AG Psychologie und Verhaltensmedizin – eine der Aktivsten

AG Psychologie und Verhaltensmedizin – eine der Aktivsten

Dipl. Psych. Dr. Bernhard Kulzer präsentiert als Sprecher der AG „Psychologie und Verhaltensmedizin“ der DDG eine Jahresbilanz, die sich sehen lassen kann.
Basierend auf dem Verein „Diabetes und Psychologie“, der in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert, wurde 1992 die Arbeitsgemeinschaft „Psychologie und Verhaltensmedizin“ vom Vorstand der DDG genehmigt. Unter den Arbeitsgemeinschaften der DDG gehört unsere sicher zu den Aktivsten. Im letzten Jahr wurde von Mitgliedern der AG gemeinsam mit Experten des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM) neben der wissenschaftlichen Leitlinie „Psychosoziales und Diabetes“ ebenfalls die Praxisleitlinie und die Patientenversion fertiggestellt.
Da es sich weltweit um die erste evidenzbasierte Leitlinie zu dieser Thematik handelt, wurden die verschiedenen Versionen auch ins Englische übersetzt und werden in Kürze in „Current Diabetes Review“ veröffentlicht. Alle Versionen stehen auf der Homepage der AG (www.diabetes-psychologie.de) zum Download zur Verfügung.
Runder Tisch psychosozialer Fachverbände
Von Erfolg gekrönt waren auch die Bemühungen der AG – vertreten durch Dipl. Psychologe Klaus Martin Rölver aus Quackenbrück -, psychosoziale Aspekte bei der Bewertung von therapeutischen Leistungen im Rahmen der DRGs besser zu berücksichtigen. Seitens der AG wurde eine Initiative „Runder Tisch psychosozialer Fachverbände“ mitinitiiert, dem sich mittlerweile über 100 andere Verbände angeschlossen haben.
Es gelang tatsächlich eine Reihe von psychosozialen Leistungen, aber auch Maßnahmen zur Patientenschulung in dem neuen DIMDI-Katalog als zusätzliche OPS Ziffern zu verankern, die seit dem 1.1.2005 gültig sind. Die einzelnen Ziffern finden Sie auf unserer Homepage.
Ein weiterer wichtiger Arbeitsschwerpunkt war die Durchführung und Weiterentwicklung der Weiterbildungsmaßnahme zum/zur „Fachpsychologen/in Diabetes (DDG)“, die seit diesem Jahr nach einer auch vom Vorstand genehmigten Satzungsänderung auch für niedergelassene Kollegen geöffnet ist. Im Jahr 2004 wurden insgesamt acht Seminare mit insgesamt 88 Teilnehmern durchgeführt – laut Kursevaluation mit sehr gutem Erfolg.
Die Liste der bisher anerkannten Fachpsychologen DDG finden Sie ebenso wie die aktuellen Seminartermine auf unseren Internetseiten. Anfragen im Zusammenhang mit der Weiterbildung zum Fachpsychologen Diabetes DDG sind an PD Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Karin Lange vom Ausschuss „Fachpsychologe/in Diabetes (DDG)“ zu richten: (Lange.Karin@mh-hannover.de)
In enger Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft wurde von der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz als erster Psychotherapeutenkammer eine Weiterbildungsordnung beschlossen, die eine bundesweit gültige Zusatzbezeichnung zum/zur „Psychodiabetologen/in“ zum Ziel hat. Diese ist damit eine der drei ersten Zusatzbezeichnungen für approbierte psychologische Psychotherapeuten.
Die Weiterbildung findet in enger Abstimmung mit dem Ausschuss „Fachpsychologe/in Diabetes (DDG)“ statt, der auch die Ausbildung koordiniert. Den Text der Weiterbildungsordnung, wie auch die Ausbildungsrichtlinien stehen unter der Internetadresse www.lpk-rlp.de bereit.
Dank der großen Nachfrage wird der Psychotherapieführer mit Adressen von Psychotherapeuten, die Erfahrung mit dem Krankheitsbild Diabetes haben, 2005 aktualisiert in der mittlerweile 5. Auflage neu herausgeben werden.
In diesem Führer, der bei dem Sprecher der AG angefordert werden kann, sind Psychologen, ärztliche und/oder psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit spezieller diabetologischer Expertise wie ambulante Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Diabetes aufgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der AG ist die Ausrichtung von wissenschaftlichen Tagungen. Hierzu fanden auf der letzten DDG-Jahrestagung in Hannover zwei Symposien zum Thema „Depression bei Diabetes“ (Vorträge unter www.diabetes-symposium.de) und „Interdisziplinäre Betreuung von Jugendlichen“ statt.
Mitte letzten Jahres war die AG zusammen mit der Studiengruppe zur Erforschung psychosozialer Aspekte der Diabeteserkrankung (PSAD) der europäischen Diabetesgesellschaft (EASD) Veranstalter des Symposiums „Psychosocial aspects of diabetes“ auf dem internationalen Kongress für Verhaltensmedizin (ICBM) in Mainz; hier wurden auch die deutschen Ergebnisse der internationalen DAWN-Studie „Attitudes, wishes and needs of people with diabetes“ vorgestellt (Infos unter: www.diabetes-deutschland.de).
Die Ergebnisse der 22. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft im September 2004 „Psychodiabetologie – wie viel Psychologie braucht der Mensch (mit Diabetes)?“ im Diabetes Zentrum Bad Lauterberg sind auf der Homepage der AG (Mitgliederbereich) zusammengefasst.
Die nächste Jahrestagung wird von Frau Dipl.-Psych. Kathrin Ramöller vom 24. – 26.9.2005 in Bad Oeynhausen zum Thema „Depression bei Diabetes“ organisiert.

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