News-Archiv: 2007

Telemedizin

(2007)

TeleHealth

Internationale Kongressmesse für telemedizinische Anwendungen und Technologien (Hannover, 19. bis 20. März 2007) TeleHealth startet mit hochkarätigem Kongressprogramm

  • Schwerpunkte: chronische Krankheiten, Gesundheitsvorsorge, häusliche Pflege
  • Mehr als 30 Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Workshops
  • Rund 500 internationale Führungskräfte aus dem Kranken- und Pflegemanagement sowie von Krankenkassen erwartet
Wir sind dabei!
Diabetes-News präsentiert das online-Diabetestagebuch im Rahmen der TeleHealth
auf dem Stand:

Die TeleHealth ist europaweit die erste Veranstaltung, die sich ausschließlich mit telemedizinischen Produkten und Anwendun- gen auseinandersetzt. Dabei fokussiert die Deutsche Messe AG als Veranstalterin die Schwerpunkte chronische Krankheiten, häusliche Pflege und Gesundheitsvorsorge. Damit nimmt sie einen äußerst attraktiven Markt ins Visier: Nach aktuellen Studien verursachen die chronisch Kranken (das sind rund 20 Prozent aller Kranken) 80 Prozent der Kosten im Gesundheits- system, Tendenz steigend. Ein Großteil der Kosten wird hierbei durch administrative Leistungen verursacht.

Experten sehen in der Telemedizin das zentrale Service- und Informationsinstrument zur Steuerung und Optimierung des Informationsflusses zwischen Patient, Krankenhaus und niedergelassenem Arzt – und prognostizieren der Branche erhebliche Wachstumschancen. Voraussetzung für dieses Wachstum ist jedoch unter anderem eine internationale Standardisierung im Sinne der Interoperabilität der Systeme – auch dieses Thema wird die TeleHealth umfassend behandeln.

„Mit der TeleHealth schaffen wir deshalb eine äußerst attraktive Plattform für Führungskräfte in Krankenhäusern, Spezialkliniken, Reha-Zentren, Altenpflegezentren sowie bei Krankenkassen und den privaten Pflegediensten“, ist Ernst Raue als verantwortlicher Vorstand bei der Deutschen Messe AG überzeugt. Zur Erstveranstaltung werden rund 500 Kongressteilnehmer und 50 Aussteller erwartet. Ziel der Deutschen Messe AG ist es, den führenden europäischen Branchentreff für Telemedizin in Hannover zu etablieren. Dies sehen die Organisatoren insbesondere auch durch die Parallelität zur CeBIT gewährleistet. „Mit der Durchführung der TeleHealth während der CeBIT erreichen wir von Beginn an eine hohe Fachbesucherqualität und -quantität und damit die maximale Wahrnehmung des Themas in der Fachwelt sowie die Anwesenheit hochrangiger politischer Entscheidungsträger“, erläutert Raue die Synergien, die sich aus dem gemeinsamen Veranstaltungstermin ergeben. Bei der TeleHealth haben Internationalität und Netzwerkbildung oberste Priorität. „Wir wollen internationale Entscheider aus dem Gesundheitswesen, der Wirtschaft, aus Forschung und Entwicklung, aus den Verbänden sowie aus der Politik zusammenführen“, erläutert Raue das Konzept. „Durch die Kombination von Kongress, Ausstellung, Firmenvorträgen und Get-together bietet die TeleHealth direkten Erfahrungsaustausch auf höchstem internationalem Niveau“, so der Vorstand weiter.

Die Gliederung des Kongressprogramms am 19. und 20. März

Die Eröffnungsveranstaltung am Montag, 19. März, steht unter dem Motto „TeleHealth 2007 – Redefining Health“. Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder, Bundesministerium für Gesundheit, wird den Kongress eröffnen. Als Redner zur Eröffnungsfeier hat unter anderem der Wirtschaftstheoretiker Leo A. Nefiodow zugesagt. Auf das anschließende Einführungsreferat „Vom Krankheitswesen zur Personal Health“ von Dr. Martin Denz, Vizepräsident der European Health Telematics Association, Brüssel, folgen die Themenblöcke Telediagnostik und Telemonitoring. Den Abschluss des ersten Kongresstages bildet die Highlight-Session „Continuity of Care“, eine Veranstaltung, die die Deutsche Messe gemeinsam mit der Continua Health Alliance durchführt. In der Continua Health Alliance haben sich zahlreiche große Unternehmen wie Dell, IBM, Pfizer, Roche oder Astra Zeneca mit dem Ziel zusammengeschlossen, durch telemedizinische Lösungen ein besseres Gesundheitsmanagement zu ermöglichen. Am Abend des 19. März sind alle Kongressteilnehmer ab 18.30 Uhr zur TeleHealth-Abendveranstaltung eingeladen, bei der das Branchen-Networking im Vordergrund steht.

Der zweite Kongresstag, Dienstag, 20. März, beginnt mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Kommunikationstechnologie im Spannungsfeld zwischen Mensch und Technik – Chancen und Risiken“. Anschließend folgen die Themenblöcke Sensorik und Datenübertragung, Datenbanken sowie Expertensysteme. Auch der Kongress-Dienstag schließt wieder mit einer Veranstaltung „Continuity of Care“ in Kooperation mit der Continua Health Alliance.

Parallel zum Kongress präsentieren rund 50 führende Unternehmen innovative telemedizinische Technologien und Anwendungen im Foyer des Convention Center. Gleichzeitig laden die ausstellenden Firmen die Kongressteilnehmer zu Firmenvorträgen ein. Weiterhin bietet die CeBIT im Public Sector Parc in Halle 9 mit dem Thema „eHealth“ einen umfassenden Ausstellungsbereich, der sich unter anderem mit der digitalen Verwaltung von Gesundheitsdaten befasst.

Die Deutsche Messe erwartet zur ersten TeleHealth rund 500 internationale Entscheider aus dem Gesundheitswesen, der Wirtschaft, aus Forschung und Entwicklung, aus den Verbänden sowie aus der Politik. Neben den umfassenden Informationen zu aktuellen und zukünftigen Möglichkeiten der Telemedizin hat die Netzwerkbildung oberste Priorität. „Unser Ziel ist es, den führenden europäischen Branchentreff für Telemedizin in Hannover zu etablieren“, so Ernst Raue, verantwortlicher Vorstand bei der Deutschen Messe für die TeleHealth.

Weitere Informationen zum gesamten Programm der TeleHealth 2007 unter www.telehealth.de und zur CeBIT unter www.cebit.de.

Wenn Wohlstand krank macht

(2007)

Wenn Wohlstand krank macht

Chronische Erkrankungen schwächen Wirtschaftswachstum

  • Wachsender Wohlstand führt weltweit zu dramatischem Anstieg chronischer Erkrankungen
  • PwC-Studie: Arbeitsausfall verschlingt drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung
  • Prävention bringt Unternehmen hohe Rendite

Der wachsende Wohlstand in den Industrie- und Schwellenländern wird in den kommenden Jahren zu einem dramatischen Anstieg chronischer Erkrankungen führen. Die ökonomischen Folgen sind gravierend: „Bis 2015 werden schätzungsweise drei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung durch die Folgen von Wohlstandskrankheiten verloren gehen, wenn die Investitionen in Gesundheitsprävention nicht deutlich steigen“, betont Harald Schmidt, Partner bei PricewaterhouseCoopers (PwC), Leiter des Geschäftsbereichs Healthcare. Der Kampf gegen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenleiden und andere chronische Erkrankungen ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern fordert auch die Unternehmen heraus. Derzeit investiert zwar gut die Hälfte der vom PwC Health Institute befragten multinationalen Konzerne in unternehmensinterne Präventionsprogramme, wie aus der Studie „Working Towards Wellness: Accelerating the Prevention of Chronic Diseases“ hervor geht. „Angesichts der hohen Rendite, die Gesundheitsinvestitionen bringen, ist diese Quote jedoch erstaunlich niedrig: Der Studie zufolge erhalten Unternehmen für jeden Dollar oder Euro, den sie für Präventionsmaßnahmen ausgeben, drei zurück“, so Schmidt. Für die Studie wurden unter anderem Interviews mit 30 multinationalen Konzernen geführt sowie gut 130 Fallstudien zur Gesundheitsprävention in Unternehmen analysiert.

Weltweit mehr Menschen übergewichtig als unterernährt

Chronische Erkrankungen sind nicht mehr auf die entwickelten Industriestaaten beschränkt, sondern treten mittlerweile auch massiv in Schwellenländern wie China und Indien, teilweise aber auch in ärmeren Staaten auf. Zu den wichtigsten Risikofaktoren für chronische Leiden zählen neben Rauchen und Stress insbesondere mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährung. Bereits heute sind weltweit mehr Menschen übergewichtig als unterernährt. Allein in den USA ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation jeder zweite Einwohner deutlich zu schwer. In China und Indien wird die Zahl der Übergewichtigen bis 2015 um voraussichtlich 66 beziehungsweise 44 Prozent steigen.

Chronische Erkrankungen sind Haupt-Todesursache

Chronische Erkrankungen waren 2005 für rund 60 Prozent der Todesfälle weltweit verantwortlich. Bis 2015 wird die Zahl der Menschen, die an Herzerkrankungen, Krebs oder anderen chronischen Leiden sterben, voraussichtlich um 17 Prozent von heute 35 Millionen auf 41 Millionen steigen. Zum Vergleich: Die Zahl der Todesfälle durch Infektionskrankheiten, Unterernährung und mangelhafte medizinische Versorgung bei Geburten wird im gleichen Zeitraum um drei Prozent sinken.

Bislang haben sich die Gesundheitssysteme nicht ausreichend auf diese Entwicklung eingestellt. Im Jahr 2004 lag der Anteil der Präventionsausgaben an den gesamten Gesundheitsausgaben der OECD-Staaten lediglich bei drei Prozent. Auf der anderen Seite sind die volkswirtschaftlichen Kosten, die durch chronische Erkrankungen entstehen, enorm. Kaufkraftbereinigt verlieren bis 2015 allein China schätzungsweise 550 Milliarden, Russland rund 300 Milliarden und Indien über 200 Milliarden US-Dollar durch Behandlungsaufwendungen, Arbeitsausfall und andere krankheitsbedingte Belastungen.

Prävention zahlt sich für Unternehmen aus

Auf Unternehmensebene verursachen chronische Krankheiten nicht nur Kosten durch Fehlzeiten, sondern auch durch die dauerhafte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz. Zusammen genommen belaufen sich die Ausfallkosten auf schätzungsweise zwei Prozent der gesamten Personalausgaben.

Doch macht sich die Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz über die Senkung des Krankenstands hinaus bezahlt. „Je stärker das Engagement eines Unternehmens für die Gesundheit seiner Mitarbeiter ist, desto attraktiver wird es als Arbeitgeber“, betont Schmidt. Das gilt insbesondere in Ländern, in denen es keine oder zumindest keine ausreichende staatliche Gesundheitsversorgung gibt. So nannten in einer PwC-Umfrage 90 Prozent der US-Unternehmen die Kostensenkung als wichtiges Ziel der Gesundheitsprävention, fast 70 Prozent gaben aber auch eine höhere Mitarbeiterbindung und -motivation als Beweggründe an. „Doch angesichts der akuten Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland ist absehbar, dass Unternehmen auch hierzulande künftig mehr Verantwortung für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter übernehmen müssen als bisher“, erwartet Schmidt.

Mitarbeiter müssen mitmachen

Den meisten multinationalen Unternehmen ist das Problem chronischer Erkrankungen bewusst. Der PwC-Studie zufolge veröffentlichten 15 der 20 weltweit größten Konzerne im vergangenen Jahr einen Corporate Responsibilty Report, von denen 14 die Verbesserung der Gesundheit ihrer Mitarbeiter explizit als Ziel nannten. Allerdings bringen Präventionsangebote wenig, wenn die Mitarbeiter sie nicht annehmen. In einigen der untersuchten Unternehmen beteiligten sich weniger als zehn Prozent der Belegschaft an Vorsorgemaßnahmen und Gesundheitsprogrammen, in anderen über 70 Prozent. Als wesentliche Erfolgsfaktoren identifiziert die Studie eine gezielte, umfassende und dauerhaft angelegte Informationskampagne, eine feste Verankerung der Gesundheitsprävention in der Unternehmenskultur und nicht zuletzt eine aktive Beteiligung des Managements an Vorsorge- und Fitnessprogrammen.

Rauchende Diabetiker

(2007)

Rauchende Diabetiker

Blutgefäße im Kreuzfeuer toxischer Substanzen
Diabetiker, die gerne Gebratenes oder Gegrilltes essen und dann auch noch rauchen, muten ihren Blutgefäßen eine Flut an gefäßschädigenden Substanzen zu und potenzieren dadurch ihr an sich schon stark erhöhtes Risiko für Adernverkalkung.
Wie ein Forscherteam um Dr. Simona Petrule vom Herz- und Diabeteszentrum NRW der Diabetesklinik Bad Oeynhausen in einer Studie nachwies, die bei der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft DDG (16. bis 19. Mai 07) in Hamburg vorgestellt wurde, hat bereits eine Zigarette 30 Minuten nach dem Rauchen einen messbar negativen Einfluss auf die Funktion der Blutgefäße. Nahmen die Studienteilnehmer drei Tage lang vor dem Rauchen den Vitaminabkömmling Benfotiamin ein, konnte den negativen Effekten vorgebeugt werden.
Die Wissenschaftler vermuten, dass ein Teil des gefäßschädigenden Einflusses des Rauchens auf den hohen Gehalt an so genannten AGEs zurückzuführen ist.
AGEs (kurz für advanced glycation endprodukts) sind verzuckerte Eiweißmoleküle, die dem Körper schweren Schaden zufügen können und insbesondere für Diabetiker von großer Relevanz sind. Denn bei Zuckerkranken werden die toxischen Substanzen in Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels vermehrt im Körper produziert und maßgeblich für die Entstehung der gefürchteten Folgeerkrankungen an Blutgefäßen und Nerven verantwortlich gemacht.
Werden AGEs dann auch noch von außen zugeführt, z.B. durch das Rauchen oder über die Nahrung – besonders AGE-reich ist z.B. Gegrilltes und Gebratenes – ist das für Diabetiker eine zusätzliche Belastung.

Benfotiamin ist eine Vorstufe vom Vitamin B1, die in experimentellen Untersuchungen die AGE-Bildung hemmt. Der Wirkstoff wird seit vielen Jahren erfolgreich und ohne nennenswerte Nebenwirkungen in der Behandlung diabetischer Nervenleiden (Polyneuropathien) eingesetzt.
„Die aktuellen Erkenntnisse sollen sicherlich nicht dazu verleiten, statt aufs Rauchen zu verzichten, vor der Zigarette Benfotiamin einzunehmen und sich dann sicher zu fühlen“, kommentierte die Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) die Studienergebnisse. „Aber es ist ein weiterer Hinweis, dass der als Nervenschutzstoff bewährte Biofaktor die Blutgefäße vor AGEs schützt und so einen wichtigen Beitrag zur Arteriosklerose-Prävention bei Diabetikern leisten könnte“, so die Experten von der GfB.

Zusatznutzen der Insulinalaloga

(2007)

Institut missachtet Erfahrungen der Betroffenen

„Nach wie vor missachtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Erfahrungen der von Diabetes betroffenen Menschen“, kritisiert Manfred Wölfert, Vorsitzender des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB).
In dem jetzt vorliegenden Abschlussbericht zu kurzwirksamen modernen Insulinen (Analoga) wird behauptet, sie hätten für Menschen mit Diabetes mellitus, Typ 1, keinen zusätzlichen Nutzen. Das Institut stützt sich dabei nur auf Studien nach selbst festgelegten Kriterien, nicht aber nach den guten Ergebnissen, die sich für die Betroffenen ergeben. Falls die Insulinanaloga aus der Verordnungsfähigkeit als Kassenleistung gestrichen werden, würde das besonders Kinder und Jugendliche treffen. Gerade sie postulierten bereits beim Deutschen Diabetiker Tag im September 2006 auf Spruchbändern: „Lasst uns unser Insulin!“
Der Bundesvorsitzende der größten deutschen Patientenorganisation für Diabetiker beurteilt die gegenwärtige Situation so: „Die Verantwortung liegt jetzt beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Wenigstens hier sollte nach den neuen gesetzlichen Regelungen vorgegangen werden. Sie besagen seit dem Inkrafttreten des Wettbewerbsstärkungsgesetzes für die gesetzlichen Krankenkassen am 1. April 2007, dass die Patienten und andere Experten konstruktiv einzubeziehen und internationale Standards anzulegen sind.“
Bereits in seiner Stellungnahme zum Vorbericht hatte der DDB angeboten, Fallberichte zu unterstützen, in denen Betroffene mit langjährigen Erfahrungen zu unterschiedlichen Therapieformen befragt werden sollten. Dieser Vorschlag wurde vom IQWiG ignoriert. Statt der so zu ermittelnden Langzeiterfahrungen vieler wurden lediglich Ergebnisse zugrunde gelegt, die einen kurzen Zeitraum und einen kleinen Personenkreis reflektieren.

„Wir bleiben bei unserer Aussage“, unterstreicht Manfred Wölfert, „dass das Wirkprofil der Analoga sowohl von den betreuenden Eltern als auch von den jungen und erwachsenen Betroffenen gegenüber den Humaninsulinen als positiv abweichend beschrieben wird. Es zeigt sich ein Zusatznutzen in der Verringerung von Unterzuckerungen, einem schwächeren Anstieg der Blutzuckerwerte nach dem Essen und somit der Vermeidung von Zwischenmahlzeiten sowie in der genauesten Berechnung der zu spritzenden Insulinmenge, da man die Injektion auch nach dem Essen entsprechend der wirklich zugeführten Menge von Kohlenhydraten verabreichen kann.“
Der G-BA wird im Umgang mit dem IQWiG-Bericht zu berücksichtigen haben, dass auch Menschen mit Diabetes jeglichen Alters das Recht auf ein selbst bestimmtes Leben haben – und auch, dass es einen unseligen Zusammenhang gibt zwischen einer negativen Blutzuckerlage infolge einer schlechteren Therapie und teuren, schicksalhaften diabetesbedingten Komplikationen wie Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen, Nervenschädigungen und Erblindungen.

Rekordbeteiligung

(2007) diabetes-news-easd-kongress-2007

43. EASD-Kongress in Amsterdam

Studien, Forschung, Leitlinien – der EASD-Kongress 2007 in Amsterdam glänzte durch eine Vielzahl von Beiträgen und eine Rekordbeteiligung. Die offizielle Statistik der EASD spricht von einer Rekordbeteiligung, rund 12.000 Teilnehmer fanden den Weg in die Grachten-Metropole. RISC erweitert Prioritäten

Die in Amsterdam präsentierte RISC-Studie der European Group for the Study of Insulin Resistance (EGIR) untersuchte erstmals mit den Goldstandards des euglykämischen, hyperinsulinämischen Clamps und des OGTT die Insulinresistenz und die Insulinantwort gleichzeitig bei 1.500 gesunden Freiwilligen in 14 Ländern. Hauptbefund der Untersuchung: Insulinresistenz ist nicht der einzige zugrundeliegende Faktor am Anfang des kardiometabolischen Risikos. Adipositas, Bauchumfang, hohe Insulinantwort und Insulinresistenz, „sie alle tragen dazu bei“, sagte Prof. Dr. Mark Walker bei der Vorstellung der Ergebnisse, alle vier Merkmale sagen unabhängig voneinander den kardiovaskulären Risikoscore voraus. Die körperliche Aktivität wurde statt per Fragebogen über ein für fünf Tage am Rumpf befestigtes Accelerometer bestimmt, „je aktiver, umso Insulin-sensitiver“, fasste der Forscher der englischen Uni Newcastle den Befund zusammen. Und hierbei ginge es nicht um die Intensität oder die Länge inaktiver Phasen, es ist die Gesamtaktivität, die zählt. „Es gibt Vorteile, wenn man zur Arbeit zu Fuß geht“, machte Walker dieses Ergebnis anschaulich.

Eröffnung durch Entdecker des Adipositas-Gens

Unter den „großen“ Vorlesungen des Kongresses seien hier nur zwei hervorgehoben: Zum einen die Eröffnungsvorlesung von Prof. Dr. Andrew Hattersley, der mit einem Trip durch die noch kurze Geschichte der Erforschung genetischer Grundlagen des Diabetes faszinierte. Der Molekularmediziner aus Exeter zeichnete dabei den Weg nach, wie aus den jetzt über 40.000 Menschen ihrer britischen Gen-Datenbank das erste Adipositas-Gen FTO entdeckt wurde. Bei Geburt gibt es noch keinen Unterschied, aber bereits im Alter von sieben Jahren unterscheidet sich der BMI nach dem durch dieses Gen bestimmten Risiko. „Das war es, was man schon immer dachte – jetzt ist es Realität!“ betonte Hattersley. Auch erfolgversprechende Forschung aus dem Bereich des monogenetischen Diabetes schilderte er und forderte die Mediziner auf, bei jedem Patienten, der unter sechs Monate alt ist und Diabetes hat, die DNA zu sequenzieren. „Das ist entscheidend wichtig, deren Leben kann sich verändern!“ appellierte Hattersley.

IDF empfiehlt pp Glukose unter 140

In einer auf dem EASD-Kongress vorgestellten neuen Evidenz-basierten Leitlinie empfiehlt die Internationale Diabetes Föderation IDF unter anderem eine engere Kontrolle der postprandialen Glukosewerte bei Diabetikern. Die Autoren fanden Belege des Evidenzlevels 1+, dass postprandiale Hperglykämie ein unabhängiger Risikofaktor für makrovasculäre Erkrankungen ist. Konkret sollten Menschen mit Diabetes den 2-Stunden-Wert unter 140 mg/dL (7,8 mmol/L) zu halten versuchen. Für eine möglichst zeitnahe Kontrolle dieser Vorgabe empfiehlt das Papier die Blutzucker-Selbstmessung. Die Leitlinie beinhaltet auch Informationen zu einer Reihe von Medikamenten, die spezifisch den postprandialen Glukosewert beeinflussen. Sie nennt unter den traditionellen Therapien a-Glucosidase-Inhibitoren, Glinide und schnell wirksame, biphasische und inhalative Insuline sowie Humaninsulin. Unter den neuen Wirkstoffklassen weist die Leitlinie auf die postprandiale Blutzuckersenkung von GLP-1 Agonisten, DPP-4-Hemmern sowie den bisher nur in den USA zugelassenen Amylinanaloga wie Pramlintide hin.

IDF-Symposium in Kapstadt

(2007)

IDF-Symposium in Kapstadt

Blutzucker-Selbstkontrolle hilft Patienten und Kostenträgern
Mit regelmäßiger Blutzucker-Selbstkontrolle (SMBG) lassen sich die jährlichen Behandlungskosten eines Menschen mit Typ-2-Diabetes um bis zu 1.727 Euro senken.(1) Grund für die Kostenersparnis ist das seltenere Auftreten von Komplikationen und Folgeerkrankungen bei Diabetikern, die ihren Blutzucker selbst kontrollieren. Die International Diabetes Foundation (IDF) empfiehlt daher, die SMBG für alle Menschen mit Diabetes in das Standard-Therapieregime zu integrieren.
Mannheim, Januar 2007. Aktuell geben Kostenträger weltweit jährlich zwischen 153 und 286 Milliarden internationale Dollar für die Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes aus. Doch die Zahl der Menschen, die an diesem Wohlstandsleiden erkranken, wächst ständig und treibt die Kosten weiter in schwindelerregende Höhe – Modellberechnungen zufolge könnten die jährlichen Ausgaben der Gesundheitssysteme weltweit im Jahr 2025 auf bis zu 396 Milliarden internationale Dollar ansteigen und damit sieben bis 13 Prozent der Gesamtetats verschlingen.(2)
Bei einem Symposium der International Diabetes Foundation (IDF) am 3. Dezember 2006 in Kapstadt (Südafrika) diskutierten die Experten daher über die Möglichkeit, mit Hilfe eines breiten Einsatzes der Blutzucker-Selbstkontrolle (SMBG) diesen Kostenanstieg zu bremsen.
Diabetes-Folgekomplikationen sind der wahre Kostentreiber
Der Gesundheitsökonom Dr. Helmut Wenzel von der Firma Roche Diagnostics erinnerte in seiner Kosten-Nutzen-Bewertung für die SMBG daran, dass nicht der Diabetes selbst, sondern seine Folgeerkrankungen und Komplikationen die Kassen der Kostenträger belasten: „Mit einem Diabetes mellitus sind viele andere Risikofaktoren verbunden. Besonders teuer ist die Behandlung makro- und mikrovaskulärer Komplikationen. Hauptziel muss es daher sein, Diabetes-induzierte Folgeerkrankungen möglichst zu vermeiden.“

Anhand von Daten aus der ROSSO-Studie3 rechnete Wenzel vor, dass die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle die Behandlungskosten pro Patient um jährlich bis zu 1.727 Euro und im 8-Jahres-Verlauf sogar um bis zu 14.000 Euro senken kann. Denn Menschen mit Diabetes leben gesünder und leiden seltener unter schwerwiegenden Folgeerkrankungen, wenn sie regelmäßig und eigenverantwortlich ihren Blutzucker selbst kontrollieren.(4)
Beste Kosten-Nutzen-Relation bei ein bis zwei Messungen pro Tag
Wenzel bedauerte, dass die hohen Ausgaben für die Behandlung von Folgeerkrankungen viel zu selten in die Kosten-Nutzen-Bewertung der SMBG einfließen. „Dabei verschlingen die direkten Kosten für Komplikationen 60 Prozent der gesamten Behandlungskosten für den Typ-2-Diabetes, während das Monitoring nur mit vier Prozent zu Buche schlägt.“
Die beste Kosten-Nutzen-Relation lässt sich für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes nach Wenzels Berechnungen mit durchschnittlich ein bis zwei Messungen pro Tag erzielen. „Ein effizientes Diabetes-Management ist möglich“, resümierte Wenzel, „und es gibt klare Evidenz dafür, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle zu einer Veränderung des Lebensstils bei Diabetikern und damit zur Kostensenkung beiträgt.“
Verhaltensänderung führt zu messbaren medizinischen Ergebnissen
Der Diabetes-Experte Professor Dr. Richard Bergenstal vom Internationalen Diabetes Zentrum in Minneapolis, Minnesota (USA) erläuterte, dass nicht die SMBG an sich, sondern die resultierende Verhaltensänderung zu messbaren medizinischen Effekten führt. Zum einen motiviert die aktive und eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit ihren Blutzuckerwerten Menschen mit Diabetes, ihr Verhalten zu ändern – beispielsweise also eine Mahlzeit abzuwandeln oder sich mehr zu bewegen. Gleichzeitig erleichtert es die ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstkontrolle dem Arzt und dem Patienten, sich Ziele für die Entwicklung der Blutzuckerwerte zu setzen und die Dosierung von oralen Antidiabetika oder Insulin bedarfsgerecht anzupassen.
Große Beobachtungsstudien spiegeln den Versorgungsalltag
Daten zur breiten gesundheitsökonomischen Relevanz der Blutzucker-Selbstkontrolle lassen sich am besten in großen Beobachtungsstudien gewinnen, wie Professor Dr. Hubert Kolb vom Deutschen Diabetes Zentrum (DDZ) in Düsseldorf erklärte. „Randomisierte Doppelblindstudien sind zwar die beste Methode, um mit hohem Evidenzgrad eine Relation zwischen Ursache und Wirkung zu belegen. Doch sie sind aufgrund ethischer Restriktionen in vielen Fällen nicht praktikabel“, sagte Kolb. Zudem spiegelt die notwendige strikte Auswahl des Patientenkollktivs in randomisierten Doppelblindstudien die gängige Praxis in der alltäglichen Flächenversorgung nur bedingt wieder. Hier sind retrospektive Beobachtungsstudien wie die ROSSO-Studie im Vorteil.
Blutzucker-Selbstkontrolle für alle Menschen mit Typ-2-Diabetes
Die Relevanz der Daten aus der ROSSO-Studie hat mittlerweile auch die International Diabetes Foundation (IDF) bestätigt. Professor Dr. Stephen Colagiuri aus Sydney (Australien) wies darauf hin, dass die IDF in ihren aktuellen Leitlinien(5) fordert, die Blutzucker-Selbstkontrolle für alle Menschen mit Diabetes in das Standard-Therapieregime zu integrieren, welches für entwickelte Gesundheitssysteme empfohlen wird.
(1) Wenzel, MAS H., Kapstadt, 3.12.06: Does SMBG save Money? Body of current knowledge
(2) Diabetes Atlas, 2. Auflage, IDF 2003
(3) Martin et al.: Retrolective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Typ 2 Diabetes, Diabetologia 49; 2 (2006): 271-278
(4) Weber et al.: Cost of type 2 diabetes in Germany over 8 years (the ROSSO study No. 2), in: Journal of Medical Economics 2006; 9: 45-53
(5) IDF Clinical Guidelines Task Force. Global guideline for type 2 diabetes. Brussels: International Diabetes Federation, 2005

Behandlungskosten

(2007)

Bluthochdruck-Medikamente können Diabetes-Risiko erhöhen

Ärzte sollten bei der Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck darauf achten, dass die Medikamente nicht die Entwicklung des Diabetes Typ 2 begünstigen

Dies fordert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer kürzlich im Lancet (2007; 369: 201-207) veröffentlichten Übersicht über 22 Studien. Deren Analyse ergab, dass Hochdruck-Patienten nach der Verordnung bestimmter Wirkstoffgruppen häufiger an Diabetes Typ 2 erkrankt waren. William Elliott und Peter Meyer von der Abteilung für Präventionsmedizin der Rush University in Chicago fassten die Ergebnisse von Studien zusammen, in denen fünf verschiedene Arten von Hochdruckmedikamenten gegeneinander und gegen ein Scheinmedikament getestet worden waren. Die Studien hatten insgesamt mehr als 143.000 Teilnehmer und erfolgten zwischen 1966 und Herbst 2006. Die Forscher ermittelten eine Rangordnung der Blutdrucksenker, mit der Bluthochdruck-Patienten während der Therapie an einem Typ-2-Diabetes erkrankten. Am häufigsten war dies bei harntreibenden Mitteln, den so genannten Diuretika, der Fall. Hier kam es zu 30 Prozent häufiger als unter Placebo zu einem Diabetes. Betablocker erhöhten das Risiko um 17 Prozent. Die Gruppe der Kalziumantagonisten erwies sich als neutral, während unter der Behandlung mit ACE-Hemmern 13 Prozent weniger Hochdruckpatienten an Diabetes erkrankten. Bei den Angiotensin-Antagonisten traten sogar zu 25 Prozent weniger Diabetes-Erkrankungen auf als unter dem Scheinmedikamente.

Damit bestätigen die Ergebnisse die Annahme, dass Diuretika und eventuell auch Betablocker den Zuckerstoffwechsel stören, während ACE-Hemmer und Angiotensin-Antagonisten eher eine schützende Wirkung haben. Diese Medikamente sollten deshalb bei Diabetikern und Personen mit gestörter Glukosetoleranz vorgezogen werden – auch wenn dies zunächst mit einem Anstieg der Behandlungskosten verbunden ist. Die Vermeidung von Diabetes-Erkrankungen, die zu den teuersten Stoffwechselstörungen zählt, würde die Wahl auf lange Sicht jedoch kosteneffektiv machen.

Prof. Dr. Michael Ristow ausgezeichnet

(2007)

Diabetes-Forschung für den Erhalt lebenswichtiger Betazellen

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Stipendium ausgezeichnet
Prof. Dr. Michael Ristow, Inhaber des Lehrstuhls für Humanernährung der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wurde im Rahmen der 42. Tagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Kopenhagen mit einem Forschungsstipendium in Höhe von 100.000 Euro ausgezeichnet. Gestiftet vom Pharmaunternehmen MSD SHARP & DOHME und der EUROPEAN FOUNDATION FOR THE STUDY OF DIABETES (EFSD), wurden europaweit insgesamt acht Stipendien vergeben. Drei der ausgezeichneten Forscher arbeiten an deutschen Forschungsinstitutionen. Ristows Stipendium finanziert dessen Forschungsarbeit auf dem Feld der Beta- bzw. Inselzellenforschung zur Verhinderung der Diabetes-Entstehung.
Entstehung von Diabetes
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der die Blutzuckerwerte erhöht sind. Dies kann bei nicht angemessener Behandlung schwere Folgekrankheiten nach sich ziehen. Wie viel Zucker das Blut enthält, wird durch Insulin reguliert, ein von den Betazellen, die in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse sitzen, produziertes Hormon. Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse weiterhin Insulin her, zunächst sogar mehr als normal. Da die Zellen aber zunehmend unempfindlicher gegenüber Insulin werden und den Zucker nicht mehr aufnehmen, produziert die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren. Dies hat zur Folge, dass das Organ irgendwann erschöpft ist und nicht mehr ausreichend Insulin ausschütten kann. Durch diesen Zustand werden die Betazellen besonders anfällig für Störungen, wie beispielsweise oxidativen Stress. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit sucht Ristow eine Möglichkeit, die Widerstandsfähigkeit der Betazellen zu verbessern.
Das ausgezeichnete Forschungsprojekt der Universität Jena
Am Lehrstuhl von Prof. Ristow werden seit Februar 2005 die biochemischen Grundlagen der Ernährungsmedizin und der benachbarten Fachgebiete bezüglich der Entstehung von Adipositas (Übergewicht), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Krebs und Neurodegeneration sowie anderer ernährungsabhängiger Erkrankungen untersucht.
Das Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens von Prof. Michael Ristow und Prof. Hans-Georg Joost, Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam, besteht insbesondere in der Erhaltung der Betazellmasse der Bauchspeicheldrüse. Diesen Prozess erforscht der Jenaer Wissenschaftler anhand der Zufuhr eines schützenden Proteins (Frataxin) bei diabetesgefährdeten Mäusen, um daraus Rückschlüsse auf den menschlichen Organismus zu ziehen:
„Die Betazellen sind sehr viel empfindlicher gegenüber oxidativem Stress, dem Altern durch freie Radikale, als andere Zellen des Menschen. Dieser Stress trägt wesentlich zur Zerstörung von Betazellen bei und fördert so die Entstehung von Diabetes“, so Ristow.
Mit seiner Arbeit möchte er den Zerstörungsprozess verhindern oder zumindest verzögern, indem er Frataxin in die Betazellen einbringt, um diese resistenter gegenüber schädlichen Einflüssen zu machen und die Insulinproduktion zu steigern.

Diabetes – alarmierende Zahlen
Die Relevanz der Diabetes-Forschung liegt auf der Hand: Diabetes mellitus, insbesondere der so genannte „Altersdiabetes“ Typ 2, ist ein weltweites Gesundheitsproblem von großem Ausmaß. Allein in Deutschland leiden ca. fünf bis sechs Millionen Menschen an Diabetes. Und die Zahl der an dieser Erkrankung verstorbenen Bundesbürger hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten deutlich zugenommen.
Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben im vergangenen Jahr in Deutschland mehr als 24.300 Menschen an Diabetes. Im Vergleich zu 1980 (rund 18.900 Tote) ist die Zahl der Opfer damit um 29 Prozent gestiegen. Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 230 Millionen Diabetiker – dies sind fast sechs Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Typ-2-Diabetes ist inzwischen in allen Altersgruppen vertreten und wird zunehmend auch bei jüngeren Patienten beobachtet.

Adipositas bei Männern und Frauen

(2007)

Adipositas – Unterschiede besser verstehen

22. Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft

Mehr Frauen als Männer sind derzeit adipös, und Frauen leiden besonders häufig unter extremer Fettleibigkeit. Die an der Regulation des Körpergewichts beteiligten Faktoren sind komplex: Neben Bewegungsmangel, Essgewohnheiten und verschiedenen psychosozialen Einflüssen sind, wie biomedizinische Untersuchungen zeigen, genetische Faktoren wesentlich an der Regulation des Körpergewichts beteiligt, resümiert die Marburger Nachwuchsforschergruppe „Psychosoziale, ethische und rechtliche Konsequenzen genetischer Befunde bei Adipositas“ auf ihren Internetseiten. Zwillings-, Familien- und Adoptionsstudien zeigten, dass etwa 30-70% des Körpergewichts genetisch bedingt sind. Die molekulargenetische Forschung weise darauf hin, dass es Formen der Adipositas gibt, die auf Veränderungen nur einer einzigen Erbanlage beruhen (z.B. Mutationen im Melanocortin-4-Rezeptor-Gen), die allerdings selten auftreten. Weitaus häufiger resultiere die Adipositas aus dem Zusammenspiel mehrerer Erbanlagen. Es lägen Hinweise darauf vor, dass mehr als 100 Erbanlagen hierbei von Bedeutung sind.

Vermehrte gesellschaftliche Abwertung

Aber genetische Faktoren allein können eben nicht das gesamte Ausmaß der Adipositas erklären. Die Leiterin der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Nachwuchsforschergruppe an der Philipps-Universität Marburg, Dr. rer. nat. Anja Hilbert, berichtete während der Adipositas-Tagung in Köln davon, dass derzeit mehr Frauen als Männer adipös sind, und Frauen besonders häufig unter extremer Fettleibigkeit leiden. Diese geschlechtsspezifischen Unterschiede sind laut Hilbert vermutlich auf eine Vielzahl biologischer, psychologischer und sozialer Einflüsse zurückzuführen, darunter Veränderungen der Geschlechtshormone im weiblichen Fruchtbarkeitszyklus, geschlechtsspezifische Unterschiede in Bezug auf die Nahrungsbereitstellung oder Unterschiede im Erwerbseinkommen.

Auch die mit Adipositas einhergehenden medizinischen sowie psychologischen Folgeprobleme wiesen Geschlechterunterschiede auf: Frauen berichten mit steigendem Körpergewicht beispielsweise über mehr Depressivität und Figursorgen, über ein niedrigeres Selbstwertgefühl und eine geringere Lebensqualität als Männer. Dies könne darauf zurückzuführen sein, dass Frauen einen größeren Schlankheitsdruck und eine vermehrte gesellschaftliche Abwertung aufgrund ihres Übergewichts empfinden – das so genannte „Adipositas-Stigma“. „Es ist wichtig, in Beratung und Therapie zu berücksichtigen, dass fettleibige Frauen unter einer erhöhten psychischen Belastung stehen können, wobei jedoch zugleich festzuhalten ist, dass die meisten fettleibigen Menschen nicht unter psychischen Auffälligkeiten leiden“, so Hilbert.

Um die Gesundheit der Betroffenen zu fördern und Diagnostik, Prävention und Therapie spezifischer zu gestalten, sollten Geschlechterunterschiede bei Fettleibigkeit insgesamt stärker berücksichtigt werden. Notwendig sei außerdem weitere geschlechtspezifische Forschung.

Weitere Informationen über das Forschungsprojekt erhalten Sie unter: www.uni-marburg.de/nfg-adipositas

Weniger Fehler beim Blutzuckermessen

(2007) diabetes-news-lifescan-produkte

Weniger Fehler beim Blutzuckermessen – LifeScan ermöglicht Messen mit nur einer Teststreifensorte

Neckargemünd, 27. August 2007 – Ob zu Hause oder unterwegs, beim Sport oder am Arbeitsplatz – Menschen mit Diabetes messen ihren Blutzucker in verschiedenen Alltagssituationen. Um dabei flexibel zu sein, nutzen viele von ihnen mehrere Messsysteme. An diesen Bedürfnissen hat LifeScan, Experte und Partner in der Blutzuckerselbstkontrolle mit Sitz in Neckargemünd, seine OneTouch® Ultra®-Messsysteme orientiert. Sie bieten einen wesentlichen Vorteil: Sie verwenden alle die gleiche Teststreifensorte. Damit können verschiedene Arten von Teststreifen nicht mehr verwechselt und Fehler beim Messen reduziert werden. Auch das Umsteigen auf ein neues Messsystem bzw. die Wahl eines Zweitgeräts kann ohne große Umgewöhnung erfolgen. Durch diese Vorteile können Nutzer ihre Messsysteme ihren Bedürfnissen entsprechend auswählen und ihrer Lebenssituation anpassen. Die gleiche Teststreifensorte für alle OneTouch® Ultra®-Messsysteme von LifeScan – das bedeutet wesentliche Vorteile: Teststreifen können nicht mehr verwechselt und damit Fehler beim Messen verringert werden. Außerdem sind Menschen mit Diabetes ohne großen Aufwand flexibler in der Gerätewahl.

Ein Teststreifen für alle Messsysteme

Mit den Blutzuckermesssystemen von LifeScan können Menschen mit Diabetes leicht und flexibel das Messen in ihren Alltag integrieren. Denn für alle können die gleichen OneTouch® Ultra®-Teststreifen verwendet werden. Das hat nicht nur den Vorteil, dass der Testvorgang bei allen Geräten gleich ist, sondern auch, dass die Nutzer sich nicht umgewöhnen müssen und vor Verwechselungen verschiedener Arten von Teststreifen geschützt sind. So werden Fehler beim Messen reduziert, die beim Gebrauch mehrerer Geräte im Alltag leicht entstehen können. Auch in der Apotheke müssen die Nutzer nicht umdenken, sondern können ihre bekannte Sorte wählen.

Sichere und zuverlässige Technologie

Für zuverlässige und exakte Messergebnisse hat LifeScan die saugaktiven OneTouch® Ultra®-Teststreifen entwickelt. Mit nur 1 µl Blut wird innerhalb von 5 Sekunden der Blutzuckerwert bestimmt. Zusätzliche Sicherheit bieten die Teststreifen durch eine Doppelmessung: Durch zwei zeitgleiche Messungen, deren Werte das Messsystem automatisch vergleicht, wird das Messergebnis ermittelt. Es wird nur dann ein Ergebnis angezeigt, wenn die beiden Einzelwerte nicht weit voneinander abweichen.

Für jeden Bedarf das passende Messsystem

Durch die Möglichkeit, für jedes Messsystem die gleichen Teststreifen verwenden zu können, sind Menschen mit Diabetes flexibel in der Wahl ihrer Messsysteme: Für Insulineinsteiger empfiehlt sich das OneTouch® UltraEasy®, da es bewusst nur die Grundfunktion – das Blutzuckermessen – bietet und auf weitere Extras verzichtet. Die Bedienung mit nur einer Taste ist unkompliziert und erschließt sich ohne aufwendige Schulung und Handbuchlektüre. Es eignet sich besonders für das Messen unterwegs. OneTouch® Ultra®2 eignet sich für Menschen mit Diabetes, die Unterstützung rund ums Messen schätzen. Selbsterklärende Volltexthinweise werden direkt auf dem Display angezeigt und führen den Nutzer durch den Messvorgang. Wer seine Werte lieber direkt ins Messsystem anstatt in sein Papiertagebuch eintragen möchte, für den ist OneTouch® UltraSmart® geeignet. Im integrierten elektronischen Tagebuch lassen sich Angaben zu Bewegung, Ernährung und Einnahme von Medikamenten erfassen. Trends werden dadurch schnell erkennbar und unterstützen so das Diabetesmanagement.

Experte für Blutzuckerselbstkontrolle

LifeScan hat sich seit fast 20 Jahren als Experte und Partner in der Diabetestherapie etabliert. Diese Erfahrung stellt das Unternehmen mit seinen Produkten, Servicematerialien und seiner Kundenhotline allen Menschen mit Diabetes zur Verfügung. Informationen zu den OneTouch® Ultra®-Messsystemen, weiteren Produkten sowie zum Thema Blutzuckerselbstkontrolle gibt es beim LifeScan-Kundenservice unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 7077007 oder im Internet unter www.lifescan.de.