News-Archiv: 2006

Neue Medikamente

(2006)

Der Endokrinologe, der in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts das Konzept des "Metabolischen Syndroms" mit seiner Arbeitsgruppe entwickelt hat, sieht zudem den Verdauungstrakt als entscheidenden Angriffspunkt für eine wirkungsvolle Therapie des Metabolischen Syndroms. Wie in die Verdauung und aber auch in den Stoffwechsel eingriffen werden kann – sei es durch neue Medikamente oder auch bestimmte Nahrungsmittel -, ist daher ein zentraler Punkt des Dresdner Symposiums.
Im Rahmen des Pressegesprächs erläutert Professor Hanefeld die Bedeutung von Inkretin-Mimetika, DDP4-Inhibitoren und Rimonabant als vielversprechende pharmazeutische Neuentwicklungen, die nicht nur den Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen, sondern auch den Appetit senken und das Gewicht reduzieren können.
Einen nicht-medikamentösen Ansatz bei der Diabetesvorbeugung verfolgt dagegen die Arbeitsgruppe "Prävention" des Nationalen Aktionsforums Diabetes Mellitus (NAFDM) in Sachsen. Der Sprecher der NAFDM-Arbeitsgruppe Dr. Peter Schwarz stellt ein Drei-Phasen-Konzept mit Risikoerkennung, Intervention zur Diabetesvorbeugung und Weiterbetreuung vor.
Auf die Prävention von Diabeteserkrankungen ausgerichtet ist auch die Arbeit von Kongresspräsident Professor Stefan Bornstein, Direktor der III. Medizinischen Klinik der Medizinischen Fakultät Dresden. Auf Zellebene untersucht der Forscher, welche Zusammenhänge zwischen hormonellen Stresssystemen und der Entstehung des Metabolischen Syndroms bestehen. Der Mediziner wird hierzu neue Erkenntnisse über die Bedeutung der Fettzellen als Hormonproduzenten vorstellen, die die Entwicklung des Metabolischen Syndroms wesentlich bestimmen.

Wechselbeziehung

(2006)

Da sich beide Erkrankungen gegenseitig beeinflussen, ist die Parodontitis nicht nur Folgeerkrankung des Diabetes, sondern kann umgekehrt auch auf die Zuckererkrankung negativ einwirken. Nicht selten kann der Zahnarzt den Verdacht auf einen Diabetes auf Grund der Situation des Zahnhalteapparates äußern.
Vor dem Hintergrund der ständig steigenden Zahlen an Diabeteskranken sind dies auch erhebliche Herausforderungen für die Zahnmedizin. Eine Tatsache, die bisher nicht nur weitgehend unterschätzt wird, sondern die große Bedeutung der Zahnmedizin für die Allgemeingesundheit unterstreicht.

Diabetes-News Zeitung EXTRA

(2006)

Diabetikerversorgung gefährdet!

Mit Zorn beobachtet der Deutsche Diabetiker Bund die große Gefahr, dass kurz wirksame Analoginsuline Ihnen in wenigen Wochen nur noch unter großen Einschränkungen und mit hoher finanzieller Belastung verschrieben werden dürfen.

Ärztliche Therapiefreiheit – Der Mensch mit Diabetes im Mittelpunkt

Berufstätige, ältere Menschen, Autofahrer oder auch Sportler – wer sein Leben als Diabetiker aktiv gestalten möchte, muss sich auf herbe Einschnitte in seinem Alltags- und Freizeitleben einstellen, darauf weist Dr. med. Eva-Maria Fach, Vorsitzende des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND), hin.

Lebensumstände – Wir möchten das kurz wirksame Analoginsulin nicht mehr hergeben

Gabriele Buchholz, die als Diabetesberaterin nicht nur tagtäglich mit Patienten zusammentrifft, sondern auch deren Lebensumstände und den Krankheitsverlauf sowie die damit verbundenen Probleme genau kennt, nennt anhand von zwei Beispielen, warum Betroffenen ein Analogon verschrieben wurde und welchen Effekt dies hatte.

Diabetikerversorgung – Interessen der Betroffenen nicht berücksichtigt

Der Deutsche Diabetiker Bund (DDB) kritisiert scharf die Nichtbeachtung der Interessen von Menschen mit Diabetes. Dies ist der Fall, sollten kurz wirksame Analoginsuline tatsächlich aus der Verordnungsfähigkeit genommen werden. Eine entsprechend negative Nutzenbewertung soll das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorbereitet haben.

Erfahrungen der Betroffenen – Erfahrungen der Betroffenen müssen ausschlaggebend sein

In den Empfehlungen und Entscheidungen zum Thema kurz wirksame Analoginsuline für Typ-2-Diabetiker müssen die Erfahrungen der Betroffenen ausschlaggebend sein. Die Zeit drängt.

Methode des IQWiG – Eine dogmatische Sichtweise

Interview mit Dr. med. Ulrike Rothe, Dresden, Vorstandsbeauftragte des Berufsverbands deutscher Diabetologen e.V. (BDD) Fragen: Welche Patienten profitieren besonders vom Einsatz der kurz wirksamen Analoginsuline? Das IQWiG ist in seinen Untersuchungen zu dem Schluss gekommen, dass es keinen patienten- relevanten Nutzen für die Analoginsuline gibt. Wie sehen Sie das?

Erläuterungen – Fakten zu kurz wirksamen Analoginsulinen

Kurz wirksame Analoginsuline verbessern die Lebensqualität der Patienten, da Unterzuckerungen seltener vorkommen, und sie gestatten eine hohe Therapieflexibilität, da kein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden muss. Der Patient kann also frei entscheiden, ob, wann und wie viel er spritzt.

Fakten statt Märchen – Studien belegen Vorteile gegenüber den politisch gewollten Normalinsulinen!

Es ist eine Dreistigkeit dieser selbsternannten Patientenschützer, dass sie Diabetiker vor nicht belegten Gefahren wie Krebs oder Allergien bewahren wollen – und damit genau das Gegenteil erreichen: sie gefährden die Gesundheit und schränken die Lebensqualität der Patienten ein.

Sorgen und Probleme

Vor 20 Jahren wurden den Menschen mit Diabetes in der Schulung oder vom Arzt Verhaltensregeln aufgestellt, die die Patienten mit Schaudern erfüllen mussten. Der Alltag musste genau nach Plan und Uhrzeit verlaufen. Spritzen mit der Spritze, für ältere Menschen gab es zwar auch Mischinsulin, aber die Genauigkeit der Verabreichung unterlag der Geübtheit des Betroffenen.

DiaPep277 soll körpereigene Insulinproduktion erhalten

(2006)

Kurzes Peptid für lange Wirkung

DiaPep277 soll bei neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes die körpereigene Insulinproduktion erhalten – noch Studienteilnehmer gesucht

Israelische Forscher entdeckten, dass das Peptidfragment p277 die vor und kurz nach der klinischen Manifestation des Typ 1 Diabetes ablaufende Immunreaktion an den pankreatischen Betazellen unterbrechen kann. Damit ist es möglich, deren weitere Zerstörung zu stoppen oder zu verzögern. Auch nach Beendigung dieser speziellen Therapie soll der Insulinbedarf nachhaltig niedriger sein.

Bereits die Phase II Studie hat sich als erfolgreich erwiesen. Nun soll die Wirksamkeit in einer placebokontrollierten, doppelblinden Phase III Studie an einer größeren Teilnehmerzahl verifiziert werden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen in elf Ländern durchgeführt. Mit einem Biopharmakon soll ein Fortschreiten der ß-Inselzellzerstörung aufgehalten werden, so dass man einen nachhaltigen immun-protektiven Effekt für die insulinproduzierenden Zellen erhält.

Was ist DiaPep 277?

DiaPep277 ist ein aus 24 Aminosäuren bestehendes Peptid aus dem Heat shock Proteine 60 (hsp60). Hsp 60 spielt bei der Entstehung des Typ 1 Diabetes eine bedeutende Rolle als Autoantigen. Das über einen Zeitraum von zwei Jahren vierteljährlich subkutan verabreichte Peptid soll durch eine eine antiinflammatorische T-Zell-Reaktion induzieren und somit einen Schutz bewirken. Dabei wirkt es immunmodulatorisch, aber nicht immunsuppressiv. Die Abwehr z.B. gegen Bakterien oder Viren bleibt also unbeeinträchtigt. Zur Überprüfung der Wirksamkeit wird die stimulierte C-Peptid-Sekretion als Marker für körpereigenes Insulin verwendet. Laborparameter und Anamnesen dienen zur Kontrolle der Sicherheit des Medikaments.

Wer kann teilnehmen?

Gesucht werden insgesamt 400 Patienten mit neu diagnostiziertem Typ 1 Diabetes, die zwischen 16-45 Jahre alt sind und deren erste Insulingabe nicht länger als drei Monate zurück liegt. Weitere Einschlusskriterien wie positiver Autoantikörpernachweis (GADA, IA-2A) und eine ausreichende basale C-Peptid-Sekretion (wird im Studienzentrum getestet) müssen vorhanden sein. Nicht teilnehmen dürfen Personen mit Typ 2 Diabetes oder mit Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis (insbesondere mit einer Allergie gegen Lipidemulsionen) sowie Schwangere.

Bei den bisher durchgeführten Studien traten keine eindeutig auf DiaPep 277 zurückzuführenden Nebenwirkungen auf. Ergebnisse der Phase II Studie wurden bereits im November 2001 in The Lancet veröffentlicht.

Quelle und Nähere Informationen

Institut für Diabetesforschung
Prof. Dr. Anette-G. Ziegler
Ansprechpartner: Dr. Markus Walter, Thomas Kaupper
Kölner Platz 1, 80804 München
Tel. 089-30793114; Fax: 089-3081733
E-mail: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

Dicke Bäuche leben gefährlich

(2006)

Der Taillenumfang korrelierte dabei signifikant mit allen Risikofaktoren:

Der Taillenumfang steht außerdem mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in einem engen Zusammenhang mit dem PROCAM-Score, einer Risikoberechnung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese Berechnungen treffen auf Männer zwischen 35 und 65 Jahren zu. Für Frauen und Männer anderer Altersgruppen gilt der PROCAM Score nur eingeschränkt, weshalb diese nicht berücksichtigt wurden.
Die Studie umfasst insgesamt 35869 eingeschlossene Patienten, die in 1511 Arztpraxen an einem vorgegebenen Stichtag vorsprachen. Erfasst wurden Körpergröße und -gewicht, Taillenumfang, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sowie Angaben zu Lebensstil, Vorerkrankungen, Familienanamnese, Medikation und soziodemographischen Merkmalen.
Das Risiko, in den nächsten 10 Jahren einen Herzinfarkt zu bekommen

< 88 cm 1,3 (1%) 3,8 (8%) 8,0 (30%)
88 – 93 cm 1,8 (1%) 5,0 (13%) 11,3 (45%)
94 – 102 cm 2,1 (1%) 6,2 (20%) 12,6 (54%)
> 102 cm 2,5 (3%) 7,0 (23%) 14,5 (63%)

Die Tabelle zeigt das mittlere Herzinfarktrisiko in zehn Jahren (PROCAM Risiko-Score) in Prozent nach Taillenumfang und Altersgruppe. In Klammern ist der Anteil der Männer pro Gruppe genannt, bei denen das Zehn-Jahresrisiko für den Herzinfarkt über zehn Prozent liegt und bei denen somit primärpräventive Maßnahmen sinnvoll erscheinen.

HbA1c-Messungen

(2006)

HbA1c-Messungen

In Deutschland herrscht Unterversorgung
Pro Jahr wächst die Zahl der Diabetiker um fünf Prozent – rund 300.000 Patienten stoßen jedes Jahr neu ins Versorgungssystem. Dies legt eine Kostensteigerung für das Gesundheitswesen nahe.
Die Kostensteigerung steht nach Ansicht von Prof. Dr. med. Hans Hauner von der TU München außer Zweifel. Während der Herbsttagung der DDG/AND hielt er einen Vortrag zum Thema „Qualität der medikamentösen Versorgung in Deutschland – ein europäischer Vergleich“.
2001 gab es in Deutschland 5,7 Millionen Diabetiker, was rund 7% der deutschen Bevölkerung entspricht. Seit 1988 stieg die Zahl der Betroffenen um 43%. 30% von ihnen erhielten keine Medikamente – meist zu Beginn der Erkrankung; 2,5 Millionen wurden mit oralen Antidiabetika versorgt, rund 1,4 Millionen werden inzwischen mit Insulin behandelt – „mit stark steigender Tendenz.“ Die Insulinmonotherapie hat um 22% zugenommen, die Kombinationstherapie stieg ebenfalls stark an – im Gegensatz zu einer ausschließlichen Therapie mit oralen Diabetika. Dies ist ein Indiz für den derzeitigen Trend, Typ-2-Diabetiker viel früher als bisher mit Insulin zu behandeln: „Wie gut und sinnvoll dies ist, müssten wir viel kritischer diskutieren. Unter anderem wird dieser Trend z.B. durch Strukturverträge und moderne Therapiekonzepte gefördert“, sagte Hauner u.a. zur Prävalenz des Diabetes mellitus (AOK-Versichertenstichprobe 1998-2001).
Der Diabetesmarkt
Der Insulinmarkt wächst jährlich um zehn Prozent – im Gegensatz dazu zeigt sich der Absatz oraler Antidiabetika rückläufig, berichtet der Experte. In den letzten Jahren nahm die Verordnung der Kurz- und Normalinsulina zu. Darin kommt die Einführung innovativer Insulintherapien zum Ausdruck – „dem größten Wandel, den wir in den letzten Jahren zu verzeichnen hatten“. „Es muss aber gesagt werden, dass wir die besten und längsten Erfahrungen gerade bei Älteren mit den Mischinsulinen aufzuweisen haben. Wir wissen relativ wenig über die moderne Insulintherapie in dieser Patientengruppe“, befindet Hauner. 40 % des Insulinumsatzes gehen auf das Konto der Insulinanaloga, jede zweite Verordnung eines kurz wirksamen Insulins ist ein Analogon.
Muster der Verordnung
27% erhielten 2001 Insulin, 56% orale Antidiabetika – insgesamt wurden 71% mit Antidiabetika therapiert. Im Jahr 2001 – dem Jahr der Datenerhebung – dominierten noch die kombinierten Insulinpräparate, doch hatten damals bereits die schnell wirkenden mit neun Prozent einen beachtlichen Anteil am Verordnungsgeschehen. Bei oralen Antidiabetika ist die Gruppe der Sulfonylharnstoffe immer noch die größte – 40% aller Betroffenen erhalten diese. 30% erhalten Metformin, z.T. auch in einer Kombination mit den Sulfonylharnstoffen. Der Anteil des Metformins nehme übrigens zu, der der Harnstoffe dagegen ab: „Hier zeigt sich ein Therapieverhalten, dass nahe an den Empfehlungen der Fachgesellschaft liegt“, stellt der Münchner Professor fest.
HbA1c-Wert-Messungen
60% der bekannten Diabetiker haben im Laufe eines Jahres überhaupt eine HbA1c-Messung erhalten – dies ist zwar eine deutliche Verbesserung, kann aber noch nicht das Erreichen des Ziels markieren. Im Gegensatz zur Untersuchung des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (ZI), deren Zahlen in diesem Punkt besser sind, floss hier kein selektiertes Patientengut ein. Auffällig war für Hauner auch die mittlere Anzahl an Messungen, die bei 1,3 lag: Auch dies liegt klar unter den Forderungen der Leitlinien, „so dass wir nur ein Viertel der HbA1c-Messungen haben, die wir laut Leitlinien bräuchten – dies ist ein klares Indiz für eine erhebliche Unterversorgung.“

Europäischer Vergleich
Die mittleren HbA1c-Werte sind europaweit nicht sehr verschieden: Sie liegen bei 7,4%. Die Schwankungsbreite lag bei 7,0% in Schweden und 7,8% bei englischen Patienten – „die Unterschiede sind inzwischen dank der erreichten Einstellungsqualität gar nicht mehr so groß“, erläuterte Hauner. In Deutschland werden dreimal so viele Typ-2-Diabetiker mit Insulin behandelt wie z.B. in Frankreich, trotz identischer durchschnittlicher HbA1c-Werte. Dies spricht nicht unbedingt für eine frühe Insulintherapie. Auch in Holland erhalten nur halb so viele Patienten Insulin. In Schweden erhalten sogar nur knapp 50% der Patienten eine antidiabetische Medikation – „offensichtlich wartet man dort länger mit der Verordnung“, schlussfolgert Hauner.
In Deutschland wird immer noch mehr als in anderen europäischen Ländern mit Sulfonylharnstoffen behandelt. Was das Metformin angeht, liegt Deutschland hier noch etwas zurück – aber insgesamt gehen die Trends in die richtige Richtung. Die Häufigkeit von mikro- und makrovaskulären Komplikationen zeigt sich europaweit ähnlich.
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Diabetologen, rührt Euch!

(2006)

Es gibt einen sehr sensiblen Gradmesser für die Veränderung im Berufsbild „Arzt“. 2004 waren zu 69 Prozent freiberufliche Vertragsärzte Träger Medizinischer Versorgungszentren. Diese Quote liegt inzwischen bei 61 Prozent. „Es ist anhand der Zahlen derzeit nicht zu sagen, ob der Anteil der Krankenhäuser als MVZ-Träger gestiegen und die absolute Zahl der Vertragsärzte gleich geblieben ist oder ob Letztere auch absolut den Rückzug angetreten haben. Egal wie die Zahlen zu interpretieren sind, sie bedeuten aus Sicht der Vertragsärzte auf jeden Fall Stagnation. Und ein „Stehenbleiben“ können sich die Diabetologen in Umbruchzeiten wie diesen nicht leisten“, erklärt das BVND-Vorstandsmitglied Dr. Martin Reuter. Neben Krankenhäusern sind u.a. auch Apotheken und Managementgesellschaften Träger von MVZs.
Angestellter Arzt dominiert
Eine weitere Zahl, die Auskunft über das Schicksal „Arzt“ gibt: Der Anteil von MVZs mit freiberuflich tätigen Ärzten sank gegenüber jenen, die überwiegend Festangestellte beschäftigen. Von Mai bis Dezember 2004 sank ihr Anteil von 60 auf 20 Prozent ab – auf Kongressvorträgen würde der Referent dies mit dem Hinweis „hoch signifikant“ besonders betonen. Der angestellte Arzt dominiert die Medizinischen Versorgungszentren. Die unerfreuliche Überraschung kann noch kommen, denn über die Beschaffenheit von MVZs ist so gut wie nichts bekannt. Da keine Meldepflicht besteht, wer, wann und wo ein solches Zentrum gründet, entwickeln sie sich im toten Winkel: „Diese Datenlücke soll mit der Gesundheitsreform, vor allem dem Vertragsarztänderungsgesetz, geschlossen werden“, berichtet Martin Reuter.
MVZ – muss das denn sein?
MVZ – müssen sich Diabetologen überhaupt damit ernsthaft auseinandersetzen?, könnte eine Frage lauten. Nicht die Organisationsform eines MVZ ist das Ausschlaggebende, sondern die Bereitschaft für eine wie auch immer zu organisierende Zusammenarbeit. Für niedergelassene Diabetologen, so Reuter, gibt es Alternativen – vor allem ab dem Jahr 2007, wenn das Vertragsarztänderungsgesetz in Kraft tritt. Doch da MVZs nicht nur von Vertragsärzten gegründet werden, sind sie das Boot für andere, um kräftig mitzumischen („Portal-MVZs“).
Für die Diabetologen analysierte Martin Reuter: „Ein Ärztehaus oder auch eine Gemeinschaftspraxis kann im Großen und Ganzen das leisten, was auch ein Medizinisches Versorgungszentrum kann. Ein MVZ bringt uns keine wesentlichen Vorteile – auch nicht mehr Geld. Der einzige Vorteil des MVZ, Praxisärzte anzustellen, wird ab 2007 durch das Vertragsarztänderungsgesetz egalisiert. Es gibt aus Sicht des BVND derzeit keinen überzeugenden Grund, ein MVZ einzurichten.“
Ein anderes Vehikel zur Kooperation ist die Integrierte Versorgung. MVZ und IV, beides sind zwei verschiedene Paar Schuhe, doch können MVZs Teil eines Vertrags zur Integrierten Versorgung werden. „Für die nahe Zukunft muss man mit einem Marktanteil Integrierter Versorgungsverträge von 17 Prozent bis 2010 rechnen. Tendenz weiter steigend. Bereits 2020 soll die 35-Prozent-Marke überschritten werden“, zitiert Martin Reuter Zahlen der Unternehmensberatung Roland Berger.
Diabetologe Martin Reuter stellt klar, dass Integrierte Versorgung von den Ärzten nicht geliebt wird, aber: „Entgegen den Versprechungen werden wir Ärzte nicht von Budgets erlöst werden, werden nicht nach Euro und Cent bezahlt – die Gesundheitsreform wird dies nicht möglich machen. Aus dieser Perspektive – allen Vorbehalten zum Trotz – bieten IV-Verträge einen gewissen Schutz. Ein solches Unterfangen muss aber sehr professionell und mit sehr guten Partnern angepackt werden.“

Kein Weg führt an Kooperation vorbei
Die gesamte Entwicklung wird die Sektorengrenze zwischen stationär und ambulant früher oder später sprengen. Deshalb sind gleiche, faire Ausgangsbedingungen zwischen beiden Ebenen unabdingbar. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat ein Schema aufgestellt, das die unterschiedlichen Verhaltensweisen der möglichen Partner Krankenhaus auf der einen und Praxis auf der anderen Seite gegenüberstellt. Niemand kann und will eine Kooperation in Frage stellen – dies ist der vernünftigste Weg.
Was aber passiert, wenn sich eine der beiden oder gar beide störrisch stellen? Würde sich die stationäre Ebene quer stellen, wäre die zu erwartende Antwort der Niedergelassenen die Gründung von Ärztehäusern und ähnlichen Zusammenschlüssen. Gibt sich dagegen der ambulante Sektor als widerspenstige Braut, wird die Konfrontationslinien am Stichwort „Qualität“ verlaufen.
Akzentverschiebung
Konfrontation, das ist nicht der Weg den der BVND einschlagen wird: „Wer die optimale Versorgung in den Mittelpunkt strategischer Überlegungen stellt, wird die bestmögliche Umsetzung mit den richtigen Partnern finden. Handeln ohne Scheuklappen muss die Devise lauten“, erläutert Martin Reuter. Dies setzt voraus, dass die Politik nicht einseitig Stellung bezieht und die ambulante Versorgung durch niedergelassene, freiberufliche Ärzte nicht durch die Gesetzgebung ins Hintertreffen geraten lässt.
Diabetologisches Kompetenzzentrum
„Angebot aus einer Hand“, so Reuter, „ist die Maxime, auf die wir uns einzustellen haben.“ Für den BVND sind daher die Schlussfolgerungen klar: „Verantwortung übernehmen und sich einmischen“ formuliert der Verband. Um zum Beispiel MVZs in anderer Trägerschaft die Stirn bieten zu können, sollten sich Diabetologen auf die Basisvorteile niedergelassener Praxen einstellen:

  • Patientenorientiertes Verhalten
  • Schnelle Diagnostik und Therapie

Der BVND hat sich auf die Fahnen geschrieben, an der diabetologischen Infrastruktur zu arbeiten, um Entwicklungen, wie sie z.B. MVZs in anderer Trägerschaft auslösen können, wirksam begegnen zu können. Deshalb sollten sich Diabetologen mit Folgendem auseinandersetzen, wenn sie in den sich vernetzenden Strukturen an führender Stelle dabei sein wollen:
Diabetologen können mit ihren Praxen bzw. Schwerpunktpraxen auf folgenden Gebieten punkten:
Leitbild könnte das Modell eines diabetologischen Rundumversorgers sein, ein Modell, in das zum Beispiel Verträge zur Integrierten Versorgung eingebracht werden könnten. „Eine Verbindung zur IV-Systematik hätte den Vorteil, verschiedene Fachdisziplinen einzubinden. Ein möglicher Partner ist der Kardiologie. Auch Fußzentren sind denkbar, in denen mit orthopädischen Schuhmachern zusammengearbeitet wird“, schildert Martin Reuter.
Weitere Themen diabetologischer Kompetenzzentren könnten sein:

  • Weiterbildung etwa im Bereich der Pflege
  • Patienteninformation
  • Prävention
  • Studienzentrum

Der BVND wird dies weiter ausarbeiten: „Wir sind uns bewusst, dass vor allem die wirtschaftliche Seite von Wichtigkeit ist. Es gibt viele wichtige Themen, die wir Diabetologen bearbeiten können – nur sie müssen auch wirtschaftlich tragfähig sein“, schildert Martin Reuter die Aufgaben der nächsten Zeit.
Zusammenfassung
Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln – Diabetologen müssen sie nützen. Sich auf fachübergreifende Kooperationen einzustellen ist ein absolutes „Muss“. Kommt das Vertragsarztänderungesetz 2007, haben Praxen, Gemeinschaftspraxen und Ärztehäuser alle Vorteile auf ihrer Seite. Der einzige Vorteil, den MVZs heute noch haben (Ärzte anstellen zu können), ist dann aufgehoben. MVZs sind eher als Einstiegstor für „Dritte“ in die ambulante Versorgungsebene anzusehen („Portal-MVZ“).

Typ 1 Diabetes bei Kindern Ursachenforschung

(2006) diabetes-news-teddy-gr

Typ 1 Diabetes bei Kindern Ursachenforschung

Zwischenbilanz nach dem ersten Jahr Diabetes-Screening für Neugeborene

Seit gut einem Jahr läuft in Deutschland die internationale TEDDY Studie, die die umweltbedingten Ursachen des Diabetes bei Kindern aufdecken soll. Das Studienzentrum in München hat nun eine erste Zwischenbilanz gezogen: In ganz Deutschland haben über 4500 Neugeborene an der ersten Stufe der Studie, dem Diabetes Risiko-Screening teilgenommen. Weltweit waren es knapp 82000. Bis in drei Jahren sollen in Deutschland mindestens 9400, in allen teilnehmenden Ländern zusammen 220 000 Neugeborene das Screening durchlaufen haben. Durch das Risiko-Screening kann anhand einer Blutprobe aus der Nabelschnur geklärt werden, ob ein Neugeborenes ein erhöhtes erbliches Risiko hat, an Typ 1 Diabetes, also der „jugendlichen“, insulinpflichtigen Form der Zuckerkrankheit zu erkranken. Bis drei Monate nach der Geburt kann die Untersuchung anhand weniger Tropfen Blut nachgeholt werden. Mitmachen kann jedes Neugeborene, insbesondere empfiehlt sich die Teilnahme aber für Kinder, die einen Verwandten mit Typ 1 Diabetes haben, da sie schon aufgrund der familiären Belastung ein höheres Erkrankungsrisiko mitbringen.

Auch für Säuglinge ohne familiäre Belastung macht die Untersuchung jedoch Sinn: Typ 1 Diabetes ist die häufigste chronische Krankheit im Kindesalter. Die meisten Neuerkrankten stammen aus Familien, in denen bisher kein Typ 1 Diabetes aufgetreten ist. Zurzeit erkranken in Deutschland jährlich etwa 2000 Kinder und sind künftig von täglichen Insulin-Injektionen abhängig. Die Zahl der Neuerkrankungen steigt aber mit jedem Jahr weiter an.

Um den Typ 1 Diabetes eines Tages verhindern zu können, soll in einer zweiten Stufe der TEDDY Studie geklärt werden, welche Umweltfaktoren die Krankheit bei erblich vorbelasteten Kindern auslösen können. Von den Kindern, die im Screening ein erhöhtes Risiko aufweisen, werden deshalb schon von Geburt an Informationen zu Ernährung, Infektionen und besonderen psychischen Belastungen gesammelt und später ausgewertet. In Deutschland nehmen bisher 90 Kinder an dieser zweiten Stufe der Studie teil, weltweit sind es 1651. Die fünf weiteren Studienzentren in Schweden, Finnland und den USA sind also deutlich stärker vertreten als Deutschland. „Vor allem in Schweden und Finnland macht eigentlich jeder Säugling beim Screening mit, der im Einzugsbereich der Studienkliniken geboren wird“, erklärt Prof. Ziegler, die Leiterin des deutschen TEDDY Teams. „Anders als in Deutschland haben die Eltern dort ein viel stärkeres Problembewusstsein, was den Diabetes betrifft, und sind eher bereit sich zu engagieren.“

Da das Diabetesrisiko nicht im Rahmen des allgemeinen Neugeborenen-Stoffwechsel-Screenings getestet wird, bietet die TEDDY Studie eine zusätzliche, kostenlose Vorsorgemöglichkeit für Neugeborene. Wird dabei ein erhöhtes Risiko festgestellt, kann durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen zwar noch nicht die Krankheit selbst, zumindest aber ein unerwarteter Krankheitsausbruch mit dramatischen Stoffwechselstörungen verhindert werden. Zudem wird so ermöglicht, die notwendige Therapie frühzeitig zu beginnen und die Gefahr von Komplikationen zu verringern.

Quelle und mehr Informationen

Institut für Diabetesforschung
Abt. Prof. Ziegler
Kölner Platz 1
80804 München
Tel: 0800 3383339
E-Mail: teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de

Potenzpillen im Vergleich

(2006)

Männer bleiben bei Sildenafil – Neue Untersuchung bestätigt: Mit Sildenafil behandelte Männer wechseln seltener zu anderen Medikamenten.

Diabetes News Erektion

Diabetes News ErektionEine US-amerikanische Studie zeigt, dass Männer, denen zur Erstbehandlung ihrer Erektionsprobleme der Wirkstoff Sildenafil verschrieben wurde, seltener zu einem anderen Präparat wechselten als Männer, die mit anderen PDE-5-Hemmern behandelt wurden (Mulhall et.al., J. Sex. Med. 2005, S. 848 ff.).

Zu diesem Ergebnis kamen Forscher nach einer vergleichenden Analyse der Daten von über 145.000 Männern, deren Erektionsprobleme medikamentös behandelt wurden.

Alle Männer erhielten innerhalb eines Zeitraums von fünf Monaten erstmals einen der drei PDE-5-Hemmer Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil. Nach Verbrauch der ersten Packung wechselten lediglich 6,4 Prozent von Sildenafil zu einem anderen Wirkstoff. Männer, die ihre Behandlung mit Vardenafil oder Tadalafil begonnen hatten, erhielten von ihrem Arzt im Gegensatz dazu häufiger eine Verschreibung für ein anderes Präparat (Vardenafil 10,4 Prozent und Tadalafil 9 Prozent).

Auch die Folgeverschreibungen waren im Fall von Sildenafil am höchsten. Während 52 Prozent der Sildenafil-Anwender ein zweites Rezept in den Apotheken einlösten, führten lediglich 30 Prozent mit Vardenafil und nur 29 Prozent mit Tadalafil ihre Therapie fort. Dem Wirkstoff Sildenafil auch heute noch treu geblieben ist ein „Patient der ersten Stunde“. Dieser nahm als erster Deutscher 1995 bereits an den klinischen Testphasen zur Zulassung des Medikaments in Deutschland teil und vertraut auch heute noch, zehn Jahre später, auf das bewährte Präparat.

Sildenafil kam als erste orale Therapieform gegen Erektionsprobleme 1998 auf den Markt. In den vergangenen sieben Jahren haben mehr als 27,6 Millionen Männer weltweit den Wirkstoff für eine Wiederherstellung ihrer Erektionsfähigkeit erhalten. Mehr als 130 medizinisch-klinische Studien machen ihn zu einem der am besten untersuchten Wirkstoffe überhaupt.

Pfizer GmbH

Signifikante Glukosesenkung

(2006)

Signifikante Glukosesenkung mit Sitagliptin und Metformin

Neue Phase-III-Daten zeigen signifikante glukosesenkende Wirksamkeit von Sitagliptin, einem Arzneimittel im Untersuchungsstadium für Typ 2 Diabetes, bei simultaner Einnahme von Metformin.
Die simultane Behandlung mit Sitagliptin und Metformin führte zu einer signifikanten durchschnittlichen Reduzierung des HbA1c-Niveaus gegenüber Placebo von bis zu 2,1%.
In neuen Daten, die erstmalig im Rahmen der 42. Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Kopenhagen vorgestellt wurden, zeigen Patienten ohne Behandlung bei Randomisierung bei Verabreichung einer zweimal täglich verabreichten Dosis von 50 mg Sitagliptin zusammen mit einer zweimal täglich verabreichten Dosis von 1000 mg Metformin, einer häufig eingesetzten Diabetestherapie, eine signifikante Reduzierung des durchschnittlichen HbA1c-Niveaus von 2,1% nach Anpassung um Placebo (Primäranalyse aller behandelten Patienten, p<0,001).
Diese Studie umfasste einen weiteren Zweig mit Sitagliptin und einer niedrigeren Dosierung von Metformin, sowie Zweige für Monotherapie und Placebo. Die vollständigen Ergebnisse werden im Laufe diesen Jahres veröffentlicht. Sitagliptin ist das orale Arzneimittel von Merck Sharpe & Dohme im Untersuchungsstadium für Typ 2 Diabetes.
In dieser Studie wurde eine simultane Behandlung mit Sitagliptin und Metformin generell gut vertragen und zeigte keine bedeutenden Unterschiede zu einer alleinigen Verabreichung von Metformin. Zu den Nebeneffekten einer simultanen Behandlung mit Sitagliptin, 50 mg zweimal täglich, und Metformin, 1000 mg zweimal täglich, verglichen mit einer alleinigen Verabreichung von Metformin, 1000 mg zweimal täglich, zählen Durchfall (jeweils 9% und 10%), Übelkeit (jeweils 6% und 8%), Schmerzen/Beschwerden im Unterleib (jeweils 3% und 5%) und Erbrechen (jeweils 3% und 1%). Im Verlauf des klinischen Programms meldeten Patienten, die eine Behandlung mit Sitagliptin erhielten, ein allgemeines Auftreten von Nebenwirkungen, die mit einem Placebo vergleichbar sind.
Das Produkt wurde im Allgemeinen gut vertragen. Zu den am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen der Behandlung mit Sitagliptin (größer oder gleich 3% und höher als Placebo) waren eine verstopfte oder laufende Nase und Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Infektion der oberen Atemwege, Gelenkschmerzen und Harnwegsinfektionen (mit Unterschieden zwischen 0,1% und 1,5% gegenüber Placebo).
Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnisse der neuen Studie einer gemeinsamen Verabreichung mit Metformin
In klinischen Studien ist ein bedeutender Prognosefaktor für die Stärke der HbA1c-Reduzierung als Reaktion auf antihyperglykämische Therapie das HbA1c-Niveau des Patienten zu Beginn der Studie (Baseline-Wert). HbA1c misst die durchschnittliche Blutglukosewerte eines Patienten.
In anderen Phase-III-Studien ohne gemeinsame Verabreichung wurde Sitagliptin als Monotherapie einmal täglich oder als zusätzliche Behandlung zu anderen antihyperglykämischen Therapien verabreicht. In einem Zweig dieser neuen Studie wurden 50 mg Sitagliptin zweimal täglich zusammen mit 1000 mg Metformin zweimal täglich verabreicht. Bei Patienten mit einem leicht erhöhten HbA1c-Baseline-Wert (Durchschnitt: 8,8%), ergab sich bei einer simultanen Behandlung mit Sitagliptin und Metformin eine bedeutende durchschnittliche Reduzierung von HbA1c um 2,1% nach Abzug des Placebo-Effekts (Primäranalyse, p<0,001). Darüber hinaus erzielten zwei Drittel (66%) der Patienten bei einer simultanen Behandlung mit Sitagliptin und Metformin das Ziel von einem HbA1c-Niveau von < 7%, verglichen mit 38% der Patienten bei einer Behandlung mit nur Metformin.

Signifikante Reduzierungen von HbA1c-Niveaus nach Abzug des Placebo-Effekts (1,6%, p<0,001) und Zielerreichung (43% gegenüber 23%, p<0,001) wurden ebenfalls verzeichnet, wenn 50 mg Sitagliptin zweimal täglich zusammen mit einer niedrigeren Dosis Metformin (500 mg zweimal täglich) verabreicht wurde.
Diese 24-wöchige, randomisierte, placebo-kontrollierte Doppelblindstudie bewertete die simultane Behandlung mit Sitagliptin zusammen mit Metformin und die Verwendung der beiden Wirkstoffe als Monotherapie bei 1.056 unbehandelten Patienten mit Typ 2 Diabetes. Analysen wurden an Patienten ausgeführt, die einmal täglich 100 mg Sitagliptin (n=175), zweimal täglich 500 mg Metformin (n=178), zweimal täglich 1000 mg Metformin (n=177), zweimal täglich 50 mg Sitagliptin und zweimal täglich 500 mg Metformin (n=183), zweimal täglich 50 mg Sitagliptin und zweimal täglich 1000 mg Metformin (n=178) und ein Placebo (n=165) erhielten.
Aufgrund ihrer schweren Hyperglykämie wurden weitere 117 Patienten mit ernsthaft erhöhten HbA1c-Baseline-Werten (Durchschnitt: 11,2%) als Open-Label-Gruppe hinzugezogen, die zweimal täglich 50 mg Sitagliptin und zweimal täglich Metformin erhielten. Diese wurden jedoch für die Analyse, die die Studienhypothese untersucht, nicht berücksichtigt. In dieser Open-Label-Gruppe führte eine simultane Behandlung mit Sitagliptin und Metformin zu einer signifikanten Mittelwertreduzierung für HbA1c von 2,9% gegenüber dem Baseline-Wert.
„Die in dieser Studie festgestellte signifikante glukosesenkende Wirksamkeit legt es nahe, dass der komplementäre therapeutische Vorteil von Sitagliptin und Metformin zu einem additiven Effekt führt, wenn beide Wirkstoffe gemeinsam verabreicht werden“, sagte Barry Goldstein, M.D., Untersucher der Studie und Direktor der Division für Endokrinologie, Diabetes und Stoffwechselerkrankungen am Thomas Jefferson University Hospital in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania. „Diese Ergebnisse zeigen, dass eine gemeinsame Verabreichung von Sitagliptin und Metformin gut vertragen wurde und eine signifikant höhere Wirkung bei der Senkung von HbA1c erzielte als Metformin alleine. Metformin ist eine der Hauptstützen der derzeitigen Diabetesbehandlung.“
Sitagliptin, Teil einer neuen Klasse oraler Behandlungen, die als DPP-4-Inhibitoren (Dipeptidyl Peptidase 4) bekannt sind und die körpereigene Fähigkeit verstärken, einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Glukose) zu senken, wurde im August als erster genehmigter DDP-4-Inhibitor in weltweit in Mexiko zugelassen. In kontrollierten klinischen Entwicklungsstudien wurde generell kein Zusammenhang zwischen Sitagliptin und Gewichtszunahme gegenüber dem Ausgangswert nachgewiesen, und das allgemeine Auftreten von Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) war in etwa auf dem Niveau eines Placebos.
Das Engagement von MSD für Diabetes
Das klinische Entwicklungsprogramm von MSD für Sitagliptin ist robust und wird weiterhin ausgedehnt. Derzeit werden 43 Studien durchgeführt bzw. wurden schon abgeschlossen, vier weitere Studien sollen dieses Jahr noch anlaufen. Die klinischen Studien des Unternehmens umfassen ca. 6.700 Patienten, von denen ca. 4.700 Sitagliptin verabreicht wird. Darüber hinaus werden ca. 1.100 Patienten seit mehr als einem Jahr mit Sitagliptin behandelt.
MSD engagiert sich für die Entwicklung innovativer Therapien, die Fortschritte bei der Behandlung ernsthafter Erkrankungen bieten, einschließlich Diabetes. Im Rahmen des Engagements von MSD für Diabetesforschung und -ausbildung unterstützt das Unternehmen die EASD auch weiterhin mit unbeschränkten Studienstipendien und anderen Formen der Finanzierung.
Informationen zu Sitagliptin
Sitagliptin ist Teil einer neuen Klasse oraler Behandlungen, die als DPP-4-Inhibitoren (Dipeptidyl Peptidase 4) bekannt sind und die körpereigene Fähigkeit verstärken, einen erhöhten Blutzuckerspiegel (Glukose) zu senken, und wurde im August als erster genehmigter DDP-4-Inhibitor weltweit in Mexiko zugelassen. In kontrollierten klinischen Entwicklungsstudien wurde generell kein Zusammenhang zwischen Sitagliptin und Gewichtszunahme gegenüber dem Ausgangswert nachgewiesen, und das allgemeine Auftreten von Hypoglykämie (zu niedriger Blutzuckerspiegel) war in etwa auf dem Niveau eines Placebos.
Sitagliptin ist ein wirkungsvoller und hochgradig selektiver DPP-4-Inhibitor. DPP-4-Inhibitoren verstärken das Inkretin-System, einen natürlichen Körperprozess, der den Blutzuckerspiegel senkt. Wenn der Blutzuckerspiegel erhöht ist, agieren Inkretine auf zwei Arten, um den Körper dabei zu unterstützen, hohe Blutzuckerspiegel zu regulieren: Sie lösen in der Bauchspeicheldrüse die Freigabe von Insulin aus und verhindern die Produktion von Glukose in der Leber.
DPP-4-Inhibitoren verstärken die körpereigene Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren, indem Sie die aktiven Niveaus dieser Inkretin-Hormone im Körper steigern, was Patienten mit Typ 2 Diabetes dabei hilft, den Blutzuckerspiegel zu senken.
Sitagliptin wird auch als Teil der Einzeltablettenkombination MSDs mit Metformin (MK-0431A) untersucht. Die Wirkungsart von DDP-4-Inhibitoren unterscheidet sich von oralem Metformin und allen derzeit verfügbaren glukosesenkenden Wirkstoffklassen. MK-0431A wurde von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde United States Food and Drug Administration (FDA) zur Standardüberprüfung zugelassen. Eine Antwort der FDA auf die Anmeldung als neues Arzneimittel wird Ende März 2007 erwartet. Das Unternehmen schreitet außerdem planmäßig bei der Einreichung von Unterlagen bei Regulierungsbehörden in Ländern außerhalb der USA fort.
Informationen zu Typ 2 Diabetes
Diabetes ist eine der bedeutendsten Erkrankungen, die das moderne Zeitalter beeinflusst. Diabetes ist die fünfthäufigste Todesursache weltweit. Derzeit leben mehr als 230 Millionen Menschen, fast 6% der Weltbevölkerung, mit Diabetes. Es wird erwartet, dass diese Anzahl in weniger als 20 Jahren auf 350 Millionen anwachsen wird, wenn keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden.
Im Jahr 2000 entsprach die Anzahl zusätzlicher Todesfälle aufgrund von Diabetes den für HIV/AIDS ausgewiesenen Werten. Alle 10 Sekunden stirbt ein Mensch an Auswirkungen, die im Zusammenhang mit Diabetes stehen, und es wird erwartet, dass die Sterblichkeitsrate über das nächste Jahrzehnt um 25% ansteigen soll.
Die verheerenden Komplikationen von Diabetes, wie z.B. Blindheit, Nierenversagen und Herzerkrankungen, stellen eine immense Belastung für das Gesundheitswesen dar und verursachen ca. 5-10 Prozent der Gesundheitskosten eines Landes.(1)
Unite for Diabetes
MSD ist stolz darauf, Platin-Sponsor der Kampagne „Unite for Diabetes“ zu sein. Die Kampagne „Unite for Diabetes“ zielt darauf ab, die Öffentlichkeit auf das beunruhigende Voranschreiten von Diabetes weltweit aufmerksam zu machen und Regierungsunterstützung für eine Resolution der Vereinten Nationen zu Diabetes zu fördern. Die International Diabetes Federation (IDF) führt die Diabetesgemeinschaften vor Ort in einer gemeinsamen Anstrengung an, die Resolution Weltdiabetestag (14. November) 2007 bzw. um diesen Termin herum durchzusetzen.
Literatur
1 Diabetes Atlas Third Edition, International Diabetes Federation 2006 (im Druck). Abgerufen Juli 2006