News-Archiv: 2007

Eiweiß im Urin kann den gesamten Körper schädigen.

(2007)

Eiweiß im Urin kann den gesamten Körper schädigen

Wichtig bei Diabetes, Metabolischem Syndrom und Bluthochdruck!

Menschen mit Diabetes mellitus oder Metabolischem Syndrom sollten regelmäßig ihren Urin untersuchen lassen. Sind darin kleine Mengen von Eiweiß enthalten, deutet dies auf eine Störung der Nierenfunktion hin. Ärzte sprechen von einer Mikroalbuminurie. Das Eiweiß im Urin kann auch ein Hinweis darauf sein, dass im Körper Arterien geschädigt sind. Die möglichen Folgen sind Herzinfarkt, Schlaganfall oder der Verlust der Niere, warnt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Der Nachweis der Mikroalbuminurie ist mit einem speziellen Teststreifen möglich. In einer aktuellen Veröffentlichung empfiehlt Privatdozent Dr. med. Bernhard Hess, Zürich, diesen Test allen Menschen mit Diabetes einmal jährlich. Auch Menschen mit einem langjährigen Bluthochdruck, sollten sich regelmäßig testen lassen, wenn sie an einem Metabolischen Syndrom erkrankt sind.

Zur Mikroalbuminurie kommt es, wenn die millionenfach in den Nieren vorhandenen mikroskopisch kleinen Blutfilter, sogenannte Glomeruli, beschädigt sind. Normalerweise sind die Glomeruli für Eiweiße undurchlässig. Die Mikroalbuminurie zeigt jedoch nicht nur eine Funktionsstörung der Nieren an. Die Innenhäute aller Adern im Körper können geschädigt sein. Diese Schäden verursachen eine allgemeine Gefäßverkalkung, die Arteriosklerose. Mögliche Folgen sind Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßverschluss.

Früh erkannt, kann die Mikroalbuminurie medikamentös verbessert werden. Befindet sie sich im Anfangsstadium, besteht sogar die Möglichkeit, dass die Blutfilter in der Niere sich vollständig erholen. Studien haben laut Dr. Hess gezeigt, dass die Betroffenen eine verkürzte Lebenserwartung haben. Der Experte schlägt deshalb vor, sich nicht allein auf die Medikamente zu verlassen. Die Patienten sollten auch ihre Ernährung ändern. Wichtig sei beispielsweise wenig Kochsalz: Ein hoher Salzkonsum gilt als wesentliche Ursache für den Bluthochdruck. Empfehlenswert seien etwa sechs bis acht Gramm Kochsalz pro Tag in der Nahrung.

Literatur
B. Hess, Antihypertensive Behandlung beim Diabetes, Diabetologe 2007; 6: 439-445
G.A. Spinas, Hypertonie und Diabetes, Diabetologe 2007; 6: 425

Das CoRiMa-Projekt

(2007)

Das CoRiMa-Projekt

Datenpool und Benchmarkanalyse – Globale Sicht auf die Therapie
Das CoRiMa-Projekt ermöglicht eine Analyse zur Ergebnisqualität von Routinedaten in der medizinischen Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.
An niedergelassene Mediziner werden heute zwei Hauptforderungen gestellt.
Zum einen wird erwartet, dass sie ihren gesetzlich verankerten Versorgungsauftrag erfüllen, indem sie moderne, Evidenz-basierte medizinische Leistungen erbringen. Zum anderen sind die zur Verfügung stehen Ressourcen (Zeit, Geld, etc.) sehr begrenzt. Diese Kombination macht es erforderlich, die Arbeitsweise und Behandlungsmethoden in der Praxis sowie die patientenorientierten Ergebnisse genauer zu betrachten.
An diesem Punkt setzt das Coronary Risk Management (CoRiMa) Projekt an, welches die Pfizer Pharma GmbH unterstützt. Das CoRiMa-Projekt ist in der Lage, aus der täglichen Datenflut der EDV-Dokumentation Information zu Herzkreislauf- und Diabetespatienten zu extrahieren. Diese Daten werden biometrisch aufgearbeitet und dem jeweiligen Arzt in Form eines umfangreichen individuellen Berichtes zur Verfügung gestellt. Additiv werden die Daten aller Praxen für eine umfangreiche Benchmarkanalyse zusammengefasst.
Wichtige Daten- und Diskussionsgrundlage zur Versorgungssituation in Deutschland
Der erste Schritt in der CoRiMa-Analyse findet in der Praxis statt. CoRiMa ist mit den meisten Praxis-EDV-Systemen kompatibel und somit in der Lage, die erfassten Routinedaten vor Ort aus der Praxis-EDV zu extrahieren und unmittelbar zu anonymisieren. Nur diese anonymisierten Daten verlassen die Praxis und werden durch ein unabhängiges biometrisches Institut aufgearbeitet, ausgewertet und in Form eines umfangreichen Berichtes an die Praxis zurückgegeben.
Parallel dazu fließen die anonymisierten Daten ohne identifizierbaren Praxisbezug in einen gemeinsamen Datenpool. Dieser stellt somit eine der wichtigsten Daten- und Diskussionsgrundlage zur Versorgungssituation in Deutschland dar.

Jede teilnehmende Praxis erhält einen ca. 50-seitigen Qualitätsbericht. In diesem Bericht werden die Daten im Hinblick auf die definierten Parameter ausgewertet. Die Ergebnisse spiegeln den Ist-Zustand, der in vielen Grafiken abzulesen ist. Diese Darstellungen der Ergebnisse zeigen eine globale Sicht auf die Therapie der betrachteten Indikation. Nicht mehr nur die Einzelfallbetrachtung, sondern eine übergeordnete, systematische Ergebnisqualität ist nun möglich.
Zusätzlich erfolgt eine Risikostratifizierung (10-Jahresrisiko für KHK, Schlaganfall, tödliches Ereignis) der Patienten, und die vorliegenden Ergebnisse werden in einen strukturierten Vergleich (Benchmarking) eingebracht. Aus dem Datenvergleich, den Ergebnissen und der sich daran anschließenden Ursachenanalyse können die individuellen Maßnahmen zur Verbesserung von Therapien und Handlungsabläufen abgeleitet und umgesetzt werden.
Interessenten können sich bei Gabriele Hentschel, Geschäftsstelle BVND buero@bvnd.de oder direkt bei der Firma Statconsult Gesellschaft für klinische und Versorgungsforschung mbH info@statconsult.de melden.

Inkretinverstärker

(2007)

Erster Inkretin-Verstärker senkt Blutzucker nahrungsabhängig

Seit April 2007 ist mit Sitagliptin der erste Vertreter einer neuen Klasse von Antidiabetika auf dem Markt. Die Gliptine steigern blutzuckerabhängig die Wirkung körpereigener Darmhormone, welche die Insulinausschüttung anregen.

Der Charme des Prinzips

Die Insulinproduktion unter einem Gliptin folgt der tatsächlichen Glukosemenge, die im Darm aufgenommen wird. Daher besteht unter der alleinigen Einnahme von Sitagliptin (Januvia®) grundsätzlich keine Gefahr einer Unterzuckerung – ein wichtiger Unterschied zu etablierten insulin-gerichteten Wirkstoffen wie Sulfonylharnstoffen, bei denen die blutzucker-unabhängige Dauerstimulation des Pankreas stets ein Hypoglykämierisiko mit sich bringt. Die Dosis von Sitagliptin muss auch nicht an die Stoffwechsellage angepasst werden, sondern der Patient nimmt jeden Tag eine Tablette zu 100 mg ein, gleichzeitig mit Metformin oder einem Glitazon. Sitagliptin hat weiterhin die Eigenschaft, die Magenentleerung zu bremsen und erhöht nicht (wie Sulfonylharnstoffe oder Glizazone) das Körpergewicht. Sitagliptin ist in Deutschland bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle in Kombination entweder mit Metformin oder mit einem Glitazon zugelassen, jeweils unter der Voraussetzung, dass Diät und Bewegung plus Metformin oder das Glitazon den Blutzucker nicht ausreichend senken.

Wirksamkeit in Monotherapie

Das Ausmaß der Senkung des Langzeit-Blutzuckers (HbA1c soll unterhalb 7% liegen) hängt vom Ausgangswert ab und erreicht zwischen 0,6 und 1,5%: In einer 12-wöchigen Studie senkte die alleinige Behandlung mit Sitagliptin den HbA1c bei einem Ausgangswert von ca. 8% um absolut 0,6%. In einer 24-wöchigen Studie führte die Monotherapie zu einer Minderung des HbA1c um absolut 0,79%, hingegen in der Gruppe der Patienten mit einer besonders ungünstigen Stoffwechsellage (HbA1c über 9%) um 1,5%.

Wirksamkeit in Kombinationstherapie

In einer 24-wöchigen Studie mit 100 mg Sitagliptin plus Metformin sanken bei Patienten, die zusätzlich das Gliptin einnahmen, die HbA1c-Werte signifikant um 0,65% (HbA1c-Ausgangswert ca. 8%), außerdem besserten sich signifikant der Nüchternblutzucker sowie der ebenfalls sehr wichtige Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach dem Essen.
In einer 24-wöchigen Studie mit Sitagliptin in Kombination mit Pioglitazon (175 Patienten erhielten zusätzlich Sitagliptin, 178 Patienten Plazebo) verbesserte Sitagliptin die HbA1c-Werte um 0,7% (HbA1c-Ausgangswert wiederum ca. 8%) sowie den Nüchternblutzucker.

Kopf-an-Kopf-Vergleich mit Sulfonylharnstoff

Bei knapp 1200 Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle unter Metformin waren die zusätzliche Gabe von 100 mg Sitagliptin oder von durchschnittlich 10 mg/Tag
Glipizid (einem Sulfonylharnstoff) ähnlich wirksam (Nauck et al 2006): Der HbA1c-Wert war nach Ablauf eines Jahres in beiden Gruppen um im Mittel 0,67% gefallen (HbA1c-Ausgangswert ca. 7,5% in beiden Gruppen). In dieser Studie verbesserte sich zudem unter der Behandlung mit Sitagliptin das Verhältnis von Proinsulin zu Insulin, einem Marker für die Effizienz der Insulinsynthese und –freisetzung und damit für die Funktionsfähigkeit der Betazellen, verschlechterte sich aber unter der Behandlung mit Glipizid.

Wie verträglich und sicher ist Sitagliptin?

Sitagliptin wurde bisher gut vertragen, das allgemeine Nebenwirkungsprofil ähnelte einem Scheinmedikament (Placebo). In neun großen, bis zu zwei Jahre dauernden Studien, in denen mehr als 2.700 Patienten 100mg Sitagliptin pro Tag allein oder in verschiedenen Kombinationen (Metformin, Glitazon) erhielten, betrug die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen 0,8% unter Sitagliptin und 1,5% unter anderen Therapien. Zwar brachen in der genannten Vergleichsstudie mit Glipizid (Nauck et al., s.o.) mehr Patienten unter Sitagliptin aufgrund mangelnder Wirksamkeit ab als unter Glipizid, jedoch war das Gliptin das sicherere Arzneimittel: Die Häufigkeit von Unterzuckerungen (Hypoglykämien) lag in der Sitagliptin-Gruppe mit 4,9% dramatisch niedriger als in der Glipizid-Gruppe mit 32,0%. Auch nahmen die mit Sitagliptin behandelten Patienten mit Beginn der Studie ab und brachten nach einem Jahr 1,5 kg weniger auf die Waage, während die Sulfonylharnstoff-behandelten Patienten im Schnitt 1,1 kg Gewicht zulegten.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneien können auftreten?

Sitagliptin wird kaum verstoffwechselt, vier Fünftel einer Dosis scheidet der Körper unverändert im Urin aus. Der Anteil reversibel an Bluteiweiße (Plasmaproteine) gebundenen Wirkstoffs ist niedrig (38%). Dies bedeutet eine geringe Gefahr relevanter Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Anwendung anderer Arzneimittel. Sitagliptin hatte in Studien keinen relevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Metformin, Glibenclamid, Simvastatin, Rosiglitazon, Warfarin oder oralen Kontrazeptiva (Pille).
Sitagliptin verstärkt leicht die Wirkung des Herzglykosids Digoxin (Mittel bei Herzmuskelschwäche). Eine Dosierungsanpassung wird dennoch nicht empfohlen. Lediglich Risiko-Patienten für eine Digoxin-Toxizität sollten unter einer gemeinsamen Behandlung mit Sitagliptin und Digoxin überwacht werden.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten?

Sitagliptin sollte weder bei Typ-1-Diabetikern noch zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose angewendet werden. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich. Allerdings ist die Datenlage für Patienten ab 75 Jahre begrenzt, so dass eine Verschreibung mit Vorsicht erfolgen sollte. Für Kinder unter 18 Jahre wird wegen fehlender Daten eine Behandlung nicht empfohlen. Schwangere und Stillende sollen Sitagliptin nicht einnehmen. Die Anwendung von Sitagliptin wird auch nicht empfohlen für Patienten mit mäßiger bis schwerer Niereninsuffizienz einschließlich Patienten mit einer terminalen dialysepflichtigen Niereninsuffizienz, da die Erfahrungen hier begrenzt sind.

Wie wird Sitagliptin eingenommen?

Sitagliptin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Fettreiches Essen hat keinen Einfluss auf die Aufnahme des Wirkstoffes in den Körper. Umgekehrt verlangsamt Sitagliptin, ebenso wie fettes Essen, die Magenentleerung. Sitagliptin kann gleichzeitig mit Metformin oder einem Glitazon genommen werden, deren Dosierung beibehalten wird. Vergisst man eine Dosis, kann sie nachgeholt werden. Es sollen aber keine zwei Dosen (200 mg) am selben Tag genommen werden.

Wie wirken Gliptine?

Schon lange ist bekannt, dass der Blutzuckerspiegel maßgeblich durch gewisse Darmhormone reguliert wird, die Inkretine GLP-1 (Glukagon-ähnliches Peptid-1) und GIP (Glukose-abhängiges Insulin freisetzendes Peptid). Nach Nahrungsaufnahme wird GLP-1 im unteren Dünndarm und im Dickdarm gebildet, GIP im oberen Dünndarm. Beim Typ-2-Diabetiker steht zu wenig aktives GLP-1 zur Verfügung. GLP-1

  • regt die Betazellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) an, Insulin auszuschütten
  • hemmt die Alphazellen des Pankreas, die Glukagon bilden (Glukagon ist ein Insulin-Gegenspieler)
  • hemmt die Glukoseproduktion in der Leber (Glukoneogenese)
  • verzögert die Magenentleerung, wodurch Nährstoffe langsamer ins Blut gelangen und der Appetit gebremst wird

Als Folge der Inkretinwirkungen sinkt der Blutzucker. Körpereigene Inkretine wirken jedoch nur ganz kurz. Schon nach wenigen Minuten werden sie von einem Enzym mit dem Namen Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP-4) abgebaut. Sitagliptin ist der erste zugelassene Hemmstoff der DPP-4. Durch DPP-4-Hemmung können die nach einer Nahrungsaufnahme im Darm gebildeten Inkretine ihre physiologische blutzuckerregulierende Wirkung länger entfalten. Sitagliptin erhöht nur dann den Inkretinspiegel und in der Folge den Insulinspiegel, wenn die Inkretinhormone nach der Aufnahme von Kohlenhydraten ausgeschüttet werden. Das erklärt vermutlich, dass Hypoglykämien unter der Substanz nicht häufiger als unter Placebo vorkommen.

Fastfood: Boom ohne Ende

(2007)

Fastfood: Boom ohne Ende

Ungeachtet zahlreicher Diskussionen, Berichte und Doku-Soaps zum Thema gesunde Ernährung und der anhaltenden Beliebtheit von TV-Kochshows bleibt der Fastfood-Boom in Deutschland ungebrochen: 90 Prozent der Bundesbürger besuchen zumindest gelegentlich ein Fastfood-Restaurant, über 60 Prozent mindestens einmal im Monat und rund ein Viertel der 14 bis 30-Jährigen sogar mindestens einmal die Woche. Beliebteste Fastfood-Restaurants der Deutschen sind derzeit vor allem die großen Fastfood-Ketten wie McDonalds (66% Nutzer) und Burger King (43%), aber auch die individuellen Imbisse (42%), gefolgt von Nordsee (36%), der Ikea-Systemgastronomie (26%) Subway (19%) und PizzaHut (13%). Das durchschnittliche monatliche Ausgabevolumen in Fastfood-Restaurants liegt bei 22 Euro (inkl. Familie). Top 3 in punkto Kundenzufriedenheit sind Subway, der individuelle Imbiss und Nordsee. Dies zeigt die Studie „Zwischen Hamburgern und Frankfurtern – Eine Typologie von Fastfood-Nutzern“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG. 1200 Bundesbürger ab 14 Jahren wurden repräsentativ zu ihrer Einstellung zum Fastfood, zu ihren Konsumgewohnheiten und bevorzugten Fastfood-Restaurants sowie zu ihrer Kundenzufriedenheit befragt.

Schneller kalkulierbarer Genuss – zum Teil mit schlechtem Gewissen

Die anhaltende Beliebtheit von Fastfood-Restaurants speist sich vor allem aus funktionalen Aspekten wie der Schnelligkeit (86%) und der Kalkulierbarkeit („man weiß, was man bekommt“; 70%). Den meisten Konsumenten schmeckt Fastfood aber auch einfach gut (70%; Jüngere: 82%). Zwei von drei Deutschen sind zudem überzeugt, dass die Qualität des Fastfood-Essens nicht schlechter ist als in der Gastronomie insgesamt. Vornehmlich wegen ihrer Kinder besucht etwa ein Viertel der Bundesbürger Fastfood-Restaurants. Gänzlich unbeeinflusst von den öffentlichen Kampagnen für gesunde Ernährung und „Slowfood“ zeigen sich die „Schnellesser“ allerdings nicht: Jeden vierten Konsumenten plagt nach dem Fastfood-Genuss häufig ein schlechtes Gewissen – insbesondere viele der 14- bis 30-Jährigen (42%), die am meisten Fastfood konsumieren.

Sechs verschiedene Typen von Fastfood-Konsumenten

So verwurzelt Fastfood im Ernährungsalltag der meisten Deutschen ist, so verschieden sind die individuellen Motive und Gewohnheiten der Konsumenten. „Aus psychologischer Sicht lassen sich insgesamt sechs unterschiedliche Fastfood-Konsumenten-Typen in der Bevölkerung ausmachen“, so Christina Kranendonk, Studienleiterin bei der psychonomics AG.

  • „Hemmungslose Fans“ (12%)
    essen Fastfood für ihr Leben gern und konsumieren dieses häufig und unbekümmert, am liebsten in großen Fastfood-Ketten.
  • „Traditionelle Gewohnheitsnutzer“ (17%)
    sind dem Fastfood bereits seit Kindertagen treu und gehen heute aufgrund der ungezwungenen Atmosphäre gerne mit ihren eigenen Kindern in Fastfood-Restaurants. Sie plagt beim Fastfood-Konsum aber oft ein schlechtes Gewissen.
  • Auch „Kontrollierte Genießer“ (24%)
    greifen gerne zu Fastfood, tun dies aber bewusst und kontrolliert. Indem sie versuchen, sich auch im Fastfood-Restaurant möglichst gesund zu ernähren, haben sie ihr schlechtes Gewissen abgelegt und stehen zu ihrer Vorliebe.
  • „Hungrige Streuner“ (18%)
    essen Fastfood spontan, wenn sie gerade Hunger verspüren und ihnen ein Besuch im Fastfood-Restaurant als schnellste Möglichkeit erscheint, diesen zu stillen. Besonders gut schmeckt es ihnen dort aber nicht.
  • „Schlichte Pragmatiker“ (18%)
    mögen es beim Essen grundsätzlich einfach und schnell. Sie schätzen daher die verlässlichen Standards großer Fastfood-Ketten, die sie vor unliebsamen Überraschungen schützen.
  • „Gutmütige Versorger“ (12%)
    besuchen Fastfood-Restaurants hauptsächlich wegen ihrer Kinder, obwohl ihnen Fastfood selbst nicht schmeckt und sie Schnellrestaurants nicht wirklich mögen.

Die komplette rund 140-seitige Studie „Zwischen Hamburgern und Frankfurtern – Eine Typologie von Fastfood-Nutzern“ ist über die psychonomics AG bestellbar. Weitere Studieninfo: www.psychonomics.de/fastfood-studie

Schlemmen ohne Reue

(2007) diabetes-news-weihnachtsessen

Schlemmen ohne Reue

Ernährungstipps für Diabetiker zur Weihnachtszeit

Weihnachten steht vor der Tür – und damit die Zeit von Lebkuchen, Stollen und Gänsebraten. Beachten Diabetiker einige einfache Tipps, können auch sie sorglos saisonale Leckereien genießen.

Seit der Aufhebung des „Zuckerverbots“ für Diabetiker hat sich bei der Nahrungsmittelauswahl viel geändert, manche Einschränkung ist weggefallen. Trotzdem müssen Diabetiker darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte im Rahmen bleiben. Beim Plätzchenbacken empfiehlt es sich, die richtigen Zutaten auszuwählen: Zucker kann durch Fruchtzucker ersetzt werden (50 g Zucker entsprechen etwa 25 g Fruchtzucker-Streusüße). Als Grundlage für das Backwerk benutzen Diabetiker am besten Vollkornmehl. Seine Kohlenhydrat-Bestandteile werden langsamer abgebaut als die des weißen Mehls und sind einem stabilen Blutzuckerspiegel zuträglicher. Bedacht werden sollte zudem, dass in Honig Sultaninen, Zitronat und Sirup Zucker enthalten ist, der schnell ins Blut übergeht und den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt. Neben Lebkuchen und Plätzchen bieten sich alternativ Mandarinen und Orangen als süße Naschereien an. Sie erfrischen und enthalten außerdem Vitamin B und C sowie die Mineralstoffe Kalzium, Magnesium und Eisen.

Generell gilt nicht nur in der Weihnachtszeit: Salat und Gemüse als Hauptgericht, Fleisch als Beilage! Ein frisch angemachter Feldsalat sowie buntes Gemüse passen zu jedem Weihnachtsmenü und decken den Bedarf an Ballaststoffen und Vitaminen. Wer auf die Gans als traditionelles Weihnachtsmahl nicht verzichten will, sollte den Wertehaushalt entsprechend ausgleichen.

Auch der Weihnachtstrubel wirkt sich auf den Körper aus: Geschenkehatz und Festtagsvorbereitungen können stressig und körperlich anstrengend werden und bei Personen, die auf die Gabe von Insulin angewiesen sind, zur Unterzuckerung führen. Daher sollten nicht nur die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert und ggf. die Insulindosis angepasst werden. Nutzen Sie die „besinnliche“ Zeit auch bewusst, um zu entspannen.

Kinder mit Diabetes benötigen mehr Unterstützung

(2007)

ISPAD 2007, 26. bis 29. September in Berlin:

Eltern spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob eine Diabetesbehandlung bei Kindern erfolgreich verläuft. Etwa eines von 600 Kindern in Deutschland erkrankt an Diabetes. In Deutschland und weltweit steigt die Anzahl der Neuerkrankungen. Eine Untersuchung zeigt, dass Diabetes Einfluss auf die schulischen Leistungen von betroffenen Kindern hat. Deshalb ist es notwendig, Kinder in der Schule und im Alltag zu unterstützen. In vielen Ländern gibt es jedoch keine Regelungen für die qualifizierte Betreuung von Kindern mit Diabetes in Schulen.

Die International Society of Pediatric and Adolescent Diabetes (ISPAD) setzt sich dafür ein, die psychosoziale Unterstützung für diese Familien zu verbessern. Auf ihrer diesjährigen Tagung in Berlin, werden internationale Experten deshalb die neue Initiative DAWN Youth vorstellen.

DAWN (Diabetes Attitudes, Wishes and Needs) Youth hat das Ziel, darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder, Heranwachsende und ihre Familien neben medizinischer auch psychosoziale Unterstützung benötigen. Dies ist in vielen Bereichen notwendig: So ist beispielsweise die frühe Kindheit eine große Belastung für Eltern, die sehr viel Disziplin und Zeit für die Umsetzung der Diabetestherapie benötigen.

Ältere Kinder können bereits an der Diabetestherapie aktiv mitwirken. Allerdings gibt es nur in einigen Ländern medizinische Fachkräfte an Schulen und Tagesstätten, die sie tagsüber betreuen. „Kinder mit Diabetes müssen ganz normal am Schulalltag und im Sportunterricht mit ihren Freunden teilnehmen können, um Selbstachtung und Selbstvertrauen zu entwickeln“, betont Barbara J. Anderson, Professorin für Pädiatrie am Baylor College of Medicine, Houston, USA. Sie wird im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der ISPAD-Tagung darüber informieren, wie erkrankte Kinder und ihre Familien unterstützt werden können sowie erste Ergebnisse der Initiative DAWN Youth vorstellen. Die Pressekonferenz findet am Dienstag, den 25. September, in Berlin statt.

DAWN Youth ist eine gemeinsame Initiative von ISPAD, der International Diabetes Federation (IDF), der healthcare company Novo Nordisk und nationalen Diabetes-Gesellschaften vieler Länder. Die ISPAD lädt Sie herzlich an, mit internationalen Experten für Kinder und Jugendliche mit Diabetes in Berlin zu diskutieren. Weitere Informationen zu DAWN Youth sind im Internet unter www.dawnstudy.com zu finden.

Terminhinweise:

ISPAD 2007 in Berlin, 26. bis 29. September
bcc berlin congress center, Alexanderstr. 11, Berlin
Pressekonferenz ISPAD 2007
Dienstag, den 25. September 2007, 11.00 bis 12.00 Uhr
im Wintergarten, Westin Hotel, Friedrichstr. 158-164, Berlin
DAWN Youth Breakfast Symposium:
Changing the Future of Childhood Diabetes: New Insights. New Commitments
Mittwoch, den 26. September 2007, 8.00 bis 9.30 Uhr
Raum C 01, bcc berlin congress center
mit Professor Barbara J. Anderson:
Advocating for Improved Psychosocial Interventions for Youth with Diabetes and their Families
Pressekonferenz ISPAD 2007
Donnerstag, den 27. September 2007, 10.30 bis 11.30 Uhr
Raum A 01, bcc berlin congress center, Alexanderstr. 11, Berlin

Schutz durch Mineral

(2007)

Magnesium schützt vor gefährlicher Wohlstandskrankheit

Etwa jeder vierte Mitteleuropäer hat mittlerweile ein so genanntes Metabolisches Syndrom – eine tückische Stoffwechselstörung, bei der Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechsel- und Zuckerstoffwechselstörungen geballt auftreten. Die Folgen dieses Wohlstands-Syndroms sind fatal: Die Gefäßverkalkung wird massiv gefördert und die Mortalität steigt auf das Zwei- bis Dreifache an.
Erstaunlich und ermutigend ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines Forscherteams um Dr. Ka He von der Northwestern Universität in Chicago, an der mehr als 4600 Amerikaner im Alter zwischen 18 und 30 Jahren teilnahmen: Demnach haben junge Erwachsene ein deutlich niedrigeres Risiko für ein Metabolisches Syndrom, wenn die Ernährung viel von dem lebensnotwendigen Mineralstoff Magnesium enthält.
Da Magnesium unter anderem eine wichtige Rolle im Zucker- und Insulinstoffwechsel spielt, fördert ein Defizit an dem essentiellen Mineralstoff die so genannte Insulinresistenz. Das bedeutet, dass das Insulin, das wichtigste Hormon des Zuckerstoffwechsels, an Wirkung verliert.
Die Insulinresistenz wird als wesentliche Ursache des Metabolischen Syndroms angesehen.
„Da Magnesium vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten steckt, ist der Mineralstoff in unserer hoch verarbeiteten Zivilisationskost heute meist Mangelware“, warnte der Magnesium-Experte Prof. Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim, Vorsitzender der Gesellschaft für Biofaktoren e.V..
Fatalerweise haben insbesondere Personen mit Symptomen für das Metabolische Syndrom wie Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen Magnesium-Mangel.

„Neben der häufig unzureichenden Zufuhr von Magnesium kommt bei diesen Patienten hinzu, dass durch die kardiale Schädigung das Herz eine verminderte Fähigkeit zur Bindung von Magnesium aufweist“, erklärte der Dresdner Pharmakologe Prof. Schmidt von der Gesellschaft für Biofaktoren. Dieser Problematik kann entgegengewirkt werden, wenn der Mineralstoff in Kombination mit einem weiteren Biofaktor, der Orotsäure, als Magnesiumorotat ergänzt wird. „Durch die Orotsäure werden die Stoffwechselleistungen des geschädigten Herzens verbessert und dadurch auch die Bindungsfähigkeit für das Magnesium im Herzen gefördert“, erläuterte Schmidt.
Nach Meinung der Gesellschaft für Biofaktoren e.V. ist die Ergänzung eines Magnesiumorotat-Präparats eine sinnvolle präventive und unterstützende therapeutische Maßnahme beim Metabolischen Syndrom. Allerdings seien zusätzlich Bewegung und eine gesunde, biofaktorenreiche Ernährung unerlässlich.

Diabetes-Prävention

(2007)

Diabetes-Prävention 2010

DDS entwickelt mit Partnern Präventionsstrategie für Deutschland

Vor dem Hintergrund einer ungebrochenen Diabetes-Pandemie mit mittlerweile bis zu zehn Millionen Typ 2 Diabetikern, haben die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS), das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus (NAFDM) und die Arbeitsgemeinschaft Prävention des Diabetes mellitus Typ 2 der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (AG P2 der DDG) eine Strategie für ein Nationales Diabetes Präventions-Programm (NDPP) entwickelt.

Zentrale Ziele dieses Programms sind die Schaffung eines Problembewusstseins in der Allgemeinbevölkerung und unter den Leistungserbringern sowie die Etablierung und Evaluierung eines Programms zur Primärprävention des Typ 2 Diabetes mit Hilfe von Präventionsmanagern. „Eine solche Strategie baut logischerweise auf vorhandene Ressourcen des Versorgungssystems, den Präventionsauftrag der Kostenträger, existierende Interventionsstrukturen, die Integration bereits aktiver Dienstleistungsberufe und die aktuellen politischen Initiativen“, erklärt Reinhart Hoffmann, Sprecher der Diabetes-Stiftung. Für eine erfolgreiche Mission müssten jedoch weitere entscheidende und konkrete Bausteine hinzukommen

  • Etablierung eines Netzwerks Diabetes-Prävention unter Einbindung vieler Akteure („Leistungserbringer“) und wesentlicher Organisationen.
  • Flächendeckende Einführung eines koordinierenden und motivierenden Ansprechpartners („Präventionsmanager“).
  • Schaffung einer schlanken und effektiven nationalen Koordinierungsstelle für eine permanente Ergebnismessung und -kommunikation

Gemäß dem von NAFDM entwickelten „Leitfaden Prävention“ beruht das NDPP auf einem dreistufigen Präventionsprozess: der Identifikation von Risikopersonen, der Intervention mit Programmen zur Lebensstil-Änderung und schließlich der kontinuierlichen Begleitung und Erfolgskontrolle. Wie die Umsetzung dieses Konzeptes in der Praxis funktioniert, wird in einem aktuell begonnenen Modellprojekt in Sachsen erprobt. „Für die Identifikation nutzen wir den evaluierten Risikofragebogen FINDRISK“, so Dr. Peter Schwarz, Präventionsexperte in Dresden. „Den bekommen die Bürger zum Beispiel von Ihrer Krankenkasse zugeschickt oder finden ihn im Wartezimmer von Arztpraxen und in Apotheken. Ergibt sich bei der Beantwortung der acht Fragen ein erhöhter Risiko-Score, könnten Betroffene bei einer Hotline anrufen und werden dort an entsprechend ausgebildete Präventionsmanager vermittelt.“

Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender der DDS und Koordinator des NAFDM: „Wenn das Pilotprojekt in Sachsen als lernendes Modell ein Erfolg wird – und davon bin ich überzeugt -, haben wir die entscheidenden Argumente, um bundesweit flächendeckend starten zu können.“ Das Strategiepapier „Projekt Gesundheit 2010“ liegt zum Download auf der Internetseite der DDS unter www.diabetesstiftung.de/studien.html

diabetes-news-diabetes-praevention

Zur DDG-Jahrestagung hat die DDS 280 Taxis in Hamburg den Slogan „Volkskrankheit Diabetes – es gibt eine Lösung“ aufs Dach gestellt.

www.pelikanisland.de

(2007)

Land in Sicht für kleine Diabetiker

diabetes-news-pelikanislandMit www.pelikanisland.de startet die erste Website für Kinder mit Diabetes

Ab auf die Insel! pelikanisland.de bietet ein buntes Zuhause im Web für Kinder mit Diabetes. Kinder mit Diabetes haben ab sofort eine eigene Insel im Internet. Auf www.pelikanisland.de können sie sich nach Lust und Laune austoben. Die Inhalte der werbe- und kostenfreien Website sind speziell auf die Altersgruppe abgestimmt. Kern der Plattform sind der umfangreiche Community-Bereich, in dem sich die angemeldeten PelikanKids mittels Forum, Flaschenpost oder Chat austauschen können, sowie eine kindgerechte Internet-Suchmaschine.

Mit www.pelikanisland.de startet zum „Jahr des Kindes mit Diabetes“, das die Weltgesundheitsorganisation WHO für 2007 ausgerufen hat, die erste deutschsprachige Diabetes-Website für Kinder. Rund sechs Millionen Diabetiker gibt es in Deutschland, darunter 15.000 Kinder bis 14 Jahre. Das neue Webangebot gibt auch diesen jüngsten Diabetikern erstmals eine Plattform, auf der sie sich im Internet zuhause fühlen können. Auf www.pelikanisland.de erleben die Kinder einen natürlichen Umgang mit ihrer Krankheit – Diabetes ist zwar immer da, ist aber ein normaler Teil des Lebens.

Pelikan, Oktopus und andere Figuren führen die Kinder über die bunte Internet-Insel. Sie laden zu Geschicklichkeits- und Denkspielen ein und geben den Eltern Tipps für den sicheren Umgang ihrer Jüngsten mit dem Internet. Die neuartige Suchmaschine forscht nach weiteren kindgerechten Seiten im Netz. Der Clou dabei: Die PelikanKids bewerten die Websites und bestimmen so die Reihenfolge, in der Suchergebnisse angezeigt werden.

Im Community-Bereich tauschen sich die jungen Internetnutzer über alle interessanten Themen vom Blutzuckerwert bis zu neuen Filmen aus, geben sich Tipps für den Alltag mit Diabetes und finden neue Freunde. Eine Landkarte zeigt an, wo es in Deutschland bereits PelikanKids gibt. In den Foren achtet ein Moderator stets darauf, dass die Kinder wirklich unter sich bleiben und ein kindgerechter Umgangston herrscht.

Mit seinen Inhalten schließt www.pelikanisland.de eine Lücke im Internetangebot für Diabetiker, das sich bislang auf Jugendliche und Erwachsene konzentriert hat. „Kinder beginnen immer früher, das Internet zu erforschen. Uns ist es wichtig, den jüngsten Diabetikern eine altersgerechte, informative Website anzubieten, auf der sie sich mit Gleichaltrigen über ihr Leben mit Diabetes austauschen können“, sagt Gerhard Rühl, Geschäftsführer der Pelikan Technologies GmbH & Co. KG, dem Betreiber der Seite. Bei einem Kurztrip auf die Insel, denn zu lange sollten die kleinen Pelikane natürlich nicht vor dem Bildschirm sitzen, können die Eltern sicher sein, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind.

Im Forum von pelikanisland.de können sich die jüngsten Diabetiker über ihren Alltag mit der Krankheit aber auch über alle anderen Themen austauschen.

Blutzuckeranstieg nach dem Essen verhindern

(2007)

Blutzuckeranstieg nach dem Essen verhindern

Auch bei stabil eingestellten Diabetikern kommt es häufig nach den Mahlzeiten zu hohen Blutzuckerspiegeln. Wie verbreitet die gestörte Glukoseverarbeitung ist, und wer dazu besonders neigt, untersuchte eine aktuelle Studie. Aus Studien der letzten Jahre weiß man, dass postprandiale Blutzuckerspitzen (postprandial = nach der Mahlzeit) in stärkerem Ausmaß zu diabetischen Folgeschäden wie Atherosklerose und Herzinfarkt beitragen als hoher Nüchtern-Blutzucker. Sie verschlechtern deutlicher als die Nüchternwerte die HbA1c-Konzentration (HbA1c = verzuckertes Hämoglobin, Maß für die Langzeit-Stoffwechseleinstellung ist).

Ausgewählt wurden in der italienischen Studie über 3200 Typ-2-Diabetiker. Ihre Ernährung, körperliche Aktivität und Stoffwechsellage musste über drei Monate und während der Studie stabil sein. Man bestimmte eingangs die Nüchternspiegel von Blutzucker, Blutfetten, HbA1c sowie Körpergewicht und Größe (für den Body Mass Index sowie den Blutdruck. Die Patienten wurden in der Anwendung eines Blutzuckermessgerätes eingewiesen. Sie maßen dann zuhause an drei Tagen innerhalb einer Woche ihre Blutglukose unmittelbar vor und zwei Stunden nach dem Frühstück, dem Mittag und dem Abendessen. 84% der Patienten hatten bei mindestens einer der drei Messungen einen postprandialen Blutzucker über 160 mg/dl und somit eine gestörte Glukosetoleranz (vgl. Kasten). Auch bei den generell gut eingestellten Diabetikern waren erhöhte Werte mit 38% sehr häufig. Die Forscher fanden auch heraus, welche Patienten besonders häufig Blutzuckerspitzen nach dem Essen hatten:

„Risikofaktoren“ waren

  • höheres Alter
  • längere Diabetesdauer
  • hoher Nüchternblutzucker
  • keine Adipositas (BMI unter 30)
  • hohe Blutfettspiegel (Hyperlipidämie)
  • hohe Blutdruckwerte (Hypertonie)
  • Einnahme von Sulfonylharnstoffen

Postprandialen Spitzen auf der Spur

Bei solchen Patienten sollte der Blutzuckerverlauf nach dem Essen genauer beobachtet und besser eingestellt werden, um Folgeschäden an den großen und kleinen Gefäßen zu verhindern oder zu verzögern, fordern die Ärzte. Ein bis zwei Stunden nach dem Essen sollten Typ-2-Diabetiker zumindest gelegentlich den so genannten postprandialen Blutzucker kontrollieren. Beim Arzt wird eine gestörte Glukoseverarbeitung nach der Mahlzeit durch den oralen Glukosetoleranz-Test (oGTT) ermittelt. Der Test wird morgens nüchtern durchgeführt, d.h. nach mindestens achtstündiger Nahrungspause. Nach einer ersten Glukosebestimmung (Kapillarblut oder venöses Blut) wird eine Lösung mit 75 g Traubenzucker (Glukose, gelöst in 250 – 300 ml Wasser) innerhalb von 5 Minuten getrunken. Nach zwei Stunden wird erneut Blut zur Glukosebestimmung abgenommen.

Normal <100 mg/dl
(<5,6 mmol/l)
<140 mg/dl
(<7,8 mmol/l)
Gestörte Nüchternglukose 100-125 mg/dl
(5,6-6,9 mmol/l)
Gestörte Glukosetoleranz 140-199 mg/dl
(7,8-11,0 mmol/l)
Diabetes >126 mg/dl
(>7,0 mmol/l)
>200 mg/dl
(>11,1 mmol/l)