News-Archiv: 2005

Moderne Ernährungsmärchen

(2005)

Moderne Ernährungsmärchen

Reality aus dem Ernährungsdschungel

Olivenöl ist das beste Öl, Spinat enthält viel Eisen und Fasten entschlackt sind nur einige der Unwahrheiten über Essen und Trinken, die uns täglich aufgetischt werden. Das neue Buch Moderne Ernährungsmärchen von Sven-David Müller, Professor Michael Vogt und Doreen Nothmann entzaubert über 70 berüchtigte Ernährungsmärchen. Ein Lebensmittelangebot, das uns mit seiner Vielfältigkeit erschlägt, lässt immer wieder Rätsel nach dessen Gesundheitswert aufkommen. Der Ernährungsforschung war es kaum möglich, die Antworten schnell genug zu finden. Wissenschaftlern unterliefen Flüchtigkeitsfehler, wie beim Berechnen des Eisengehalt des Spinats. Dieser Fehler führte dazu, dass Eltern ihren Kindern große Mengen des Gemüses verabreichten, ob sie es mochten oder nicht. Eine weltberühmte Comicfigur gäbe es ohne die Verschiebung einer Zehnerpotenz nicht: Popey.

Die Modernen Ernährungsmärchen klären auf, entschärfen ehemals krankmachende Aussagen, aber warnen auch vor Essfehlverhalten. Wussten Sie schon, dass Zucker nicht der Bösewicht der Ernährungsmärchenwelt ist? Zucker allein kann weder Diabetes oder Karies auslösen, noch ist er Schuld an Osteoporose und Vitaminmangel. Kaum einer würde den Autoren abnehmen: „Olivenöl ist das beste Öl der Welt“ – das soll nur ein Märchen sein? Ja, das ist es, denn andere Pflanzenöle – Raps- oder Leinöl – sind aufgrund ihrer Zusammensetzung als viel gesünder einzuschätzen. Die Autoren der Ernährungsmärchen erläutern, warum Salz nicht so gefährlich für den Bluthochdruck sein kann und warum Fasten ungesund ist. Sicher ist es einfach, in einem Märchenbuch zu schreiben, welche Aussagen in Puncto essen und trinken falsch sind und warum. Aber wie macht man es dann richtig? Im Kapitel Nichts als die Wahrheit findet der Leser reichlich Tipps und Tricks, auf dem Weg zu einer gesunden Ernährung.

Moderne Ernährungsmärchen, ISBN 3-89993-511-X, Verlag Schlütersche, 12,90 EUR

Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachten

(2005)

Spritze, Pen & Co – Die richtige Anwendung beachtenZwanzig Mal rollen oder schwenken!

Wenn bei einem insulinpflichtigen Diabetiker die Blutzucker-Werte plötzlich aus dem Ruder laufen, sollte auch die „Spritzentechnik“ auf den Prüfstand. Denn selbst bei langjährig geübten Insulinanwendern schleichen sich Fehler ein.

Nachdem der Patient daran erinnert worden war, das Verzögerungsinsulin vor dem Spritzen durch Rollen oder Schwenken zu durchmischen, war die „Stoffwechselentgleisung“ wie weggeblasen. Es handelte sich um einen simplen Anwendungsfehler, und die sind häufiger als gedacht: 40 Prozent der 146 Patienten durchmischten in einer schottischen Studie das Insulin vor der Injektion nicht ausreichend.

Ein einziger Patient (!) hatte sich an die Empfehlung der Packungsbeilage gehalten, das suspendierte (nicht gelöste) Insulin vor dem Spritzen 20mal zwischen den Handflächen hin und her zu rollen. Die gleichmäßige Durchmischung ist bei Suspensionsinsulinen (z.B. neutrales Hagedorn (NPH) Insulin) Voraussetzung für eine exakte Dosierung und gleichbleibende Wirkung.

Immer die selben Fehler … Was wird noch gerne falsch gemacht?

  • Häufig wird die Funktionsprüfung des Pens vor der Injektion weggelassen, das Spritzen von zwei I. E Insulin in die Luft vor der Injektion. Verstopfte Nadeln fallen so nicht auf.
  • Beim Aufziehen von Insulin aus einer Ampulle muss etwas Insulin zusammen mit überschüssiger Luft herausgespritzt werden.
  • Die Nadel muss nach der Injektion noch zehn Sekunden im Gewebe bleiben.

Aus Disetronic wird Accu-Chek

(2005)

Aus Disetronic wird Accu-Chek
Vor mehr als einem Jahr erfolgte die Verbindung von Roche Diagnostics und Disetronic zu einem Unternehmen. Zwei Pioniere in der Diabetestherapie – Roche im Bereich Blutzucker-Messsysteme, Disetronic in der Insulinpumpen-Therapie – haben sich im Oktober 2003 zu einer Einheit zusammengeschlossen.

Viele Gemeinsamkeiten gab es seitdem zu entdecken, und die beiden Untenehmen sind mit der Zeit immer mehr zusammen gewachsen. Was lag da näher, als diese Einheit auch nach außen durch einen gemeinsamen Namen deutlich zu machen.
Seit Anfang September 2004 gehört der Bereich Infusionssysteme (ehemals Disetronic) zur Dachmarke Accu-Chek. Jetzt zeigt das erste Produkt durch einen neuen Namen, zu wem es gehört: Die Insulinpumpe Accu-Chek D-TRONplus, Nachfolger der D-TRONplus.
Zum neuen Namen kommt ein neues Design, doch in puncto Disetronic-Technologie bleibt sich die neue Insulinpumpe treu. Sie vereint alle wichtigen Funktionen für eine optimale Insulinpumpen-Therapie. Und, ganz wichtig: Accu-Chek D-TRONplus und D-TRONplus verwenden das gleiche Zubehör.
Auch die Infusionssets tragen neue Namen:

  • Accu-Chek RapidLink (ehemals Disetronic Rapid),
  • Accu-Chek Rapid-DLink (ehemals Disetronic Rapid D),
  • Accu-Chek TenderLink (ehemals Disetronic Tender).

Ab Anfang Januar 2005 kommt ein neues Infusionsset dazu:

  • Accu-Chek FlexLink,

ein Set mit Teflonkanüle, das in geradem Winkel eingeführt wird.
Wer nun fürchtet, dass mit dem Namen Disetronic auch lieb gewonnene Werte, also der umfassende Service und die persönlichen Beziehungen verloren gehen, kann beruhigt sein. Das (ehemalige) Disetronic-Insulinpumpen-Team bleibt auch unter dem Accu-Chek Dach unverändert am Ball und sorgt dafür, dass die Nähe zum Kunden erhalten bleibt.
Auch das Angebot für die Diabetesbehandlung hat sich erweitert. Ein Beispiel dafür ist das neue Schulungskonzept für die Insulinpumpen-Therapie, das auf der mehr als 25 jährigen Erfahrung von Roche Diagnostics mit Diabetes-Schulungskonzepten aufbaut. Weitere Beispiele sind das breite Angebot an Broschüren und Informationen rund um den Diabetes, das Ihnen die Accu-Chek Familie bietet – oder die Internetseite www.accu-chek.de.

Fit in den Frühling – Trinken gegen Frühjahrsmüdigkeit

(2005)

Statt mit vollem Elan in den Frühling zu starten, fühlen sich viele ausgelaugt und schlapp. Oft begleiten Müdigkeit, aber auch Konzentrationsschwäche und geringere Gedächtnisleistung die ersten längeren Tage.

Nicht nur die Umstellung auf den neuen Tag- und Nachtrhythmus macht Körper und Gehirn zu schaffen, häufig wird Frühjahrsmüdigkeit auch durch Flüssigkeitsmangel verstärkt. Wer jetzt ausreichend trinkt und sich viel an der frischen Luft bewegt, sorgt für frischen Schwung und wirkt der Mattigkeit entgegen.
Wissenschaftler bestätigen einen allgemeinen Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehirnaktivität. Nur wenn das Gehirn optimal mit Nährstoffen versorgt ist, sind schnelle Auffassungsgabe und gutes Gedächtnis gewährleistet.
Ausreichendes Trinken spielt dabei eine besonders große Rolle, denn alle Substanzen kann der Organismus nur in gelöster Form aufnehmen. Da Mineralwasser neben der lebensnotwendigen Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, sollte es immer griffbereit stehen – egal ob in der Schule, im Büro oder im Hörsaal.

„Wer täglich 1,5 bis 2 Liter trinkt, unterstützt den Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit“, erklärt Antje Gahl, Expertin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ausreichender Schlaf und eine ausgewogene Ernährung helfen dem Körper im Frühjahr zusätzlich auf die Sprünge. „Leichte Kost wie Obst, Gemüse oder Salate unterstützen den Organismus ohne ihn zu belasten“, rät Gahl.
Keine Chance für die Frühjahrsmüdigkeit – so wird richtiges Trinken zur Gewohnheit:

  • Schon vor dem Frühstück ein Glas Mineralwasser mit Kohlensäure zum Wachwerden und Erfrischen trinken.
  • Auf der Arbeit so viel auf dem Schreibtisch bereitstellen, wie im Laufe des Tages getrunken werden soll.
  • Kaffeepausen auch für einen Schluck Wasser nutzen – einfach zu jeder Tasse Kaffee oder Tee ein Glas trinken.
  • Beim Mittagessen in Kantine, Mensa oder Restaurant immer ein Glas mitbestellen.
  • In der Konferenz und in Seminaren sollte Mineralwasser nicht fehlen – so bleibt der Kopf klar für neue Ideen.
  • Wer Sport treibt, muss den Flüssigkeitsverlust rasch ausgleichen. Eine Flasche Mineralwasser oder Saftschorle in der Sporttasche sollte zur festen Gewohnheit werden.

Neu ab Juni 2005:

(2005) diabetes-news-blutzucker-messgeraet-BD-logic

Neu ab Juni 2005: Das Blutzucker-Messgerät BD Logic®

Perfektion der Blutzucker-Messung: Innovative Kombination von sehr geringer Blutmenge und extrem kurzer Messzeit

Berlin, 4. Mai 2005. Ab Juni 2005 wird das neue Blutzucker-Messgerät BD Logic® von der Becton Dickinson GmbH (BD), Heidelberg, in Deutschland erhältlich sein. Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der diesjährigen 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) wurde das BD Logic® erstmals der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt. Das BD Logic® bietet für Diabetiker entscheidende Vorteile in der Blutzucker-Messung: es ist das erste und einzige Blutzucker-Messgerät mit der innovativen Kombination von sehr geringer Blutmenge (0,3 µ) und kurzer Messzeit (5 Sekunden) und kommt zu optimalen Ergebnissen

Blutzucker-Selbstkontrolle: Basis der Diabetestherapie

Die Selbstkontrolle der Blutzuckerwerte ist ein wichtiger Grundstein in der Diabetestherapie. Nur Diabetiker, die Ihre Stoffwechselwerte regelmäßig kontrollieren, können die gefürchteten Spätkomplikationen der Krankheit wie Erblindung, Amputationen, Herzinfarkt oder Schlaganfall verzögern oder sogar verhindern. „Als Experte im Diabetesbereich stehen wir in der Verantwortung, mit innovativen Produktentwicklungen, die Diabetestherapie immer weiter zu optimieren“, erklärte Matthias Borst, Managing Director bei BD, Heidelberg. „Bei Produktentwicklungen orientieren wir uns seit jeher eng an den Bedürfnissen der Diabetes-Patienten. So auch beim BD Logic®: Neben seiner einfachen Handhabung, machen die sehr geringe Blutmenge von 0,3 µl für eine Messung und das schnelle und überzeugende Ergebnis bereits nach 5 Sekunden das Blutzuckermessen mit dem BD Logic® besonders komfortabel. Wir sind sehr stolz darauf, ein weiteres Produkt für Menschen mit Diabetes anbieten zu können, das ihren Alltag im Umgang mit der Krankheit angenehmer gestaltet“, so Borst. „Dazu trägt auch die BD Micro Fine +33 G Lanzette bei, die feinste, die es zurzeit auf dem Markt gibt. Sie ist der Garant für eine nahezu schmerzfreie Blutentnahme.“

Geringe Blutmenge, schnelle Messung

Dies bestätigt auch Ökotrophologin Dr. Astrid Tombek, Bereichsleiterin der Abteilung Diabetes- und Ernährungsberatung an der Diabetes-Klinik Bad Mergentheim: „Durch die geringe Blutmenge reicht es aus mit der BD Stechhilfe und den 33 G Lanzetten von BD auf Stufe 1 an den Fingerkuppen zu stechen. Durch die geringe Stechtiefe ist die Messung schmerzarm. Durch die kleine Blutmenge sind auch alternative Messstellen an der Handfläche oder am Unterarm gut praktizierbar. Dies hilft dem Patienten, die Messung schnell und schmerzarm in den Alltag einzubauen.“

Genaue und zuverlässige Messergebnisse

Eine Vergleichsuntersuchung des BD Logic® mit den Werten von 109 Typ 1- und Typ 2-Diabetikern gegen das übliche Standardlaborverfahren zeigt, dass das BD Logic® Blutzucker-Messgerät sowohl bei Anwendung durch Patienten als auch in der Hand medizinischer Fachkräfte, sehr genaue und zuverlässige Messergebnisse liefert. Dies bestätigen auch erste Ergebnisse einer laufenden Studie mit 70 Patienten, die das BD Logic® mit einer Glukoseoxidase-Standardmethode und zwei Konkurrenzgeräten vergleicht, erklärte Professor Dr. Andreas Pfützner, Geschäftsführer des Instituts für klinische Forschung und Entwicklung in Mainz.

Das BD Logic® Patienten-Set: Optimale Ausstattung für unterwegs und zu Hause

Das praktische BD Logic® Set liefert alles, was Diabetiker für eine schnelle und sichere Blutzucker-Messung benötigen. Das Etui enthält das BD Logic® Blutzucker-Messgerät inkl. Gebrauchs- und Kurzanweisung, die BDTM Kontrolllösungen, die BD OptimusTM Stechhilfe mit sechs einstellbaren Stechtiefen sowie die feinsten verfügbaren Lanzetten, die BD Micro-FineTM + 33G Lanzetten. Der Einsatz dieser feinen Lanzetten wird dadurch ermöglicht, dass nur eine sehr geringe Blutmenge benötigt wird. Die Blutzucker-Messung ist damit weitgehend schmerzfrei und das lästige Nachbluten wird minimiert. Darüber hinaus verfügt das BD Logic® Blutzucker-Messgerät über intelligente Speicherfunktionen, die das tägliche Daten-Management vereinfachen: Bis zu 250 Testergebnisse und 250 Insulin-Einträge können gespeichert sowie Durchschnittswerte von einem Tag, einer Woche oder 14 Tagen ermittelt werden. In dem mitgelieferten Diabetes-Tagebuch können diese Ergebnisse zusätzlich dokumentiert und außerdem Zeitangaben und den Blutzucker beeinflussende Faktoren (z.B. sportliche Betätigung, Broteinheiten von Mahlzeiten etc.) festgehalten werden. So wird eine genaue Auswertung der Messergebnisse ermöglicht.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.bddiabetes.de

Zwei ungleiche Brüder

(2005)

Zwei ungleiche Brüder „Kardiodiabetes“

Prof. Dr. med. Thomas Haak aus Bad Mergentheim, Vorsitzender des Bundesverbands der Diabetologen in Klinken (BVDK) und Vizepräsident der DDG, sieht in der Schnittstellenproblematik von Kardiologie und Diabetologie eine originäre Aufgabe für die Berufsverbände der Kardiologen, der Diabetologen und der Hausärzte.
Die innere Medizin hat in den vergangenen Jahren eine weitere Aufsplitterung in ihre Schwerpunkte erlebt, und die neue Weiterbildungsordnung trägt diesem Trend weiter Rechnung. Um so erstaunlicher ist es, dass es sich derzeit abzeichnet, dass zwei Schwerpunkte sich annähern – Kardiodiabetologie. Dies mag sicherlich darin begründet sein, dass der Diabetes mellitus kardiovaskuläre Folgeschäden nach sich ziehen kann und kardiovaskuläre Erkrankungen eine Entität mit dem metabolischen Syndrom darstellen.
Wenn immer zwei Fachdisziplinen zusammengehen, sei dies durch den Zusammenschluss von einzelnen Fachbereichen in einer Klinik, so geht dies nicht ohne anfängliche Holperigkeiten. Zunächst gilt immer die Frage zu klären: Wer schluckt wen? Diese Sorge tragen natürlich auch die Diabetologen in sich.
Schließlich treffen sich in der Kardiodiabetologie zwei ungleiche Brüder. Während die Kardiologen eine starke Stellung in der Inneren Medizin haben und natürlich auch als Schwerpunkt anerkannt sind, sind die Diabetologen zwar eine zahlenmäßig große Gruppe, aber immer noch nicht als eigenständiger Schwerpunkt in der Inneren Medizin vollständig anerkannt.
So liegt zunächst der Gedanke nahe, dass die Kardiologen die Diabetologie vereinnahmen könnten. Verstärkt werden solche Befürchtungen durch die Aussagen mancher kardiologischer Meinungsbildner, die sinngemäß postulieren: „Das bisschen Diabetes machen wir schon mit.“ Andererseits versuchen die Diabetologen die Kardiologen auf reine Gefäßspezialisten zu reduzieren („Koronarklempner“). Beides ist sicher falsch. Kardiologie ist weit mehr als nur das Eröffnen verschlossener Koronararterien, sondern beinhaltet viele weitere Aufgaben, angefangen von der Behandlung der Herzinsuffizienz, an der viele Diabetiker leiden, über die Rhythmologie und letztendlich die vaskuläre Medizin an sich.
„Es geht nicht darum, sich gegenseitig Patienten abzujagen.“
Entsprechend ist auch die Diabetologie weit mehr als nur das „Schönmachen von Zucker“. Sie beinhaltet die Behandlung eines komplexen metabolischen Geschehens, genauso wie die Behandlung von Akzeptanzstörungen, Hypoglykämie-Wahrnehmungsproblemen und vielem mehr.
Auch gehören die Behandlung von Begleiterkrankungen des Diabetes zum Repertoire eines jeden Diabetologen. Hierzu zählt beispielsweise die Lipidoptimierung und natürlich auch die Blutdruckeinstellung. Und gerade da ergeben sich Überschneidungen zwischen den beiden Fachgebieten.

Bei einer Volkskrankheit wie dem Diabetes mellitus mit mehr als sieben Millionen betroffener Menschen geht es eigentlich nicht darum, sich gegenseitig Patienten abzujagen, vielmehr wäre die Aufgabe zu klären, wer was macht. Jeder Diabetologe hat in seiner Sprechstunde zahlreiche Patienten, die kardiovaskuläre Problematiken haben, die in die Hände des Kardiologen gehören. Ebenso finden sehr viele Kardiologen in ihren Sprechstunden unzureichend eingestellte Diabetiker. Was liegt da näher, als die Patienten entsprechend zu überweisen. Doch das scheint anscheinend schwierig zu sein.
Während Diabetologen relativ wenig Probleme damit haben, Patienten mit kardiologischen Problemen entsprechend weiterzuüberweisen, scheint es für viele Kardiologen das Problem zu geben, dass sie sich nicht trauen, unzureichend eingestellte Diabetiker zum Diabetologen zu schicken, da sie befürchten, dass die Hausärzte dadurch verärgert und weitere Patienten nicht mehr zugewiesen werden. Und hier setzt eigentlich die Aufgabe der Berufspolitik ein.
Die meisten Probleme der Menschheit lassen sich im Allgemeinen lösen, wenn man miteinander redet, und das ist originäre Aufgabe der Berufsverbände der Kardiologen, Diabetologen und der Hausärzte. Gemeinsame Fortbildungen und Gespräche der Vertreter der Berufsverbände sollten helfen, die Schnittstellen sachgerecht zu definieren und die Mitglieder der Berufsverbände entsprechend zu informieren. Der erste Schritt hierzu ist bereits getan, nachdem sich unlängst die Spitzenvertreter der Kardiologen und Diabetologen zu zwei Gesprächen in Berlin und Frankfurt zusammengefunden hatten.
Diabetologische Fachbereiche in jedem Krankenhaus
Nach einigen kontroversen Diskussionen am Anfang war man sich relativ schnell einig, dass eine gemeinsame Zusammenarbeit sowohl der Patientenversorgung als aber auch der täglichen Arbeit von Diabetologen und Kardiologen zugute kommen wird. Entsprechend kam man überein, sich gegenseitig zu informieren und gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen zu organisieren. Diese Vereinbarungen müssen jedoch noch mit Leben gefüllt werden.
Durch die neuen Entgeltsysteme und die allgemeine Gesundheitspolitik mit dem Ziel, stationäre Behandlung aus Kostengründen einzuschränken, hat ein breites Kliniksterben eingesetzt. Und der Bettenabbau geht weiter. Entsprechend sind viele Kliniken dabei, sich zu reorganisieren und schlank zu schrumpfen. Dies führt natürlich dazu, dass Fachbereiche zusammengeschlossen werden. An den Universitäten hat dies bereits starke Nachteile für die Endokrinologie und Diabetologie gebracht.
Viele der aus Altersgründen ausscheidenden eigenständigen Professuren wurden nicht wieder besetzt. In anderen Häusern wurden Endokrinologien und Diabetologien beispielsweise mit der Kardiologie oder Nephrologie beziehungsweise der Gastroenterologie zusammengelegt. Dies ist sicherlich nachteilig für die Ausbildung der nachfolgenden Diabetologengeneration, aber es ist auch nachteilig für die Patientenversorgung, denn jeder vierte Patient in einem Krankenhaus hat ein metabolisches Problem oder einen manifesten Diabetes mellitus.
Daher fordert die Berufspolitik und natürlich auch die Gesundheitspolitik, dass diabetologische Kompetenz in Kliniken vorzuhalten ist. Unter Würdigung der Gesamtsituation und der Tatsache, dass der Diabetes eine Volkskrankheit ist, sollte in jeder Klinik ein diabetologischer Schwerpunkt sichergestellt sein. Dieser sollte eine eigene Führung haben und ein entsprechend nachgeordnetes Diabetesteam. Die Aufgaben eines solchen Fachbereiches sind die Sicherstellung einer bestmöglichen Versorgung und die metabolische Überwachung von Patienten, die mit Diabetes, aber nicht unbedingt wegen eines Diabetes in die Klinik aufgenommen werden.
Noch immer kommt es vor, dass Patienten zu operativen Eingriffen in eine Klinik aufgenommen werden und dabei der Diabetes mit zum Teil fatalen Folgen entgleist. Aber nicht nur das Wohl der Patienten steht hier im Vordergrund, es rechnet sich auch für die Kliniken. Durch eine optimale diabetologische Betreuung und richtige Codierung der Patienten lassen sich, wie Untersuchungen bereits gezeigt haben, deutliche Erlössteigerungen erzielen, die wiederum den Aufwand einer Klinik-Diabetologie wettmachen. Solche Konzepte sind neu und bislang nur an wenigen Stellen eingeführt. Es ist Aufgabe der Berufspolitik, diesen Prozess zu unterstützen und zu fördern. In enger Abstimmung mit der Deutschen Diabetes-Gesellschaft als Fachgesellschaft sind die Chancen für eine Festigung der Diabetologie in der klinischen Versorgung gut.

Süßstoffe: Süß und trotzdem abnehmen

(2005)

Süßstoffe: Süß und trotzdem abnehmen

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Viele Menschen verzichten nur ungern auf „süße Leckereien“, obwohl diese kalorienreich sind und der schlanken Linie nicht unbedingt zu gute kommen.

Hier bieten Süßstoffe eine hervorragende und kalorienfreie Alternative für das süße Geschmackserlebnis, berichtet Diplom-Oecotrophologin Ann-Margret Heyenga von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.
Süßstoffe sind in haushaltsüblichen Mengen grundsätzlich ungefährlich. Sie gehören zu den Lebensmittelzusatzstoffen und müssen daher vor ihrer Verwendung auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit geprüft werden. Durch ihre hohe Süßkraft bei gleichzeitiger Kalorienfreiheit bieten Süßstoffe einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Haushaltszucker. Darüber hinaus haben Süßstoffe nachweislich keinen Einfluss auf den Appetit, verändern nach ihrem Verzehr weder Insulin- und Blutzuckerspiegel und können von Mundbakterien nicht zu zahnschädigenden Säuren vergoren werden.
Im Handel werden Süßstoffe in Form von Tabletten, Flüssigsüße und Streusüße angeboten, wobei eine Süßstofftablette einem Teelöffel Zucker und ein Teelöffel Flüssigsüße vier gehäuften Esslöffeln Zucker entspricht. Wer zum Beispiel 100 Gramm Zucker durch Süßstoff ersetzt, spart schon 400 Kilokalorien ein.
Auch die sogenannten Light-Getränke ermöglichen den süßen Genuss, ohne dass der Abnehmwillige zusätzliche Kalorien aufnimmt, denn der Hauptverursacher von Übergewicht ist die überhöhte Energiezufuhr, die oft auf zuckerhaltige Softdrinks zurückzuführen ist.
Somit können Süßstoffe beim Abnehmen durch Kalorieneinsparung und dem Einsatz als Geschmacksmittel helfen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass für eine dauerhafte Gewichtsreduktion eine Lebensumstellung erforderlich ist, betont Ann-Margret Heyenga.
Zur Anwendung eignen sich Süßstofftabletten für alle heißen Flüssigkeiten, Flüssigsüße für kalte Getränke, kalte Milchspeisen, Müsli, Obstsalat, Marmeladen, Dressings oder Marinaden. Streusüßen eignen sich sehr gut zum Bestreuen von Waffeln oder Desserts, aber auch zum kaloriensparenden Backen, so Ann-Margret Heyenga abschließend.
Tabelle: Süßstoffe und ihre Eigenschaften

Süßstoff Süßkraft Besonderheit Verwendung
Acesulfam ca. 200 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Wird ausschließlich als Kaliumsalz verwendet (Acesulfam-K). Kalorienreduzierte oder ohne Zuckerzusatz hergestellte aromatisierte Getränke auf Milch- oder Wasserbasis, Speiseeis oder Obstkonserven.
Aspartam ca. 200 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Besteht aus den Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin. Auch bei höheren Konzentrationen im Lebensmittel geschmacksstabil; hitzeinstabil. Achtung: Lebensmittel mit Aspartam müssen den Hinweis „mit Phenylalanin“ oder „enthält eine Phenylalaninquelle“ enthalten! Häufig mit Cyclamat kombiniert. Tägliche Zufuhr sollte 40 mg/kg KG nicht überschreiten.
Aspartam-Acesulfamsalz ca. 350 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Wird durch Erhitzen von Aspartam und Acesulfam-K im Verhältnis von etwa 2:1 in saurer Lösung gewonnen und danach auskristallisiert. Instantprodukte wie Desserts, Getränkepulver und Tafelsüße, nichtalkoholische Getränke auf Wasser-, Milch- oder Fruchtsaftbasis.
Cyclamat 40 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Lange lagerfähig und hitzestabil. Eignet sich daher gut zum Kochen und Backen. Häufig mit Saccharin kombiniert. Kalorienreduzierte Getränke, Desserts auf Basis von Eiern, Gebäck und Süßigkeiten ohne Zuckerzusatz.
Neohesperidin DC ca. 600 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Wird aus Flavonoiden von Bitterorangen hergestellt. Hat einen mentholhaltigen Beigeschmack und wird daher häufig mit Aromen oder anderen Süßstoffen kombiniert. Kalorienreduzierte Getränke auf Wasserbasis, Snacks und Knabbererzeugnisse.
Saccharin ca. 400 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Der erste industriell hergestellte Süßstoff. Hitze- und gefrierbeständig und bewahrt selbst in wässrigen und säurehaltigen Produkten lange seine Süßkraft. Wird hauptsächlich Lightprodukten und Diabetikerlebensmitteln zugesetzt.
Sucralose ca. 500 bis 600 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Wird aus Saccharose durch Chlorierung hergestellt. Lässt sich gut mit Zucker mischen und kann daher auch für Produkte mit verringertem Zuckergehalt verwendet werden. Nicht-alkoholische Getränke auf Wasser-, Milch- und Fruchtsaftbasis, Dessertspeisen und verschiedene Süßwaren wie Kaugummis ohne Zuckerzusatz
Thaumatin 2500 Mal so hohe Süßkraft wie Haushaltszucker Natürlicher Süßstoff, der aus der westafrikanischen Staude Thaumatococcus danielli gewonnen wird. Wird oft mit anderen Süßstoffen kombiniert und liefert 4 kcal/g; hitzestabil. Wegen der starken Süßkraft nur in sehr kleinen Mengen verwendbar.

Tipp zum Jahr des gesunden Abnehmens:

Light-Produkte sind bei der Gewichtsreduktion ideal. Sie enthalten mindestens 30 Prozent weniger Kalorien als vergleichbare Erzeugnisse und sind lebensmittelrechtlich abgesichert. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass Sie die eingesparte Energiemenge nicht wieder durch eine doppelte Verzehrsmenge ausgleichen bzw. aufnehmen.

Weltweite Richtlinie für Management des Typ-2-Diabetes

(2005)

Weltweite Richtlinie für Management des Typ-2-Diabetes

Internationale Diabetes-Föderation präsentiert erste weltweite Richtlinie für Management des Typ-2-Diabetes

Athen, Griechenland (ots/PRNewswire) – Weltweite Richtlinie setzt neue Maßstäbe für Diabetes-Behandlung zur Verringerung lebensbedrohlicher Komplikationen.
Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) präsentierte heute im Rahmen des Kongresses der European Association for the Study of Diabetes (EASD) die erste evidenzbasierte weltweite Richtlinie für Typ-2-Diabetes.
Die Richtlinie fordert eine weltweit aggressivere Vorgehensweise beim Management des Typ-2-Diabetes und setzt neue Maßstäbe bei der Diabetes-Behandlung zur Verringerung der lebensbedrohlichen Komplikationen.
Die Richtlinie wurde von führenden Diabetes-Experten aller IDF-Regionen, darunter Vertreter von Ländern mit sehr unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklung, erstellt.
Der Typ-2-Diabetes nimmt weltweit epidemische Ausmaße an. Allein Europa zählt mehr als 25 Mio. Diabetes-Patienten. (1)
In den meisten Ländern ist Diabetes heute aufgrund seiner Auswirkung auf Herz-Gefäß-Erkrankungen eine der Haupttodesursachen: 70 – 80% der an Diabetes Erkrankten sterben an den Folgen einer Herz-Gefäß-Erkrankung. (2)
Diabetes ist eine der Hauptursachen für Erblindung, Nierenversagen sowie Amputation der unteren Gliedmaßen. Typ-2-Diabetes ist für 85 – 95% aller Diabetesfälle verantwortlich. (2)
Die Gesamtkosten für Diabetes-Behandlungen in Europa werden zwischen 28 Mrd. und 53 Mrd. EUR pro Jahr geschätzt. (1)
Wie Prof. Philip Home, Co-Vorsitzender der IDF-Arbeitsgruppe für klinische Richtlinien, erklärte: „Alle Schätzungen und Prognosen weisen darauf hin, dass die innerhalb der nächsten 25 Jahre wahrscheinlich erreichte Anzahl an Diabetes-Fällen als größte Epidemie der Menschheit angesehen werden kann. Die IDF hat erkannt, dass sofortige Maßnahmen erforderlich sind und wir durch gemeinsames evidenzbasiertes Vorgehen die Last des Typ-2-Diabetes erleichtern können, indem wir das Leben der Menschen verbessern und die Kosten für Gesundheitssysteme reduzieren. Wir müssen sicher stellen, dass alle an Typ-2-Diabetes erkrankten Menschen in Europa sowie der ganzen Welt Zugang zu kostengünstiger evidenzbasierter Gesundheitsversorgung haben und sofortiges Handeln fordern.“
Prof. Stephen Colagiuri, Co-Vorsitzender der IDF-Arbeitsgruppe für klinische Richtlinien, fügte dem hinzu: „Die Richtlinie ist weltweit anwendbar und auf Ressourcen- sowie Kosteneffizienz bedacht. Mit der Empfehlung dreier Behandlungsstandards (siehe redaktionelle Hinweise), die je nach Niveau der vorhandenen Gesundheitsressourcen in jedem Land angewandt werden können, übernimmt die Richtlinie einen neuen und innovativen Ansatz.“
Die weltweite Richtlinie empfiehlt Blutzuckerspiegel (HbA1c) unter 6,5%, um das Risiko eventueller Komplikationen zu verringern, und unterstützt dies mit klaren Empfehlungen zu Patientenerziehung, Selbstüberwachung des Zuckerspiegels durch den Patienten und aktiver Verwendung von Tabletten und Insulin zum Erzielen der Sollwerte.
Dies zeigt, dass zwei Drittel der an Diabetes erkrankten Menschen in Europa trotz des erwiesenen Nutzens der Blutzuckersenkung (hinsichtlich Verringerung des Risikos an Augen-, Herz, -Nieren oder Fußkomplikationen) (3) und der erwiesenen Tatsache, dass eine 1,0%-ige HbA1c-Reduktion mit einer 37%-igen Reduktion mikrovaskulärer Komplikationen (4) einhergeht, die Blutzucker-Sollwerte (5) derzeit nicht erreichen.

Wie die Blutzuckersenkung wirken sich auch Blutdruck- und Blutfettsenkung bei Diabetes-Patienten nachweislich enorm positiv aus. Entsprechende Empfehlungen zur Überwachung und Behandlung dieser Modalitäten sind ebenfalls enthalten.
Die weltweite Richtlinie nennt auch kostengünstige Methoden zur Erkennung von Problemen an Augen, Nieren und Füßen, falls Präventivmaßnahmen nicht erfolgreich waren; frühzeitige und bewährte Behandlungen können dann begonnen werden.
Eugene Hughes, Vorsitzender von Primary Care Diabetes Europe, dazu: „Das neue HbA1c-Ziel von 6,5% der IDF setzt einen bahnbrechenden Standard für die Blutzuckerkontrolle, den wir unbedingt erreichen möchten. Wir müssen die Gelegenheit nützen, die uns diese Richtlinie bietet, um all unseren Patienten in ganz Europa besten Behandlungsstandard zu bieten. Mit der richtigen Implementierung der Richtlinie haben wir die Chance, an Diabetes erkrankten Menschen ein besseres Leben zu bieten, indem Komplikationen verringert werden und eine wesentliche Reduktion zukünftiger Behandlungskosten erzielt wird, die unkontrolliert unser Gesundheitsbudget verschlingen.“
Die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) ist ein Dachverband aus 190 Mitgliedsverbänden in 150 Ländern und vertritt Millionen an Diabetes erkrankte Menschen, deren Familien und medizinische Versorger. Mission der IDF ist, die Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Diabetes weltweit voranzutreiben. Dies soll anhand erzieherischer Maßnahmen für Diabetes-Patienten und medizinische Fachleute, öffentlicher Bewusstseinskampagnen sowie Förderung eines freien Diabetes-Wissensaustausches erreicht werden.
Die weltweite Richtlinie für Typ-2-Diabetes gibt Empfehlungen zu drei Behandlungsstufen ab:
Behandlungsstufen:

  • Die Standardbehandlung ist eine evidenzbasierte Behandlung, die in den meisten Ländern mit einem gut entwickelten Dienstleistungsfundament und staatlichen Gesundheitsfinanzierungssystemen kostengünstig ist.
  • Die Mindestbehandlung versucht, die Hauptziele des Diabetes-Managements zu erreichen, hat jedoch im medizinischen Umfeld nur äußerst beschränkte Ressourcen zu Verfügung.
  • Die Vollbehandlung umfasst das komplette Sortiment an modernster medizinischer Technologie, die Diabetes-Patienten geboten werden kann, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Die weltweite Richtlinie kann über die IDF-Website shop.idf.org/catalog/ bestellt werden und ist am IDF-Stand beim Kongress der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Athen erhältlich.
Literaturnachweis:

  1. Diabetes-Atlas, 2. Auflage, Internationale Diabetes-Föderation 2003
  2. www.eatlas.idf.org/Complications/ Letzter Zugriff 1. September 2005
  3. UKPDS Study Group. Lancet 1998; 652: 837-853
  4. Stratton IM et al. BMJ 2000; 321: 405-412
  5. Liebl L, Mata M, Eschwege E. Evaluation of risk factors for the development of complications in type II diabetes in Europe. Diabetologia 2002; 45: S23-2

Nicht jeden Tag wirken Arzneimittel gleich gut

(2005) Diabetes News Nicht jeden Tag wirken Arzneimittel pm 050421

Nicht jeden Tag wirken Arzneimittel gleich gut

Der Blutzucker hat seinen eigenen Willen – so scheint es Diabetikern an Tagen, an denen sie sich bemühen und dennoch keine vernünftige Einstellung zustande bringen.

Tatsächlich reagiert der Körper auf Arzneimittel gegen hohe Zuckerwerte unterschiedlich, berichtet die »Neue Apotheken Jllustrierte« in ihrer aktuellen Ausgabe vom 15. April und beschreibt, unter welchen Umständen häufigere Blutzuckermessungen erforderlich sind. Wer feiert und dabei Alkohol trinkt, sollte zwischendurch häufig testen, um den raschen Abfall des Blutzuckers zu erkennen. Zudem unbedingt vor dem Schlafengehen messen, bei Werten unter 160 Milligramm pro Deziliter noch ein bis zwei BE Brot, Müsli, Nudeln oder Reis essen. Diese Regeln gelten für Diabetiker, die Insulin spritzen und für diejenigen, die Tabletten einnehmen, die der Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin entlocken.

Wer krank ist, dessen Körper produziert eine große Menge an Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol. Diese Hormone hemmen die Wirkung von Insulin und erhöhen unter anderem deshalb die Blutzuckerwerte. Der Test-Tipp: Messen Sie während eines Infekts und auch noch einige Tage danach deutlich häufiger als sonst. Typ-2-Diabetiker, die keine Teststreifen verordnet bekommen, sollten ihren Arzt bitten, den Blutzucker zu testen. Es gibt Fälle, in denen diese sonst mit Tabletten gut eingestellten Patienten kurzfristig Insulin brauchen. Wer Insulin spritzt, muss bei hohen Werten im Rahmen von Krankheiten nach Rücksprache mit dem Arzt die Insulindosis steigern.

Außerdem lesen Sie in diesem Heft: Der Bauch: Helicobacter pylori – die clevere Taktik des Magenkeimes +++ Was das Herz aktiv macht +++ Die Augen: Gereizte Bindehaut – ein Symptom, viele Ursachen.

Auch bei PAVK den Blutdruck streng eingestellen

(2005)

Auch bei PAVK sollte der Blutdruck streng eingestellt werden

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) hat sich bei zumeist generalisiert auftretender Arteriosklerose als Risikoindikator für Herz- und Hirninfarkt erwiesen.
Eine im Vergleich zur koronaren und zerebralen Strombahn zurückhaltendere Behandlung erscheint daher nicht gerechtfertigt. Bei Diabetikern sind die zusätzliche spezifische Mikroangio- und Neuropathie zu beachten. Dies betonten PD Dr. Reinhardt Sternitzky von der Praxisklinik Herz und Gefäße, Dresden, und Prof. Dr. Sebastian M. Schellong vom Universitäts GefäßCentrum der Universitätsklinik Carl Gustav Carus Dresden auf dem 11. Dresdner Symposium Invasive Kardiologie Anfang Juli 2005.

Sternitzky hob hervor, dass kardiovaskuläre Todesursachen bei PAVK-Patienten auf 75 Prozent ansteigen gegenüber rund 50 Prozent in der Allgemeinbevölkerung. Damit gehören Patienten mit Claudicatio intermittens zu den Hochrisikopatienten für Herzinfarkt und Schlaganfall. Da in großen Outcome-Studien wie der HOT-Studie (Hypertension Optimal Treatment) eine 30prozentige Reduktion der kardiovaskulären Mortalität allein durch zielgerichtete Blutdrucksenkung erreicht werden konnte, sollte dies umso mehr für die besonders gefährdeten PAVK-Patienten gelten. Auch wenn eine schnelle Blutdrucksenkung zu vorrübergehenden Beschwerden führt – insbesondere bei kritischer Extremitätenischämie – , sollten normale Druckwerte von 130/80 mmHg angestrebt werden. Zum Ausschluss einer Nierenarteriensklerose sollten allerdings die Nierenfunktionsparameter regelmäßig kontrolliert werden.

Zu den idealen Antihypertensiva bei PAVK zählte Sternitzky ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten und Kalziumantagonisten. Diuretika seien weniger geeignet, da sie humorale Systeme wie das Renin-Angiotensin-System stimulieren, negativ auf den Glukose- und Elektrolythaushalt wirken und die Fließfähigkeit des Blutes vermindern. Sie sollten eher niedrig dosiert in Kombination mit anderen Antihypertensiva zum Einsatz kommen, wobei eine Kombinationstherapie zum Erreichen des Zielblutdrucks ohnehin in mehr als drei Viertel aller Fälle notwendig werde.

Schellong verdeutlichte die besondere Problematik der PAVK bei Diabetikern. Unmittelbar nach Myokardinfarkt haben sie eine deutlich schlechtere Prognose als stoffwechselgesunde Patienten. Dieser Trend setzt sich auch in den drei folgenden Jahren fort. Für den häufig festzustellenden letalen Verlauf eines kardiovaskulären Ereignisses machte der Angiologe insbesondere die typischen gleichzeitigen Verschlüsse der Kollateralen verantwortlich.

Aber auch mikroangiopathische Besonderheiten des Diabetes mellitus seien bedeutsam. So steigt die kumulative Inzidenz einer KHK innerhalb von vier Jahren von unter zehn auf 40 Prozent, wenn eine Proteinurie vorliegt. Bei der diabetischen Mikroangiopathie stehen Hyperperfusion und Malnutrition des Gewebes im Vordergrund. Angiopathische Veränderungen und Ischämie sind deshalb nicht ursächlich für den progredienten Verlauf des diabetischen Fußsyndroms verantwortlich.Vielmehr führt die diabetische Neuropathie zu einem Sensibilitätsverlust und begünstigt Weichteil- und Knochenschäden, die nicht bemerkt werden. Die Ischämie behindert die Wundheilung nach vorangegangenen Läsionen. Deshalb, so Schellong, sollte eine Revaskularisierung beim diabetischen Fußsyndrom stets erst nach kontrollierter und definitiver Wundheilung erfolgen.