News-Archiv: 2006

Dringend Maßnahmen erforderlich

(2006)

Mikroalbuminurie-Tests auch für „Gesunde“

Was für die Risikogruppen Diabetiker und Hypertoniker gilt, gilt auch für die Gesamtbevölkerung, meint Galle: „Nierenerkrankungen sind behandelbar, wenn sie zeitig erkannt werden. Die Gesellschaft für Nephrologie empfiehlt daher, zum turnusmäßigen Gesundheits-Check, den die Krankenkassen ihren Versicherten ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre empfehlen, auch einen Urintest durchführen zu lassen.“ Neben der Früherkennung von Nierenerkrankungen sei dieser Test auch ein Indikator für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Erst in jüngster Zeit wurde die eingeschränkte Nierenfunktion und/oder eine Proteinurie auch eindeutig als unabhängiger Risikofaktor für das kardiovaskuläre Risiko identifiziert. Diese Erkenntnis wurde u.a. aus der HOPE-Studie und der VALIANT-Studie gewonnen und hat sich mittlerweile in großen epidemiologischen Erhebungen widergespiegelt. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass es zu einem Anstieg des kardiovaskulären Risikos nicht erst im fortgeschrittenen Stadium der Nierenerkrankung kommt, sondern bereits sehr früh, d.h. bei einer GFR unter 60 ml/min sowie beim Vorliegen einer Mikroalbuminurie.“

Inkretin-Mimetika

(2006)

Dr. John Eng stellte 1992 fest, dass das Hormon Exendin-4, das er im Speichel des Gila Lizard entdeckte, die gleiche Wirkung hat wie das menschliche Darmhormon GLP-1 (Glukagon-Like-Peptide). „Es steuert die Insulinproduktion im Körper ganz eigenständig und je nach Bedarf und wird nur dann aktiv, wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist“, erläutert Privatdozent Dr. Oliver Schnell vom Institut für Diabetesforschung in München. Diese Erkenntnisse führen dazu, dass neben oralen Diabetesmedikamenten und Insulinen künftig auch Darmhormone (Inkretine) in der Diabetes-Therapie eine wichtige Rolle spielen werden. Exendin-4 ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse: der Inkretin-Mimetika. Im ursprünglichen Sinn bezeichnet man mit dem griechischen Wort „Mimese“ die nachahmende Darstellung der Natur oder des Charakters einer Person. Unter Inkretin-Mimetika versteht man demnach Substanzen, die die Wirkung von Inkretinen imitieren.

Inkretin-Mimetika denken mit

Inkretin-Mimetika haben für Menschen mit Diabetes Vorteile, die bislang keine anderen Diabetesmedikamente bieten konnten. Sie kurbeln die Insulinproduktion nur dann an, wenn der Blutzucker erhöht ist. Bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel bleibt die Stimulation der Insulinausschüttung aus. Inkretin-Mimetika verzögern einerseits die Magenentleerung, andererseits hemmen sie den Appetit. Darüber hinaus kann die neue Wirkstoffklasse zur Gewichtsreduktion beitragen, die bei Menschen mit Typ-2-Diabetes oft nötig wird. Studien zeigten, dass Patienten unter Gabe von Exenatide mit oralen Antidiabetika innerhalb von 30 Wochen zwischen 1,6 und 2,8 Kilogramm abnahmen(1).
„Bei den Inkretin-Mimetika handelt es sich um eine innovative Wirkstoffklasse, deren zentraler Vorteil darin besteht, dass es die Insulinproduktion streng vom Blutzucker abhängig ankurbelt. Praktisch bedeutet das, dass es die Hypoglykämierate senkt“, erläutert Professor Dr. med. Michael Nauck, Leiter der Fachklinik für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten Bad Lauterberg, der maßgeblich an der weltweiten Forschung der Inkretin-Mimetika beteiligt ist.

Wirkung auch auf die insulinproduzierenden Zellen

In Tierversuchen konnte bereits gezeigt werden, dass Inkretin-Mimetika die insulinproduzierenden Zellen, die sogenannten Beta-Zellen, regenerieren, die Beta-Zellmasse erhöhen und die Neubildung von Beta-Zellen fördern. Wenn sich diese Beobachtungen bestätigen, wären Inkretin-Mimetika eine neue Wirkstoffklasse, die den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen kann (2).

Das Inkretin-Mimetikum Exenatide

Exenatide – synthetisch hergestelltes Exendin-4 – ist der Vertreter der neuen Substanzklasse der Inkretin-Mimetika. Es bietet neue therapeutische Optionen für Menschen mit Typ-2-Diabetes. Der verschreibungspflichtige Wirkstoff ist seit Ende April in den USA zugelassen. Er wurde von Eli Lilly and Company in Zusammenarbeit mit Amylin Pharmaceuticals Inc. entwickelt. In Deutschland werden die Zulassungsunterlagen im Jahr 2006 bei der EU-Behörde eingereicht.

Diabetes – eine globale Epidemie

Sechs bis acht Millionen Deutsche leiden an Diabetes. Rund 350.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an der Stoffwechselkrankheit. Da die Erkrankung häufig über Jahre hinweg unerkannt bleibt, wird vermutet, dass die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten Diabeteserkrankungen fast genauso hoch ist wie die Zahl der diagnostizierten Erkrankungen (3). Bei dieser Krankheit hat der Körper die Fähigkeit verloren, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Bei Typ-2-Diabetes produzieren die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse das Insulin nicht mehr bedarfsgerecht. Der Blutzucker ist dann erhöht und kann nicht mehr richtig reguliert werden. Typ-2-Diabetes entsteht meistens schleichend und aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren. Genetik, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen als Folge von Bewegungsmangel und falscher Ernährung sind besonders wichtige Risikofaktoren bei seiner Entstehung. Trotz zahlreicher Behandlungsmöglichkeiten können viele Patienten, das Therapieziel für Blutzuckerwerte nicht erreichen. Dies führt zu verheerenden Folgekomplikationen, die eine kostenaufwendige Therapie verlangen.

Literatur

  1. Buse J. et al., Diabetes Care 2004 (Vol 27, No 11): 2628-2635 DeFronzo R. et al.; Diabetes Care 2005 (Vol 28, No 5): 1092 – 1100 Kendall D. et al.; Diabetes Care 2005 (Vol 28, No 5): 1083-1091
  2. DJ. Curr Pharm Des 2001; 7:1399-1412, Drucker DJ. Mol Endocrinol 2003; 17:161-171
  3. Rathmann et al., Diabetologia 2003 (46): 182-189

Die guten Vorsätze der Deutschen

(2006)

Die guten Vorsätze der Deutschen

Mehr Sport für die Gesundheit
Sie gehören zum Jahreswechsel wie das Feuerwerk um Mitternacht – die guten Vorsätze. Die Allianz Private Krankenversicherung wollte deshalb wissen, was sich die Deutschen für ihre Gesundheit vorgenommen haben. Das Ergebnis lässt hoffen: Deutlich mehr Menschen als noch im vergangen Jahr planen, sich 2006 mehr um ihr Wohlbefinden zu kümmern. Gleichzeitig sorgen sie sich um ihr Gesundheitssystem und wünschen Reformen.
„Gesund bleiben“ ist der größte Wunsch der Deutschen für das neue Jahr. Das antworteten 49 Prozent der Befragten in einer repräsentativen Umfrage von TNS Healthcare im Auftrag der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG.
Dafür sind viele bereit, auch selbst mehr zu tun – zumindest haben sie sich das fest vorgenommen. 58 Prozent (2004: 50 Prozent) der Deutschen haben den Vorsatz, sich gesünder zu ernähren. 53 Prozent (2004: 38 Prozent) wollen mehr Sport treiben, 49 Prozent (2004: 45 Prozent) regelmäßig zum Arzt gehen und immerhin noch 20 Prozent (2004: 16 Prozent) weniger Alkohol trinken.
Eine etwas andere Reihenfolge ergab die Frage, welche Vorsätze der eigene Partner fassen sollte. Ganz vorn: „Mehr Sport treiben“ und „regelmäßig zum Arzt gehen“ (40 Prozent) gefolgt von „sich gesünder ernähren“ (38 Prozent).
Gesund bleiben, um die Krankenversicherung zu entlasten
Die Ergebnisse zeigen, dass das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zunimmt. Das liegt sicherlich unter anderem auch daran, dass die Mehrheit der Befragten der neuen Regierung nicht zutraut, die Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenkassen in den Griff zu bekommen: Nur 21 Prozent der Deutschen glaubt, dass die Große Koalition die Probleme lösen kann. Dagegen glauben 84 Prozent, dass die Leistungen der gesetzlichen Kassen in den nächsten vier Jahren weiter gekürzt werden.
Ihren Mitbürgern trauen sie dabei nicht allzu viel zu: So sind 64 Prozent der Meinung, die Deutschen hätten in Bezug auf die Gesundheit eine Vollkasko-Mentalität. Doch 83 Prozent sagen auch: „Jeder Bürger kann durch mehr Eigenverantwortung, also etwa durch gesunde Ernährung oder mehr Bewegung, einen Beitrag leisten, die Krankenversicherung zu entlasten und damit die Beitragssätze in Zukunft stabil zu halten.“
Wünsche an die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt
Die Umfrage zeigt darüber hinaus: Die Mehrheit der Deutschen ist mit dem aktuellen Gesundheitssystem nicht zufrieden. Nur 26 Prozent der Deutschen möchten, dass es so bleibt wie es ist. Aber was sollte sich ändern? Die Allianz Private Krankenversicherung hat daher auch nach den Wünschen an die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gefragt.
Das Ergebnis:

  • Prozent wollen, dass die Ministerin den Bürgern die Wahrheit über die Finanzierungsprobleme der Gesetzlichen Krankenversicherung sagt
  • 82 Prozent wünschen sich eine zügige Reform des Gesundheitssystems
  • 78 Prozent finden, dass jeder selbst die Möglichkeit haben sollte, seinen Krankenversicherungsschutz nach seinem persönlichen Bedarf zusammenzustellen
  • 76 Prozent sagen, jeder sollte selbst entscheiden dürfen, wie er sich versichert – gesetzlich oder privat

Gute Vorsätze sind gut, aber werden sie auch umgesetzt?
Gute Vorsätze allein aber bewirken noch nicht viel. Wichtig ist, dass sie auch tatsächlich umgesetzt werden. Die Antworten auf diese Frage sind überraschend: Immerhin 48 Prozent sagen, sie hätten sich im vergangenen Jahr vorgenommen, sich gesünder zu ernähren und hätten das auch wirklich getan. 41 Prozent der Deutschen sind 2005 entsprechend ihres Vorsatzes regelmäßig zum Arzt gegangen und 40 Prozent haben tatsächlich mehr Sport getrieben.
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Niemand muss Angst vor Zimt haben!

(2006)

Wie Schmidt erläutert, ist es verwunderlich, warum in der Zimtdebatte auf der Basis der Effekte der isolierten und hochdosierten Reinsubstanz Cumarin argumentiert werde. Cumarin ist nicht das Gleiche wie Zimt. Für das Gewürz liegen umfangreiche Untersuchungen vor, die ein Fehlen toxischer Effekte bis in einen Bereich von mindestens zwei bis fünf Gramm pro Körperkilogramm belegen.
Der vom BfR angenommene Grenzwert einer sicheren Cumarin-Zufuhr von 0,1 mg/Körperkilogramm hat keine wissenschaftliche Grundlage, betonen Dr. Schmidt und Müller-Nothmann. Das Bundesamt beruft sich in seinen Berechnungen auf eine Untersuchung am Hund, in der eine Dosis von mindestens 10 mg Cumarin/Körperkilogramm aber keinerlei Gifteffekt gezeigt hatte.
Um diese Dosis beim Menschen zu erreichen, wären selbst bei Kindern utopisch große Zimtstern-Mengen erforderlich. Dass das BfR dennoch ein Risiko konstruiert, liegt an einem von ihm selbst postulierten, aber toxikologisch nicht zu begründenden, frei wählbaren und somit rein willkürlichen Sicherheitsfaktor, der mögliche Unterschiede zwischen Tier und Mensch berücksichtigen soll.
Für Müller-Nothmann und Toxikologie-Experten Schmidt stellen Zimt oder wässrige Zimtextrakte auch weiterhin eine interessante diätetische Maßnahme zur Unterstützung der Blutzuckereinstellung dar. Eine Gefahr bedeutet Zimt weder für Kinder noch für Diabetiker.

Sommerpflege trockener Füße bei Diabetes

(2006)

Eucerin® Pflegetipp für trockene Haut

Dr. med. Andrea Schölermann, wissenschaftliches Referat Dermatologie, Eucerin®
Was ist bei der Sommerpflege für trockene Füße bei Diabetes zu beachten?
Aufgrund ihrer Stoffwechsellage ist bei Diabetikern die Schweiß- und Talgdrüsenaktivität vermindert: Trockene, rissige Füße sind die Folge. Regelmäßige Fußpflege ist deshalb sehr wichtig. Auch im Sommer können Diabetiker ihre Füße sehen lassen, vorausgesetzt, die Pflege stimmt! Denn Sommerzeit heißt auch immer Sandalenzeit.
Badefreuden
Waschen bzw. baden Sie die Füße täglich, besonders in den heißen Sommerwochen, das entspannt und reinigt zugleich. Speziell bei trockenen und sehr trockenen Füßen sind rückfettende Badezusätze (z.B. Eucerin® Lipid-Duschöl, 200 ml, EUR 10-, exklusiv in Apotheken) ideal.

Mein Tipp: Zur Erfrischung zwei Tropfen belebendes Rosmarin- oder Lavendelöl zugeben. Ein Fußbad sollte nicht länger als drei bis fünf Minuten dauern. Prüfen Sie die Wassertemperatur immer mit einem Thermometer (max. 35-37° Celsius) und nie mit den Füßen. Denn bei Diabetes kann es durch die beeinträchtigte Temperaturempfindung leicht zu Verbrühungen kommen. Bei übermäßiger Hornhautbildung können Sie mit einem Bimsstein die aufgeweichte Haut sanft abrubbeln. Bitte keine Hornhautraspel oder ähnliches benutzen, die Verletzungsgefahr ist zu hoch. Anschließend müssen die Füße gründlich abgetrocknet werden – auch zwischen den Zehen.

Schöne Fußnägel
Verwenden Sie für die Fußpflege zu Hause keine scharfen Instrumente aus Metall, die zu Verletzungen führen könnten.

Mein Tipp: Die Nagelhaut nach dem Bad mit einem weichen Wattestäbchen vorsichtig zurückschieben. Fußnägel mit einer Sandpapierfeile nicht zu kurz feilen und die Ecken sanft abrunden, um ein Einwachsen zu vermeiden!

Tägliches Eincremen
Nach jedem Wasserkontakt muss die Haut des Diabetikers eingecremt werden, besonders bei Trockenheit, Schuppung, Rauheit und Schrunden: Cremen Sie die Haut Ihrer Füße täglich mit einer intensiv pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Fußcreme ein, die gut einzieht, ohne die Poren zu verstopfen (z.B. Eucerin® 10 % Urea Fußcreme, 100 ml, EUR 9,90, Apotheken-exklusiv, parfümfrei, mit Diabetologen entwickelt). Das macht die Fußhaut schön glatt, zart und geschmeidig.

Mein Tipp für Vergessliche: Legen Sie die Fußcreme einfach auf Ihren Nachttisch. Eine sanfte Fußmassage am Abend entspannt und entfaltet ihre Pflegewirkung über Nacht. Leiden Sie unter kalten Füßen, ziehen Sie nach der belegenden Massage einfach wärmende Socken über.

Die richtigen Schuhe
Laufen Sie nie barfuß – auch nicht in der eigenen Wohnung. Tragen Sie weiche und bequeme Schuhe ohne Innennähte und ggf. nahtlose Baumwollstrümpfe. Kontrollieren Sie täglich die Schuhe von innen auf mögliche Scheuerstellen, Steinchen, Nägel und ähnliches. Schützen Sie kritische Stellen vor Druck. Lassen Sie Hühneraugen und Hornhaut nur durch geschulte medizinische Fußpfleger behandeln.

Mein Tipp: Gehen Sie bei Wunden, Entzündungen oder Blasen sofort zum Arzt!

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Über die Knüppel hinwegsteigen

(2006)

Diabetes>News: Wie kann das geschehen?
Fach: Indem die Diabetologen auf ihre Qualität, auf ihre Leistung und ihre Flexibilität setzen. Es gibt bereits viele Beispiele gelungener Selbstbehauptung von Diabetologen. Diese Stärke fördert der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen. Unser Ziel ist es, das hat der Vorstand jüngst auf einer Klausursitzung unterstrichen, die verschiedenen Ansätze zu systematisieren. Wir werden noch stärker in die Offensive gehen.
Diabetes>News: Kann dies ein Verband alleine bewerkstelligen?
Fach: Gegen die Gesundheitsreform geht es nur geschlossen mit allen Ärzten. Was das alltägliche, diabetologisch-spezifische Management der reformerischen Unzulänglichkeiten angeht, stellt der Verband selbst eine Menge auf die Beine. Wir arbeiten an einem ausgefeilten Profil des Diabetologen. Der aktuellen Schwierigkeiten zum Trotz dürfen wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Jetzt erst recht.
Diabetes>News: Worauf müssen sich die Diabetologen aus Ihrer Sicht einstellen?
Fach: Kooperationen fachübergreifend ist ein wichtiges Stichwort. Es gehört zur ehrlichen Analyse der Zukunft, dass es Einzelkämpfer künftig schwer haben werden. Wir müssen die Einzelpraxis gesund erhalten, damit sie als starke Einheit in starken Verbünden agieren kann. Das Fach Diabetologie und seine Akteure müssen gesuchte Kooperationspartner sein.

Iss Dich glücklich!

(2006)

Iss Dich glücklich!

Schokolade macht glücklich – und dickdiabetes-news-wasser-turnen

Doch bei Schmuddelwetter und Schneematsch sieht man über Letzteres gern hinweg. Denn gerade in der dunklen Jahreszeit liefert Schokolade dem Körper die Glückshormone, die ihm durch den Lichtmangel fehlen. „Damit der Körper das Glückshormon Serotonin produzieren kann, braucht er Tageslicht“, erklärt Alexandra Krotz, Ernährungswissenschaftlerin bei der Techniker Krankenkasse (TK). „Doch neben Schokolade gibt es einige gesunde Ernährungs-Tricks, wie man den Winter-Trübsinn vertreiben kann.“

Serotonin ist ein stimmungsaufhellender Botenstoff – die Schlüsselsubstanz fürs Glücklichsein. Wie hoch der Serotoninspiegel im Gehirn ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie viel Tageslicht der Mensch aufnimmt. Doch auch bestimmte Nahrungsmittel können ihn beeinflussen. „Gesunde Glücklichmacher sind zum Beispiel Bananen, Ananas und Kiwis sowie rohe Paprika und reife Tomaten“, empfiehlt TK-Expertin Krotz. „Genau wie Fisch enthalten sie die Aminosäure Tryptophan, den Grundbaustein des Serotonins.“ Fisch hat zusätzlich den Vorteil, dass das enthaltene Jod die Schilddrüsenfunktion mobilisiert und den Zellstoffwechsel anregt – ein Energieschub für den Körper.

Besonders wichtig fürs Wohlbefinden ist auch Magnesium: Es hilft dem vegetativen Nervensystem und ist ein Schutzschild gegen Stress. Magnesium-Riesen sind vor allem Milch- und Vollkornprodukte sowie Bananen, Beerenobst und Geflügel. Außerdem kann ein Griff in die Gewürzkiste glücklich machen. Alexandra Krotz: „Muskat und Chili zum Beispiel wirken anregend. Chilischoten enthalten den Scharfmacher Capsaicin, der auf der Zunge brennt und dazu führt, dass im Gehirn das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet wird.“

Auch Sport kann Medizin für die Seele sein und dem Körper Glückshormone entlocken. Den besten Gute-Laune-Effekt hat regelmäßiges, moderates Ausdauertraining, das Spaß macht – vielleicht Walking, Schwimmen oder Skilanglauf.

Weitere Informationen bieten die beiden TK-Broschüren „Ernährung“ und „Bewegung“, die in jeder TK-Geschäftsstelle kostenlos erhältlich sind und unter www.tk-online.de zum Download bereit stehen.

Deutscher Diabetikertag 2006

(2006)

Mit gleichem Selbstverständnis lädt LifeScan seit 13 Jahren jeden Sommer junge Menschen mit Diabetes zu erlebnispädagogischen Kinderfreizeiten ein. LifeScan hat sich seit fast 20 Jahren als Experte und Partner in der Diabetestherapie etabliert. Diese Erfahrung stellt das Unternehmen mit seinen Produkten, Servicematerialien und seiner Kundenhotline allen Menschen mit Diabetes zur Verfügung.

Interessierte erhalten unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 70 77007 oder unter www.lifescan.de weitere Informationen zu den Blutzuckermesssystemen der Marke OneTouch®Ultra® sowie zum Thema Blutzuckerselbstkontrolle und Diabetes.

Mehr Bewusstsein für Wohlstandskrankheiten schaffen

(2006) Diabetes News metabolisch

Mehr Bewusstsein für Wohlstandskrankheiten schaffen

20 bis 30 Prozent der Gesellschaft sind vom metabolischen Syndrom betroffen, das zentrale Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenfasst. Um mehr öffentliches Bewusstsein für dieses gefährliche Krankheitsbild zu schaffen, startet die Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT! eine Infokampagne und stiftet Preise im Gesundsheitswesen und in den Medien.

Der eigenverantwortliche Patient

(2006)

Emotionaler, persönlicher Zugang motiviert Patienten

Selbstmessung, die nicht als Selbstzweck verstanden wird -, auch Dr. med. Andreas Klinge, Internist und Diabetologe in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis in Hamburg-Othmarschen, sieht in der SMBG bei Typ-2-Diabetes nicht nur ein Mittel zur Therapiekontrolle, sondern ein ganz wesentliches, eigenes therapeutisches Instrument im Sinne eines Feedback-Verfahrens.

„Der erste Behandlungsschritt besteht daher häufig darin, den Patienten die Möglichkeit zur Blutzuckerselbstkontrolle zu geben und sie mit der Information über den Zielbereich zu versorgen, ohne an der Therapie etwas zu verändern“, erläuterte Klinge. „Unter dieser Intervention erlebe ich häufig Erfolge, ohne dass eine einzige Tablette mehr verordnet wurde oder eine Eskalation der Therapie in Richtung einer Insulintherapie notwendig wäre. Der Patient erfährt durch die Selbstmessung, wie sich die unregelmäßige Einnahme der Tabletten, Bewegung oder auch unterschiedliche Nahrungsmittel auf die Stoffwechsellage auswirken.“

Ohne die aktive und selbstverantwortliche Rolle der Patienten sind weder die intensivierte Insulintherapie bei Typ-1-Diabetes realisierbar noch die notwendigen und oft weitgehenden Veränderungen des Lebensstils bei Typ-2-Diabetes, meinte die Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, Priv.-Doz. Dr. Dipl.-Psych. Karin Lange. Aufgrund der Heterogenität der Typ-2-Diabetiker hinsichtlich Alter, kognitiver Leistungsfähigkeit, emotionaler Belastung, körperlicher Risikokonstellation und Veränderungsbereitschaft müssten standardisierte Schulungskonzepte durch individuell zugeschnittene Angebote ersetzt werden, betonte Lange. Außerdem seien konkret erfahrbare Rückmeldungen im Alltag unerlässlich, um die Motivation der Patienten zu einer dauerhaften Veränderung des Lebensstils aufzubauen und zu erhalten. „Regelmäßige und/oder ereignisgesteuerte Stoffwechselselbstkontrollen stellen derzeit die beste Möglichkeit dar, um den Patienten eine subjektive Einschätzung des Risikos, vor allem aber des Erfolgs der eigenen täglichen Anstrengungen zu vermitteln“, sagte Lange. Der Erfolg motiviere, die Mühen der eigenverantwortlichen Therapie dauerhaft auf sich zu nehmen.

„Diskussion in Deutschland schlecht aufgestellt“

Auf Möglichkeiten und Grenzen in der aktuellen Versorgung nachte Prof. Dr. Hermann von Lilienfeld-Toal aufmerksam. Seiner Ansicht nach habe „der aktivierte Patient“ einen schweren Stand zwischen „pseudoautonomen Organisationen wie den KVen oder den Krankenkassen“. Für Lilienfeld-Toal war die Einführung der DMPs ein richtiger Schritt, weil diese mit der obligaten Schulung und strukturierten Kontrollen die Kombination von „richtiger medikamentöser Behandlung mit eigener Aktivität der Betroffenen“ anstreben.

Es gebe allerdings bei der Umsetzung der DMPs bis heute noch erhebliche Defizite. Dazu gehörten das Ausbleiben von Kontrollmechanismen, unzureichende Fußversorgung und unzureichende Umsetzung der Schulung der diabetischen Bevölkerung. Angesichts der Effektivität der Interventionsmöglichkeiten müssten die enormen Kosten, die die Betreuung des Diabetes mellitus bereits jetzt erzeuge, zu einer sehr viel stärkeren Aktivität der Beteiligten, insbesondere der über die Finanzen wachenden Krankenkassen führen. Geförderte Aktivierung der Patienten könnte, so der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen des Deutschen Diabetiker Bundes, Reduzierung der Folgeschäden und -kosten sehr gut ermöglichen, „egal ob in oder außerhalb des DMP“.

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Univ.-Prof. Dr. oec. V. Amelung

Einen frischen – ökonomischen – Blickwinkel brachte Univ.-Prof. Dr. oec. Volker Amelung, Geschäftsführer des Bundesverbandes Managed Care e.V., Berlin, in die Diskussion. Die derzeitigen Problemstellungen im Gesundheitswesen der Industriestaaten seien gar kein so neues Problem, meinte Amelung mit Blick auf das Finanzierungsdilemma der Krankenkassen des Freistaates Braunschweig im Jahr 1922.

Jenen Krankenkassen wurde damals der Zusammenbruch vorausgesagt. „Ich glaube, dass die Diskussion in Deutschland schlecht aufgestellt ist. Es wird immer nur über die Kostenseite diskutiert und gefragt: Wie kann man das Gesundheitssystem begrenzen? Dabei ist das Gesundheitswesen, wenn man sich die großen Wirtschaftszyklen anschaut, eine absolute Wachstumsbranche!“ Die Frage sollte daher eher lauten: Wie kann man das System stabilisieren oder neu konfigurieren hinsichtlich der solidarischen Finanzierung? Drei Dimensionen sind für den Professor für Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover dabei besonders zu beachten:

  • erstens die Zunahme alters- und verhaltensbedingter Krankheiten
  • zweitens der langfristig voraussehbare, stabile demographische Wandel
  • und drittens die diametralen Trends im Gesundheitsbewusstsein (einerseits Massenphänomene wie z.B. der Nordic-Walking-Boom, andererseits der „Schwergewichts-Boom“)

„Ich glaube nicht, dass man in Zukunft die unterschiedlichen Entwicklungsrichtungen mit einem System abdecken sollte.“ Amelungs Prognose: „Es wird sehr unterschiedliche Systeme nebeneinander geben, die unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen müssen.“ Der Trend zur Etablierung neuer Versorgungsstrukturen habe deutlich zugenommen. Dazu gehören Managed Care-Konzepte und Integrierte Versorgung; auch die Akzeptanz für Bonussysteme sei jetzt vorhanden, meinte Amelung. Der solidarisch finanzierte Teil des Gesundheitswesens werde vermutlich, wie beispielsweise in der Schweiz, weiter heruntergefahren werden, auf der anderen Seite werden dem privaten Bereich voraussichtlich deutlich mehr Spielräume gestattet werden. Letzteres würde mehr Wahlmöglichkeiten, damit aber auch mehr Verantwortung für die Patienten bedeuten. Bleibt noch die Frage: Wie sieht das die Bundesregierung?