In vielen Kliniken fehlt Fachpersonal für Diabetes

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Eine Diabetes-Erkrankung kann bei einem Krankenhausaufenthalt zu einem zusätzlichen Risiko werden, wenn die Stoffwechselerkrankung nicht angemessen mitbehandelt wird. Vor diesem Hintergrund warnt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vor fehlender Expertise in vielen Kliniken.

(21.09.2026) Jeder fünfte Patient, der in einem deutschen Krankenhaus behandelt wird, hat Diabetes. Doch nur ein Drittel aller Kliniken verfügt über Mediziner und Pflegepersonal mit einer diabetologischen Weiterbildung. Auf diesen Missstand weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich des Tags der Patientensicherheit hin. Die Fachgesellschaft fordert bereits seit Jahren mehr diabetologische Expertise in Kliniken, da die Anzahl der Patienten mit Diabetes zunimmt.

Zwar ist Diabetes bei mehr als 90 Prozent der Patienten nicht die Ursache für den Krankenhausaufenthalt. Die Diabetesbehandlung hat jedoch Einfluss auf den Behandlungserfolg bei anderen Erkrankungen. Studien zeigen, dass es bei Patienten mit Diabetes häufiger zu Komplikationen kommt und sie im Durchschnitt länger im Krankenhaus bleiben müssen. Mögliche Folgen einer unzureichenden Diabetesbehandlung sind beispielsweise Ketoazidosen und Wundheilungsstörungen nach einer Operation.

Vorgespräch mit Klinikpersonal ist angeraten

Experten raten bei geplanten Krankenhausaufenthalten dringend dazu, die Diabetes-Erkrankung vorab anzusprechen. Patienten sollten nicht davon ausgehen, dass alle Informationen zu ihrer Stoffwechselerkrankung im Krankenhaus automatisch vorliegen, betont die DDG. Insbesondere vor Operationen ist ein Vorgespräch mit Chirurgen, Anästhesisten und OP-Pflegekräften empfehlenswert, um die Diabetestherapie rund um den Eingriff abzustimmen. Patienten, die eine Insulinpumpe oder einen CGM-Sensor nutzen, sollten im Voraus klären, ob sie die Geräte während der OP abnehmen müssen oder ob sie diese weiter tragen können.

Zudem sollte im Voraus besprochen werden, wer die Diabetestherapie während des Krankenhausaufenthalts übernimmt. Insbesondere Patienten mit Typ-1-Diabetes sind es gewohnt, ihre Stoffwechsellage selbst zu beobachten und die Therapie entsprechend anzupassen. Wenn der Patient gesundheitlich dazu in der Lage ist, kann dies zur Entlastung des Pflegepersonals beitragen. Es besteht dann jedoch womöglich die Gefahr, dass das Pflegepersonal im Falle eines medizinischen Notfalls nicht ausreichend über die Therapie und die Stoffwechselsituation informiert ist, um sofort angemessen zu reagieren, warnen Experten.

Zertifizierung bietet Patienten Orientierung

Wer sichergehen möchte, dass das ausgewählte Krankenhaus über diabetologische Expertise verfügt, kann sich auf dieser Seite informieren. Dort sind alle Kliniken mit DDG-Zertifizierung aufgelistet. Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass es in zertifizierten Krankenhäusern weniger Todesfälle bei Patienten mit Diabetes gibt. Laut DDG könnten jährlich mehr als 1.100 Todesfälle in deutschen Kliniken vermieden werden, wenn alle Krankenhäuser über geschultes Fachpersonal für Diabetes-Erkrankungen verfügen würden.

Auch Patienten können sich auf einen geplanten Klinikaufenthalt vorbereiten. Dazu zählt ein guter HbA1c-Wert, um das Risiko für Komplikationen zu reduzieren. Zudem kann es nützlich sein, einen Vorrat aller zur Behandlung des Diabetes benötigten Medikamente und Hilfsmittel dabeizuhaben, da das Krankenhaus möglicherweise nicht alle Insuline oder Medikamente vorrätig hat.

Eine detaillierte Checkliste zur Vorbereitung eines Krankenhausaufenthalts finden Sie hier.

Quellen:
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)
Apotheken-Umschau
Diabetologie-Online
diabinfo
eigene Recherche

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Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand