Herzpower mit Folsäure!

Mit Folsäure erfolgreich gegen Herzinfarkt und Schlaganfall!

Eine Folsäurezufuhr von mindestens 400 Mikrogramm täglich stärkt Herz sowie Hirn und kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlaganfall vorbeugen. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung erreicht diese Menge mit der Nahrungsaufnahme nicht mehr und muss daher Folsäure einnehmen, klärt Diplom-Ingenieurin der Ernährungstechnik Elisabeth Warzecha von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen auf.
Folsäure, ein wasserlösliches B-Vitamin, schützt in der Schwangerschaft den Embryo vor Entwicklungsstörungen (Neuralrohrdefekt), regelt neben zahlreichen Stoffwechselreaktionen die Zellfunktionen sowie Zellentwicklung und ist entscheidend an der Blutbildung beteiligt. Folsäure ist ein Schlüsselvitamin für den Abbau der schwefelhaltigen Aminosäure Homocystein. Beim Ab- und Umbau der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin entsteht Homocystein und bildet eine Zwischenstufe.
Die für diesen Umbauprozess katalysierenden Enzyme benötigen Folsäure, Vitamin B6 (Pyridoxin) und B12 (Cobalamin) als Cofaktoren. Ein Mangel dieser Vitamine stört den Prozess und Homocystein häuft sich in größeren Mengen an. Dieser erhöhte Homocysteinspiegel im Blutplasma vergrößert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall nachweislich. Eine Supplementierung von 0,5 bis 5 Milligramm Folsäure, 1,2 Milligramm Vitamin B6 und 500 Mikrogramm B12 senkt den Homocysteinspiegel deutlich. Das bestätigt unter anderem die bei 533 Patienten durchgeführte, randomisierte, doppel-blinde und placebo-kontrollierte Herz-Studie des Universitätsspitals in Bern, Schweiz (1).
Die Teilnehmer bekamen während sechs Monaten entweder täglich ein Kombinationspräparat aus 1 Milligramm Folsäure, 10 Milligramm Vitamin B6 und 400 Mikrogramm Vitamin B12 oder ein Placebopräparat. Weniger Todesfälle und tödlich verlaufende Herzinfarkte bei den Probanden sind die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie. Die im British Medical Journal veröffentlichte Meta-Analyse des Department of Cardiology in Southhampton, USA, bestätigt den krankmachenden Einfluss von Homocystein bei Herzerkrankungen, Beinvenenthrombose mit Lungenembolien und Schlaganfall (2).

Die Senkung des Homocysteinspiegels um 3 µmol pro Liter verringert das Risiko für Herzerkrankungen um 16 Prozent, für Beinvenenthrombosen um 25 Prozent und das Schlaganfallrisiko um 24 Prozent, fasst die Ernährungsexpertin Elisabeth Warzecha die Ergebnisse zusammen. Folsäure leitet sich, wegen der erstmaligen Isolierung aus Spinat in den 1940-er Jahren, von dem lateinischen Wort für Blatt folium ab. Das hitzeempfindliche Lebensvitamin ist in hohen Mengen in Blattgemüse, Leber, Weizenkeimen, Sojabohnen und Vollkorngetreide enthalten. Jedoch deckt auch eine ausgewogene Ernährungsweise den Mindestbedarf nicht, sodass schon aus prophylaktischen Gründen eine Folsäuresupplementierung von mindestens 400 Mikrogramm sinnvoll ist.