BVND – Weichen für die Zukunft gestellt

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BVND Vorstand verändert – Regionen gestärkt

Der BVND hat gewählt: Dr. Eva-Maria Fach bleibt mit großer Mehrheit 1. Vorsitzende des BVND.

Auf sie entfielen – ohne Gegenkandidaten – 76 von 94 Stimmen. Als zweiter Vorsitzender wurde Dr. Hans-Martin Reuter gewählt. Auf ihn entfielen 75 Stimmen. Als Schatzmeister wurde Dr. Bernd Donaubauer in seinem Amt mit 76 Stimmen bestätigt.
Die Wahlen brachten die Regionen in die 1. Reihe des Bundesverbandes Niedergelassener Diabetologen (BVND). Über die Jahre bestand zwischen Bundes- und Landesebene eher ein loses Nebeneinander. Mit den regional Aktiven Dr. Dorothea Reichert aus Rheinland-Pfalz, Dr. Nikolaus Scheper aus Westfalen-Lippe und Dr. Stephan Schreiber aus Schleswig-Holstein sind Länder vertreten, die bereits auf eine erfolgreiche regionale Arbeit für das Fachgebiet zurückblicken können.Dr. Nikolaus Scheper wurde als 1. Beisitzer gewählt. 2. Beisitzerin ist Dr. Dorothea Reichert. Dr. Michael Simonsohn ist 3. Beisitzer. Nr. 4 wurde Beisitzer Dr. Gerhard Klausmann, der in dieser Funktion auch dem alten Vorstand angehört hatte. Die fünfte Beisitzerposition fiel an Dr. Stephan Schreiber. Gewählt ist der Vorstand jetzt für zwei statt für vier Jahre.

Nicht mehr zur Wahl trat Prof. Dr. Dr. Klaus Kusterer aus Mannheim an. Die alte und neue Vorsitzende Eva-Maria Fach dankte Prof. Kusterer für die langjährige engagierte Mitarbeit. Prof. Kusterer war immer eine Bank für den Verband, wenn es um die pointierte Verschmelzung medizinisch-fachlicher und gesundheitspolitischer Standpunkte ging. Der Mannheimer Diabetologe wird dem Verband als Berater weiter zur Verfügung stehen.

„Der neue Vorstand hat heute mit seiner Arbeit begonnen. In einem Arbeitsfrühstück ging es in erster Linie um Terminabsprachen für dieses Jahr“, beschreibt Michael Horst den Einstieg in die neue Vorstandsarbeit. Angesichts der gesundheitspolitisch wichtigen Zeit stellt der Geschäftsstellenleiter den Vorständen und Beisitzern mehr Zusammenkünfte in Aussicht. Ein neuer zentraler Abstimmungsprozess soll in einem Strategiemeeting erfolgen. Auch soll die politische BVND-Deutschlandtour weiter fortgeführt werden werden.

Im Mittelpunkt der nächsten Monate wird die finale Arbeit an der neuen Satzung stehen. Ziel ist es, die regionale Vernetzung zu stärken und eine föderale Organisationsstruktur zu implementieren, so die BVND-Vorsitzende Fach. Wie schnell die Karawane weiterzieht, hängt von den Ländern ab. „Wünschenswert wäre, wenn wir zur Herbsttagung in Berlin bereits eine Sonder-Mitgliederversammlung über die neue Satzung entscheiden lassen könnten“, hofft Michael Horst.

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  1. Vorsitzende Dr. Eva-Maria Fach, Rosenheim
  2. Vorsitzender Dr. Hans-Martin Reuter, Jena
  • Schatzmeister Dr. Bernd Donaubauer, Oschatz
  1. Beisitzer Nikolaus Scheper, Marl
  2. Beisitzerin Dr. Dorothee Reichert, Landau
  3. Beisitzer Dr. Michael Simonsohn, Frankfurt
  4. Beisitzer Dr. Gerhard Klausmann, Aschaffenburg
  5. Beisitzer Dr. Stephan Schreiber, Quickborn

Neue Geschäftsstelle – neue Mitglieder

Im August nahm die neue Geschäftstelle des BVND die Arbeit beim Stand von rund 250 BVND Mitgliedern ihre Arbeit auf. Innerhalb weniger Monate schaffte es das Team um Geschäftsstellenleiter Michael Horst die Zahl der Mitglieder auf 385 zu pushen. Viele Diabetologen nahmen den BVND in dieser Zeit als politische task force wahr, vermittelt durch eine professionelle Informationsarbeit.

Der neue EBM 2008 bescherte den Diabetologen zu Anfang des Jahres düstere Einkommensaussichten. Bevor das Jahr anbrach, hatte der BVND die dunklen Wolken über den Honoraren weggezogen (Stichwort Chronikerpauschale plus halbe Versichertenpauschale). Über E-Mail, Newsletter und BVND-Telegramme hielt der Vorstand die diabetologische Basis auf dem Laufenden. Die Chronikerpauschale bleibt vorerst bis 31. Dezember 2008.

Ausweg für Fachärzte

Für diabetologisch tätige Fachärzte, die auch durch die EBM-Reform betroffen sind (Wegfall der Gesprächsziffer). Der angedachte Ausweg: Fachärzte sollen auf psychosomatische Gesprächsziffern ausweichen können. Dazu ist es notwendig, einen entsprechenden Kurs zu absolvieren. An dieser Alternative arbeitet der BVND.

In die Zukunft geschaut

Angestrebt, so die BVND-Vorsitzende Dr. Eva-Maria Fach, wird weiter eine Verankerung des Faches im EBM. Ziel ist ein diabetologischer Leistungskomplex, der die Strukturqualität abbilden und Grundleistungen umfassen soll. Angestrebt wird, Strukturverträge zu erhalten. Dies liegt, so der BVND, nicht in der Hand der Diabetologen, federführend sind an dieser Stelle die Krankenkassen. „Die neue Vertragslandschaft bildet sich erst heraus – über sie geht gerade ein Sturm. Wir wissen noch nicht, welche Vertragsformen sich durchsetzen werden“, so Eva-Maria Fach.Der Diabetes in Gänze wird wahrscheinlich die Erstellungsphase des Morbi-RSA als einer der 80 darin enthaltenen Krankheitsbilder überstehen. Vermutlich wird sich daraus eine ambulante DRG-Struktur entwickeln.

In einer anstehenden GOÄ-Reform soll die ambulante diabetologische wie auch die Schulungsleistung abgebildet werden. Letztere werden derzeit nicht von allen Krankenkassen übernommen.

Neues Dach für die Diabetologie

Die Mitgliederversammlung des BVND erteilte der Geschäftsstelle den Auftrag, eine Satzungsänderung zu erarbeiten. Angestrebt, so Michael Horst, wird die Umstrukturierung als Dachverband für Regionalverbände. Das neue Organisationsmodell fußt auf den Landesverbänden, die mit den Landesvorsitzenden und ihren Stellvertretern den BVND-Beirat bilden. Der Beirat soll die politische Ausrichtung diskutieren und das „Mit-einer-Stimme-Sprechen“ herstellen – ihm würde die Konsensbildung der Diabetologen bundesweit obliegen. Der Souverän des neuen BVND soll die Delegiertenversammlung bilden: Jeder BVND-Landesverband – so könnten die Landesverbände künftig heißen – hätte pro 20 Mitglieder eine Delegiertenstimme. Die Delegiertenversammlung wählt den Vorstand des BVND. Die Mitgliederhoheit geht auf die Landesverbände über.

Satzungsänderungen

  • Mitgliedsbeitrag: Festsetzung auf 250 €
  • Die Mitliederversammlung hatte zuvor entschieden, die Wahlperiode von vier auf zwei Jahre herabzusenken.

Der BVND steht für:

  • Leistungsgerechte, adäquate Vergütung,
  • Schaffung eines diabetologischen Leistungskomplexes,
  • Erhalt der Schwerpunktpraxenversorgung mit
  • Prüfung der verfügbaren Varianten auf Umsetzbarkeit,
  • qualitätsgesicherte Versorgung