30.000 Fußamputationen pro Jahr

DDG-Jahrestagung machte Defizite deutlich

Pressemitteilung des Deutschen Diabetiker Bundes e. V. (Kassel, den 26. Mai 2009)

Zurück von der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in Leipzig, 20.-22.04.2009, zeigte sich der Bundesvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes enttäuscht über die Ergebnisse dieser Tagung. Dieter Möhler stellte fest, dass eine Zusammenarbeit der in der DDG organisierten Ärzte mit anderen Facharztverbänden, gerade unter Berücksichtigung der Erfahrungen der Patienten, noch viel zu wenig gesucht wird. Wie wichtig eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ist, verdeutlichte Dieter Möhler am Beispiel des Diabetischen Fußsyndroms.

Jährlich werden in Deutschland über 30.000 Fußamputationen vorgenommen, bei denen Diabetes mellitus als Auslöser anzusehen ist. Diese Zahl steigt ständig. Wenn man berücksichtigt, dass Deutschland bei den Amputationen im europaweiten Vergleich in der Spitzengruppe liegt, erhält die Anzahl der Fußamputationen in Deutschland eine gewisse Brisanz. Die Frage, warum die Menge der Amputationen in Deutschland so hoch ist, beantwortet Dieter Möhler dahingehend, dass die fehlende Kommunikation zwischen den Ärzten verschiedener Fachrichtungen und den Patienten auch als eine Ursache anzusehen ist. Die Einschränkungen von Therapiemöglichkeiten und Medikamenten durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) wirke sich zusätzlich problematisch aus. Der Aufrechterhaltung und Entwicklung alternativer Therapien zur Verhinderung von Amputationen werde zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Wissen und die Erfahrungen der Betroffenen müssen für die Willensbildung im G-BA entscheidend sein. Die Leistungserbringer müssen die Selbsthilfeorganisation DDB als die jetzt und in Zukunft bedeutendste Patientenvertretung der Diabetiker in Deutschland stärker in die Diskussionen mit einbeziehen. Der DDB soll als ein zuverlässiger Partner verstanden werden. Nur durch den Erfahrungsaustausch der Leistungserbringer mit den vom DDB entsandten Patientenvertretern im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kann für die Patienten das Beste erreicht werden.

Dieter Möhler und die Mitglieder des Bundesvorstandes stellen die Forderung auf, dass man von der abstrakten Ausrichtung unseres Gesundheitswesens weg muss. Es müssen konkrete, auf jeden einzelnen Fall ausgerichtete Therapien und Medikamente zur Verfügung gestellt und finanziert werden. Dieter Möhler abschließend: „Die Betroffenen brauchen den Deutschen Diabetiker Bund. Wir sind lebendig wie schon lange nicht mehr!“