Mangelernährung im Alter erhöht Gefahr für Unterzuckerungen

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Viele ältere Menschen essen und trinken zu wenig. Eine daraus resultierende Mangelernährung kann gesundheitliche Folgen haben. Insbesondere für Patienten mit Diabetes sind die Risiken erhöht.

(25.10.2026) Wenn sich bei älteren Menschen das Ess- und Trinkverhalten verändert, muss auch die Diabetestherapie angepasst werden. Darauf weist der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Unter anderem nimmt die Gefahr von Unterzuckerungen deutlich zu, wenn Patienten im hohen Alter weniger essen und trinken, während sie ihre Medikamente unverändert einnehmen. Angehörige und Pflegepersonal sollten entsprechende Warnzeichen deshalb ernst nehmen, rät der Verband.

Mangelernährung ist bei Seniorinnen und Senioren weit verbreitet und betrifft nicht nur Menschen mit Diabetes. Der VDBD beziffert den Anteil der Betroffenen in der geriatrischen Altersgruppe auf bis zu 50 Prozent. Etwa ein Drittel von ihnen leidet zudem unter Flüssigkeitsmangel. Die Ursachen sind vielfältig. Neben nachlassendem Appetit und Geschmacksempfinden zählen dazu beispielsweise auch gesundheitliche Beschwerden beim Kauen, Schlucken und Verdauen. Auch Einsamkeit oder eine beginnende Demenzerkrankung können eine Rolle spielen.

Bei hohen Zuckerwerten droht Flüssigkeitsmangel

Auch für Menschen ohne Diabetes ist Mangelernährung im Alter gesundheitlich belastend. Dem Körper fehlen Eiweiß, Energie, Vitamine und Mineralstoffe. Das schwächt den Organismus und das Immunsystem. Das Sterberisiko ist bei Mangelernährung um mehr als das Dreifache erhöht.

Bei Diabetes steigt zudem die Gefahr eines potenziell lebensgefährlichen Flüssigkeitsmangels. Der Grund: Der Körper scheidet bei erhöhten Glukosewerten Zucker über den Urin aus. Das kann den Kreislauf und die Nieren zusätzlich belasten, warnt der Fachverband. Sowohl bei einer Unterzuckerung als auch bei zu hohen Glukosewerten wirken Betroffene oftmals verwirrt. Bei geriatrischen Patienten wird dieses Warnsignal für eine Stoffwechselentgleisung allerdings häufig übersehen, da andere medizinische Ursachen, wie beispielsweise eine Demenzerkrankung, für den Auslöser gehalten werden.

Strenge Diät im hohen Alter meist nicht sinnvoll

Zu den Warnzeichen zählen Veränderungen im Alltag, wie beispielsweise plötzlich weiter sitzende Kleidung, eingefallene Wangen oder trockene Haut und Schleimhäute. Oftmals bleiben Speisen und Getränke unangetastet stehen. Ein niedriges Körpergewicht kann zwar ein Hinweis auf Mangelernährung sein. Grundsätzlich können aber auch Menschen mit Normalgewicht oder Übergewicht zu wenig Eiweiß, Energie, Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen oder zu wenig trinken. Eine unausgewogene Ernährung führt nicht zwangsläufig zu Gewichtsverlust.

Der VDBD rät dazu, das Ess- und Trinkverhalten älterer Menschen – insbesondere nach Infekten oder Krankenhausaufenthalten – genauer zu beobachten und zum Beispiel Eiweiß gezielt in die Ernährung einzubauen. Der Verband weist zudem darauf hin, dass strenge Diätregeln zur Vermeidung hoher Blutzuckerwerte im Alter möglicherweise gelockert werden sollten. Wenn beispielsweise ein Patient mit Diabetes im Alter zu wenig Energie und Nährstoffe aufnimmt, kann es sinnvoll sein, auf Light-Produkte zu verzichten, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem kann es bei Mangelernährung sinnvoll sein, die Medikamenten- oder Insulindosis zu reduzieren, sofern die Glukosewerte nicht zu stark ansteigen. Auch andere Experten empfehlen, bei älteren Patienten höhere HbA1c-Werte zu tolerieren, wenn eine strengere Therapie unverhältnismäßig belastend wäre.

Quellen:
Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD)
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände
Apotheken Umschau
Ernährungs Umschau
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand