Magen-Darmprobleme bei Diabetikern

Diabetespatienten leiden häufig an Magen-Darmbeschwerden, die durch diabetes-bedingte Funktionsstörungen verursacht sein können und zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.
Besonders häufig wird über eine Stuhlverstopfung geklagt, dies betrifft jeden fünften Diabetiker. Fast ebenso viele Diabetiker leiden an Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Teilweise werden diese Beschwerden durch die eingenommenen Medikamente verursacht, nicht selten ist aber eine diabetesbedingte Schädigung der Nerven, die die Magen-Darmfunktion regulieren (diabetische Neuropathie), verantwortlich.  Die diabetische Neuropathie begünstigt auch die Entstehung einer  Refluxkrankheit,  die meist durch saures Aufstoßen bemerkt wird.
Bei Typ-1-Diabetes-Patienten muss bei unklaren Bauchbeschwerden auch an eine Sprue (Gluten-unverträglichkeit) gedacht werden, die bei 5-10% der Typ 1 Diabetiker auftritt.
Sollten die Beschwerden länger als 4 Wochen andauern, wird anhand der individuellen Symptomatik entschieden, ob zunächst die medikamentöse Therapie geändert bzw. ergänzt wird, oder unmittelbar eine weiterführende Diagnostik, meist im Sinne gastroenterologischer Funktionsuntersuchungen, erfolgt. Wenn es sich herausstellt dass eine diabetesbedingte Störung der Magen-Darmfunktion vorliegt, besteht die Chance einer Linderung durch eine verbesserte Stoffwechseleinstellung.
Quelle: Ärztezeitung