Therapieziel Lebensstiländerung

Eine Verhaltensänderung ist nötig. Wir diskutieren als Ziel eine Gewichtsabnahme von 3 kg pro Monat. Die Patientin schaut skeptisch und meint: „Muss man nicht mindestens 10 kg in vier Wochen abnehmen um glaubwürdig zu sein?“ Wir vereinbaren eine Gewichtsabnahme von 100 g täglich bei einer moderaten, aber konsequenten Ernährungsumstellung ohne zu starre Regeln. Wenn die Umstellung im Lebensstil nicht langfristig, dass heißt lebenslang, beibehalten wird, erzielen wir lediglich einen Jo-Jo-Effekt. Und lebenslang wird eine andere Kost nur dann beibehalten, wenn sie unserer Patientin auch schmeckt.
Was isst und trinkt unsere Kandidatin denn überhaupt? Ein Selbstbeobachtungsbogen soll Auskunft darüber geben wann, wo, was, warum und wie lange gegessen wurde und wie viele Kalorien die Mahlzeiten enthielten? Wir empfehlen der Patienten die Broschüre „Kalorien mundgerecht“.

Ab sofort wird der Fahrstuhl gemieden und jede Gelegenheit zu etwas körperlicher Betätigung genutzt. Mit ihrer jetzigen Figur wagt sich die junge Frau nicht ins Schwimmbad oder Fitness-Studio. Das Argument ist verständlich. Es gibt nur maßgeschneiderte Empfehlungen für Bewegung, Ernährung und Änderung der Lebensgewohnheiten. Neue Ziele im Leben, positives Denken, andere Ernährung, mehr Bewegung anstelle von Essen – diese Einsichten versuchen wir zu vermitteln.
Auch eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. Ist diese Botschaft bei der Patientin angekommen? Wir vereinbaren einen weiteren Termin in vier Wochen.
Heute ist sie da, 4,6 kg leichter, sie wirkt erleichtert und freut sich über ein großes Lob von uns. Nach ihrer Ferienreise sehen wir uns wieder, sie wird weiter abnehmen. Der Anfang ist geschafft.