DiaPep277 soll körpereigene Insulinproduktion erhalten

Kurzes Peptid für lange Wirkung

DiaPep277 soll bei neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes die körpereigene Insulinproduktion erhalten – noch Studienteilnehmer gesucht

Israelische Forscher entdeckten, dass das Peptidfragment p277 die vor und kurz nach der klinischen Manifestation des Typ 1 Diabetes ablaufende Immunreaktion an den pankreatischen Betazellen unterbrechen kann. Damit ist es möglich, deren weitere Zerstörung zu stoppen oder zu verzögern. Auch nach Beendigung dieser speziellen Therapie soll der Insulinbedarf nachhaltig niedriger sein.

Bereits die Phase II Studie hat sich als erfolgreich erwiesen. Nun soll die Wirksamkeit in einer placebokontrollierten, doppelblinden Phase III Studie an einer größeren Teilnehmerzahl verifiziert werden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in elf Ländern durchgeführt. Mit einem Biopharmakon soll ein Fortschreiten der ß-Inselzellzerstörung aufgehalten werden, so dass man einen nachhaltigen immun-protektiven Effekt für die insulinproduzierenden Zellen erhält.

Was ist DiaPep 277?

DiaPep277 ist ein aus 24 Aminosäuren bestehendes Peptid aus dem Heat shock Proteine 60 (hsp60). Hsp 60 spielt bei der Entstehung des Typ 1 Diabetes eine bedeutende Rolle als Autoantigen. Das über einen Zeitraum von zwei Jahren vierteljährlich subkutan verabreichte Peptid soll durch eine eine antiinflammatorische T-Zell-Reaktion induzieren und somit einen Schutz bewirken. Dabei wirkt es immunmodulatorisch, aber nicht immunsuppressiv. Die Abwehr z.B. gegen Bakterien oder Viren bleibt also unbeeinträchtigt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit wird die stimulierte C-Peptid-Sekretion als Marker für körpereigenes Insulin verwendet. Laborparameter und Anamnesen dienen zur Kontrolle der Sicherheit des Medikaments.

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden insgesamt 400 Patienten mit neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes, die zwischen 16-45 Jahre alt sind und deren erste Insulingabe nicht länger als drei Monate zurück liegt. Weitere Einschlusskriterien wie positiver Autoantikörpernachweis (GADA, IA-2A) und eine ausreichende basale C-Peptid-Sekretion (wird im Studienzentrum getestet) müssen vorhanden sein. Nicht teilnehmen dürfen Personen mit Typ 2 Diabetes oder mit Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis (insbesondere mit einer Allergie gegen Lipidemulsionen) sowie Schwangere.

Bei den bisher durchgeführten Studien traten keine eindeutig auf DiaPep 277 zurückzuführenden Nebenwirkungen auf. Ergebnisse der Phase II Studie wurden bereits im November 2001 in The Lancet veröffentlicht.

Quelle und Nähere Informationen

Institut für Diabetesforschung
Prof. Dr. Anette-G. Ziegler
Ansprechpartner: Dr. Markus Walter, Thomas Kaupper
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089-30793114; Fax: 089-3081733
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