News-Archiv: 2007

Trockene Haut bei Diabetes mellitus

(2007)

Trockene Haut bei Diabetes mellitus

Die Präventionskampagne Haut gibt Tipps zum Welt-Diabetes Tag

Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes mellitus, einer Stoffwechselkrankheit, bei der die Blutzuckerwerte deutlich erhöht sind. In Deutschland werden bereits über 5 Millionen Patienten wegen Diabetes behandelt. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch höher. Ein großer Anteil der Diabetiker leidet an Hautproblemen, die durch die diabetische Stoffwechsellage bedingt sind. Die Präventionskampagne Haut von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung gibt – anlässlich des Welt-Diabetes Tags am 14. November 2007 – Tipps zur Hautpflege bei Diabetes mellitus.

Diabetes mellitus: So bekommen Sie Hautprobleme in den Griff

„Der erste und wichtigste Schritt, um Hautprobleme bei Diabetes in den Griff zu bekommen, ist eine gute Einstellung des Blutzuckerspiegels“, rät Dr. Gerhard Schillinger (AOK BV). „Außerdem ist die Versorgung des Körpers mit ausreichend Flüssigkeit besonders wichtig. Diabetiker sollten mindestens zwei Liter pro Tag in Form von Getränken zu sich nehmen. Als Durstlöscher eignen sich ungezuckerte Getränke, z.B. Mineralwasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees“, empfiehlt Schillinger. Darüber hinaus unterstützen Hautpflegeprodukte die Hautpflege von außen. Hier eignen sich speziell Produkte für trockene Haut, mit feuchtigkeitsbindenden Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Harnstoff (Urea).

Diabetes mellitus: Auswirkungen auf die Haut

Die Haut von Diabetikern hat oft ein welkes Aussehen und eine stärkere Fältchenbildung. „Die erhöhten Blutzuckerwerte führen bei Diabetes mellitus zu einer starken Austrocknung der Haut, insbesondere der Schleimhäute. Auch die Aktivitäten der Schweiß- und Talgdrüsen sind aufgrund von Nervenstörungen bei Diabetikern oft reduziert“, erklärt Dr. Wolfgang Ingenhag, Experte der Präventionskampagne Haut. „Hieraus kann ein starker Juckreiz resultieren“, so Ingenhag. Darüber hinaus haben Diabetiker ein erhöhtes Risiko für hartnäckige Hautinfektionen und die Wundheilung ist bei ihnen gestört. Besonders betroffen von den Hautproblemen sind Füße und Beine sowie Hände und das Gesicht.“

Diabetes mellitus: eine Krankheit – zwei Formen

Beim Diabetes mellitus unterscheidet man zwei Formen, die unterschiedliche Ursachen haben. Typ-1-Diabetes beginnt vor allem in jüngeren Jahren, also bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Er wird durch eine Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen durch das Immunsystem hervorgerufen. Nur ca. fünf bis sieben Prozent der Diabetes-Patienten leiden unter Typ-1-Diabetes. Die weitaus größere Gruppe von über 90% leidet an Diabetes vom Typ 2, der vor allem ältere Menschen betrifft. Bei dieser Form entwickelt der Körper eine Insulinresistenz. Bei beiden Diabetes-Typen ist der Blutzuckerspiegel zu hoch und die Zellen erhalten zu wenig Energie.

Hintergrund

Die Präventionskampagne Haut ist eine gemeinsame Aktion von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung. Insgesamt werben rund 120 Krankenkassen und Unfallversicherungsträger unter dem Motto „Deine Haut. Die wichtigsten 2m2 Deines Lebens.“ dafür, das größte Organ des Menschen zu schützen. Das erklärte Ziel der Kampagne lautet: „Gesunde Haut, weniger Hauterkrankungen!“

Weitere Informationen: www.2m2-haut.de

Neue Wirkstoffe

(2007)

Neue Wirkstoffe verbessern nicht nur Blutzucker-Werte

Qualität der Diabetes-Therapie erhöht sich
Neue Medikamente könnten die Therapie von Diabetes Typ 2 bald verbessern: Studienergebnisse zeigen, dass der Wirkstoff Rimonabant die gestörte Wirkung des körpereigenen Insulinhormons positiv beeinflusst. Zwei weitere, in Deutschland noch nicht zugelassene Wirkstoffe, verlangsamen im Tierversuch das Fortschreiten des Diabetes mellitus. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) erhofft sich von den neuen Mitteln eine höhere Behandlungsqualität.

Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Tübingen, bewertet den Wirkstoff Rimonabant, der im September 2006 in Deutschland eingeführt wurde, positiv. Denn es senkt das Körpergewicht. Das Medikament ist nicht speziell für Diabetiker zugelassen, sondern für Menschen mit starkem Übergewicht. Die Ergebnisse klinischer Studien bei 6.600 übergewichtigen Patienten zeigen laut Gallwitz, dass Rimonabant einen auch für Typ-2-Diabetiker günstigen Effekt hat: Es verbessert die gestörte Wirkung des körpereigenen Insulinhormons – die Insulinresistenz – die eine wesentliche Ursache für den Typ-2-Diabetes ist.
„Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c sank unabhängig von der Gewichtsabnahme, die viele Patienten sicherlich ebenfalls begrüßen werden“, erläutert Gallwitz die Studienergebnisse. Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes mellitus sind übergewichtig und nicht selten nehmen sie durch die Behandlung mit Tabletten oder Insulin weiter zu.

Starkes Übergewicht birgt bei Diabetikern die Gefahr weiterer Erkrankungen. Wegen der damit verbundenen Stoffwechselstörung, dem so genannten Metabolischen Syndrom, erhöht sich das Risiko auf Spätfolgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Schäden an Nieren und Augen.

Zwei neue Substanzen könnten die Diabetes-Therapie zusätzlich weiter verbessern: Im Oktober 2006 wurde der Wirkstoff Sitagliptin in den USA zugelassen. Der Wirkstoff Vildagliptin befindet sich im Zulassungsprozess. Diese Medikamente sind in Deutschland noch nicht erhältlich. Beide hemmen ein im Darm vorhandenes Enzym – Dipeptidyl-Peptidase-4 oder DPP-4 – und senken dadurch vor allem die Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten. Die Wirkung ist laut Professor Gallwitz „gewichtsneutral“, was wegen der Gewichtszunahme bei anderen Mitteln bereits ein Vorteil ist.
DPP-4-Hemmer haben aber noch eine weitere Wirkung, die die Diabetes-Experten fasziniert: Bei Versuchstieren kam es in der Bauchspeicheldrüse zu einer Zunahme der Beta-Zellen, die das Hormon Insulin produzieren. Dies könnte bedeuten, dass DPP-4-Hemmer das Fortschreiten des Alterszuckers bremst. Ob dieser Effekt auch beim Menschen auftritt, ist laut Gallwitz aber noch nicht bekannt.

Europäische Initiative Kinder und Diabetes

(2007)

Europäische Initiative Kinder und Diabetes

Europa-Parlamentarier und internationale Diabetes-Organisationen fordern bessere Versorgung für Kinder mit Diabetes. UN-Resolution fordert bei Diabetes zum Handeln auf – Mitglieder des Europäischen Parlaments beraten in Brüssel mit Diabetes-Experten.

Brüssel, 30. Januar 2007 – Die EU und ihre Mitgliedsstaaten stehen zunehmend unter Druck, in ganz Europa für alle an Diabetes erkrankten Kinder Zugang zu einer besseren und gleichwertigen Versorgung zu schaffen. Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) haben heute in Brüssel den ersten Aufruf zur Verbesserung des Diabetes-Managements bei Kindern in Europa vorgelegt. Die Initiative wird von der ISPAD (International Society of Pediatric und Adolescent Diabetes) und der IDF (International Diabetes Federation) Europa unterstützt. Ebenfalls beteiligt waren Mitglieder der EU-Kommission.

„Der Zugang zu staatlich finanzierten modernen Behandlungsmethoden, angemessener Glukoseüberwachung und erreichbaren Versorgungseinrichtungen ist in allen Ländern begrenzt“, erklärte
Tony O´Sullivan, Vorsitzender der IDF Europa. „Noch bedeutsamer ist aber, dass wir die sozialen und psychologischen Folgen für das einzelne Kind und die betroffenen Familien kaum berücksichtigen. Besonders die Ängste und Sorgen der Eltern von Kindern mit Diabetes bleiben häufig unbeachtet.“ Der Aufruf der Parlamentarier folgt der am 20. Dezember 2006 verabschiedeten UN-Resolution zu Diabetes, in der die Mitgliedsstaaten zur Entwicklung nationaler Konzepte zur Diabetesvorsorge, -behandlung und -versorgung aufgefordert werden. Die IDF und die Weltgesundheitsorganisation WHO haben das Jahr 2007 kürzlich zum „Jahr der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes“ erklärt und damit die Bedeutung dieser Erkrankung bei jungen Menschen unterstrichen. Bei über 90 Prozent aller Diabetesfälle bei Kindern und Jugendlichen handelt es sich um Typ-1-Diabetes, eine Autoimmunerkrankung, deren Entstehung nicht verhindert werden kann. Die Zahl der an Typ-1-Diabetes erkrankten Kinder und Jugendlichen wächst in alarmierendem Tempo: jährlich um 5 Prozent bei Vorschulkindern und um 3 Prozent bei Schulkindern und Jugendlichen. Insgesamt sind in Europa annähernd 100.000 Kinder betroffen. Wenn Diabetes bereits im Kindes- oder Jugendalter auftritt, sinkt die Lebenserwartung der Patienten um durchschnittlich 15 Jahre. Für Kinder und ihre Familien stellt Diabetes eine enorme Belastung dar. „Regelmäßig den Blutzucker zu messen und die richtige Insulinmenge zu bestimmen, um die Wirkung des Essens und körperlicher Aktivitäten auszugleichen, wird schnell bestimmend für das gesamte Leben“, berichtete Christiane Bartos, Mutter einer an Diabetes erkrankten siebenjährigen Tochter.

Ein Aufruf zum Handeln in Europa

„Die Verbesserung des Diabetesmanagements bei Kindern ist eine zentrale Herausforderung, der die EU begegnen kann, indem sie die Voraussetzungen für eine bessere Versorgung und eine bessere Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften sowie der Patienten und ihrer Familien in ganz Europa schafft“, sagte Dr. Thomas Ulmer, Europaabgeordneter aus Deutschland, der die Initiative ins Leben gerufen hat.

Ein Netzwerk von Spitzenzentren (Centers of Excellence) auf dem Gebiet des pädiatrischen Diabetes, sagte Ulmer, könne wissenschaftliche Fortschritte für die alltägliche Praxis nutzbar machen:

• durch verbesserte Informationsweitergabe und Förderung optimaler Versorgung auf europäischer Ebene

• durch Anreize zur Entwicklung von Mindeststandards in der Versorgung

• durch die Erleichterung der Erfassung und Überwachung epidemiologischer und ökonomischer Daten

Professor Thomas Danne, Generalsekretär der ISPAD, erklärte hierzu: „Es kann sehr viel getan werden, um die Folgeerkrankungen von Diabetes zu verzögern oder sogar zu verhindern – sofern Zugang zu entsprechender Versorgung, Medikamenten und Diagnosegeräten gegeben ist. In Europa bestehen bei der Diabetesversorgung an pädiatrischen Zentren jedoch signifikante Unterschiede. Das Diabetesmanagement bei Kindern erfordert wegen des langen Nachtschlafs, spontaner Aktivitäten, unvorhersehbaren Essverhaltens, begrenzter Injektionsstellen und des verstärkten Ansprechens auf Insulin besondere Aufmerksamkeit. Daher sind bestimmte Therapiemittel, wie zum Beispiel Insulinpumpen, für Kinder besser geeignet als andere.“

Bis zu 50 Prozent der an Diabetes erkrankten Kinder entwickeln im Laufe ihres Lebens Folge- oder Begleiterkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenversagen, Erblindung oder Amputation von Gliedmaßen. Zudem kann eine häufige Unterzuckerung (Hypoglykämie) die kognitiven Fähigkeiten der Kinder beeinträchtigen. Man vermutet auch, dass schwere Hypoglykämien einer der Gründe für die im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erhöhte Sterblichkeitsrate bei Kindern mit Diabetes sind. Eine weitere Komplikation, die besonders Kinder betrifft, ist die diabetische Ketoazidose (DKA). Dabei führt ein zu niedriger Insulinspiegel zu einem hohen Blutzucker und der Ansammlung von organischen Säuren und Ketonen im Blut. Die DKA ist die häufigste Morbiditäts- und Todesursache bei Kindern mit Typ-1-Diabetes, doch die Zahl der Betroffenen lässt sich durch frühzeitige Diagnose und optimales Krankheitsmanagement deutlich senken.

„Diabetes bei Kindern und Jugendlichen ist ein enormes Problem, das wegen der großen Zahl von erwachsenen Typ-2-Diabetikern nur allzu leicht übersehen wird. Ein stärkeres Problembewusstsein bedeutet eine bessere Versorgung“, sagte Tony O´Sullivan. „Der Übergang von der pädiatrischen Versorgung zur Erwachsenenversorgung ist bekanntermaßen eine der Hauptschwachstellen von Gesundheitssystemen und einer der zentralen Gründe für die abnehmende Motivation der Patienten zur Selbstversorgung. Europa kann und muss sich stärker um junge Menschen kümmern, die ein Leben mit Diabetes vor sich haben.“ „Es ist unglaublich schwierig, ein spontanes und lebhaftes Kind in eine strenge Routine zu pressen“, ergänzte Christiane Bartos. „Da kann eine Behandlung, die mehr Flexibilität zulässt, das Leben wirklich erleichtern.“ Laut Daten der IDF liegen die Kosten für Behandlung und Prävention von Diabetes und seinen Spätfolgen in Europa im Jahr 2007 bei mehr als 44 Milliarden Euro. Bis 2025 wird diese Zahl auf 57 Milliarden Euro steigen.

Nabelschnurblut

(2007)

Nabelschnurblut hilft Kindern mit Diabetes

Bessere Blutwerte und weniger Insulin nach Gabe von eigenem Nabelschnurblut
Ein US-Forscherteam hat im Rahmen einer Pilotstudie (1) acht Kinder mit frisch diagnostizierter Zuckerkrankheit (Diabetes) erstmals weltweit mit ihrem eigenen Nabelschnurblut behandelt. Das Nabelschnurblut hatten die Eltern bei der Geburt der Kinder vorsorglich einlagern lassen. Die Absicht der Ärzte, mit der Gabe des Blutes die Symptome der Zuckerkrankheit zu lindern, hat sich erfüllt und lässt für die Zukunft hoffen:
Nach einem halben Jahr zeigte sich bei der Gruppe der behandelten Kinder im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe eine deutliche Senkung eines Blutwertes, der den Verlauf des Blutzuckers über mehrere Wochen anzeigt (HbA1c von 8,04 auf 7 Prozent). Außerdem benötigten sie deutlich weniger Insulin pro Tag als die Kinder, die nicht mit Nabelschnurblut behandelt wurden.
Beim kindlichen oder auch juvenilen Diabetes greift das eigene Abwehrsystem die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an. Das zum Transport von Zucker (Glukose) in die Körperzellen notwendige Hormon Insulin wird nur unzureichend oder gar nicht mehr produziert, und Zucker reichert sich im Blut an. Ohne von außen zugeführtes Insulin kann der Organismus nicht überleben.
Die Forscher gehen davon aus, dass regulierende Immunzellen im Nabelschnurblut die weitere Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen verhindern und das außer Kontrolle geratene eigene Abwehrsystem in Schach halten. „Diese ersten Daten sind sehr erfreulich und bestätigen Beobachtungen, die seit längerem aus Tierexperimenten bekannt sind. Selbst wenn es nur gelänge, die restlichen Insulin produzierenden Zellen zu erhalten, wäre dies ein großer Gewinn für die meist jugendlichen Patienten. – Die Forschung muss unbedingt in dieser Richtung fortgesetzt werden“, kommentiert Dr. Eberhard Lampeter, Arzt und Vorstandsvorsitzender der VITA 34 AG die Studie. Er war selbst jahrelang in der Diabetes-Forschung tätig. Die Wissenschaftler hoffen nun, diese Zellen genauer zu identifizieren und die Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern, um Menschen mit Diabetes zu helfen.

Die Leipziger Nabelschnurblutbank VITA 34 bietet die Aufbewahrung von Nabelschnurblut für das eigene Kind seit 1997 an. Inzwischen lagern im firmeneigenen Labor mehr als 43.000 Nabelschnurblut-Präparate. Damit ist VITA 34 die größte private Nabelschnurblutbank im deutschsprachigen Raum.
(1) Die Studie wurde im Juni 2007 auf dem Kongress der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft in Chicago vorgestellt: Haller et al.; American Diabetes Associations 67th Scientific Sessions, June 22-26, 2007, Chicago, Abstract Numbers 0313-OR and 0314-OR Insulin Requirements, HbA1c, and Stimulated C-peptide following Autologous Umbilical Cord Blood Transfusion in Children with T1D

Prävention

(2007)

Fußkomplikationen
bei Typ-2-Diabetes wirkungsvoll vorbeugen

Dr. Sylvia Sänger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin
Nach Abschluss der öffentlichen Konsultationsphase wurde jetzt die Patientenleitlinie „Prävention und Behandlungsstrategien bei Fußkomplikationen“ frei zugänglich im Internet veröffentlicht. Die Empfehlungen dieser Patienten-Leitlinie beruhen auf der Nationalen Versorgungsleitlinie „Prävention und Behandlungsstrategien bei Fußkomplikationen“. Patienten und Ärzten steht damit die gleiche Informationsgrundlage zur Verfügung.
Diabetes kann verschiedene Folgeerkrankungen verursachen. Dazu gehört auch der „diabetische Fuß“. Durch krankheitsbedingte Schädigungen der Gefäße und Nerven kommt es zu Durchblutungsstörungen. Sie werden von den Betroffenen nicht immer rechtzeitig bemerkt. Von 100 Menschen, die in Deutschland an Diabetes erkrankt sind, leiden ungefähr vier an Fußkomplikationen. Diese können so schwerwiegend sein, dass eine Amputation durchgeführt werden muss. Dies kann nur durch eine gute Vorbeugung oder möglichst frühzeitige Behandlung bereits bestehender Schäden verhindert werden.
Neben der ärztlichen Versorgung kommt es besonders auf die Aufmerksamkeit der Betroffenen an! Das Wissen um die Erkrankung und ihre Gefahren, eine sorgfältige Selbstbeobachtung und ein gesundheitsfördernder Lebensstil können helfen, solchen schweren Komplikationen vorzubeugen oder sie möglichst frühzeitig zu erkennen.

In der Patienten-Leitlinie „Prävention und Behandlungsstrategien bei Fußkomplikationen“ finden Diabetiker wichtige Informationen, Hinweise und Tipps zur Vorbeugung von Fußkomplikationen. Für den Fall, dass bereits Verletzungen an den Füßen aufgetreten sind, werden Möglichkeiten der Behandlung erläutert. Die Patienten-Leitlinie wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern des Deutschen Diabetiker Bundes e.V., der BAG SELBSTHILFE e.V. und der DAG SHG e.V. erstellt. Grundlage für die Patienten-Leitlinie ist die Nationale Versorgungsleitlinie zu Fußkomplikationen bei Typ-2-Diabetes. Die „Übersetzung“ einer an Ärzte gerichteten Leitlinie in eine patientenverständliche Sprache wurde so kombiniert mit den Erfahrungen betroffener Patienten.
Patienten-Leitlinien sind ein wichtiger Bestandteil des Programms für Nationale Versorgungsleitlinien, das von der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften getragen wird. Die Koordination erfolgt durch das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin.
Weitere Informationen:
PatientenLeitlinie Prävention und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen
Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien

Strengere Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten

(2007)

Strengere Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten

Internationale Diabetes-Föderation (IDF) empfiehlt Diabetikern strengere Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach Mahlzeiten
IDF präsentiert neuen Leitfaden für Glukosemanagement nach Mahlzeiten
Die IDF veröffentlichte im September ihren neuen weltweiten Leitfaden zur Behandlung von Diabetes, der auch auf das Glukosemanagement nach Mahlzeiten eingeht (1). In diesem Leitfaden wird betont, dass Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten genau beobachten sollten, um die Diabeteskontrolle zu optimieren und das Risiko eventueller Komplikationen, v.a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu minimieren (2). Dieser neue Ansatz hilft Medizinern und Organisationen bei der Entwicklung wirksamer Strategien für das Diabetesmanagement.
Der neue evidenzbasierte weltweite Leitfaden wurde im Rahmen des Kongresses der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Amsterdam präsentiert.
Der neue Leitfaden enthält eine Reihe von Empfehlungen zur Optimierung der Diabetesbehandlung. Behandelt werden Themen wie Hyperglykämie nach Mahlzeiten, Behandlungsstrategien und Diäten, Selbstüberwachung des Blutzuckers (Self Monitoring of Blood Glucose – SMBG) sowie nichtpharmakologische und pharmakologische Therapien.
„Diabetes ist heute anerkanntermaßen eine der größten Epidemien in der Geschichte der Menschheit und eine der häufigsten Todesursachen. Die Krankheit ist für 3,8 Mio. Todesfälle pro Jahr verantwortlich, viele davon in Zusammenhang mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Der neue Leitfaden betont, wie wichtig es für Diabetiker und ihre Gesundheitsdienstleister ist, sämtliche zur Verfügung stehenden Maßnahmen für einen optimalen Umgang mit dieser Krankheit zu ergreifen“, so Prof. Stephen Colagiuri, Vorsitzender der IDF-Arbeitsgruppe für klinische Richtlinien.
Bis vor kurzem war eine Senkung des Nüchternglukosewertes bzw. Blutzuckerspiegels vor den Mahlzeiten eine der Hauptempfehlungen für gutes Diabetesmanagement; neueste Studien deuten jedoch auf einen Zusammenhang zwischen Blutzuckermessung nach den Mahlzeiten und besseren Ergebnissen bei Diabetikern hin. Die derzeitigen weltweiten Richtlinien sehen kein Management des Blutzuckers nach Mahlzeiten vor.
Bei Personen mit normaler Glukosetoleranz wird der Blutzuckerspiegel automatisch vom Körper überwacht und reguliert. Nach den Mahlzeiten schüttet der Körper ausreichend Insulin aus, um die Plasmaglukose im normalen Bereich zu halten – diese übersteigt nur selten 7,8 mmol/l (140 mg/dl) und fällt in der Regel innerhalb von zwei bis drei Stunden wieder auf die Werte vor den Mahlzeiten ab.
Bei Personen mit gestörter Glukosetoleranz oder Diabetes kann der Körper den Blutzuckerspiegel kaum oder gar nicht automatisch regulieren. Nach dem Essen weisen diese Personen oft übermäßig lange einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Dies lässt sich auf eine Reihe von Faktoren zurückführen, u.a. auf eine unzureichende Insulinausschüttung, verminderte Sensitivität gegenüber der Insulinwirkung, Unfähigkeit, die Glukosefreisetzung aus der Leber zu unterdrücken sowie auf einen Mangel an anderen mit der Verdauung in Zusammenhang stehenden Hormonen.
Der neue IDF-Leitfaden empfiehlt Diabetikern, ihren Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten für zwei Stunden auf unter 7,8 mmol/l (140 mg/dl) zu halten, ein Zeitrahmen, der den Empfehlungen der meisten führenden Diabetes- und medizinischen Organisationen entspricht.
Die IDF spricht sich für SMBG aus, da dies die praktischste Methode zur Glukosemessung nach Mahlzeiten ist und Diabetikern „Echtzeit“-Informationen über ihren Blutzuckerspiegel liefert. Diese Informationen machen es Diabetikern und ihren Gesundheitsdienstleistern möglich, ihre Behandlung rechtzeitig anzupassen, um ihren Blutzuckerspiegel innerhalb des Zielbereichs zu halten.

„Die IDF empfiehlt Diabetikern, körperliche Betätigung, gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle in ihren täglichen Behandlungsplan aufzunehmen“, so Prof. Antonio Ceriello, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Leitfäden. „Dies sind weiterhin die Eckpunkte eines effizienten Diabetes-Managements; sie senken nicht nur den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten, sondern wirken sich auch positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus“. Der Leitfaden enthält überdies Informationen über eine Reihe von Medikationen, die speziell auf den Glukosespiegel nach Mahlzeiten abzielen.
Literaturhinweise:
(1) Guideline for Management of Postmeal Glucose, International Diabetes Federation, 2007
(2) Ceriello A, Postprandial Hyperglycemia and Diabetes Complications: Is it Time to Treat? Diabetes 2005; 54(1):1-7

Preis für Tübinger Wissenschaftler

(2007) diabetes-news-dr-stefan-ehehalt

Diabetesrisiko deutscher und italienischer Kinder

Untersuchung zur Diabetes-Häufigkeit bei in Deutschland lebenden italienischen Kindern und Jugendlichen

Preis für Tübinger Wissenschaftler

In Deutschland lebende deutsche Kinder und Jugendliche erkranken signifikant häufiger am Typ 1 Diabetes als in Deutschland lebende italienische Kinder und Jugendliche. In Deutschland lebende italienische Kinder und Jugendliche erkranken gleich häufig am Typ 1 Diabetes wie in Italien lebende italienische Kinder. Dies sind die Ergebnisse einer Migrationsstudie zur Pathogenese (Entstehung) des Typ 1 Diabetes. Im Blickfeld der Wissenschaftler stand hierbei die Frage, welche Rolle die genetische Disposition im Vergleich zu äußeren Einflussvariablen spielt.

Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Hamburg wurde Dr. Stefan Ehehalt von der Tübinger Universitätskinderklinik für die Untersuchung mit dem wissenschaftlichen Förderpreis der Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie (AGPD) ausgezeichnet.

Aus den Studienergebnissen lässt sich folgern, dass italienische Kinder und Jugendliche das Erkrankungsrisiko ihres Herkunftslandes beibehalten. Es spielt keine Rolle, ob die Kinder und Jugendlichen aus einer Region mit hoher oder niedriger Inzidenzrate (Häufigkeit von Neuerkrankungen) stammen. Dies spricht dafür, dass genetische Faktoren eine dominierende Rolle bei der Entstehung des Typ-1-Diabetes spielen. Das gemeinsame Forschungsprojekt der Kinderdiabetologie am Uniklinikum Tübingen (Leiter Priv. Doz. Dr. Andreas Neu) zur epidemiologischen Annäherung an die Pathogenese des Typ 1 Diabetes mellitus entstand in Kooperation mit zwei italienischen Forschern, den Brüdern Dres. Muntoni (Sardinien). Die Recherchen wurden von Pavle Popovic (Doktorand) durchgeführt.

Der Preis wird einmal jährlich von der AGPD verliehen und wurde gestiftet durch die Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Er ist mit 8.000 Euro dotiert. Das Geld wird für die Weiterentwicklung des Projekts verwendet.

Kongress für Telemedizin

(2007)

Kongress für Telemedizin

Diabetes>News war vor Ort und fand Optimismus und interessante Projekte.
Erstmals fand parallel zur CeBIT auch ein Kongress für Telemedizin statt. Diabetes>News war vor Ort und fand Optimismus und interessante Projekte.
Irgendwie denkt man nicht sofort an Medizin, wenn man das Wort CeBIT hört. Die immer noch weltgrößte Computermesse hat sich zwar in den letzten Jahren zu einem Verbraucherspektakel entwickelt, aber als Gesundheits-Show hat sie sich nicht hervorgetan. Um Show ging es auch in diesem Jahr nicht bei der Premiere von TeleHealth, doch der Fachkongress mit angegliederter Ausstellung fand im Rahmen der CeBIT im Kongresszentrum der Deutschen Messe in Hannover statt und beeindruckte statt mit Tanz und Trara durch eine Vielzahl von vorgestellten Projekten.
Die stammten aus allen Bereichen, die sich unter dem breiten Begriff Telemedizin finden, die einzelnen Sessions an den zwei Tagen waren überschrieben mit Telediagnostik, Telemonitoring, Sensorik & Datenübertragung, Datenbanken und Expertensysteme. Und natürlich durfte auch das am meisten diskutierte Telemedizin-Thema derzeit auf der Veranstaltung nicht fehlen, die elektronische Gesundheitskarte.
Sie hielt sich allerdings dezent im Hintergrund und wurde nur in den eröffnenden Worten von Gesundheitsstaatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder pflichtbewusst erwähnt, „die Durchlässigkeit der Versorgungsstrukturen muss sich im Datenfluss widerspiegeln“, machte er eine Idee hinter dem Großprojekt klar. Das stehe momentan an der „praktischen Schwelle“, für die nächste Auflage des Kongresses 2008 erwartete Schröder keine Prototypen mehr, sondern die endgültigen Dienste, die bei der Gesundheitskarte zum Einsatz kommen. Als wichtigen Faktor nannte er die Interoperabilität der Systeme und verglich „Ein Telefonsystem mit zwei Teilnehmern ist relativ banal. Mit Millionen ist es ein wichtiger Faktor.“
Diabetiva-Projekt nutzt Telemedizin

Prof. em. Dr. med. Arnold Gries

Irgendwo zwischen zwei und Millionen angesiedelt ist momentan noch ein telemedizinisches Betreuungsprojekt für Diabetiker mit besonderem kardiovaskulärem Risiko, das Prof. em. Dr. med. Arnold Gries auf der Tagung vorstellte. Es handelt sich um ein von der Taunus Betriebskrankenkasse zusammen mit dem Düsseldorfer Anbieter PHTS Telemedizin im Rahmen eines Vertrages zur integrierten Versorgung für Diabetiker eingesetztes System mit dem Namen Diabetiva®, das zunächst auf Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt begrenzt ist.
Ziel sei allerdings eine flächendeckende Versorgung in ganz Deutschland, so Gries in Hannover. Der ehemalige Direktor des Deutschen Diabetes Zentrums Düsseldorf ist Mitglied des medizinischen Beirates von PHTS Telemedizin und machte das Ziel des Projekts klar: Schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder diabetischem Fuß vorzubeugen. Folgeerkrankungen, „die wir früher Spätschäden genannt haben, die aber manchmal gar nicht so spät kommen“, wie er zu bedenken gab.
In der Praxis funktioniert die Versorgung so: Zunächst wird in der Arztpraxis ein kontinuierliches Glukosemonitoring-System von Medtronic angelegt, mit dem über einen Zeitraum von 72 Stunden die Blutzuckerwerte aufgezeichnet werden. Während dieses Zeitraums muss der Patient in vorgefertigten Formularen seine Lebensgewohnheiten dokumentieren: Nahrungsaufnahme, Insulingabe, Bewegung. Diese Daten werden von dem Facharzt an das telemedizinisch gestützte und damit ambulant einsetzbare interaktive Beratungsprogramm KADIS® (Karlsburger Diabetes-Management System) weitergeleitet, mit dem Institut für Diabetes „Gerhard Katsch“ Karlsburg besteht eine Zusammenarbeit. Dort werden Informationen ausgewertet und die optimale Diabetes-Einstellung für den jeweiligen Patienten wird computergestützt erstellt.
Die Analyse wird dann wieder dem behandelnden Arzt zur Verfügung gestellt, der mit dem Patienten die Therapie festlegt. Diese Langzeitmessung erfolgt einmal jährlich. „Das Telemedizinische Zentrum ist nicht der Therapeut!“, kam Gries einer oft geäußerten Kritik an solchen Systemen zuvor. Für eine optimale Therapie erhalten die Patienten ein Blutzuckermessgerät von PHTS Telemedizin, mit dem sie regelmäßig ihre Blutzuckerwerte jederzeit per Telefon an das Telemedizinische Zentrum von PHTS in Düsseldorf übermitteln können.

Bei multimorbiden Patienten werden dort auch regelmäßig EKGs ausgewertet. Das Telemedizinische Zentrum ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal besetzt. All diese Daten werden von PHTS Telemedizin in einer elektronischen Patientenakte erfasst. Bei Abweichungen von therapeutischen Zielwerten gibt es ein Alarmzeichen und das Zentrum nimmt mit dem Patienten Kontakt auf. Es fordert auch per Telefon Daten ein und fragt nach Lebensqualität, Medikation oder Symptomatik. Reminder- und Schulungsfunktion nennt Gries diese Tätigkeiten.
Über die Plattform „Medical Record Online“ (MROL) sind alle behandelnden Ärzte eines Patienten miteinander vernetzt, alle können auf die übermittelten Werte zugreifen und sich schnell und umfassend über den Krankheitsverlauf informieren. Darüber hinaus ermöglicht MROL Auswertungen des Krankheitsverlaufes. Fragen wie „Wie entwickelt sich der Blutzucker während der Tages- und Nachtzeit?“ oder „Wie verändert er sich infolge der gewählten Therapie?“ sollen so beantwortet werden. Studien aus dem Institut für Diabetes Karlsburg belegen, dass der HbA1c innerhalb von nur drei Monaten durch die telemedizinisch gestützte Behandlung signifikant verbessert werden kann.
Grenzenloses Teamwork im Prähospital
Was Projekte wie Diabetiva verhindern wollen, managt das Mobimed System schon seit 20 Jahren ebenfalls mit Mitteln der Telemedizin: Den akut kardial gefährdeten Patienten. Beim Herzinfarkt gilt „time is crucial, time is muscle“, verdeutlichte Prof. Dr. Bengt Arne Sjöqvist, Gesundheitsinformatiker und Vizepräsident der schwedischen Firma Ortivus den Hintergrund. „Telekardiologie, das ist nicht nur das Senden eines EKGs“ betonte er am Anfang seiner Ausführungen und erinnerte daran, dass der erste Tag des Telehealth-Kongresses am 19. März fast mit dem Tag des ersten Telekardiograms, den 22.3.05, zusammenfiel.
Wohlgemerkt des letzten Jahrhunderts, denn niemand anderes als der Niederländer Willem Einthoven, Professor für Physiologie an der Universität Leiden und für seine grundlegenden Arbeiten zum Elektrokardiogram 1924 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, sandte an diesem Tag auch die erste Fernversion des EKG vom Untersuchungsraum in sein Büro. Heute geht es jedoch um mehr als um die Bequemlichkeit eines Pioniers, es geht um das Teilen von Informationen, um die Unterstützung von Entscheidungen in der kritischen Phase des Herzinfarkts, eine Stunde entspricht 50 Prozent Mortalität, zitierte Sjöqvist eine schottische Studie.
Ein Sensor funkt über Bluetooth seine Werte, darunter ein 12-Kanal EKG, an einen Handcomputer, welcher mit einer beliebigen Kommunikationstechnologie wie dem Handy-Standard GPRS die Daten an ein Krankenhaus schickt. „Grenzenloses Teamwork im Prähospital“ nennt er das Prinzip, schon auf dem Weg im Rettungswagen die richtigen Entscheidungen zu ermöglichen.
Und die schon auf der Fahrt ins Hospital gewonnenen Informationen direkt in die elektronische Patientenakte zu übernehmen, also eben nicht bei Null anzufangen, sobald der Patient durch die Tür kommt. In Schweden sind bereits 70 Prozent der Rettungswagen mit dem System ausgerüstet, mehr als 6.000 Ambulanzfahrzeuge europaweit sind es laut Sjöqvist. Und er konnte auch Erfolgszahlen berichten: Von 1995 bis 2005 ist die 30-Tages Mortalität nach Myokardinfarkt in Schweden um 10, laut einer anderen Untersuchung sogar um 30 Prozent gesunken. Nicht nur, aber eben auch wegen Telemedizin, wie sich Sjöqvist und sicher auch die anderen Experten mitten auf der CeBIT sicher sind.

Eine ALLIANZ für Diabetes

(2007)

Eine ALLIANZ für Diabetes

„UNite for Diabetes“, die weltweite Kampagne der Internationalen Diabetesföderation (IDF), die im Dezember 2006 zur einstimmigen Verabschiedung einer UN-Resolution zu Diabetes geführt hat, findet mit dem diesjährigen Weltdiabetestag am 14. November 2007 ihren Höhepunkt. Es ist gelungen, die Vereinten Nationen zu überzeugen, dass nicht nur Infektionskrankheiten, sondern auch eine chronische Erkrankung wie Diabetes mellitus hohe Aufmerksamkeit benötigt, da es sich hierbei um die weltweit größte und am stärksten wachsende Zivilisationskrankheit handelt.

Diabetes geht ALLE etwas an. Diesem Gedanken folgend haben sich weltweit zahlreiche Organisationen, Institutionen, Firmen etc. zusammengefunden, um aktiv auf diese wichtige Erkrankung hinzuweisen. Am 14. November 2007 werden auf der ganzen Welt Lichter erstrahlen, um ein Zeichen zu setzen. Viele Monumente und bekannte Gebäude werden im „UNite for Diabetes“-blau leuchten. Die Farbe blau steht für unseren Planeten, sie steht für die Vereinten Nationen und sie steht für den weltweiten Kampf gegen Diabetes. Zum ersten Mal wird der Weltdiabetestag auch als Tag der Vereinten Nationen begangen. Eine Allianz, die weltweit Aufmerksamkeit erregen und damit jedem Einzelnen die enorme Bedeutung des Krankheitsbilds Diabetes bewusst machen wird!

Deutschland nimmt an dieser Aktion ebenfalls mit einem symbolträchtigen Gebäude teil: Seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 steht die Allianz Arena als Schauplatz des Eröffnungsspiels für ein mitreißendes, aber friedliches und respektvolles Miteinander von Menschen verschiedenster Nationen. Der „UNite for Diabetes“-Gedanke wird von der Allianz Arena unterstützt und so wird am 14. November 2007 die Arena in blauem Licht erstrahlen, um den Weltdiabetestag zu begehen. „Wir sind sehr glücklich, dass wir die Unterstützung der Allianz Arena in München gewinnen konnten,“ sagt Prof. Eberhard Standl, Präsident der Deutschen Diabetes-Union und der Internationalen Diabetesföderation, Region Europa. „Wir stehen damit in einer Reihe mit dem Empire State Building in New York, den Niagarafällen und dem Opernhaus in Sydney.“ Auch für Peter Kerspe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Allianz Arena, war es selbstverständlich hier aktiv mitzuwirken. „Gerade im Hinblick darauf, dass laut Studie ca. 50% aller Menschen mit Diabetes nichts von Ihrer Krankheit wissen, wollen wir an diesem Weltdiabetestag zusammen mit der Deutschen Diabetes-Union e.V. in Deutschland ein Zeichen setzen.“

Neben zahlreichen Events um und am Weltdiabetestag selbst, wird die zentrale Veranstaltung in Deutschland am 18. November 2007 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr in Saarbrücken (Congresshalle, Hafenstraße 12 in 66111 Saarbrücken) von der Deutschen Diabetes-Union durchgeführt.