CGM-Systeme als Zeichnung
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Expertenchat: Keine Angst vor neuer Diabetestechnik

Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und Insulinpumpen erleichtern Typ-1-Diabetikern den Umgang mit ihrer Erkrankung. Warum sich die Umstellung auf die neue Diabetestechnik lohnt und was es in der Anwendung zu beachten gibt, erklärt Ulrike Thurm im Expertenchat von diabetesDE am Mittwoch, den 9. August 2017.

Expertenchat zu Diabetestechnik am 9. August 2017

„Ohne technische Hilfsmittel wäre der insulinpflichtige Diabetes nicht behandelbar“, erklärt Ulrike Thurm, Vorstandsmitglied der AG Diabetes und Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „In den letzten Jahren wurden kontinuierlich bessere und einfachere Behandlungsmethoden entwickelt, die den Lebensalltag mit Diabetes und Umgang mit der chronischen Erkrankung enorm erleichtern“, ergänzt die Diabetsberateterin. Sie wird am 9. August 2017 von 17.00 bis 19.00 Uhr bei www.diabetesde.org Fragen zum Thema Diabetestechnik beantworten.

Hier können Sie Ihre Fragen vorab stellen und im Anschluss das Chat-Protokoll nachlesen

Keine Angst vor CGM und Insulinpumpe

Einige Diabetes-Patienten sind bei der Anwendung der neuen Hilfsmitteln zurückhaltend, obwohl diese viele Vorteile bietet, so die Erfahrung von Ulrike Thurm. „Denn CGM-Systeme verbessern beispielsweise nicht nur die Diabeteseinstellung, sondern auch die Lebensqualität der Menschen“, so die Diabetesberaterin. Mit Hilfe von Sensoren messen diese Geräte über eine dünne Nadel im Unterhautfettgewebe rund um die Uhr alle fünf Minuten die Zuckerwerte. Der Patient erfährt so, wie sich seine Glukosewerte im gesamten Tages- und Nachtverlauf verändern und wird rechtzeitig alarmiert, wenn Unter- oder Überzuckerungen drohen.

Künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018

Auch bei der künstlichen Bauchspeicheldrüse, die voraussichtlich ab 2018 auf dem
europäischen Markt verfügbar ist, befindet sich der Sensor im Unterhautfettgewebe. Das
technische Gerät misst automatisch den Blutzucker und gibt über eine Insulinpumpe die
richtige Menge Insulin ab. Für die Patienten hat die künstliche Bauchspeicheldrüse viele
Vorteile: Der Computer arbeitet viel präziser, als das manuell möglich ist. So kann der
Blutzucker wesentlich stabiler gehalten werden. „Vor allem nachts kann das Gerät einer
gefährlichen Unterzuckerung vorbeugen, die besonders häufig während der Schlafenszeit von
Kindern und Jugendlichen auftritt“, sagt Thurm.

Schulung zu Diabetestechnik unbedingt erforderlich

Diabetes-Patienten müssen sowohl zu ihrer Insulintherapie als auch zu ihrem zukünftigen
CGM-System oder anderem technischen Hilfsmittel umfassend geschult werden. „Die
Schulung ist die Grundlage für eine sichere Anwendung und somit auch eine erfolgreiche
Therapie“, betont Thurm. Die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Technologie (AGDT) sowie
die Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Diabetologie (AGPD) der DDG haben dazu 2016 unter
dem Namen „Spectrum“ ein Schulungs- und Behandlungsprogramm zum kontinuierlichen
Glukosemonitoring entwickelt. Es ist auf Patienten unterschiedlicher Altersgruppen und deren
Bedürfnisse angepasst und für alle CGM-Systeme und Insulintherapieformen anwendbar.
„Patienten, die daran interessiert sind, neue technische Hilfsmittel auszuprobieren, sollten
sich von ihrem behandelnden Diabetologen umfassend beraten lassen“, ergänzt die
Diabetesberaterin.