Diabetes und Nierenerkrankungen
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SGLT-2 Hemmer positiv bei chronischen Nierenerkrankungen

Für Menschen, die von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen sind, ist es eine sehr gute Nachricht: SGLT2-Hemmer können das Fortschreiten der Nierenerkrankung verlangsamen. Dies hat die aktuell veröffentliche CREDENCE Studie gezeigt.

Möglichst lange ohne Dialyse leben

Seit Jahren wird nach Therapien gesucht, um das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung zu verlangsamen. Betroffenen soll ein möglichst langes Leben ohne Dialyse ermöglicht werden. Bisher fehlten dafür die passenden Medikamente. Nun hat sich der SGLT2-Hemmer Canagliflozin,  der primär in der Behandlung des Typ-2-Diabetes eingesetzt wird, als hoch wirksam auch in der Therapie chronischer Nierenerkrankungen erwiesen. Die zu Grunde liegende CREDENCE-Studie* wurde sogar vorzeitig abgebrochen, weil sich bereits vor dem Studienende eine signifikante Überlegenheit des SGLT2-Hemmers gegenüber dem Scheinmedikament (Placebo) abzeichnete.

Meilenstein in der Behandlung der chronischen Nierenerkrankungen

Nierenexperten sprechen von einem Meilenstein. „Seit Jahrzehnten trat die Forschung auf der Stelle und verschiedene Substanzen, mit denen man die Progredienz der chronischen Nierenkrankheit aufzuhalten hoffte, versagten spätestens in der dritten Phase der klinischen Prüfung und erwiesen sich als unwirksam oder gar gefährlich“, erklärt Professor Dr. Jan C. Galle, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

In der CREDENCE-Studie wurden 4.401 Typ-2-Diabetiker (mit einer diabetischer Nierenerkrankung; einem GFR zwischen 30 und 90 ml/min/1,73 m2 und Albuminurie) untersucht. Sie wurden nach  einem Zufallsverfahren in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt den SGLT-2 Hemmer Canagliflozin, die andere eine Scheinmedikament (Placebo). Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt 2,62 Jahre nachbeobachtet. Dann bereits zeigte sich ein signifikanter Vorteil der Medikation mit Canagliflozin – sowohl auf die Entwicklung der chronischen Nierenerkrankung als auch auf die Sterblichkeit aufgrund von kardiovaskulären Ereignissen, Myokardinfarkt oder Schlaganfall. „Allein die Rate der Patienten, die dialysepflichtig wurden, konnte durch die SGLT2-Hemmung zusätzlich zur Standardtherapie um fast ein Drittel (32%) gesenkt werden, was enorm ist“, kommentiert Prof. Galle.

Zuletzt hatte der SGLT-2- Hemmer Dapagliflozin auf sich aufmerksam gemacht, weil er als Zusatztherapie zur Behandlung von übergewichtigen Typ-1-Diabetiker zugelassen wurde.

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Quelle: Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie vom 15. April 2019

*Perkovic V, Jardine MJ, Neal B et al. Canagliflozin and Renal Outcomes in Type 2 Diabetes and Nephropathy. New England Journal 2019; 15 Apr. [epub ahead of print]; DOI: 10.1056/NEJMoa1811744