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Aus für Insulin degludec ab Oktober 2015

Der Insulinhersteller Novo Nordisk hat am 1. Juli 2015 mitgeteilt, dass das Basalinsulin degludec (Handelsname: „Tresiba®“) ab 1. Oktober 2015 nicht mehr erhältlich sein wird. Hintergrund sind gescheiterte Preisverhandlungen.

Keine Einigung auf Preis

Insulin degludec wurde 2014 als neues Basalinsulin in den deutschen Markt eingeführt. Vor kurzem sind die Preisverhandlungen zwischen Novo Nordisk und dem Spritzenverband der Krankenkassen (GKV) gescheitert. Als Konsequenz hat sich der Hersteller zum Rückzug vom deutschen Markt entschlossen. Ab 1. Oktober 2015 wird das Insulin nicht mehr in Deutschland erhältlich sein. Weiterhin bestellt werden kann es nur über internationale Apotheken.

Therapiemöglichkeiten gegen verloren

In einer ersten Stellungnahme vom 3. Juli 2015 bedauern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe den Vertriebsstopp. „Die Vertriebseinstellung erfolgt nicht aus medizinischen, sondern allein aus Kostengründen“, kritisiert DDG-Präsident Professor Dr. med. Baptist Gallwitz  vom Universitätsklinikum Tübingen. Durch den Marktrückzug werde künftig eine wichtige Therapiemöglichkeit nicht mehr zur Verfügung stehen. „Insulin degludec reduziert das Risiko von Unterzuckerungen, vor allem nachts“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende von diabetesDE – Deutsche Diabetes Hilfe, Professor Dr. med. Thomas Danne. „Das ist besonders für ältere Patienten ein großer Vorteil.“ Weil die Injektion zeitlich flexibel erfolgen kann ohne dass dies negative Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hätte, „ist der Wirkstoff nicht zuletzt für Diabetespatienten, die ambulant oder stationär gepflegt werden und auf externe Hilfe angewiesen sind, deutlich besser geeignet als andere Basalinsuline“, betont DDG-Präsident Gallwitz.

Auf anderes Insulin wechseln

Etwa 40.000 Diabetespatienten sind vom Vertriebsstopp betroffen. Sie müssen nun auf ein anderes Insulin eingestellt werden. „Wer das Insulin degludec spritzt, sollte sich daher unbedingt in den nächsten Wochen mit seinem behandelnden Arzt in Verbindung setzen, um die Umstellung rechtzeitig zu planen“, rät Professor Dr. med. Thomas Danne. Grund: Andere Präparate haben eine andere Wirkdauer oder einen anderen Ablauf der Wirkstärke. Damit muss unter Umständen die gesamte Diabetestherapie neu ausgerichtet werden. „In der Umstellungsphase sind daher häufigere Blutzuckermessungen und bei vielen Patienten auch Dosisanpassungen notwendig, um Unterzuckerungen zu vermeiden“, betont Danne.

Weitere aktuelle Infos zu diesem Thema finden Sie auf dieser Seite:

Deutsche Diabetes Hilfe – Menschen mit Diabetes

Update: Laut einer Meldung der Ärzte Zeitung online vom 1. Oktober 2015 wird Novo Nordisk das Insulin degludec nun doch später vom Markt nehmen. Dies hat das Unternehmen in einer Presseinformation am 30. September 2015 mitgeteilt. Die Übergangsfrist für das Präparat werde verlängert, „um eine sichere Umstellung aller Patienten auf ein anderes Basalinsulin zu ermöglichen“, heißt es in dieser Presseinformation. Man behalte sich aber vor, den Vertrieb auch kurzfristig einzustellen. Novo Nordsik appellierte in der Presseinformation an Ärzte und Patienten, sich für den Verbleib von Insulin degludec einzusetzen.