Experten-Chat am 8.12.2011 zum Internationalen Tag der Behinderten

In Deutschland erkranken rund 350 000 Menschen jährlich neu an Diabetes mellitus Typ 1 und 2. Bei vielen lässt sich der Blutzucker nur schwer einstellen oder sie leiden bereits an Folgeerkrankungen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen. Betroffene wissen oft nicht, dass sie zusätzliche Rechte in Beruf, Verkehr und der Gesundheitsversorgung geltend machen können. Einige haben sogar Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Anlässlich des Internationalen Tags der Behinderten am 3. Dezember 2011 berät Rechtsanwalt Oliver Ebert im nächsten Experten-Chat von diabetesDE am 8. Dezember 2011 Betroffene zu ihren Rechten. Fragen können ab sofort online gestellt werden.

Nach der Diagnose Diabetes setzen sich Patienten zunächst mit medizinischen Fragen auseinander, wie etwa zur Ernährung oder zum Umgang mit Insulin. Oft vernachlässigen sie jedoch rechtliche Aspekte, die den Alltag mit der Krankheit erleichtern. So sind Krankenkassen beispielsweise verpflichtet, notwendige Schulungen für die von ihnen finanzierten Medikamente zu zahlen.

Gemäß Schwerbehinderten-Gesetz stufen Versorgungsämter darüber hinaus je nach Ausmaß der Erkrankung den Grad der Behinderung für Diabetiker ein. Ab einem Behinderungsgrad von 50 Prozent, wenn die Krankheit schwer einstellbar ist und womöglich Folgeschäden aufgetreten sind, steht Diabetikern ein Schwerbehindertenausweis zu. Dieser ermöglicht unter anderem steuerliche Vorteile, die Befreiung von Rundfunkgebühren oder freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr. Auch Eltern von einem Kind mit Diabetes erhalten Steuervorteile, wenn dieses als schwerbehindert eingestuft wurde.

Für den Arbeitsplatz oder das Berufsleben gelten ebenfalls besondere Bestimmungen. So haben Betroffene Anspruch auf einen bezahlten zusätzlichen Urlaub von fünf Arbeitstagen im Jahr, der wie der Grundurlaub vergütet wird. Darüber hinaus genießen sie besondere Vorteile beim Kündigungsschutz und können sich von Mehrarbeit freistellen lassen.

Wer einen Schwerbehindertenausweis erhält, welche Vor- und Nachteile er mit sich bringt oder welche weiteren Rechte man als Diabetiker im Alltag hat, beantwortet Rechtsanwalt Oliver Ebert am 8. Dezember 2011 im diabetesDE Experten-Chat. Er ist spezialisiert auf die Rechte von Menschen mit Diabetes und schrieb zu diesem Thema auch das Buch: „Das Diabetes-Rechtsfragen-Buch: Führerschein, Arbeitsplatz, Versicherungen“. diabetesDE-Mitglieder erhalten eine persönliche Rechtsberatung pro Jahr bei Oliver Ebert kostenfrei.

Der Diabetes-Chat steht allen Internet-Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Protokolle der letzten Sprechstunden können Sie hier abrufen. Eine weitere wichtige Anlaufstelle ist das Diabetes Gesundheitstelefon. Unter der Nummer 0180 250 5205 (6 Cent/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Minute) stehen täglich 24 Stunden Experten bereit.

Terminhinweis

Experten-Chat auf www.diabetesde.org
Fragen an den Experten können ab sofort online gesendet werden.

Unser Kontaktformular finden Sie hier

Experte: Rechtsanwalt Oliver Ebert
Thema: Meine Rechte mit Diabetes

Die Fragen werden live beantwortet am 8. Dezember 2011, 17.00 bis 19.00 Uhr

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