LDL-Cholesterin führt zu Arteriosklerose und schädigt die Gefäße
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LDL-Cholesterin eindeutig Schuld an Arteriosklerose

Mit einer großen Studie bezieht die Europäische Arterioskleorose-Gesellschaft (EAS) Stellung gegen die in der Presse regelmäßig verbreitete „Cholesterin-Lüge“. Danach gibt es keinen Zweifel, dass erhöhtes LDL-Cholesterin maßgeblich zur Arteriosklerose beiträgt und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auch bei Diabetes erhöht. 

„Cholesterin-Lüge“ taucht immer wieder auf

Von der „Cholesterin-Lüge“ haben Sie schon gehört? Diese Schlagzeile geistert immer wie durch die Medien. Hier wird der Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin (low density lipoprotein) und der gefährlichen Arteriosklerose als Lüge abgetan. Erfunden, damit die Phamaindustrie Geld mit Medikamenten verdient. Dies verunsichert Patienten, denen der Arzt ein Medikament zur Senkung des LDL-Cholesterins verordnet hat – ein sogenanntes Statin. „Ist das wirklich notwendig?“, fragt sich mancher und setzt das Medikament einfach ab.

LDL-Cholesterin „macht“ eindeutig Arteriosklerose

Dieser „Cholesterin-Lüge“ stellt die Europäische Arterioskleorose-Gesellschaft (EAS) nun Fakten* gegenüber, die zeigen: LDL-Cholesterin ist eindeutig für die Entstehung der Arteriosklerose verantwortlich. Die Forscher haben die Daten aus mehr als 200 Studien mit mehr als zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet, welche zu diesem Thema weltweit in der Vergangenenheit durchgeführt wurden. Sie zeigen den Zusammenhang zwischen erhöhten LDL-Cholesterinwerten und dem Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall bei den untersuchten Patienten. Durch die Einnahme entsprechender Medikamente, die das LDL-Cholesterin senken (Statine), ließ sich in den ausgewerteten Studien das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko nachweislich senken. Dies galt vor allem für Patienten mit einer vererbten Stoffwechselerkrankung wie der familiären Hypercholesterinämie.

LDL-Cholesterin und Arteriosklerose

LDL (low density lipoprotein) wird auch das das „schlechte“ Cholesterin bezeichnet. Es lagert sich in den Gefäßen ab und fördert den Prozess ihrer Verkalkung. Wenn sich solche Ablagerungen (Plaques) lösen, können sie ein Gefäß verstopfen und einen Herzinfarkt verursachen. Im Gegensatz dazu wird das HDL auch als „gutes“ Cholesterin bezeichnet, weil es unter anderem an der Gefäßreparatur beteiligt ist. Ab welchem Grenzwert das LDL-Cholesterin gesenkt werden muss, legt der Arzt individuell fest. Dies hängt auch von bestehenden Vor- bzw. Begleiterkrankungen wie Diabetes ab.

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*Ference B.A. Low-density lipoproteins cause atherosclerotic cardiovascular disease. 1. Evidence from genetic, epidemiologic, and clinical studies. A consensus statement from the European Atherosclerosis Society Consensus Panel (Eur Heart J. 2017; online 24.April).