Bluthochdruck bei Diabetes
© Jakub Jirsák - fotolia.com

Herzerkrankung einfach früher erkennen

Eine koronare Herzerkrankung (KHK) lässt sich bisher nur durch aufwändige Untersuchungen genau feststellen. Die Messung des Biomarkers Troponin könnte die Früherkennung der KHK in Zukunft einfacher und schneller machen. Ergebnisse dazu wurden im April 2017 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vorgestellt.

Koronare Herzerkrankung als Folge des Diabetes

Die koronare Herzerkrankung (KHK) gehört zu den häufigen Folgeerkrankungen des Diabetes. Diese Verengung der Herzkranzgefäße kann durch hohe bzw. stark schwankende Blutzuckerwerte entstehen. In den Herzgefäßen bilden sich Ablagerungen (Plaques), die das Gefäß versteifen und verengen. Es kommt zu einer Durchblutungsstörung, die sich typischerweise durch Luftnot bei Anstrengung bemerkbar macht, zum Beispiel beim Treppensteigen.

Herzerkrankung wird oft erst spät erkannt

Bei Patienten, die mit diesen typischen Symptomen in die Sprechstunde kommen, wird sich der Arzt in der Regel das Herz genauer anschauen. Ob tatsächlich eine koronare Herzerkrankung (KHK) vorliegt, lässt sich allerdings bisher nur mit einer Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung) zuverlässig feststellen – ein aufwändiges und invasives (in den Körper eingreifendes) Verfahren. Besser wäre es, die koronare Herzerkrankung schon frühzeitig festzustellen, denn je früher die Verengung der Herzgefäße erkrankt wird, desto besser. Rückgängig machen lässt sie sich nicht, doch man kann verhindern, dass sie weiter fortschreitet.

Troponin-Messung im Blut zur Früherkennung

Ein einfaches Verfahren, das die Früherkennung der KHK einfacher und schneller machen könnte, hat Dr. Jan Sebastian Wolter von der Kerckhoff Klinik Bad Nauheim bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) im April 2017 vorgestellt. Im Mittelpunkt steht der Biomarker Troponin. Troponine gehen bei einer Schädigung des Herzmuskels vermehrt ins Blut über und lassen sich im Blut messen. So können eine Angina Pectoris oder verschiedene Formen des Herzinfarkts anhand der Troponin-Werte schon jetzt zuverlässig erkannt werden. Die Forscher wollen nun untersuchen, ob sich die Messung des hochsensitiven Troponins auch zur Früherkennung einer KHK eignet. Hinweise darauf gibt eine Studie, zu der die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) am 19. April 2017 eine Presseinformation veröffentlicht hat. Wenn sich diese Ergebnisse bestätigen lassen, würde das die Früherkennungsmöglichkeiten einer der weit verbreitetsten Herzkrankheiten erheblich erweitern, sagen die Forscher.