Diabetes: Wichtiger Risikofaktor für Demenz

„Diabetes mellitus gilt als einer von sieben behandelbaren Risikofaktoren, auf die möglicherweise bis zur Hälfte der Alzheimer-Erkrankungen zurückzuführen sind“, so Professor Hans Förstl, Direktor der Klinik für Psychiatrie vom Klinikum rechts der Isar in München in einem Beitrag für „Der Diabetologe“.

Viele pathobiochemische Vorgänge bei Diabetes mellitus begünstigen auch die charakteristischen Veränderungen im Gehirn, die bei der Entstehung einer Demenz zu finden sind. So hat die Ablagerung von Zuckerverbindungen (Glykierungsendprodukte) eine Vielzahl von Schädigungen im Gehirn zur Folge und führt u.a. zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Energiekraftwerke in den Zellen (mitochondriale Funktion). Auch die Ablagerung von Beta-Amyloid, ein für die Alzheimer-Demenz charakteristischer Vorgang, wird bei Diabetes begünstigt, da ein Enzym, welches für den Abbau von Insulin zuständig ist, auch für den Abbau von Beta-Amyloid verantwortlich ist. Prof. Förstl geht soweit, dass er die die Alzheimer-Demenz (AD) als den Diabetes des Gehirns bezeichnet. Dem entsprechend gleichen sich auch Empfehlungen zur Demenz-Prävention und zur Vermeidung von Folgeerkrankungen des Diabetes: regelmäßige körperliche (und geistige) Aktivität, mediterrane Kost und optimierte Stoffwechsel- und Blutdruckeinstellung.