Ob mit oder ohne manifesten Diabetes

Das metabolische Syndrom senkt die Lebenserwartung

Ob mit oder ohne manifesten Diabetes – „Tödliches Quartett“ wird das metabolische Syndrom oft genannt, und es macht seinem Namen Ehre

Es besteht aus mehreren Krankheiten, die dem Diabetes vorausgehen, und jede einzelne ist ein Sargnagel mehr. Wer die entsprechende Kombination aufweist, stirbt deutlich früher – ob mit oder ohne Diabetes. Dass Insulinresistenz, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen dem Entgleisen des Blutzuckers lange vorausgehen, hat sich herumgesprochen. Weniger ist bekannt über die Auswirkungen dieses metabolischen Syndroms auf die Lebenserwartung, bevor sich der Diabetes als Höhepunkt der krankhaften Entwicklung einstellt. Finnische Forscher füllten diese Lücke. Sie fassten die verfügbaren Daten elf großer europäischer Sterblichkeitsstudien zusammen. 6156 Männer und 5356 Frauen zwischen 30 und 89 Jahren gingen in die Auswertung ein.

Als metabolisches Syndrom definierte man erhöhten Nüchtern-Insulinspiegel (Hyperinsulinämie) zusammen mit zwei der folgenden Faktoren:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie)
  • gestörte Blutzuckertoleranz

Unter diese Definition fielen 15,7% der europäischen Männer und 14,2% der Frauen, die sich damit auf dem besten Weg zum manifesten Diabetes befanden.
Das Sterblichkeitsrisiko dieser Menschen, so das Ergebnis, war gegenüber Vergleichspersonen ohne metabolisches Syndrom dramatisch erhöht, und zwar um 44% bei Männern und um 38% bei Frauen. Das Risiko, an Herzinfarkt zu sterben, lag bei vorliegendem Prädiabetes für Frauen sogar 2,78-fach höher, für Männer 2,26-fach.
Dieses Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer individuellen, frühen Vorbeugung gegen Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Hochdruck und erhöhte Blutfette.