Pflegereform lenkt Geld in die falsche Richtung

Pflegereform lenkt Geld in die falsche Richtung

Der bundesweite Pflegestützpunkt Seniorplace kritisiert die Pläne der Koalition

Für Geschäftsführerin Nicole Böwing sind weder die Vorschläge der SPD noch die Alternativen der CDU praxisgerecht. – Nach den Plänen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sollen in Deutschland mit Tausenden von Pflegestützpunkten neue Beratungsstellen für Pflegebedürftige und deren Angehörige entstehen. Geplant ist ein Stützpunkt je 20.000 Einwohner. Nach Meinung der CDU-Gesundheitsexperten Annette Widmann-Mauz und Willy Zylajew seien diese Einrichtungen weder organisatorisch noch finanziell ausgegoren. Nicole Böwing, Geschäftsführerin von Seniorplace, einem bundesweiten Beratungsservice für Pflege-und Wohnformen im Alter, schließt sich dieser Einschätzung an: „Mit unserem Unternehmen erbringen wir seit nunmehr fünf Jahren eine kompetente und kundenfreundliche Pflegeberatung, die weder den Pflegebedürftigen noch dessen Angehörigen und schon gar nicht den Steuerzahler finanziell belasten. Die massenhafte Installation von »Pflegestützpunkten« ist weder notwendig noch finanzierbar. Das Geld sollte besser unmittelbar in die Pflege gesteckt werden.“

Nach dem Gesetzentwurf sind zunächst 1600 Stützpunkte vorgesehen, für deren Finanzierung 80 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Laut Expertenkreisen der CDU handele es sich dabei aber lediglich um eine Anschubfinanzierung. Denn nach dem von Schmidt geplanten Einwohner-Schlüssel wären 4000 Pflegestützpunkte notwendig, die jährliche Kosten von rund 800 Millionen Euro verursachen würden. Nicole Böwing: „Mit dieser Menge Geld, die allein in den Aufbau von Parallelstrukturen fließen soll, ließe sich in der direkten Betreuung von Pflegebedürftigen sehr viel mehr erreichen. Die Pflegereform ist für mich deshalb in dieser Beziehung völlig indiskutabel.“

Für die Sozialwissenschaftlerin Böwing ist aber auch das Gegenmodell der CDU nicht der Weisheit letzter Schluss: „Mit den von den Unionspolitikern statt dessen vorgeschlagenen Beratungsschecks würde ebenfalls das Geld in die falsche Richtung fließen. Warum belässt es die Koalition nicht bei sich selber finanzierenden Beratungsdiensten wie unserem Service Seniorplace? Im Bundesgesundheitsministerium verfügt man offenbar über zu viel Geld …“

Über Seniorplace

Seniorplace ist ein in der Bundesrepublik in dieser Form bislang einmaliges Unternehmen, das Senioren oder deren Angehörige kostenlos und neutral über das Angebot, Leistung und Preise von Senioreneinrichtungen berät. Zu erreichen ist Seniorplace über die gebührenfreie Pflege-Hotline 0800 2230800 oder im Internet unter www.seniorplace.de. Die Beratung erfolgt rund um die Uhr und berücksichtigt neben grundlegenden Fragen wie beispielsweise den Pflege- und Betreuungsbedarf der Senioren, die geeignete Wohnform oder Kosten auch die individuellen Bedürfnisse und Wünsche. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) vertraut seit zwei Jahren dem Know-how und der Erfahrung von Seniorplace. Für Versicherte und deren Angehörige ist Seniorplace die empfohlene erste Anlaufstelle.