Forschung für Diabetiker
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Intelligentes Gel als Insulin-Alternative

Japanische Forscher bringen eine neue Insulin-Alternative ins Spiel: Sie haben ein „intelligentes“ Gel entwickelt, das mit einem Katheter unter die Haut gebracht wird, um dort bedarfgenau Insulin freizusetzen.

Neuer Ansatz kommt aus Japan

Alternativen zu Insulin wurden in den vergangen Jahren häufiger entwickelt und getestet. Mal als Pulver zum Inhalieren, mal als Tablette. Das inhalative Insulin schaffte es 2015 sogar zur Marktreife, wurde aber mangels Akzeptanz später wieder zurückgezogen. Jetzt haben japanische Forscher um Akira Matsumoto von der Medical and Dental University in Tokio eine neue Insulin-Alternative im Visier: Ein „Intelligentes“ Gel, das mit einem kleinen Katheter unter die Haut gebracht wird. Darüber berichtet das Online-Wissenschaftsportal www.scienexx.de am 23.11.17 und beruft sich auf eine Veröffentlichung im Fachmagazin Science Advances*.

So funktioniert die Insulin-Alternative

Einmal unter die Haut gebracht, wirkt das Insulingel nur dann, wenn Insulin im Körper gebraucht wird. Die Substanz regaiert auf die veränderte Glukosekonzentration und verändert je nach Höhe des Glukosespiegels seine Eigenschaft. Steigt der Blutzucker, wird die Substanz durchlässig und gibt über den Katheter Insulin frei. Wird kein Insulin benötigt, bildet die Substanz eine Art Barriere und lässt keines mehr durch. Der Prozess basiert auf einer chemischen Reaktion, bei der Boronsäure eine wesentliche Rolle spielt. Bindet sich die Säure an Glukose, dann wird das Gel feucht und durchlässig. Ist keine Glukose zum Binden vorhanden, bildet sich eine undurchlässige Schicht.

In Tierversuchen erfolgreich gestetet

Wie zuverlässig das Gel als Insulin-Alternative arbeitet, haben erste Versuche mit Mäusen gezeigt. Bei ihnen kontrollierte die Kombination aus Katheter und Insulingel den Glukosespiegel erfolgreich über mehrere Wochen. Lassen sich diese Ergebnisse bei klinischen Tests mit Menschen bestätigen, könnte das intelligente Insulingel künftig eine gute Alternative zur herkömmlichen Spritze sein,“ erklärt das Forscherteam. „Denn unser Gel ist benutzerfreundlich und vergleichsweise kostengünstig.“
* Science Advances, 2017; doi: 10.1126/sciadv.aaq0723