News-Archiv: 2006

Am 14. November ist Weltdiabetestag

(2006)

Grausame Wahl

Die Auswirkungen von Diabetes auf diese Personen und ihre Familien sind oft verheerend. Schätzungen zufolge wenden in Armut lebende Menschen mit Diabetes in einigen Entwicklungsländern bis zu 25% ihres Jahreseinkommens für die Diabetesversorgung auf. Martin Silink, neu gewählter IDF-Präsident, drückt es so aus: „Für manche sind die Konsequenzen des Diabetes unerbittlich. Die wirtschaftlich benachteiligten Menschen werden tiefer in die Armut getrieben und stehen vor einer grausamen Wahl: Entweder sie zahlen für die Behandlung und geraten in katastrophale Schulden, oder sie vernachlässigen ihre Gesundheit und müssen mit Invalidität oder vorzeitigem Tod rechnen.“ Ältere Menschen, ethnische Minderheiten und Eingeborenenminderheiten sind von der Diabetes-Epidemie unverhältnismässig stark betroffen. In den entwickelten Ländern ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Diabetes bei Menschen über 65 beinahe zehn Mal so hoch als in der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen. In den USA geht man davon aus, dass eine von zwei im Jahr 2000 geborenen Personen einer ethnischen Minderheit im Laufe ihres Lebens Diabetes entwickelt, verglichen mit einer von drei in der Bevölkerung allgemein. In Kanada ist die Verbreitung von Diabetes bei den Ureinwohnern drei bis fünf Mal höher als in der allgemeinen Bevölkerung derselben Altersgruppe. Dies gilt ebenso für die australischen Ureinwohner.

Nichts zu tun ist keine Option

Die Diabetesepidemie droht sich zur größten Gesundheitskatastrophe zu entwickeln, die die Welt je gesehen hat. Rechtzeitig zum 14. November dieses Jahres ruft die International Diabetes Federation die globale Diabetes-Gemeinschaft zur Teilnahme an einer Kampagne für eine UNO-Resolution über Diabetes auf. Die Menschen sollen eine auf der Seite www.unitefordiabetes.org befindliche Online-Petition unterschreiben und eine virtuelle Version des blauen Rings weitergeben, der mittlerweile zum Symbol des Diabetes geworden ist.

Weitere Informationen

Die International Diabetes Federation (IDF) ist eine Organisation von mehr als 190 Mitgliedsverbänden in mehr als 150 Ländern. Ihr Ziel ist die Förderung der weltweiten Behandlung und Vorbeugung von Diabetes sowie der Entwicklung einer Therapie. Die IDF leitet die Kampagne für eine UNO-Resolution zu Diabetes. Siehe www.unitefordiabetes.org.
Der Weltdiabetestag ist eine Initiative der International Diabetes Federation (IDF) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mehr Informationen finden Sie unter www.worlddiabetesday.org.

Richtiges Fett gegen tödliches Quartett!

(2006)

Richtiges Fett gegen tödliches Quartett!

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren zum Schutz vor chronischen Entzündungen
Wissenschaftler der französischen Louis-Pasteur-Universität in Straßburg um Carine Klein-Patat stellten in ihrer aktuellen randomisierten Studie fest (1), dass eine Ernährungsweise mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren bereits Jugendliche vor den Folgen des tödliches Quartetts und chronischen Entzündungen schützt, berichtete gestern Diplom-Ingenieurin der Ernährungstechnik Elisabeth Warzecha von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.
Die Wissenschaftler untersuchten im Rahmen der Intervention Centered on Adolescents´ Physical Activity and Sedentary Behaviour Study (ICAPS) bei 60 normalgewichtigen und 60 übergewichtigen 12-jährigen Jugendlichen die Blutfettwerte, BMI, WHR, Körperfettzusammensetzung sowie den Blutdruck. Es zeigte sich, dass 25 Prozent der übergewichtigen Jugendlichen unter dem Metabolischen Syndrom litten, jedoch kein normalgewichtiger Jugendlicher.
Das Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren war bei den übergewichtigen Jugendlichen mit Metabolischem Syndrom niedriger als bei Übergewichtigen ohne Metabolisches Syndrom. Auch ist das Verhältnis der Fettsäuren positiv mit der Konzentration von HDL-Cholesterol assoziiert. Die Wissenschaftler folgerten aus ihren Ergebnissen, dass das Verhältnis mehrfach ungesättigter zu gesättigten Fettsäuren invers mit dem Metabolischen Syndrom und Entzündungen bei Übergewichtigen korreliert.
Dabei ist die Körperfettzusammensetzung und Fettverteilung unwichtig. Die Forscher konnten keine Verbindung zwischen der Fettsäurenzusammensetzung und der Insulinresistenz feststellen. Übergewichtige Jugendliche tragen mit einer fettreichen und aus ungesunden gesättigten Fetten bestehenden Ernährungsweise zur Entstehung des Metabolischen Syndroms bei.
Das Metabolische Syndrom, tödliches Quartett oder auch Syndrom X genannt, bündelt mehrere Risikofaktoren, die zu vorzeitigen arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen führen. Zu den Risikofaktoren zählen Diabetes mellitus Typ 2, bauchbetonte Adipositas, Fettstoffwechselstörung sowie Hypertonie.

Gewichtsreduktion, reichlich Bewegung und eine gesunde und abwechslungsreichen Ernährungsweise mit dem Verzehr mehrfach ungesättigter langkettiger Fettsäuren, wie Alpha-Linolensäure, sind wichtige Voraussetzungen für einen gesunden Lebens- und Ernährungsstil und schützen zusätzlich vor dem Metabolischen Syndrom und seinen Folgeerkrankungen, fasst die Ernährungsexpertin Elisabeth Warzecha die Ergebnisse der Studie zusammen.
Die gesunden Fettsäuren sind reichhaltig in Leinöl, Weizenkeimöl, Distelöl und Walnussöl enthalten. Weitere Informationen sind unter www.fet-ev.eu erhältlich. 2.721 Zeichen
(1) Carine Klein-Patat et al.: Plasma fatty acid composition is associated with the metabolic syndrome and low-grade inflamamtion in overweight adolescents; AJCN 2005; 82: 1178-1184.
Buchtipp: Cholesterin- und Fettampel. Sven-David Müller, Knaur Verlag, 2004. Erhältlich unter www.buch.ernaehrungsmed.de/3426669137
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Fetale Entwicklung

(2006)

In der Entwicklung des Fötus gibt es sensible kurze Phasen, in denen bestimmte Stoffwechselfunktionen eingestellt werden. Bei einer Unterernährung etwa arbeitet der Organismus auf Hochtouren, um eine maximale Verwertung zu erreichen. Diese Adaption ist irreversibel und gilt damit lebenslang. Wenn also später eine normale Ernährung erfolgt, wird diese überproportional gut verwertet und sorgt damit für Übergewicht.
Während man bisher annahm, dass eine Insulinresistenz beispielsweise erst durch eine falsche Ernährung und ungesunde Lebensweise im Erwachsenenalter erworben wird, konnte nun gezeigt werden, dass bereits im Mutterleib die Insulinresistenz geprägt werden kann. Das führt zu einem grundlegend neuen Verständnis von Diabetes. Zukünftige Forschungen sollen untersuchen, wie dieser sensible Mechanismus genau funktioniert und ob im Krankheitsfall vielleicht sogar ein "Re-Programmieren" möglich sein könnte. "Das ist allerdings noch blanke Zukunftsmusik", äußert sich Professor Hocher dazu.
Generell empfiehlt sich werdenden Müttern ein sehr bewusster Umgang mit Ernährung. Denn wie Professor Hochers Arbeitsgruppe in einer anderen Studie (Am J Physiol Regul Integr Comp Physiol. 2006 Oct;291(4):R1025-30) herausfand, kann nicht nur Unterernährung, sondern generell Fehlernährung im Mutterleib zu Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter führen. Dies wurde tierexperimentell untersucht. Nicht nur Proteinmangel, sondern auch ein Überangebot an Eiweiß kann im sehr frühen Stadium der Schwangerschaft zu einem geringen Geburtsgewicht und damit zu Herzkreislauferkrankungen der Nachkommen führen.

Liebe hält gesund

(2006)

ISG Initiative „Mut zur Selbsthilfe“

Liebe hält gesund Deutschland ist das Land der Selbsthilfegruppen. In über 80.000 Gruppen tauschen sich Betroffene über Ihre Erkrankungen wie Depressionen, Neurodermitis oder Prostatakrebs aus.
Doch obwohl in Deutschland rund 4,5 Millionen Männer von anhaltenden Erektionsstörungen betroffen sind, existiert nur eine einzige Selbsthilfegruppe zu diesem Thema. Hinter diesen nüchternen Zahlen steckt viel Leid und Einsamkeit.
Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG) hat sich deshalb vorgenommen, Selbsthilfegruppen zum Thema Erektionsstörungen zu initiieren und zu unterstützen. Der Patientenvertreter des ISG, Günther Steinmetz, hat vor 8 Jahren die bis heute einzige deutsche Selbsthilfegruppe zu diesem Thema gegründet.
„Für die meisten Männer sind Potenzstörungen eine echte Katastrophe“ weiß Günther Steinmetz zu berichten. Die Vorstellung, kein „richtiger“ Mann mehr zu sein, erschüttert das Selbstwertgefühl zutiefst und wirkt sich negativ auf Partnerschaft, soziale Kontakte und Arbeitsfähigkeit aus. Für viele Betroffene ist selbst das Gespräch mit der Partnerin und dem Arzt eine zu hohe Hürde. Dass Männer auch nicht darin geübt sind, sich mit ihren Freunden über Intimes auszutauschen, erschwert die Bewältigung des Problems.
Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann da ein wichtiger Schritt aus der Isolation und der Verzweiflung sein: „Man sitzt halt nicht mehr allein zu Hause und hadert mit seinem Schicksal, sondern jeder bekommt durch die Gruppe viele Anregungen für eine trotz Potenzstörung befriedigende Sexualität. Umgekehrt kann jeder erleben, dass auch seine Erfahrungen und Beiträge in solch einer Gruppe wichtig sind“, erklärt Günther Steinmetz. Die Solidarität untereinander und das Erlebnis, dass da keine „Schlappschwänze“ sondern gestandene Männer zusammenkommen, hilft das eigene Problem in einem anderen Licht zu sehen.

Das vertrauliche Gespräch in der Gruppe bereitet aber auch den Weg für die notwendigen nächsten Schritte: den Gang zum Arzt und das Gespräch mit der Partnerin. In Deutschland gehen nur 10 bis 20% der Männer mit Erektionsstörungen deswegen zum Arzt. Da Erektionsstörungen sehr früh auf gefährliche, noch nicht erkannte Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Arteriosklerose oder eine koronare Herzkrankheit hinweisen können, ist es besonders tragisch, dass viele Männer dieses „Frühwarnsystem“ ignorieren.
Da die Partnerin immer auch von Potenzstörungen mit betroffen ist, wird es auch ohne ihre Mitwirkung beispielsweise bei der Entscheidung für eine Behandlungsmöglichkeit keine zufriedenstellende Lösung des Problems geben.
Männer, die Interesse an einem Austausch mit anderen Betroffenen in ihrer Nähe haben, können sich beim ISG-Patientenvertreter Günther Steinmetz melden. Auch Infoblätter zu Erektionsstörungen und der Risikocheck FRED sind beim ISG erhältlich, die auch unter www.isg-info.de heruntergeladen werden können.

Abnehmaktion der Apotheken

(2006)

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Abnehmaktion der Apotheken startete im März

Aktion „Leichter Leben in Deutschland“

Ein intelligenter Mix aus Ernährungsumstellung ohne Hungern und mehr Bewegung ist das Rezept der Apothekenkampagne „Leichter Leben in Deutschland“. Abnehmwillige können, wie schon 2005, bundesweit bei über 1000 Apotheken Ernährungsberatung Seminare und mehr in Anspruch nehmen. Das von Apotheken getragene Ernährungs- und Bewegungsprogramm „Leichter Leben in Deutschland“ startete im März unter der Schirmherrschaft von Bayerns Gesundheitsministers Werner Schnappauf zum zweiten Mal bundesweit. In diesem Jahr werden noch höhere Teilnehmerzahlen erwartet als 2005, als rund 1000 Apotheken über 116.000 abnehmwillige Patienten betreuten. Im Durchschnitt schmolz jede/r Teilnehmer/in fast sechs Kilogramm Fett ab.

Politische Schirmherrschaft

„Leichter Leben in Deutschland ist beispielhaft für eine grundlegende Akzentverschiebung in der Gesundheitspolitik“, lobte der bayerische Gesundheitsstaatssekretär Otmar Bernhardt die von Apotheken getragene Abnehmkampagne anlässlich des Startschusses am 2. März in München. Denn angesichts der epidemieartigen Zunahme übergewichtiger Menschen – 54 Prozent aller Deutschen haben zu viel Körpergewicht, 19 Prozent sind adipös – steht nicht nur jeder Betroffene, sondern das Gesundheitssystem überhaupt vor einer großen Herausforderung. Übergewicht führt zu Folgekrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten. Gerade Typ-2-Diabetiker und auch „Prädiabetiker“ haben häufig massive Gewichtsprobleme. Eine Gewichtsreduktion zusammen mit einem Mehr an Bewegung verbessert die Stoffwechselsituation meist positiv. Wissenschaftlich völlig unstrittig und in der Praxis millionenfach bewiesen ist, dass eine Gewichtsreduktion um zehn Kilogramm Fett den Blutdruck deutlich senkt und die Symptome verschiedener „Wohlstandskrankheiten“ deutlich bessert: Das Diabetesrisiko sinkt um 50 Prozent, Blutfettwerte wie Triglyzeride und Cholesterin um bis zu 30 Prozent, Symptome von Herzerkrankungen bessern sich um bis zu 90 Prozent, der Zugewinn an Beweglichkeit, Ausdauer und Wohlbefinden hebt auch die psychische Lebensqualität. „Kein Medikament, kein Pulver und keine Pille bewirken solch umfassende positive Effekte“, betonte Prof. Alfred Wirth, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

Apotheken als Träger

„Diese von Apotheken getragene Gesundheitsaktion ist nicht in einem Werbebüro entstanden, sondern aus der praktischen Arbeit mit dem ratsuchenden Kunden“, betonte der Straubinger Apotheker Hans Gerlach, „Erfinder“ der ursprünglich lokal begrenzten Kampagne vor Journalisten. Die erste Aktion fand im Jahre 2000 unter dem Motto „Fit ohne Fett“ mit 700 Teilnehmern im bayerischen Straubing statt. 2001 waren bei „Straubing fastet“ schon über 2000 Menschen dabei, ein Jahr später schon 5000 Abnehmwillige. Im Jahr 2003 erreichte die erweiterte Aktion „Bayern Light“ 30.000 und 2004 fast 50.000 Teilnehmer. 2005 wurde das Programm erstmals bundesweit durchgeführt. In der Kampagne wollen auch in diesem Jahr über 1000 angemeldete Apotheken – davon über 400 in Bayern als Stammland der Aktion – möglichst viele Kunden zum gesunden Abnehmen bewegen. Eine Liste der teilnehmenden Apotheken ist im Internet unter www.llid.de. zu finden, neben weiteren Informationen zur Aktion.

Wissenschaftlich fundiertes Konzept

Die Aktion 2006 startete am 1. März, zu Beginn der Fastenzeit. Dabei sollen aber weder Fasten, Hungern noch FDH oder Diäten propagiert werden, auch nicht einseitiges „low fat“ oder das seit einiger Zeit populäre „low carb“-Konzept. Vielmehr ein „intelligenter Mix“ aus langfristiger Umstellung der Ernährung in Kombination mit mehr Bewegung, so Gerlach: „Es geht nicht um eine neue „Apotheken-Diät“, sondern um eine gesunde Lebensweise, bei der man ohne zu Hungern langfristig sein Wohlfühlgewicht erreichen kann – dank der intelligenten Kombination aus richtiger Ernährung und Bewegung.“ Ein realistisches Abnehmziel für einen Zeitraum von 4-5 Monaten liege bei fünf bis zehn Prozent des Körpergewichts, und zwar als Fett. „Das klingt im ersten Moment vielleicht nicht viel – doch weil hier tatsächlich Fett abgebaut wird, kann der Erfolg auch langfristig beibehalten werden.“
Zwar quillt der Markt insbesondere im Frühjahr über vor „Diäten“, doch die setzen nicht an der Ursache des Übels an, meinte auch Prof. Wirth: „Alle großen Studien zeigen, dass die Kombination aus Umstellung der Ernährung und vermehrte Bewegung die besten Ergebnisse liefert.“ Bei alleiniger Ernährungstherapie nimmt man pro Kilogramm Körperfett auch bis zu 300 Gramm an Muskelmasse ab, bei begleitendem Training jedoch nur etwa 100 Gramm, erläuterte der Mediziner.

Abnehmen mit System

Solche Grundzusammenhänge bringen die beteiligten Apotheken den Abnehmwilligen in einem ersten Seminar bei. Wie die Umstellung beim Einkaufen, im täglichen Leben, im Büroalltag oder auch unterwegs gelingen kann, erfahren sie in weiteren Seminaren. Richtig los geht es mit der „Zündungsphase“, die zwei Tag lang mit Hilfe reduzierter, geeigneter Kohlenhydrate den Blutzucker glätten und den Insulinspiegel senken soll. „Nach den zwei Tagen hat man in der Regel weniger Hunger, da der Blutzuckerspiegel nicht mehr so stark schwankt“, so die Ökotrophologin Susanne Wendel. Dann beginnt die eigentliche Abnehmphase, die man bis zum Erreichen des Wunschgewichts beibehält. Die wichtigsten Grundsätze lauten

  • Vermeiden von Lebensmitteln mit „schnellen“ Kohlenhydraten wie Zucker, Stärke- und Weißmehlprodukten zugunsten „langsamer“ Kohlenhydraten durch Vollkornprodukte, Gemüse und Obst.
  • Gezielte Reduktion von Fett auf maximal 60 Gramm am Tag. Dabei ist zu beachten, dass vor allem die gesättigten Fette reduziert und genügend ungesättigte Fette gegessen werden.
  • Ausreichende Proteinzufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht (als z.B. 64 Gramm bei einer 80 kg schweren Person). Protein (Eiweiß) hat beim Abnehmen gleich mehrere Vorteile: Es sättigt sehr gut und verhindert den Abbau von Muskelmasse, sofern man ich gleichzeitig ausreichend bewegt. So wird auch der Jojo-Effekt vermieden.

In einer Stabilisierungsphase wird der Übergang zu einer eigenverantwortlichen, ausgewogenen Ernährung unterstützt. Denn das erreichte Wunsch- und Gesundgewicht soll auch nach LLID erhalten bleiben.

Was bieten die Apotheken bei der Aktion „Leichter Leben in Deutschland“?

Teilnehmer erhalten in einer an der Aktion teilnehmenden Apotheke (Liste unter www.llid.de) gegen einen Obulus von 15 Euro ein Wertscheckheft mit Gutscheinen über Körperfettmessungen, Ernährungsvorträge, Bewegungs-Schnupperkurse und mehr. Mit diesem Gutscheinheft können sie an allen Aktionen rund um „Leichter leben in Deutschland“ teilnehmen. Dabei kooperieren die Apotheken auch mit dem örtlichen Einzelhandel, Sportvereinen, Fitnessclubs und Sponsoren aus der Industrie (z.B. Omron als Hersteller von Blutdruckmessgeräten und Schrittzählern). Wichtige Grundbausteine sind drei Vorträge – über die Grundlagen gesunden Abnehmens, eine virtuelle Einkaufstour und ein Vortrag mit praktischen Tipps für den Alltag. Apotheken, die Erfahrung in der Betreuung von Diabetikern haben, bieten ab Mitte April 2006 einige Spezialseminaren an. Diabetiker, die insulinpflichtig sind oder bestimmte Medikamente einnehmen müssen, können nur in enger Abstimmung mit dem behandelnden Diabetologen an diesen Kursen teilnehmen. Hier arbeiten die Apotheken sehr eng mit dem Arzt zusammen. Unterstützend bietet die Apotheke geeignete Produkte an: Von der Einkaufsbroschüre über das LliD-Kochbuch, Müslis und Brotbackmischungen mit niedrigem glykämischem Index, Formula-Diäten bis hin zu Schrittzählern, die die Kunden zum Ziel der „10.000 Schritte am Tag“ motivieren sollen.

Redaktion: Ralf Schlenger, München

Diabetes-TÜV

(2006)

Bereits jetzt ist die Deutsche BKK die einzige Krankenkasse in Deutschland, die diese speziellen Vorsorgeuntersuchungen zusätzlich zu den vom Gesetzgeber geforderten Disease-Management-Programmen bundesweit anbietet. Mit einem zusätzlichen TÜV-Zertifikat avanciert der Diabetes-TÜV zu einem Gesundheits-Mehrwert für alle Diabetiker mit Siegel für Transparenz und neutraler Qualitätssicherung.

Derzeit laufen die Prüfverfahren beim TÜV-SÜD. Die Deutsche BKK erhält die Zertifizierung ihres exklusiven Präventionsangebotes im Frühjahr 2006. Bis dahin können natürlich alle Versicherten der Deutschen BKK mit Diabetes die Untersuchungen beim Haus- und Augenarzt auch weiterhin vornehmen lassen. An der Untersuchungsqualität wird sich mit oder ohne Siegel nichts ändern.

Nähere Informationen zum Diabetes-TÜV erhalten Sie auch unter www.deutschebkk.de

Fischöl hält das Herz im Rhythmus

(2006) makrele

Fischöl hält das Herz im Rhythmus

Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, sollten jeden zweiten Tag Fettfisch essen.

In einer Studie konnten amerikanische Forscher erstmals nachweisen, dass Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl wesentlich wirkungsvoller als alpha-Linolensäure aus Pflanzenöl Herzrhythmusstörungen verhindern können, berichtet Diplom Oecotrophologe Thomas Reiche von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen. Menschen, die unter Herzrhythmusstörungen leiden, empfehlen die Ernährungswissenschaftler der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik daher jeden zweiten Tag Fettfische wie Makrele, Hering und Lachs zu verzehren oder nach Absprache mit dem Arzt Fischölkapseln aus der Apotheke einzunehmen. 

Die Popularität mehrfach ungesättigter Omega-3-Fettsäuren lässt sich auf eine Vielzahl klinischer Studien zurückführen, die deren schützende und vorbeugende Wirkung im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweisen. Darüber hinaus belegen etliche kontrollierte Untersuchungen, dass insbesondere die im Fett von Seefischen wie Hering, Lachs oder Makrele reichlich enthaltenden herzgesunden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosapentaensäure (DHA) über die aus ihnen gebildeten Eicosanoide entzündungshemmend sind, Thrombosen entgegen wirken sowie Blutfettwerte und Blutdruck senken, weiß Thomas Reiche.

Seit kurzem rückt zunehmend die Sekundärprävention koronarer Herzerkrankungen einschließlich des plötzlichen Herztodes durch Omega-3-Fettsäuren in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Ein Großteil dieser Erkrankungen führt zum plötzlichen Herztod, der in den meisten Fällen eine direkte Folge von Herzrhythmusstörungen ist, die wiederum häufig mit einer verringerten Herzratenvariabilität (HRV) einhergehen. (3)(4)

Die HRV ist eine Messgröße der neurovegetativen Aktivität und der autonomen Funktion des Herzens. Sie beschreibt die Fähigkeit des Herzens, den zeitlichen Abstand von einem Herzschlag zum nächsten laufend (belastungsabhängig) anzupassen und sich so flexibel den ständig wechselnden Anforderungen zu stellen.(5) Omega-3-Fettsäuren verringern das Risiko einer Herzarrhythmie, indem sie die HRV erhöhen. Mit zunehmender Konzentration von Omega-3-Fettsäuren in den Zellmembranen sinkt somit das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden. Erstmalig haben nun Wissenschaftler um Fernando Holguin von der Universität Atlanta/USA eine randomisierte doppelblinde Studie zu den Auswirkungen verschiedener Quellen von Omega-3-Fettsäuren auf die HRV durchgeführt. (1)

Insgesamt erhielt die eine Hälfte der 52 Pflegeheimbewohner im Alter von über 60 Jahren täglich zwei Gramm Fischölkapseln (83,2 Prozent EPA und DHA), die andere Hälfte dagegen zwei Gramm Sojaölkapseln (6,78 Prozent alpha-Linolensäure). Über sechs Monate erfolgte eine 6-minütige Messung der HRV im Liegen. Die anfängliche Kontrollperiode von zwei Monaten ohne Supplementierung ermöglichte die Bestimmung einer Baseline, so dass jeder Proband seine eigene Kontrollperson darstellte. Als Ergebnis konnten die Forscher eine signifikante Erhöhung der HRV bereits nach drei Wochen in der Fischöl-Gruppe verzeichnen, während der HRV-Anstieg in der Sojaöl-Gruppe deutlich geringer ausfiel und auch erst nach neun Wochen erfolgte.

Ganz entscheidend ist, dass die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl einen Dosis abhängigen Anstieg der HRV bewirkt, wodurch sich das Risiko einer Herzrhythmusstörung um 48 Prozent verringern kann. (2)

Daher stellt der regelmäßige und reichliche Verzehr von Seefisch ein sehr wirkungsvolles Mittel zur Sekundärprävention der Herz-Kreislauf-Sterblichkeit dar. Demzufolge sollten nach den Richtlinien der American Heart Association Menschen ohne Herzkrankheiten mindestens zweimal pro Woche (vorzugsweise fetten) Seefisch essen. Patienten mit koronaren Herzerkrankungen sollten täglich 900 Milligramm EPA und DHA aufnehmen. Da diese Menge etwa drei Portionen Makrele, vier Portionen Hering oder fünf Portionen Lachs pro Woche entspricht, ist insbesondere hier der Einsatz von Fischölkaseln mit 300 bis 850 Milligramm EPA und DHA pro Kapsel (1 Gramm) sinnvoll, empfiehlt Ernährungsexperte Thomas Reiche abschließend.

Literatur:

(1) Holguin, F. et al.: Cardiac Autonomic Changes Associated With Fish Oil vs Soy Oil Supplementation in the Elderly. Chest 2005, 127 (4), 1102-1107
(2) Leaf et al.: Membrane Effects of the n-3 Fish Oil Fatty Acids, which prevent fatal ventricular arrhythmias. J Membr Biol 2005, 206 (2), 129-139
(3) Brouwer, I. A. et al.: Rationale and design of a randomised controlled clinical trial on supplemental intake of n-3 fatty acids and incidence of cardiac arrhythmia. Eur J Clin Nutr 2003, 57 (10), 1323-1330.
(4) Marchioli, R. et al.: Antiarrhythmic mechanisms of n-3 PUFA and the results of the GISSI-Prevenzione trial. J Membr Biol 2005, 206 (2), 117-128
(5) Hottenrott, K. (Hrsg): Herzfrequenzvariabilität Sport. Prävention – Rehabilitation – Training. Symposium am 8. Dezember 2001 in Marburg. Hamburg: Czwalina Verlag, 2002

Einsatz von Humalog wirtschaftlich!

(2006)

Einsatz von Humalog ist wirtschaftlich

Zusätzliche Arzneimittelkosten des Analoginsulins Humalog (Wirkstoff: Insulin lispro[1]) gegenüber Humaninsulin werden durch seltenere stationäre Aufenthalte zumindest kompensiert.
Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das vom Pharmaunternehmen Lilly Deutschland bei einem unabhängigen Institut in Auftrag gegeben worden ist. Auf der Basis von Studien aus dem amerikanischen Managed Care Bereich wurde unter anderem die Wirtschaftlichkeit von Insulin lispro im Rahmen der Therapie des Diabetes mellitus vom Typ 1 und Typ 2 untersucht.
Der Nutzen verschiedener kurzwirksamer Insuline zur Behandlung von Diabetes mellitus ist derzeit ein hitzig diskutiertes Thema. Im Zentrum der gesundheitspolitischen Debatte stehen der medizinische Nutzen, die Wirtschaftlichkeit und der Patientennutzen verschiedener Therapieoptionen. Im Rahmen eines so genannten Health Technology Assessments (HTA)[2] hat das Pharmaunternehmen Lilly Deutschland Studien, die zur Beurteilung dieser Aspekte maßgeblich sind, vom Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES), dem größten deutschen privatwirtschaftlichen und unabhängigen Forschungsinstitut im Gesundheitswesen, analysieren lassen.
Weniger Krankenhausaufenthalte, höhere Patientenpräferenz
Zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit aus Sicht der Kostenträger wurden drei relevante Studien identifiziert und ausgewertet. In diesen Studien wurden die gesamten Behandlungskosten von Menschen mit Diabetes untersucht, die mit Insulin lispro oder Humaninsulin therapiert werden. Eine Unterscheidung zwischen Typ 1- oder Typ 2-Diabetes wurde nicht vorgenommen. Alle Studien zeigen, dass die zusätzlichen Arzneimittelkosten in der Lisprogruppe gegenüber der Humaninsulingruppe u. a. durch seltenere stationäre Aufenthalte zumindest kompensiert werden.
Zur Beurteilung der Patientenpräferenz konnten neun Studien ausgewertet werden. Alle Studien untersuchen nahezu ausschließlich Patienten mit Typ 1-Diabetes. Diese berichten einheitlich über eine Präferenz bzw. eine gewünschte Fortsetzung nach Studienende mit Insulin lispro.
HbA1c und Hypoglykämien – Die Parameter zur Beurteilung des medizinischen Nutzens?
Die Analyse des medizinischen Nutzens wurde – analog zum damals aktuellen IQWiG-Methodenpapier – auf die folgenden Parameter beschränkt: Häufigkeit von Hypoglykämien und HbA1c-Werte.
Die Ergebnisse für den Typ 2-Diabetes zeigen, dass eine Behandlung mit Insulin lispro und mit kurzwirksamem Humaninsulin gleich effektiv auf den HbA1c-Wert und das Hypoglykämie-Risiko wirken. Für den Typ 1-Diabetes konnten jedoch ein signifikanter Vorteil bei der Senkung des HbA1c-Werts sowie deutliche Hinweise auf Reduktion schwerer Hypoglykämien gezeigt werden.

Neben dem HbA1c-Wert, der lediglich eine Information über die durchschnittlichen Blutzuckerwerte während der letzten sechs bis zwölf Wochen gibt, rücken seit einiger Zeit immer stärker die Blutzuckerwerte nach dem Essen (postprandiale Blutzuckerspiegel) in den Mittelpunkt der Diskussion. Denn es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass postprandiale Blutzuckerspitzen eine wichtige Rolle bei vaskulären Schäden spielen. Welchen Einfluss der mittels einer Insulintherapie kontrollierte postprandiale Blutzuckerspiegel auf das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse hat, wird derzeit von Lilly in einer großen Studie mit 1.355 Patienten mit Typ 2-Diabetes untersucht. Erste Ergebnisse werden 2008 erwartet.
Anmerkungen für die Redaktion
[1] Insulin lispro (Humalog®) ist eine verschreibungspflichtige Substanz. Auf die Vorschriften des Heilmittelwerbegesetzes wird ausdrücklich hingewiesen.
[2] Der Begriff Health Technology Assessment (HTA) bezeichnet einen Prozess, mit dem medizinische Verfahren und Technologien systematisch bewertet werden, die einen Bezug zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung haben. In der deutschen Gesundheitspolitik haben sich HTAs als wirksames Mittel zur Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit etabliert.

Dicke Kinder werden dicke Erwachsene

(2006)

Dicke Kinder werden dicke Erwachsene

Diabetiker von morgen
Jede/r zweite Deutsche gilt schon als übergewichtig. Und es werden immer noch mehr, vor allem unter Kindern und Jugendlichen. Sie sind die Diabetiker von morgen, meinten Experten auf einem Adipositaskongress. Eltern sollten Vorbild sein und frühzeitig eingreifen
Körperideal und Körperwirklichkeit klaffen immer mehr auseinander
Nur noch eine/r von vier Deutschen hat ein wünschenswertes Körpergewicht (Body Mass Index BMI unter 25). Jede/r zweite gilt als übergewichtig (BMI 25-30), knapp 20% als adipös (BMI 30-35), die weiteren als extrem adipös. Der mittlere BMI liegt in der Deutschland bei ca. 27. (USA ca. 28,5), konstatierte Prof. Alfred Wirth, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (Adipositas = Fettsucht, definiert als BMI über 30).
Und die Kinder eifern den Erwachsenen nach: Schon 4 bis 8% aller Schulkinder sind adipös, jedes fünfte Schulkind und jeder dritte Jugendliche übergewichtig, bei einem großen Anteil von Kindern ausländischer Mitbürger. 40 bis 70% der Schwankungsbreite im individuellen Gewicht ist zwar durch Vererbung bestimmt. Aber die rasante Zunahme von Übergewicht in allen Altersgruppen und Schichten zeigt, dass Umweltfaktoren erheblich beteiligt sind. Zu kalorienreiches Essen, zu wenig Bewegung sind Hauptrisikofaktoren. Zu Übergewicht neigende Kinder und Jugendliche nehmen dann oft extrem schnell und stark zu, mitunter über 10 kg pro Jahr. Parallel steigt die Insulinresistenz. So werden aus übergewichtigen Kindern i.d.R. übergewichtige Erwachsene.
Berechnen Sie Ihren Body-Mass-Index (BNI)
Ist Fettsucht eine Krankheit?
Aus medizinischer Sicht eindeutig ja. Adipositas hat eine klare Ursache (Kalorienaufnahme dauerhaft über Kalorienverbrauch) und klare Erscheinungsformen („Pathologie“: vermehrte und vergrößerte Fettzellen). Das „Zentrum“ der Krankheit ist das Fettgewebe: Hier werden Dutzende Hormone und Substanzen gebildet, die den Stoffwechsel von Zucker und Fett beeinflussen und Entzündungen der Gefäße in Gang setzen (u.a. TNF-alpha, CRP, Interleukine, Leptin, Resistin, Adiponectin, freie Fettsäuren). Die Veränderungen ziehen beim Übergewichtigen eine Reihe von Folgekrankheiten nach sich. Es verläuft eine logische Risikokette von Adipositas zu den Krankheiten des metabolischen Syndroms (Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz, Diabetes), schließlich zu Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall, den häufigsten Todesursachen. Doch statt der Ursache werden heute meist die Folgekrankheiten therapiert. Adipositas (Fettsucht) wird medizinisch und gesundheitspolitisch untergewichtet. „Mit dieser Einschätzung erfüllt die Adipositas alle Kriterien für eine Krankheit, wenngleich die Gesundheitspolitik diese Zuordnung bisher versagt hat“, beklagte Prof. Wirth.

Übergewicht: Motor des metabolischen Syndroms
Seine Hauptbedeutung hat Adipositas aber als Motor für die Entwicklung des metabolischen Syndroms. Das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechelstörungen, Typ-2-Diabetes wird wesentlich von Fettablagerungen im Bauchraum (viszerale Adipositas), Leber und Muskulatur bestimmt, sagte Prof. M. Hanefeld, Dresden, der das Syndrom 1981 erstmals beschrieb. In den neueren Definitionen des metabolischen Syndroms ist die Adipositas daher ein zentrales Merkmal. Einfach zu ermitteln und für den klinischen Alltag geeignet sind die Kriterien einer amerikanischen Expertenkommission des National cholesterol education program (NCEP): Demnach liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn drei oder mehr von fünf Kriterien erfüllt sind: zentrale Adipositas (Übergewicht vom „Apfeltyp“. D.h. dicker Bauch), erhöhte LDL-Cholesterinwerte, erniedrigte HDL-Werte, Hypertonie und erhöhter Nüchtern-Blutzucker (vgl. Tab.2).
Bauchfett ist am gefährlichsten
Die Internationale Diabetes Föderation (IDF) ging dieses Jahr noch einen Schritt weiter und erhob die abdominelle (Bauch-)Adipositas zum wichtigsten Merkmal. Demnach liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn zu diesem einzig unabdingbaren Kriterium nur zwei weitere hinzukommen. Kritisch anzumerken ist, dass Grenzwerte für den Bauchumfang nicht ohne weiteres auf alle Länder zu übertragen sind. Die IDF-Definition gilt ausdrücklich nur für Europäer („europide Menschen“).

Kriterien des metabolischen Syndroms
NCEP 2002 IDF 2005
Bauchumfang Männer > 102 cm Frauen > 88 cm Männer > 94 cm Frauen > 80 cm
Hypertrigylzeridämie > 150 mg/dl
(1.69 mmol/L)
> 150 mg/dl oder Lipidtherapie
erniedrigtes HDL- Cholesterol Männer < 40 mg/dL Frauen < 50 mg/dL Männer < 40 mg/dL Frauen < 50 mg/dL oder Lipidtherapie
Arterielle Hypertonie > 130/85 mmHg > 130/85 mmHg
Erhöhte Nüchternglukose > 110 mg/dL > 100 mg/dL oder Typ-2-Diabetes
BU: Nach den amerikanischen (NCEP) und europäischen (IFD) Kriterien haben rund 50% der Amerikaner wie auch der Europäer ein metabolisches Syndrom.

Schon jeder zweite in Industrieländern stoffwechselkrank?
Nach der engeren IDF-Definition hat jeder zweite Deutsche ein metabolisches Syndrom. Doch was sagt dies? Um bei der Risikobewertung des Patienten einer „Übervereinfachung“ durch den Stempel „metabolisches Syndrom“ zu entgehen, empfiehlt Prof. Hanefeld, Dresden, die Kriterien differenziert zu gewichten. Bei Patienten, die unter die IDF-Definition fallen, steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall beispielsweise um den Faktor 5,67, wenn Hypertonie und hohes LDL-Cholesterin zusammen vorkommen. Es erhöht sich auf 6,17, wenn zentrale Adipositas und Hypertonie vorliegen. Zu exakteren Risikobewertung werden noch weitere Werte herangezogen: die Insulinresistenz und die Fettmasse im Bauch (die Entzündungsfaktoren wie CRP und Interleukine produziert und die Insulinresistenz fördert) kann bestimmt werden, ebenso der Fettgehalt der Leber. Ferner können im Blut Adiponektin (schützender Faktor) und CRP gemessen werden.
Adipositas hat Zukunft
Nur eine erhebliche Gewichtsreduktion vermag das langfristige kardiovaskuläre Risiko signifikant zu verbessern. Und das muss schon im Kindesalter bedacht sein. Als effektive Therapiebausteine gelten auch bei Kindern und Jugendlichen

  • Ernährungsumstellung (weniger energiedichte Nahrungsmittel)
  • Verhaltensmodifikation
  • mehr körperliche Bewegung

Guten Erfolg haben diese Methoden allerdings nur bei hochmotivierten und gut betreuten Patienten, sagte Prof. M. Wabitsch, Leiter einer pädiatrischen Adipositasambulanz an der Uniklinik Ulm. Und das trifft auf die Mehrzahl der Patienten leider nicht zu. Insbesondere verhaltentherapeutische Maßnahmen werden zu wenig angenommen. Für chancenreicher hält Wabitsch die stationäre Langzeittherapie sowie Medikamente und ggf. auch chirurgische Eingriffe (vgl. Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter www.a-g-a.de). Eine stationäre Therapie der Adipositas über 4-6 Wochen führen Fachkliniken für Kinder und Jugendliche durch.
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Magnesium-Mangel fördert diabetische Folgeschäden

(2006) diabetes-news-blutkoerperchen

Magnesium-Mangel fördert diabetische Folgeschäden

Patienten mit Diabetes sind häufig nicht ausreichend mit dem Mineralstoff Magnesium versorgt.

Einer Studie an der Universität Stuttgart-Hohenheim zufolge, wiesen von rund 5500 Diabetikern nur 11% der insulinpflichtigen und 15% der nicht-insulinpflichtigen Patienten optimale Magnesiumwerte im Blutserum auf. Ein Defizit an dem lebensnotwendigen Vitalstoff kann aber für den Krankheitsverlauf fatale Folgen haben, warnt die Gesellschaft für Biofaktoren: Magnesium-Mangel fördert nicht nur den Diabetes, sondern auch die gefürchteten Folgeschäden der Stoffwechselstörung an Herz und Blutgefäßen. „Umfangreiche epidemiologische Studien zeigen, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei erniedrigten Magnesium-Konzentrationen im Blut erhöht ist“, erklärte der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Hans-Georg Classen, Magnesium-Experte aus Stuttgart-Hohenheim.

Aktuellen Erkenntnissen zufolge, scheint ein Magnesium-Mangel entzündliche Prozesse zu fördern, die wiederum die Gefäßwände schädigen: Wie mexikanische Wissenschaftler nachwiesen, steigt bei erniedrigten Magnesium-Konzentrationen im Blutserum das so genannte C-reaktive Protein (CRP) an, ein Eiweißkörper, welcher bei entzündlichen Vorgängen vermehrt ins Blut abgegeben wird. Erhöhte CRP-Werte gelten als Risikofaktor für die Entstehung von (Gefäß-) Komplikationen wie Thrombosen und Herzinfarkte. Je schlechter die Stoffwechseleinstellung, umso höher sind die CRP-Werte. Das ergab eine Untersuchung eines US-amerikanischen Forscherteams an 1018 US-Diabetikern.

Studien aus Italien, Brasilien und Mexiko ergaben außerdem, dass durch Magnesium-Gaben die Wirksamkeit des Insulins verbessert werden kann. Der Wirkverlust dieses Schlüsselhormons des Zuckerstoffwechsels ist die wesentliche Ursache des Typ 2 Diabetes.

Warum ist die Magnesium-Versorgung bei Diabetikern so kritisch?

Nach Meinung der Gesellschaft für Biofaktoren wird von dem vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten enthaltenen Mineralstoff meist zu wenig über die Nahrung aufgenommen. Gleichzeitig wird Magnesium bei Diabetikern häufig vermehrt über die Nieren aus dem Körper herausgeschwemmt. „Wadenkrämpfe sind ein Frühzeichen für einen Mangel“, sagte Classen. Im Zweifelsfall und bei Risikopersonen rät die Gesellschaft, die Ernährung durch ein Magnesiumpräparat zu ergänzen. Herz-Kreislauf-Gefährdeten wie Diabetikern empfehlen die Experten, ein Präparat zu wählen, das den Mineralstoff in Form des Magnesium-Orotats enthält. Denn der Biofaktor Orotsäure (Orotat) unterstützt die Wirksamkeit des Magnesiums, insbesondere in seiner Schutzfunktion für Herz und Kreislauf. Die körpereigene Substanz fördert als so genannter Magnesium-Fixateur die Bildung natürlicher Bindungsstellen für Magnesium in den Körperzellen, wodurch der Mineralstoff besser am Wirkort fixiert werden kann. Gleichzeitig verbessert Orotsäure die Energiebereitstellung in den Herzmuskel-Zellen, wodurch die Belastbarkeit und Widerstandskraft des Herzens verbessert wird.