der selbstgezüchtete Kräutergarten zu Hause gelingt, sollte man einen schattigen Platz für die Kräuter aussuchen und sie im Topf wenige Tage nach dem Kauf in einen größeren Topf umpflanzen, rät die Ernährungsexpertin Karima Jung abschließend.
Verwendung und Wirkungsweise von verschiedenen Kräutern:

Name Verwendung Gesundheitliche Wirkung
Basilikum zu Kräutersoßen, Salaten, Tomaten, Kräuterbutter, Fleisch appetitanregend, verdauungsfördernd, wassertreibend, krampflösend
Bärlauch zu Quark, Suppen, Gemüsegerichten, Salaten blutreinigend, appetitanregend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, entgiftend
Dill zu Salaten, Fischgerichten, Quark, Rohkost nervenstärkend, appetitanregend, gegen Blähungen, krampflösend, bei Schlafstörungen
Oregano zu Tomaten, Fleisch, Käse, Pizza magenstärkend, appetitanregend, verdauungsfördernd, nervenstärkend, krampflösend
Petersilie zu Suppen, Soßen, Salaten, Kartoffeln harntreibend, appetitanregend, verdauungsfördernd, blutreinigend
Rosmarin zu Fleisch-, Grill-, Kartoffel- und Gemüsegerichten gegen Beschwerden im Magen-, Darm- und Gallenbereich, appetitanregend, bei niedrigem Blutdruck
Schnittlauch zu Suppen, Soßen, Salaten, Quark, Fleisch appetitanregend, verdauungsfördernd
Thymian zu Quark, Fleisch- und Gemüsegerichte, Pizza schleimlösend, antibakteriell, gegen Magen-, Darm- und Gallenleiden, krampflösend

Tipp zum Jahr des gesunden Abnehmens:
Vermeiden Sie den Jojo-Effekt nach einer Diät, indem Sie für Ihre Gewichtsreduktion einen längeren Zeitraum einplanen. Für eine gesunde, dauerhafte Gewichtsabnahme ist es völlig ausreichend, ein halbes Kilo Gewicht pro Woche zu verlieren. Eine einseitige Diät liefert nicht genügend wichtige Nährstoffe und wer danach wieder normal isst, bekommt seine Pfunde zurück, oft sogar mit Zinsen.

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Kernkompetenzen bewahren

(2005)

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Dr. med. Richard Daikeler

Kernkompetenzen bewahren

Interview mit dem 2. Vorstand des BVND

Dr. med. Richard Daikeler befürchtet, dass das Wundmanagement beim diabetischen Fußsyndrom immer mehr in den Bereich der Gefäßchirurgen und Chirurgen übergeht

Diabetes>News Zeitung: Weche Rolle spielt das diabetische Fußsyndrom in diabetologischen Schwerpunktpraxen?

Dr. med. Richard Daikeler: Das diabetische Fußsyndrom spielt in Schwerpunktpraxen eine große Rolle, da alle Diabetiker mit einer Polyneuropathie hochgradig gefährdet sind für ein diabetisches Fußsyndrom. Dieses Syndrom umfasst eine weite Palette an Störungen, die von Fußdeformitäten, Risikofußkonstellationen wie Gefühllosigkeit, Hyperkeratosen, beginnenden Druckstellen bis zur manifesten Ulzeration mit schweren tiefer gehenden Infektionen bis zu peripheren Durchblutungsstörungen im Stadium IV, die dann in ischämischen Nekrosen enden.
Die Palette ist sehr weit und es gibt verschiedene Bereiche, in denen die Schwerpunktpraxis beim diabetischen Fuß eine wichtige Rolle spielt. An erster Stelle steht das Erkennen des Risikofußes und die frühzeitige Einleitung von Präventivmaßnahmen, die verhindern, dass überhaupt ein manifestes Ulkus oder ein Überlastungsgeschwür an der Fußsohle entsteht. Auf der anderen Seite steht das frühzeitige Erkennen der peripheren arteriellen Verschlusserkrankung, damit durch Vorbeugemaßnahmen wie Gehtraining, niedrig dosiertes Aspirin und weiteres aggressives Management der vaskulären Risikofaktoren die weitere Progression der Gefäßkatastrophe am Bein vermieden werden kann.

Diabetes>News Zeitung: Wird das, was Sie gerade alles genannt haben, in diabetologischen Schwerpunktpraxen erkannt? Der BVND hat in Kooperation mit der Firma KCI für die Schwerpunktpraxen ein Fortbildungsprogramm entwickelt: „Modernes Management in der diabetologischen Fußambulanz“. Das heißt doch, Sie sehen hier einen großen Fortbildungsbedarf?

Daikeler: Ja. Ich denke, in Schwerpunktpraxen wird das Thema „Diabetischer Fuß“ noch zu wenig professionell bearbeitet. Es gibt Praxen, die dieses Thema ausgeklammert haben.

Diabetes>News Zeitung: Aus welchem Grund?

Daikeler: Weil entweder nicht die entsprechende chirurgische Ausbildung vorliegt oder weil die entsprechende Infrastruktur wie Schuhmachermeister, Podologe oder Fußpfleger nicht vor Ort vorhanden sind oder weil die entsprechende Ausstattung wie Fußzimmer mit einem entsprechenden Fußpflegestuhl, Wundverbandsstuhl, Hornhautfräsen und ähnliche Dinge nicht vorgehalten werden.

Diabetes>News Zeitung: Ist dieser Bereich finanziell nicht rentabel oder wird er ausgeklammert, weil er als Stiefkind der Diabetologie gilt?

Daikeler: Ich glaube, dass dieser Bereich eher ein Stiefkind in der Diabetologie ist. Finanziell ist der diabetische Fuß zum Teil im EBM abgebildet, zum Teil wird er mittlerweile auch durch das DMP abgebildet und je nach Bundesland in den Verträgen honorarmäßig berücksichtigt.

Diabetes>News Zeitung: Kommen wir auf das Fortbildungsprogramm zurück. Was sind die Inhalte?

Daikeler: Inhaltlich geht es um die Professionalisierung der Betreuung des diabetischen Fußsyndroms in Schwerpunktpraxen. Das heißt, wir wollen den Ärzten spezifische Kompetenzen vermitteln. Das Krankheitsbild überlappt die Fachgebiete und hat zum Teil chirurgische Inhalte. Wenn eine Wunde besteht, geht es um die Frage des Wundmanagements.
Es gibt gefäßchirurgische Komponenten, es geht um die Frage: Muss eine Revaskularisation durchgeführt werden, bevor überhaupt ein adäquates Wundmanangement greifen kann? Es geht auch um infektologische Fragen bei infizierten Füßen: Wie mache ich ein adäquates Infektionsmanagement? Wir besprechen hygienetechnische Fragen, wenn es um das Problem des multirestistenten Keimmanagements geht, zum Beispiel MRSA oder multiresistente Pseudomonaden, die zunehmend auf dem Vormarsch sind und ein großes Problem darstellen bei der Betreuung von chronischen Wunden.
Und es geht auch darum, dass wir im Bereich der modernen Wundtherapie sehr viele Entwicklungen haben. Es gibt mittlerweile eine Deutsche Gesellschaft für Wundtherapie, die sich speziell mit diesem Thema beschäftigt und die vielen neuen Methoden zur Wundtherapie, zum Beispiel differenzierte Wundauflagen oder Techniken zur Förderung der Wundheilung wie die Vakuumtherapie oder die Madentherapie zum biochirugischen Wunddebridement, bewertet. Leitlinien zum Wundmanagement sollen dort erarbeitet werden. Eine Kooperation des BVND mit der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DgfW) ist in Planung.

Als einen weiteren Fortbildungsinhalt wollen wir den Kollegen auch diagnostische Kriterien zur Beurteilung der Heilungsaussichten einer Wunde vermitteln. Diese Inhalte wurden in dieser Form nicht in der klassischen chirurgischen oder internistischen Ausbildung gelehrt. Gerade auch, weil es in diesen Bereichen viele neue Entwicklungen gibt, stehen diese Inhalte auf unserem Plan.
Ich sehe die Gefahr, dass die Therapie des diabetischen Fußsyndroms immer mehr in den Bereich der Gefäßchirurgen und Chirurgen übergeht, gerade was das Wundmanagement betrifft. Hier sollten die Kernkompetenzen der Schwerpunktpraxen bleiben, denn es besteht die Gefahr, das der diabetologische Schwerpunkt immer mehr in seine Einzelteile zergliedert wird. Es gibt zum Beispiel das Stichwort „Kardiodiabetes“.
Das bedeutet, die Kardiologen sehen Diabetes als eine kardiovaskuläre Erkrankung an, und beginnen sich um dieses Thema zu bemühen. Wenn wir Diabetologen uns nicht der Entwicklung anpassen und sehen, dass Diabetes mehr ist als Zuckertherapie, Schulung und Einstellung, und wenn wir nicht die Kompetenzen im Management der Diabetes-assozierten Probleme wie koronare Herzerkrankung, Fettstoffwechselstörung und diabetischer Fuß übernehmen, wird unser Schwerpunkt zunehmend aufgelöst.

Diabetes>News Zeitung: Gibt es beim diabetischen Fuß konkrete Leitlinien?

Daikeler: Die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundmanagement erarbeitet derzeit Leitlinien zum Wundmanagement. Und es gibt Evidenz-basierte Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Diagnostik und Therapie des diabetischen Fußsyndroms. Die Europäische Gesellschaft für Wundmanagement und der World Union of Wound Healing Societies (www.wuwhs.org) haben ebenfalls Leitlinien zum Management chronischer Wunden herausgegeben, die brauchbar sind.

Diabetes>News Zeitung: Die Vakuumtherapie gilt als ein boomendes Verfahren. Ist das nun die Therapie der Wahl?

Daikeler: Man kann beim diabetischen Fuß von keiner Therapie der Wahl reden, denn es gibt viele verschiedene Wunden. Wenn es ums Wundmanagement geht, muss zunächst geklärt werden, ob eine Knocheninfektion besteht, ob eine tiefe Weichteilinfektion vorliegt oder ob es zum Beispiel um eine avitale Wunde geht, die einfach nur schlecht heilt, bei der jedoch keine Infektion besteht.
Die Vakuumtherapie ist sicherlich eine wesentliche Bereicherung im Wundmanagement, gerade bei schlecht heilenden, avitalen Wunden. Sie hat den Vorteil, dass die Wunde konstant unter Sog gesetzt wird, über einen offenporigen Polyurethanschaum, und die Wunde über eine Folie nach außen komplett abgedeckt ist, das hat den Vorteil, das einerseits Wundsekret konstant aus der Wunde entfernt wird, und somit die Wundenzyme, die im Wundbereich die Wundheilung hemmen, permanent abgezogen werden. Durch die Abdeckung haben wir eine relative Keimsicherheit, da von außen keine neuen Keime hinzukommen können. Das Infektionsrisiko ist also geringer. Durch den mechanischen Reiz wird die Wundgranulation gefördert.
Zusätzlich wird durch den Sog im Wundgebiet die Durchblutung verbessert – ein weiterer Beitrag zur Wundheilung. Bei bestimmten Wunden, bei denen tiefer gehende Weichteilschichten betroffen sind und große Defekte vorliegen, ist diese Therapie eine gute Möglichkeit, die Wundheilung zu beschleunigen, bevor überhaupt eine schwere Wundinfektion auftritt. Also nach Resektion von Endgliedern und Fußresektionen. Auf der anderen Seite kann eine Vakuumtherapie bei oberflächlichen, avitalen Ulzera den Wundheilungsprozess überhaupt erst in Gang bringen.

Diabetes>News Zeitung: Ist die Fortbildung als Veranstaltungsreihe angedacht?

Daikeler: Ja, im ersten Zyklus bearbeiten wir das Thema gefäßchirurgisches Management. Weitere Zyklen sind geplant mit den Themen Infektmanagement und neue Wundtechnologien wie Vakuumtherapie und biochirurgisches Debridement mit Maden.

Diabetes>News Zeitung: Findet das Programm immer im Sinsheimer Raum statt? Für wie viele Teilnehmer ist es angedacht?

Daikeler: Für maximal 100 Teilnehmer. Das erste Seminar war schon zu 200 Prozent überbucht, bevor überhaupt klar war, unter welchen Eckpunkten es stattfindet. Es ist geplant, die Reihe bundesweit stattfinden zu lassen. Die Termine werden auf der Homepage des BVND und in DiabetesANews bekannt gegeben.

Diabetes>News Zeitung: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Dr. Karin Kreuel.

Informationen über die angesprochenen Fachgesellschaften finden Sie im Internet unter
Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung: www.dgfw.de
World Union of Wound Healing Societies: www.wuwhs.org
European Wound Management Association: www.ewma.org  ,

Startschuss für die Initiative:

(2005) diabetes-news-pm050607

Startschuss für die Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“

Die Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“ startet am 1. Juni 2005 eine umfangreiche Aufklärungskampagne rund um das Innere Bauchfett. Mit der Initiative möchten die Deutsche Adipositas-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. und die sanofi-aventis Gruppe in der Bevölkerung ein Bewusstsein für das „Innere Bauchfett“ als wesentliche Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schaffen. Denn Achtung: Fett ist nicht gleich Fett!

Nicht jedes Kilo zu viel kann gefährlich werden. Wie neue Studien belegen, kommt es vielmehr auf die Fettverteilung an (ACC 2005). Ein großer Bauchumfang kann ein Hinweis auf vermehrtes Inneres Bauchfett sein. Dieses Fett ist ein wesentlicher Risikofaktor, wenn es um die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes geht. Das Innere Bauchfett liegt – wie der Name schon sagt – im Bauchraum an den inneren Organen. Es hat eine andere Zusammensetzung als das Fett zum Beispiel an Gesäß, Hüften und Oberschenkeln. Das Innere Bauchfett ist sehr stoffwechselaktiv und produziert unter anderem Fettsäuren, die den gesamten Fettstoffwechsel stören. Die Folge: Das HDL-Cholesterin – ein wichtiger Schutzfaktor gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen – sinkt, LDL-Cholesterin- und Triglyzerid-Konzentrationen steigen und erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten und Bluthochdruck.

Risiko-Check leicht gemacht

Als einfaches Kriterium zur Bestimmung von übermäßigem Inneren Bauchfett gilt die Bauchumfangsmessung. Ein Bauchumfang von 88 cm bei Frauen und 102 cm bei Männern bedeutet bereits ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Zusammenhang ist bisher jedoch kaum bekannt: Betroffene und auch Ärzte unterschätzen das Risiko von vermehrtem Inneren Bauchfett noch immer.

Bauchumfang sollte Herzenssache sein!

Hier setzt die Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“ an. Die Initiativenpartner haben sich mit der Gründung der Initiative zum Ziel gesetzt, neben der Aufklärung zum Thema Inneres Bauchfett, die Bauchumfangsmessung als eine einfache und schnelle Methode zur Vorhersage von Herz-Kreislauf-Risiken bekannt zu machen. Um dies zu erreichen, führt die Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“ im Juni und September 2005 Aufklärungs- und Messaktionen in Hamburg und Berlin durch. Begleitend wird ein umfangreiches Informationsportal unter www.Bauchumfang-ist-Herzenssache.de angeboten. Auf dieser Internet-plattform können sich Betroffene und Interessierte über den Risikofaktor „Inneres Bauchfett“ informieren. Praktische Tipps rund um die Bauchumfangsmessung sowie die Gewichtsreduktion sind hier ebenso zu finden wie Adressen von Selbsthilfegruppen und Adipositaszentren. Zu den Aufklärungs- und Messaktionen informiert die Website jeweils aktuell über die Aktionstage in Hamburg und Berlin. Weitere Serviceangebote sind unter anderem ein Expertenforum, ein Online-Tagebuch sowie ein Basisinformations-Paket, das neben diversen Informationsmaterialien zu den Themen „Risiko Inneres Bauchfett“ und „Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ ein Maßband zur Bestimmung des Bauchumfangs enthält. Interessierte können das Basis-Informationspaket kostenlos über die Website oder beim Initiativenbüro bestellen.

Die Partner der Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“:

Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern und therapeutisch tätigen Experten, die sich mit dem Krankheitsbild Adipositas auseinander setzen. Seit ihrem Gründungsjahr 1985 ist es ein Anliegen der Gesellschaft, die breite Öffentlichkeit über das Gesundheitsrisiko Adipositas aufzuklären.
www.adipositas-gesellschaft.de

Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. ist als gemeinnütziger Verein auf dem Gebiet des Fettstoffwechsels und der Atherosklerose tätig. Erklärtes Ziel der seit 1988 bestehenden Gesellschaft ist die gesundheitliche Aufklärung im Hinblick auf Prävention, Diagnostik und Therapie von Fettstoff-wechselstörungen und seinen Folgeerkrankungen.
www.lipid-liga.de

Seit 2003 richtet die DGFF (Lipid-Liga) e.V. den bundesweiten „Tag des Cholesterins“ aus, mit dem auf das Herz-Kreislaufrisiko durch auffällige Cholesterinkonzentrationen aufmerksam gemacht wird. Über den diesjährigen Aktionstag, der in Kooperation mit der Initiative „Bauchumfang ist Herzenssache“ durchgeführt wird, informiert die Initiativen-Homepage www.Bauchumfang-ist-Herzenssache.de.
Die sanofi-aventis Gruppe ist das drittgrößte Pharmaunternehmen weltweit und die Nr. 1 in Europa. Basierend auf einer der erfolgreichsten pharmazeutischen Forschungen weltweit, entwickelt sanofi-aventis führende Positionen in sieben therapeutischen Kernbereichen: Herz-Kreislauf, Thrombose, Onkologie, Diabetes/Stoffwechselerkrankungen, Zentrales Nervensystem, Innere Medizin und Impfstoffe. Eines der wichtigsten Kompetenzgebiete sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hier engagiert sich das Unternehmen schon seit Jahren auch im Bereich der Prävention.

Gesünder mit schlanker Taille!

(2005) diabetes-news-diet_logo_g_ohne

Gesünder mit schlanker Taille!

GfED e.V.: Im Vergleich zum BMI ist der Taillenumfang ein besserer Indikator für ein kardiovaskuläres Risiko

Obwohl deutliches Übergewicht als ein eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt, ist es laut Prof. Jean-Pierre Després vom Quebec Heart Institut in Kanada irreführend, ausschließlich den Body Mass Index (BMI) als Messgröße zu betrachten (1).

GfED – Aachen. Das Risikoprofil ist nicht nur von der Fettmasse, sondern auch von der Fettverteilung abhängig und die lässt sich leicht anhand des Taillenumfanges berechnen, berichtet Diplom-Oecotrophologin Ann-Margret Heyenga von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen. Eine große Gefahr birgt dabei das viszerale Fett, also das unter der Bauchdecke gespeicherte Fett. Am einfachsten und kostengünstigsten lässt sich das gefährliche Bauchfett durch die Messung des Taillenumfangs ermitteln. Für eine exakte Messung muss das Maßband in der Mitte zwischen Beckenkamm und Rippenbogen angelegt werden. Bei Europäern besteht eine Bauchfettleibigkeit oder abdominelle Adipositas bei einem Taillenumfang von mehr als 88cm bei Frauen und mehr als 102cm bei Männern. Steigen diese Werte an, nehmen auch die den Herz-Kreislauf betreffenden und stoffwechselbedingte Risikofaktoren zu.

Das Bauchfettgewebe enthält im Vergleich zu übrigem Fettgewebe größere Fettzellen, die weniger insulinempfindlich sind. Diese Fettzellen setzen das Hormon Leptin frei, das den Blutdruck bei Übergewichtigen in die Höhe treibt. Darüber hinaus fördern die viszeralen Fettablagerungen Glukoseintoleranz und Hyperinsulinämie und sind daher ein Hauptrisikofaktor für die Entwicklung eines Diabetes mellitus. Zusätzlich schädigt der erhöhte Blutzucker die Gefäßwände und begünstigt dadurch die Cholesterineinlagerung. Den größten Zuwachs beim Bauchumfang haben die Altersgruppen unter 30 Jahren. In Westeuropa gehen über 60 Prozent der Herzinfarktfälle mit einer abdominellen Adipositas einher.

Der gesündeste Weg zu einer schlankeren Taille führt immer über eine veränderte Lebensführung mit Kalorieneinsparung und mehr sportlicher Betätigung. Eine Fettabsaugung führt dabei nicht zu einer Reduktion der Risikofaktoren für stoffwechselbedingte und kardiovaskuläre Risikofaktoren, da das Bauchfett durch die Liposuktion nicht angetastet wird, so Ann-Margret Heyenga abschließend.

(1) Kongress Report Aktuell Nr. 696 in MMW Fortschritte der Medizin 17/2005 und Cardiovasc 3/2005. Urban & Vogel GmbH, München, April 2005

Tipp zum Jahr des gesunden Abnehmens: Wer regelmäßig Brust-, Taillen-, Hüft- und Oberschenkelumfang misst, bemerkt per Maßband auch dann einen Fortschritt, wenn das Gewicht einmal stagnieren sollte. Diese Werte sind wichtiger als die Beschäftigung mit der Waage.

Neue klinische Studie bestätigt:

(2005)
Neue klinische Studie bestätigt:
Walnüsse schützen Menschen mit Typ 2 Diabetes

Frankfurt/Sacramento, USA (ots) – Eine Handvoll Walnüsse am Tag zu essen, kann Patienten mit Typ 2 Diabetes helfen, die empfohlenen Mengen von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (wie Omega-3-Fettsäuren) aufzunehmen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Das hat eine neue Studie der Universität von Wollongong, Australien ergeben. Die Arbeit wurde in der Juliausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift Journal of the American Dietetic Association (JADA) veröffentlicht.
Die Studienergebnisse kommentiert die amerikanische Ernährungs- und Gesundheitsberaterin Marion J. Franz vom Diabeteszentrum in Minneapolis: „Gerade für Patienten mit Typ 2 Diabetes ist es besonders wichtig, die richtigen Fette in einem ausgewogenen Verhältnis zu essen. Die Tatsache, dass die Ernährungsziele einfacher eingehalten werden können, wenn Walnüsse in die Diät mit einbezogen werden, ist eine hilfreiche und nützliche Nachricht für Diabetiker sowie Ärzte und Ernährungsfachkräfte, die sie beraten.“
Nach Angaben des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts Düsseldorf:

  • leiden mehr als 5 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus, davon haben über 90% einen Typ 2-Diabetes
  • beträgt die tatsächliche Zahl der Diabetiker in Deutschland jedoch 7 bis 8 Millionen, da man von einer Dunkelziffer von 40 – 50% unerkannter Diabetiker ausgehen muss
  • stirbt jeder 2. Diabetiker vorzeitigen Herztod
  • ist die Schlaganfallrate bei Diabetikern doppelt so hoch wie bei Nicht-Diabetikern
  • sind 40% der Dialyse-Neuzugänge und
  • sind 30% aller Neuerblindeten Diabetiker.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass mindestens 171 Millionen Menschen weltweit an Diabetes erkrankt sind. Diese Zahl, so schätzt die WHO, wird sich bis zum Jahr 2030 vermutlich auf 366 Millionen mehr als verdoppeln.
Pressemeldung der University of Wollongong:
Der Nutzen von Walnüssen erneut belegt Walnüsse in die tägliche Nahrung aufzunehmen, hat sich wieder einmal als vorteilhaft für Diabetespatienten herausgestellt. Der neue Beleg stammt aus einer Studie, die in der Juliausgabe des Journal of the American Dietetic Association (JADA) erschienen ist.
Bereits im vergangenen Jahr hat eine Studie der Universität von Wollongong deutlich gemacht, dass Diabetiker davon profitieren, wenn sie täglich eine Handvoll Walnüsse essen. Walnüsse sind reich an mehrfach-ungesättigten Fettsäuren, Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen.
Erstautorin des neuesten Forschungsberichts in JADA ist Lynda Gillen, Doktorandin am Smart Foods Centre der Universität von Wollongong, Australien. Sie schließt ihren Bericht mit dem Fazit:
Ärzte und Ernährungsberater sollten ihren Patienten empfehlen, Walnüsse in den Diätplan aufzunehmen. „Dadurch kann ein optimales Verhältnis der unterschiedlichen Fettsäuren erreicht werden, ohne negative Auswirkungen auf die Gesamtfettmenge oder die Energieaufnahme von Patienten mit Typ 2 Diabetes“, so Gillen. Der Verzehr von 30 Gramm Walnüssen am Tag in Verbindung mit 350 Gramm fettem Fisch pro Woche ermögliche es, die Empfehlungen zur Fettaufnahme in einer Diabetesdiät mit Energiebeschränkung einzuhalten.
„Auf diese Weise erreichen Personen, die Walnüsse essen, sehr viel früher vorteilhafte Fettsäureprofile als solche, die eine größere Menge fetten Fisch (500 Gramm pro Woche) konsumieren oder eine normale, fettreduzierte Diät einhalten“, betonte Gillen. Patienten in der Walnussgruppe erreichten die angestrebten Fettsäureverhältnisse der Diät eher (nach drei Monaten) als Patienten der beiden anderen Diätgruppen und sie hielten sie länger aufrecht (nach sechs Monaten).
Gillen: „Die Kombination von Walnüssen und fettem Fisch war also effektiver und länger wirksam als ein höherer Fischverzehr allein.“
Nach sechs Monaten konsumierten Personen der Walnuss-Gruppe fast die Hälfte ihrer Nahrungsfettaufnahme aus Nahrungsmitteln, die reich an mehrfachungesättigten Fettsäuren sind – ein Drittel der Gesamtfettaufnahme stammte aus Walnüssen sowie die Hälfte der aufgenommenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bei Personen, die eine normale fettreduzierte Diät einhielten, stammte der Fettgehalt der Nahrung dagegen weiterhin hauptsächlich aus Nahrungsmitteln, die reich an gesättigten Fettsäuren sind.
„Dass trotz täglichem Verzehr von Walnüssen, die viel Fett enthalten, eine ausgewogene Energiebilanz erzielt wurde, ist ein wichtiges Ergebnis im Hinblick auf die notwendige Gewichtskontrolle bei Diabetespatienten“, sagte Gillen.
Professor Linda Tapsell, die Leiterin des National Centre of Excellence in Functional Foods der Universität Wollongong, unterstrich die praktische Bedeutung von Gillens Arbeit, da sie die Auswirkungen einzelner Nahrungsmittel im Rahmen einer klinischen Studie untersucht habe.
„Es ist eine Sache über klinische Ergebnisse zu sprechen, für die praktische Arbeit ist es aber auch wichtig zu wissen, mit welchen konkreten Essgewohnheiten Patienten dies erreichen können“, sagte Tapsell. Professor Tapsell war Co-Autorin der Studie zusammen mit den Postdoktorandinnen Alice Owen und Marijka Batterham sowie dem Doktoranden Craig Patch.
Orginalartikel (zur Bedeutung der Forschungsergebnisse):
Essential Fats in Walnuts Are Good for the Heart and Diabetes

Moderne Ernährungsmärchen

(2005)

Moderne Ernährungsmärchen

Reality aus dem Ernährungsdschungel

Olivenöl ist das beste Öl, Spinat enthält viel Eisen und Fasten entschlackt sind nur einige der Unwahrheiten über Essen und Trinken, die uns täglich aufgetischt werden. Das neue Buch Moderne Ernährungsmärchen von Sven-David Müller, Professor Michael Vogt und Doreen Nothmann entzaubert über 70 berüchtigte Ernährungsmärchen. Ein Lebensmittelangebot, das uns mit seiner Vielfältigkeit erschlägt, lässt immer wieder Rätsel nach dessen Gesundheitswert aufkommen. Der Ernährungsforschung war es kaum möglich, die Antworten schnell genug zu finden. Wissenschaftlern unterliefen Flüchtigkeitsfehler, wie beim Berechnen des Eisengehalt des Spinats. Dieser Fehler führte dazu, dass Eltern ihren Kindern große Mengen des Gemüses verabreichten, ob sie es mochten oder nicht. Eine weltberühmte Comicfigur gäbe es ohne die Verschiebung einer Zehnerpotenz nicht: Popey.

Die Modernen Ernährungsmärchen klären auf, entschärfen ehemals krankmachende Aussagen, aber warnen auch vor Essfehlverhalten. Wussten Sie schon, dass Zucker nicht der Bösewicht der Ernährungsmärchenwelt ist? Zucker allein kann weder Diabetes oder Karies auslösen, noch ist er Schuld an Osteoporose und Vitaminmangel. Kaum einer würde den Autoren abnehmen: „Olivenöl ist das beste Öl der Welt“ – das soll nur ein Märchen sein? Ja, das ist es, denn andere Pflanzenöle – Raps- oder Leinöl – sind aufgrund ihrer Zusammensetzung als viel gesünder einzuschätzen. Die Autoren der Ernährungsmärchen erläutern, warum Salz nicht so gefährlich für den Bluthochdruck sein kann und warum Fasten ungesund ist. Sicher ist es einfach, in einem Märchenbuch zu schreiben, welche Aussagen in Puncto essen und trinken falsch sind und warum. Aber wie macht man es dann richtig? Im Kapitel Nichts als die Wahrheit findet der Leser reichlich Tipps und Tricks, auf dem Weg zu einer gesunden Ernährung.

Moderne Ernährungsmärchen, ISBN 3-89993-511-X, Verlag Schlütersche, 12,90 EUR

Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachten

(2005)

Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachtenZwanzig Mal rollen oder schwenken!

Wenn bei einem insulinpflichtigen Diabetiker die Blutzucker-Werte plötzlich aus dem Ruder laufen, sollte auch die „Spritzentechnik“ auf den Prüfstand. Denn selbst bei langjährig geübten Insulinanwendern schleichen sich Fehler ein.

Nachdem der Patient daran erinnert worden war, das Verzögerungsinsulin vor dem Spritzen durch Rollen oder Schwenken zu durchmischen, war die „Stoffwechselentgleisung“ wie weggeblasen. Es handelte sich um einen simplen Anwendungsfehler, und die sind häufiger als gedacht: 40 Prozent der 146 Patienten durchmischten in einer schottischen Studie das Insulin vor der Injektion nicht ausreichend.

Ein einziger Patient (!) hatte sich an die Empfehlung der Packungsbeilage gehalten, das suspendierte (nicht gelöste) Insulin vor dem Spritzen 20mal zwischen den Handflächen hin und her zu rollen. Die gleichmäßige Durchmischung ist bei Suspensionsinsulinen (z.B. neutrales Hagedorn (NPH) Insulin) Voraussetzung für eine exakte Dosierung und gleichbleibende Wirkung.

Immer die selben Fehler … Was wird noch gerne falsch gemacht?

  • Häufig wird die Funktionsprüfung des Pens vor der Injektion weggelassen, das Spritzen von zwei I. E Insulin in die Luft vor der Injektion. Verstopfte Nadeln fallen so nicht auf.
  • Beim Aufziehen von Insulin aus einer Ampulle muss etwas Insulin zusammen mit überschüssiger Luft herausgespritzt werden.
  • Die Nadel muss nach der Injektion noch zehn Sekunden im Gewebe bleiben.

Aus Disetronic wird Accu-Chek

(2005)

Aus Disetronic wird Accu-Chek
Vor mehr als einem Jahr erfolgte die Verbindung von Roche Diagnostics und Disetronic zu einem Unternehmen. Zwei Pioniere in der Diabetestherapie – Roche im Bereich Blutzucker-Messsysteme, Disetronic in der Insulinpumpen-Therapie – haben sich im Oktober 2003 zu einer Einheit zusammengeschlossen.

Viele Gemeinsamkeiten gab es seitdem zu entdecken, und die beiden Untenehmen sind mit der Zeit immer mehr zusammen gewachsen. Was lag da näher, als diese Einheit auch nach außen durch einen gemeinsamen Namen deutlich zu machen.
Seit Anfang September 2004 gehört der Bereich Infusionssysteme (ehemals Disetronic) zur Dachmarke Accu-Chek. Jetzt zeigt das erste Produkt durch einen neuen Namen, zu wem es gehört: Die Insulinpumpe Accu-Chek D-TRONplus, Nachfolger der D-TRONplus.
Zum neuen Namen kommt ein neues Design, doch in puncto Disetronic-Technologie bleibt sich die neue Insulinpumpe treu. Sie vereint alle wichtigen Funktionen für eine optimale Insulinpumpen-Therapie. Und, ganz wichtig: Accu-Chek D-TRONplus und D-TRONplus verwenden das gleiche Zubehör.
Auch die Infusionssets tragen neue Namen:

  • Accu-Chek RapidLink (ehemals Disetronic Rapid),
  • Accu-Chek Rapid-DLink (ehemals Disetronic Rapid D),
  • Accu-Chek TenderLink (ehemals Disetronic Tender).

Ab Anfang Januar 2005 kommt ein neues Infusionsset dazu:

  • Accu-Chek FlexLink,

ein Set mit Teflonkanüle, das in geradem Winkel eingeführt wird.
Wer nun fürchtet, dass mit dem Namen Disetronic auch lieb gewonnene Werte, also der umfassende Service und die persönlichen Beziehungen verloren gehen, kann beruhigt sein. Das (ehemalige) Disetronic-Insulinpumpen-Team bleibt auch unter dem Accu-Chek Dach unverändert am Ball und sorgt dafür, dass die Nähe zum Kunden erhalten bleibt.
Auch das Angebot für die Diabetesbehandlung hat sich erweitert. Ein Beispiel dafür ist das neue Schulungskonzept für die Insulinpumpen-Therapie, das auf der mehr als 25 jährigen Erfahrung von Roche Diagnostics mit Diabetes-Schulungskonzepten aufbaut. Weitere Beispiele sind das breite Angebot an Broschüren und Informationen rund um den Diabetes, das Ihnen die Accu-Chek Familie bietet – oder die Internetseite www.accu-chek.de.

Fit in den Frühling – Trinken gegen Frühjahrsmüdigkeit

(2005)

Statt mit vollem Elan in den Frühling zu starten, fühlen sich viele ausgelaugt und schlapp. Oft begleiten Müdigkeit, aber auch Konzentrationsschwäche und geringere Gedächtnisleistung die ersten längeren Tage.

Nicht nur die Umstellung auf den neuen Tag- und Nachtrhythmus macht Körper und Gehirn zu schaffen, häufig wird Frühjahrsmüdigkeit auch durch Flüssigkeitsmangel verstärkt. Wer jetzt ausreichend trinkt und sich viel an der frischen Luft bewegt, sorgt für frischen Schwung und wirkt der Mattigkeit entgegen.
Wissenschaftler bestätigen einen allgemeinen Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehirnaktivität. Nur wenn das Gehirn optimal mit Nährstoffen versorgt ist, sind schnelle Auffassungsgabe und gutes Gedächtnis gewährleistet.
Ausreichendes Trinken spielt dabei eine besonders große Rolle, denn alle Substanzen kann der Organismus nur in gelöster Form aufnehmen. Da Mineralwasser neben der lebensnotwendigen Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, sollte es immer griffbereit stehen – egal ob in der Schule, im Büro oder im Hörsaal.

„Wer täglich 1,5 bis 2 Liter trinkt, unterstützt den Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit“, erklärt Antje Gahl, Expertin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ausreichender Schlaf und eine ausgewogene Ernährung helfen dem Körper im Frühjahr zusätzlich auf die Sprünge. „Leichte Kost wie Obst, Gemüse oder Salate unterstützen den Organismus ohne ihn zu belasten“, rät Gahl.
Keine Chance für die Frühjahrsmüdigkeit – so wird richtiges Trinken zur Gewohnheit:

  • Schon vor dem Frühstück ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure zum Wachwerden und Erfrischen trinken.
  • Auf der Arbeit so viel auf dem Schreibtisch bereitstellen, wie im Laufe des Tages getrunken werden soll.
  • Kaffeepausen auch für einen Schluck Wasser nutzen – einfach zu jeder Tasse Kaffee oder Tee ein Glas trinken.
  • Beim Mittagessen in Kantine, Mensa oder Restaurant immer ein Glas mitbestellen.
  • In der Konferenz und in Seminaren sollte Mineralwasser nicht fehlen – so bleibt der Kopf klar für neue Ideen.
  • Wer Sport treibt, muss den Flüssigkeitsverlust rasch ausgleichen. Eine Flasche Mineralwasser oder Saftschorle in der Sporttasche sollte zur festen Gewohnheit werden.