News-Archiv: 2007

Diabetes ist zwar eine Zäsur im Leben, aber kein Schicksal

(2007)

GlucoMen visio®- Hörbroschüren für Diabetiker

Neuer Service von BERLIN-CHEMIE

Diabetes ist zwar eine Zäsur im Leben, aber kein Schicksal, das man einfach so hinnehmen muss. Rückzug in die Erkrankung und Passivität sind der falsche Weg. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen mit Diabetes lernen, die Bedürfnisse ihres Körpers besser wahrzunehmen, denn erst dann können sie ihr Verhalten im Sinne eines aktiven Diabetes-Selbstmanagements ändern. Regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen sind hierfür eine wichtige Voraussetzung.

Was Betroffene über die Kontrolle ihres Blutzuckers hinaus noch tun können, um ihr Leben mit Diabetes zu verändern, können sie jetzt auf den GlucoMen® Visio Hörbroschüren erfahren. Die Hörbroschüren wollen auf informative und moderne Weise Diabetikern Mut zur Veränderung machen. Man hört, wie man für sein persönliches Wohlbefinden sorgen kann, wie man sich gesund ernährt oder was man für seine Hautpflege tun kann. Auch alte Volksweisheiten zum Themenfeld Gesundheit werden unter die Lupe genommen. Das Medium wendet sich dabei bewusst an einen breiten Kreis Betroffener: Blinde profitieren ebenso wie Diabetiker, die nicht Lesen können, Berufstätige können sich auf der Fahrt zur Arbeit im Auto informieren, für Reisende wird eine langweilige Zugreise so zum informativen Gesundheitstrip.

Vier Hörbroschüren zu folgenden Themen sind bisher erschienen

  • Gesund entspannen – Wellness, Entspannung, Bewegung
  • Gesund genießen – Kochen, Küche, Esskultur
  • Gepflegte Haut – Pflegetipps für jede Jahreszeit
  • Volksweisheiten – Rund um die Gesundheit

Die Hörbroschüren stehen zum Download unter www.kundenservice-diabetes.de bereit. Sie können auch als CD-ROM-Hardcoverversion kostenlos beim Kundenservice Diabetes unter der Telefonnummer 01802 666333 (6 Cent pro Gespräch aus dem deutschen Festnetz) angefordert werden. Das Besondere daran: Auf der CD und dem Cover ist der Titel in Braille-Schrift aufgedruckt. BERLIN-CHEMIE geht damit einen Weg, medial gespeicherte Information auch für blinde und sehbehinderte Menschen nutzbar zu machen.

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Wein und Bier, das rat ich dir!

(2007)

Gefäßschutz durch Wein und Bier

Getränke dürfen „geistlos“ sein
Seit Jahren wird diskutiert, ob es der Alkohol oder andere Stoffe in Wein oder auch Bier sind, die eine Schutzwirkung auf Herz und Kreislauf entfalten. Ulmer Forscher haben jetzt bestätigt: Es geht auch ohne Alkohol.
Warum haben Franzosen die wenigsten Herzinfarkte in Europa, obwohl sie sich vergleichsweise fett- und kalorienreich ernähren? Weil traditionell lebende Franzosen Rotwein trinken – mäßig, aber regelmäßig zu den Mahlzeiten. Das als „französisches Paradoxon“ bekannte Phänomen hat die Forschung rund um den „Weingeist“ beflügelt und gefäßschützende Effekte von Alkohol und bestimmten Inhaltsstoffe des Weins an den Tag gebracht. Einige Untersucher meinen, dass es vor allem der Alkohol selbst ist, der das Blut „flüssig“ hält, andere vermuten den Schwerpunkt der Schutzwirkung bei antioxidativen Inhaltsstoffen (z.B. Resveratrol).
Alkfrei geht auch
Forscher vom Universitätsklinikum Ulm haben jetzt bestätigt: Auch alkoholfreies Bier bzw. Wein, dem der „Geist“ wegdestilliert wurde (Weingeist = Ethanol = Alkohol), sind zu gewissen protektiven Wirkungen auf unsere Gefäße fähig. Sie weisen eine günstige Wirkung auf bestimmte weiße Blutkörperchen (Monozyten) auf, die zur Entstehung der Arteriosklerose (Arterienverengung mit der Gefahr der Verstopfung) beitragen.
Wandern Monozyten zuhauf aus dem Blut in die innere Gefäßwand ein, ist dies als Entzündungszeichen und als früher Hinweis für eine entstehende Arteriosklerose zu werten. Die hemmende Wirkung der alkoholfreien Getränke auf die Monozyten ist vergleichbar der kleiner Mengen von Rotwein, Bier oder Weingeist, berichteten Dr. Armin Imhof und Kollegen auf der Jahrestagung der Kardiologen in Mannheim.
Die Forscher hatten bei 42 Testpersonen den Einfluss unterschiedlicher Getränke auf die Monozyten gemessen. Die Versuchstrinker bekamen drei Wochen lang täglich eines dieser sechs Getränke: Rotwein (ca. 12,5 Volumenprozent Alkohol) oder Bier (ca. 5 Vol.-Proz. Alkohol, oder 12,5-prozentigen Weingeist, oder die alkoholfreien Varianten von Bier und Wein, oder pures Wasser). Ergebnis: In allen Gruppen mit Ausnahme der Wassertrinker ließ sich eine Hemmung des Eindringens von Monozyten in die Gefäßwand feststellen.

Sowohl der mäßige Konsum alkoholischer Getränke, als auch der Genuss von alkoholfreiem Bier oder Wein (hier dürfen es größere Mengen sein) haben also offenbar einen gewissen Schutzeffekt auf das Herz-Kreislauf-System, folgern die Forscher.

Diabetes und Alkohol
Diabetiker müssen Alkohol nicht grundsätzlich meiden. Aber ihnen wird geraten, nicht mehr als ein bis zwei „drinks“ pro Tag zu sich zu nehmen. Ein drink entspricht einem kleinen Glas Bier (0,3 l) oder 100 bis 150 Milliliter (0,1 bis 0,15 l) Wein, die jeweils etwa 12 Gramm Alkohol enthalten. Frauen vertragen weniger Alkohol als Männer.
Was bewirkt der Weingeist?
  • Die Hauptgefahr: Alkoholgenuss kann zu Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen. Alkohol unterdrückt die Bildung von Glukose in der Leber schon bei einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille. Dies ist besonders bedenklich bei gleichzeitiger Gabe von Insulin oder Sulfonylharnstoffen (z.B. Glibenclamid). Vor allem alkoholisierte Typ-1-Diabetiker stehen unter einem erheblichen Risiko für eine schwere Hypoglykämie.
  • Gerade bei starkem Alkoholkonsum ist die Gefahr, eine Unterzuckerung nicht zu erkennen, besonders hoch. Hypoglykämien können sechs bis 36 Stunden nach Alkoholgenus eintreten. Übrigens: Bei kohlenhydratreduziertem Leichtbier ist die Gefahr einer Hypoglykämie-Auslösung höher als bei normalem Bier.
  • Andererseits hat mäßiger Alkoholkonsum positive Auswirkungen: Er erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin (HDL transportiert Blutfett aus der Gefäßwand ab), hemmt die Verklumpungsneigung der Blutkörperchen, bessert die Insulinresistenz und senkt durch einen gefäßerweiternden Effekt auch kurzfristig den Blutdruck. Dadurch kann die Gefahr einer Gefäßverstopfung (z.B. bei Herzinfarkt) bedeutsam gesenkt werden – ein Grund für das „französische Paradoxon“ (s.o.).

Die Deutschen sind zu dick!

(2007) diabetes-news-sind-die-deutschen-dick

Dicke Deutsche: Wo kein Wille ist, da ist kein Weg

Die Meldung, in Deutschland lebten die meisten Übergewichtigen, sorgt in diesen Tagen für reichlich Diskussion

Fast täglich gibt es neue Vorschläge, wie dem buchstäblich schwerwiegenden Problem am besten zu Leibe gerückt werden kann. So wollen Politiker Ernährung als Unterrichtsfach in die Schulen bringen, Verbraucherschützer fordern ein Werbeverbot und eine Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel. Und alle sind sich einig, dass gesunde Lebensmittel wie Bioprodukte für jeden bezahlbar sein müssen.

Die Techniker Krankenkasse (TK) kritisiert dagegen blinden Aktionismus. Eine Studie der Krankenkasse zeigt, dass weder fehlendes Wissen noch finanzielle Gründe einer gesunden Ernährung im Wege stehen. Die Forsa-Befragung der TK ergab, dass vor allem Geringverdiener sich bevorzugt von kalorienreichen Hamburgern und Tiefkühlpizzen ernähren. Jeder Sechste von ihnen gab an, mindestens viermal in der Woche ins Tiefkühlfach oder zur Konserve zu greifen. Jeder zweite der Befragten mit geringem Einkommen begründete seine Vorliebe für ungesundes Essen mit finanziellen Aspekten. Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der TK: „Erstaunlich. Denn gerade Fastfood und Fertiggerichte sind im Vergleich zu selbstgekochten Mahlzeiten sehr teuer.“ Bei Gutverdienern steht das ungesunde Junk-Food dagegen weniger hoch im Kurs. 60 Prozent der Befragten mit einem Haushaltseinkommen über 3.000 Euro gaben an, höchstens einmal in der Woche Pommes Frites oder Currywurst zu ordern. Dr. Voermans warnt deshalb angesichts der aktuellen Diskussion um die „dicken Deutschen“ davor, jetzt vorschnell in Aktionismus zu verfallen. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass es den Leuten nicht an Aufklärung mangelt. Sie wissen, dass sie zuviel Zucker und vor allem zuviel Fett zu sich nehmen. Doch unsere Studie zeigte, dass zwar praktisch jeder – unabhängig von Einkommen und Bildungsgrad – weiß, worauf es bei gesunder Ernährung ankommt, dies aber dennoch im Alltag ignoriert. Jeder Zweite gab an, zu essen, was ihm schmeckt, egal ob es gesund ist oder nicht.“

Die Studie zeigt, dass vor allem drei Argumente gegen ein gesünderes Ernährungsverhalten sprechen: Durchhaltevermögen, der Wille zur Veränderung und Zeit. „Es ist sehr schwierig, ein Verhalten abzutrainieren, dass über Jahrzehnte zur Routine geworden ist“, erklärt Präventionsexpertin Dr. Voermans. „Seinen Lebensstil zu ändern, ist ein aufwendiger und langwieriger Prozess.“ Deshalb reichten oberflächliche Kampagnen allein nicht aus. Gerade an den Menschen, deren Ernährungsverhalten besonders kritisch ist, gingen Gesundheitskampagnen meist vorbei.

„Um nachhaltig etwas auszurichten, müssen wir die Menschen dort abholen, wo sie sind, und dabei alle Lebensbereiche einbeziehen: die Schulen, die Familie, den Betrieb“, sagt Dr. Voermans. Besonders wichtig ist Dr. Voermans das Engagement in Schulen. Um den aktuell wieder lauter werdenden Ruf nach Gesundheitserziehung in der Schule auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen, hat die TK in Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) in einer vierjährigen Studie in Hamburger Grundschulen erprobt, ob Gesundheitsunterricht und ein gesundes Lernumfeld sich positiv auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Schüler auswirken. „Noch besser als das mühselige Abgewöhnen einer ungesunden Lebensweise ist es nämlich, die nachfolgenden Generationen direkt zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren. Dann können wir den Kindern den steinigen Weg später ersparen“, so Dr. Voermans.

Für Diabetiker nicht geeignet!

(2007)

Für Diabetiker nicht geeignet!

Kennzeichnung von Lebensmitteln muss sich ändern

Bochum – Gremien der Europäischen Union beraten derzeit in Brüssel über Gesetzesvorlagen von sogenannten Diabetiker-Lebensmitteln.
Bisher existieren unterschiedliche nationale Regelungen. In Deutschland gibt es immer noch Lebensmittel mit der Aufschrift „für Diabetiker geeignet“. Diese sind jedoch nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keineswegs für eine diabetesgerechte Ernährung zu empfehlen und schaden Diabetikern häufig. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) und ihr Ausschuss Ernährung fordern deshalb, ebenso wie die International Diabetes Federation (IDF), europaweit diese Bezeichnung nicht mehr zuzulassen.
Ärzte, Ernährungsexperten und Wissenschaftler sind sich einig: Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 können übliche Lebensmittel essen. Die frühere Ansicht – es gehe vor allem darum, den Haushaltszucker aus der Nahrung zu entfernen – ist wissenschaftlich überholt. Aber genau auf dieser Ansicht basieren noch die heute in Deutschland zugelassenen „Diabetiker-Lebensmittel“: Es sind vor allem Lebensmittel, in denen Haushaltszucker durch Fruchtzucker oder Zuckeralkohole ersetzt wird. Zahlreiche angebotene „Diabetiker-Lebensmittel“ enthalten außerdem hohe Anteile ungünstiger Fette, die das Gewichtsproblem vieler Diabetiker noch verstärken.

Die Experten der IDF und der DDG halten deshalb Lebensmittel mit der Aufschrift „für Diabetiker geeignet“ nicht nur für überflüssig, sondern auch für schädlich. Die Bezeichnung kann dazu führen, dass Diabetiker glauben, sie könnten unbegrenzt davon essen. Außerdem sind „Diabetiker-Produkte“ in der Regel teurer als übliche Lebensmittel. Weit hilfreicher für alle Menschen, auch solche mit Diabetes Typ 1 und Typ 2, könnten Kennzeichnungen sein, die europaweit übersichtlich die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln, inklusive der Mengen von Kohlenhydraten, Fetten und Zucker beinhalten.
Weitere Informationen: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Teamwork multidisziplinär

(2007)

Multidisziplinäres Teamwork

Zusammenarbeit, die von Herzen kommt
Diabetologen und Kardiologen sollten eine engere Zusammenarbeit anstreben – die kommende Gesundheitsreform bereitet dafür den Boden.

Dr. med. Rolf Dörr vom Bundesvorstand des Berufsverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) brachte es auf den Punkt. Während eines BVND-Symposium im Rahmen der Tagung „Der herzkranke Diabetiker“ erklärte er im Dezember 2006 in Berlin: „Wir brauchen eine große Koalition aus Hausärzten, Diabetologen und Kardiologen zum Nutzen des Patienten. Alle müssen miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.“
Konkret kritisierte Dr. Dörr, Kardiologe an der Praxisklinik Herz und Gefäße in Dresden, die Zerschlagung des Zusammenhangs zwischen Diabetes und Kardiologie durch die Einrichtung dreier Disease-Management-Programme – dem DMP Koronare Herzkrankheit und den beiden DMPs für Diabetes Typ-1 und Typ-2: „Dieses kardiometabolische Krankheitsbild, das unberechtigterweise zerschlagen wurde, muss wieder zusammengefasst werden.“
Blick über den Rand
Aus Sicht von Dr. Dörr liegen die Probleme in einer unzureichenden Vernetzung der Behandlung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten: Diabetes werde noch zu sehr auf die Zuckerkrankheit reduziert. Hieran sollten die Berufsverbände gemeinsam arbeiten, um falsche Vorstellungen von der Arbeitsweise der jeweils anderen Fachgruppe abzubauen. Sowohl Diabetes als auch Atherosklerose führen letztlich aufgrund der selben Mechanismen zu Herz- und Gefäßleiden, final zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Das Infarktrisiko eines Diabetikers ist drei bis fünf Mal höher als das eines Gesunden. Dringend notwendig ist daher eine Vernetzung der Erkennung und Behandlung von Stoffwechsel- und Gefäßleiden.
Verortungsproblem
Dr. med. Richard Daikeler vom Vorstand des BVND ging in seinem Vortrag auf die unklaren Vorstellungen ein, die andere Berufsgruppen zur Diabetologie entwickeln: „Diabetologie ist mehr als nur »Zuckerschrauben«.“ Doch genau in diesem Vorurteil liegt das Problem: Die unklare Definition der Diabetologischen Schwerpunktpraxis (DSP): „Wo positioniert sich die DSP im Rahmen einer gemeinsamen Betreuung von Herzpatienten, durch Hausärzte und Kardiologen?“, fragt Richard Daikeler.
Der medizinische Zusammenhang sei eindeutig, so Daikeler: Das kardiovaskuläre Risiko mache es erforderlich, einen Diabetiker so zu betrachten wie einen Nichtdiabetiker, der bereits einen Herzinfarkt hatte. Auch bei der Vorstufe des Diabetes, dem Metabolischen Syndrom, ist das kardiovaskuläre Risiko deutlich erhöht – nicht erst mit der Diagnose des Diabetes.
Richard Daikeler unterstrich nochmals deutlich, dass sich die Diabetestherapie nicht auf das Einstellen des Zuckers beschränkt: „Sie ist ein umfassendes metabolisches Management sämtlicher Faktoren, die den Patienten einem kardiovaskulären Risiko aussetzen.“ Der Diabetes ist primär eine kardiovaskuläre Erkrankung. Das heißt, er erfordert ein kardiovaskuläres Management. Die DSP versucht in diesem Sinne die gesamten kardiovaskulären Risikofaktoren anzugehen: Hochdruckschulung, Screening auf die kardiovaskulären Risikofaktoren oder -indikatoren oder veranlasst diese.
„Wir sind am Beginn einer fundierten und sich allmählich strukturierendenen Zusammenarbeit. Am Anfang müssen wir daher Perspektiven aufzeigen. Über die Zuweisungen kann man besser sprechen, wenn man über die Abgrenzung gesprochen hat“, betonte Daikeler. So zeigte er sich nicht einverstanden, wenn ein Kardiologe einen Oralen-Glucoe-Toleranz-Test (OGT) durchführt: „Das macht keinen Sinn, denn der Kardiologe hat keine qualitätsgesicherte Blutzuckermessung, sondern nur die Teststreifen, die Patienten und Hausärzte auch haben – das ist keine adäquate Diagnostik. Ebenso hat er nicht die Infrastruktur, um im Positivfall die entsprechenden Patientenschulungen und -beratungen einzuleiten.“

Frage der Qualität
Einen fundierten Kooperationsausbau knüpft Daikeler dabei auch eng an das Thema Prozessqualität: „Wir sollten Qualität nicht nur behaupten, sondern ihren Nachweis erbringen. Qualität muss wesentliche Grundlage einer gemeinsamen Patientenbetreuung sein.“
Im Kern geht es darum, Risikopatienten frühzeitig zu erkennen sowie frühzeitig eine niederschwellige Intervention anzubieten: „Das ist eine Domäne der Diabetologischen Schwerpunktpraxis“, so Daikeler. Für ihn steht fest: „Es muss eine frühzeitige diabetologische und kardiologische Intervention angestrebt werden. Wir müssen Barrieren überwinden.“
Dies geschieht hauptsächlich, indem die DSP eng mit den beteiligten Disziplinen zusammenarbeitet – insbesondere mit der Kardiologie. Die Nephrologie und Augenärzte spielen eine ebenfalls hervorgehobene Rolle ebenso wie die Angiologie dann, wenn es um den diabetischen Fuß geht. „Wir müssen berufspolitisch dafür sorgen, dass die gute Zusammenarbeit nicht mehr vom Zufall einer persönlichen Offenheit gegenüber anderen Fachrichtungen abhängt. Wichtig ist die Entwicklung eines klar abgestuften Kooperationskonzepts mit einem guten Informations- und Kommunikationssystem“, betont Daikeler.
Ein Titel
Eine Hilfe von außen aus Sicht der Diabetologen wäre nach Ansicht des BVND die Facharztbezeichnung. Doch soweit ist die Entwicklung noch nicht: Im Weiterbildungsrecht der Bundesärztekammer (BÄK) wurde jetzt die Zusatzbezeichnung Diabetologie vergleichbar mit der Sportmedizin eingeführt. Vom BVND wird dies kritisch gesehen: „Eine Zusatzbezeichnung wird der Schwere der Erkrankung nicht gerecht. Wir sind der Meinung, dass eine Facharztbezeichnung mit Schwerpunkt »Diabetes und Stoffwechsel« innerhalb der Inneren Medizin wesentlich zielführender wäre, um auch die Kooperation zwischen Hausärzten und Diabetologen wesentlich konfliktfreier zu gestalten.“ Denn die DSP leisten zusammen mit den Hausärzten den wesentlichen Beitrag bei der Verbesserung der Diabetikerversorgung in Deutschland.
Von Kapitänen und Lotsen
Der BVND ist der Meinung, Diabetes ist ein primär ambulant behandelbares Krankheitsbild. Jedem Diabetiker sollte eine möglichst wohnortnahe Versorgung ermöglicht werden in Kooperation der Beteiligten. Die kontinuierliche Betreuungsfunktion hat der Hausarzt – er ist der Kapitän. Aber es gibt eine ganze Reihe von Lotsen, die ihn dabei unterstützen. Eine abgestimmte Kommunikation ist zwischen allen Beteiligten notwendig. Der Patient mit einem Diabetes ist natürlich primär hausärztlich betreut. Dieser Nukleus aus Hausarzt und Patient braucht die Unterstützung insbesondere der DSP mit ihrem Team. Im Vordergrund steht die kardiovaskuläre Gefährdung und deshalb auch die Kooperation mit dem Kardiologen.
Dabei mag Richard Daikeler ein Wort gar nicht mehr gerne hören: „Ich habe etwas gegen den Begriff »Schnittstelle« – der mit »schneiden, abschneiden« assoziiert ist. Wenn wir kooperieren wollen, sollten wir nicht von »schneiden«, sondern von »Zusammenführen« und gemeinsamer Basis reden.“ Die Zuständigkeiten zwischen den Versorgungsebenen sollten klar definiert werden: Es muss für die Patienten transparent und verständlich sein – die beste Kooperation ist nichts wert, wenn sie nicht vom Patienten gelebt wird.

Der Kardiologe Dr. med. Rolf Dörr zeigt ausschnittartig auf, worauf beim Diabetiker zu achten ist und wo die Andockstellen zu seinem Fachgebiet liegen:
  1. Wegen einer begleitenden autonomen diabetischen Neuropathie mit unzureichendem Herzfrequenzanstieg unter Belastung sind mehr als 50% aller Diabetiker nicht diagnostisch ergometrierbar. Fehlende Ergometrierbarkeit bedeutet per se schon ein erhöhtes kardiales Risiko.
  2. Die Stress-Imaging-Verfahren (Stressechokardiographie, SPECT-Myokardszintigraphie, Dobutamin-Stress-MRT, Myokard-Perfusions-MRT) sind dem konventionellen Belastungs-EKG bei der Erkennung des symptomatischen und asymptomatischen Hochrisikopatienten in mehrfacher Hinsicht methodisch überlegen (ca. um 20% höhere Sensitivität, Möglichkeit der pharmakologischen Belastung bei nicht ergometrierbaren Patienten).
  3. Die nichtinvasive Stufendiagnostik der KHK mit initialer Ergometrie und nachfolgendem Stress-Imaging ist integraler Bestandteil der internationalen Leitlinien-Empfehlungen (ACC/AHA, ADA, DDG, NVL KHK etc.).
  4. Bei 22% bis 58% aller kardial asymptomatischen Typ 2-Diabetiker ohne bekannte KHK liegt bereits eine klinisch stumme KHK mit latenter Herzinfarktgefährdung vor (DIAD-Studie 2004, Cedars-Sinai-Studie 2004,Mayo Clinic-Studie 2005).
  5. Ein KHK-Screening von asymptomatischen Typ 2-Diabetikern mittels Stress-Imaging wäre nach der bisherigen Studienlage am ehesten sinnvoll bei Patienten mit:
    1. Q-Zacken im Ruhe-EKG
    2. bekannter pAVK
    3. bekannten Carotis-Stenosen
    4. Belastungsdyspnoe
    5. autonomer diabetischer Neuropathie

Buntes Starter-Set für Kinder mit Diabetes

(2007) diabetes-news-lifescan-starterset

Buntes Starter-Set für Kinder mit Diabetes

LifeScan bringt mehr Farbe in den Diabetesalltag

Die Diagnose „Diabetes“ bei Kindern bedeutet für die ganze Familie eine neue und oft schwierige Lebenssituation. Deshalb hat LifeScan, Experte für Blutzuckermesssysteme der Marke OneTouch® Ultra®, das neue „Starter-Set für Kinder mit Diabetes“ entwickelt, das durch besondere Servicematerialien und Aktionen den Einstieg in den Diabetesalltag erleichtert. Das Set enthält ein OneTouch® Ultra®2-Messsystem, das durch seine einfache Handhabung Eltern und Kind das Blutzuckermessen erleichtert. Dazu gibt es passende Aufkleber zur bunten Gestaltung des Geräts. Die beiliegenden Buntstifte ermuntern zur Teilnahme an der Malaktion „Mein schönster Urlaubstag“ und lassen kleine Sorgen vergessen. Das Kinderbuch „ZIP, der kleine Roboter“ erklärt Diabetes kindgerecht und hilft, Ängste zu bewältigen.

Für Eltern bietet die Broschüre „Kinder mit Diabetes“ wertvolle Tipps zum richtigen Umgang mit der Erkrankung. Das Set ist ab Mitte Oktober in Kinderkliniken und diabetologischen Schwerpunktpraxen erhältlich. Wird Diabetes bei Kindern festgestellt, bedeutet dies oft eine tiefgreifende Veränderung im Familienalltag. Bisher selbstverständliche Aktivitäten werden zur Herausforderung. Um diese besondere Bedeutung von Diabetes für junge Menschen zu betonen, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO das Jahr 2007 zum „Jahr des Kindes mit Diabetes“ erklärt. LifeScan engagiert sich dabei mit dem Starter-Set, das sowohl Kindern als auch Eltern hilft, sich mit der neuen Situation vertraut zu machen und Unsicherheiten abzubauen.

Farbenfrohe Aufkleber fürs Messsystem

Mit bunten, passgenauen Aufklebern lässt sich das beiliegende Blutzuckermesssystem ganz individuell farbig gestalten. Das macht Kindern und Eltern Spaß und motiviert sie dazu, sich mit der Therapie zu beschäftigen. Mit diesem OneTouch® Ultra®2-Messsystem (Stiftung Warentest-Urteil: Sehr gut) wird auch das Messen selbst „kinderleicht“: Selbsterklärende Volltexthinweise auf dem Display führen durch den Messvorgang, und der Wert wird nach nur fünf Sekunden Messzeit angezeigt. Mit dem beleuchteten Display werden Messungen auch in der Nacht erleichtert.

Große Malaktion „Mein schönster Urlaubstag“

Mit schönen Erinnerungen gewinnen: Alle, die das neue Starter-Set erhalten, können an der großen Malaktion teilnehmen. Einfach den schönsten Urlaubstag malen und einschicken. Die besten Bilder werden in der LifeScan-Kundenzeitschrift ZUCKER veröffentlicht. Einsendeschluss ist der 31. März 2008. Allen Einsendern winkt eine kleine Überraschung.

Lesestoff für Kind und Familie

Das Kinderbuch erzählt die Krankengeschichte von „ZIP“, der Roboter-Diabetes hat. Mit dieser Figur können sich die Kinder identifizieren und fühlen sich mit ihrer Situation weniger allein. „ZIP“ vermittelt den richtigen Umgang mit Diabetes und zeigt Wege, wie man damit verbundene Schwierigkeiten meistern kann. So wird es dem Kind erleichtert, auch über psychologische Probleme durch den Diabetes zu sprechen. Für die Eltern sind in der Broschüre „Kinder mit Diabetes“ die wichtigsten Themen praxisnah zusammengefasst. Neben einem ersten Einblick in die Insulintherapie erhalten sie wertvolle Tipps für alltägliche Situationen, z.B. den Umgang mit Diabetes in der Schule oder wie sie im Fall einer Unterzuckerung richtig reagieren.

10.000 Kinder mit Diabetes – Tendenz steigend

In Deutschland erkranken jährlich 2.000 Kinder unter 14 Jahren neu an Typ 1-Diabetes. Die Neuerkrankungsrate steigt jedes Jahr um 3 bis 4 Prozent. Für eine bessere Versorgung von jungen Menschen mit Diabetes engagiert sich LifeScan seit Jahren – nicht nur mit dem neuen Starter-Set: Das Unternehmen lädt z.B. jeden Sommer zu erlebnispädagogischen Kinder- und Jugendfreizeiten ein.

Weitere Informationen zu den Produkten und Servicematerialien von LifeScan sowie rund um das Thema Blutzuckerselbstkontrolle und Diabetes gibt es beim LifeScan-Kundenservice unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800 – 70 770 07 oder unter www.lifescan.de.

Genetische Variante identifiziert

(2007)

Genetische Varianten erhöhen Risiko für Typ 2 Diabetes
und beeinflussen Körpergewicht

Ein internationales Forscherteam hat eine genetische Variante identifiziert, die das Risiko für Typ 2 Diabetes mellitus erhöht.

Der Typ 2 Diabetes ist eine Zuckerstoffwechselkrankheit: Der Körper bildet zwar zunächst ausreichend das Hormon Insulin, dieses kann aber nicht richtig an den Zielzellen wirken. Die Folge ist, dass sich die Zellen nicht öffnen, um Zucker aus dem Blut aufzunehmen: Das Blut ist „überzuckert“.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse immer weniger Insulin, so dass sich der Krankheitszustand noch verschlimmert. Früher wurde diese Form des Diabetes auch als Altersdiabetes bezeichnet. Heutzutage leiden allerdings vermehrt auch jüngere Patienten an dieser Stoffwechselstörung, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass immer mehr junge Menschen übergewichtig oder sogar adipös (fettleibig) sind.

Durch die Analyse von Patientengruppen aus Dänemark, West Afrika und Island identifizierten die Wissenschaftler mehrere genetische Varianten des TCF7L2-Gens. Die Variante HapBT2D birgt danach das höchste Risiko, an Typ 2 Diabetes mellitus zu erkranken. Menschen mit einer Kopie dieser Variante besitzen ein um circa 45 Prozent erhöhtes Risiko. Bei zwei Kopien erhöht sich das Risiko sogar um 100 Prozent.

Im Rahmen dieser internationalen Kooperation wiesen Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) einen Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Varianten des TCF7L2-Gens und dem Körpergewicht nach. Erste Hinweise der Wissenschaftler zeigen, dass das TCF7L2-Gen an der Regulation von Hormonen beteiligt ist, die die Balance zwischen Sättigungsgefühl und Appetit kontrollieren. Je nachdem welche Variante des TCF7L2-Gens im Erbgut vorhanden ist, hat man eine etwas höhere oder etwas niedrigere genetische Risikoveranlagung, übergewichtig zu werden.

Dieser Effekt ist bei Männern stärker als bei Frauen: Männer mit der HapBT2D-Variante wiegen durchschnittlich meist etwas weniger in Relation zur Körpergröße, haben also einen geringeren Body Mass Index (BMI). Im Gegensatz dazu besitzen Männer mit der genetischen Variante HapA einen höheren BMI, wiegen also mehr. „Menschen mit der HapA-Genvariante waren in früheren Zeiten im Vorteil“, meint Dr. Anke Hinney von der Universität Duisburg-Essen. Denn wer ausreichende Fettreserven bildete, überstand auch Hungerperioden.

Interessant ist, dass die HapA-Genvariante zwar das Risiko für die Entwicklung von Übergewicht erhöht, aber bei der Entwicklung des Typ 2 Diabetes nur eine nebensächliche Rolle spielt. Umgekehrt bewirkt die HapBT2D-Genvariante, dass die Menschen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße sogar weniger wiegen, birgt aber andererseits ein besonders hohes Risiko für Typ 2 Diabetes.

„Diese Tatsache hat uns verblüfft,“ so Professor Johannes Hebebrand, Koordinator des NGFN-Neuronetzes Adipositas. „Da ein Typ 2 Diabetes häufig mit Übergewicht einhergeht, hätten wir etwas anderes erwartet. Gleichzeitig zeigt uns dieses Ergebnis aber, wie komplex diese Krankheit ist, und lässt vermuten, dass Menschen mit einer HapBT2D-Variante unter einer anderen Form des Typ 2 Diabetes leiden, als diejenigen, die ihn bei Übergewicht entwickeln.“

Übergewicht und Adipositas (extremes Übergewicht) haben sich in den vergangenen Jahrzehnten weltweit epidemisch ausgebreitet. Um die genetischen Ursachen dieses Gesundheitsproblems zu ergründen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2001 die Untersuchung der genetischen Mechanismen der Körpergewichtsregulation im Nationalen Genomforschungsnetz.

Die Ergebnisse der Studie werden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht.

Deutsche seit Jahren Weltmeister im Fruchtsafttrinken

(2007)

Fruchtsäfte – die es in sich haben

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. betonte anlässlich eines Pressegesprächs in Hamburg, dass Fruchtsaft heute mehr denn je zu den von Experten empfehlenswerten pflanzlichen Lebensmitteln zählen. Für Präsident Wilfried Bertrams demonstrieren die Deutschen das seit Jahren eindrucksvoll, denn sie sind Weltmeister im Fruchtsafttrinken. Mit fast 40 Litern Pro-Kopf-Konsum im Jahr liegen sie damit an der Spitze. Ernährungswissenschafter und -mediziner begrüßen das ausdrücklich, denn Fruchtsaft ist Power aus der Natur. Dr. Ute Gola, Ernährungsmedizinerin aus Berlin, bestätigte anhand wissenschaftlicher Ergebnisse aus der ganzen Welt, dass Fruchtsaft durch seine wertvollen Inhaltsstoffe einen wichtigen Beitrag im Rahmen einer ausgewogenen gesunden Ernährung leisten kann.

Fruchtsaft gehört dazu

Fruchtsäfte haben es in sich: Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe machen sie zu einer wertvollen Komponente im Ernährungsmix. Insbesondere lohnt ein Blick auf die sekundären Pflanzenstoffe in Fruchtsäften. Vor allem die so genannten Polyphenole sind reichlich enthalten. Sie können das Herz schützen und Krebs vorbeugen, denn sie wirken antioxidativ und können aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) wirksam bekämpfen. Der Gehalt von Polyphenolen in Fruchtsäften ist sehr unterschiedlich. Neben Faktoren wie Sortenunterschiede oder Reifegrad sorgen auch die Herstellungsverfahren für große Schwankungen. So enthält naturtrüber Apfelsaft eine hohe Konzentration und weist nachweislich krebsvorbeugende Wirkungen auf.

Roter Traubensaft allerdings steht absolut an der Spitze der polyphenolreichen Fruchtsäfte. Viele neuere Untersuchungen haben sich mit dem aromatisch-süßen Durstlöscher und seiner wirksamen Inhaltsstoffe befasst. Das Ergebnis: Die Polyphenole in rotem Traubensaft können Herz und Kreislauf schützen. Sie können Arteriosklerose vorbeugen und das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken.

Orangen- und Grapefruitsaft überzeugen vor allem durch hohe Vitamin-C-Gehalte. Bereits ein 0,2 Liter Glas Orangensaft deckt rund 60 Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Vitamin C ist für viele Prozesse im Körper, z.B. in der Immunabwehr oder der Bindegewebsbildung unverzichtbar. Wegen seiner antioxidativen Wirkung kann es ebenfalls als Schutzfaktor für Herz und Kreislauf sowie in der Krebsabwehr eingestuft werden.

Der 5 am Tag e. V. stellt das Lebensmittel Fruchtsaft gerade wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe als eine Alternative für eine von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich vor. Unterstützt wird diese Gesundheitskampagne von der DGE und der Deutschen Krebsgesellschaft und auf internationaler Ebene von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Rom.

Der Fruchtsaftmarkt – Trends und Produkte

Die deutsche Fruchtsaft-Industrie kommt durch die hohe Qualität der Produkte und die zukunftsorientierte Angebotsvielfalt den Wünschen der Verbraucher entgegen. Wenn auch die Situation am Markt, wie Wilfried Bertrams, Präsident des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V., betonte, durch die zunehmende Rohstoff- und Produktionskostensteigerungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse zuließen. So haben u.a. die immensen Steigerungen der Preise für Orangensaftkonzentrate im Jahr 2006 und die noch nicht endgültig abzusehenden Kostenanstiege der Apfelsaftkonzentrate aufgrund der niedrigsten EU-Apfelernte 2007 in den letzten zehn Jahren mit dazu beigetragen, dass sich die Kosten-/Erlös-Situation der Branche weiter kontinuierlich verschlechtert hat. Die steigenden Rohstoffpreise wurden dann auch noch nicht in ausreichendem Umfang vom Einzelhandel aufgefangen. Ganz entscheidend für das positive Image von Fruchtsaft sind die hohe Qualität und die vielfältige Produktpalette. Um dieses halten und mit innovativen Ideen kontinuierlich ausbauen zu können, wird die Auswahl von Fruchtsaft & Co. ständig auf die Verbraucherwünsche hin ausgerichtet. Trends wie Einfachheit, Wellness oder Genuss erfordern eine adäquate Angebotspalette. So sind die Klassiker wie Apfel- und Orangensaft nach wie vor die Renner mit 12 Liter bzw. 8,9 Liter Pro-Kopf-Konsum (2006). Unter dem Stichwort Wellness bestimmen jedoch ganz unterschiedliche Aspekte das Verbraucherverhalten: Natürlichkeit und Wohlbefinden, Gesundheits- und Obesity-Belange oder die reine Funktionalität, wenn es um die Flüssigkeits- und Nährstoffdeckung geht.

Alle diese Bedürfnisse kann Fruchtsaft & Co. erfüllen. An Bedeutung zugenommen hat der Aspekt Genuss, denn die große Auswahl an unterschiedlichen Fruchtarten und Kombinationen von Joghurt bis zu Ballaststoffen haben zu der aktuellen und interessanten Vielfalt von Fruchtsäften und hochfruchthaltigen Produkten geführt. Und der Verbraucher weiß diese Auswahl zu schätzen.

Nachtropffunktion bei Teststreifen

(2007) diabetes-news-glucomen-visio

30 Millionen Teststreifen werden pro Jahr unnötig weggeschmissen

Blutzuckerselbstmessung

41 Prozent der Menschen mit Diabetes, die ihren Blutzucker messen, kennen das Problem: Der gewonnene Blutstropfen ist zu klein und das Gerät misst nicht. Wer kein Blutzuckermessgerät nutzt, welches ein Nachtropfen erlaubt, dem bleibt nichts anderes übrig, als den Streifen wegzuwerfen und einen neuen Streifen zu benutzen. Dadurch werden pro Jahr schätzungsweise 30 Millionen Teststreifen im Wert von 13,3 Millionen Euro weggeworfen. Das ergab eine Befragung von 245 Diabetikern, die im Auftrag von BERLIN-CHEMIE / Menarini Diagnostik durchgeführt wurde.

Einige moderne Geräte, wie der GlucoMen® Visio von BERLIN-CHEMIE, haben eine so genannte Nachtropffunktion: Dabei kann innerhalb eines begrenzten Zeitraumes, beim GlucoMen® Visio sind es 60 Sekunden, zusätzliches Blut auf den gleichen Streifen aufgetragen werden, wenn die Blutmenge für eine Messung zu klein war. Dadurch kann die Anzahl der Streifen, die wegen verunglückter Messungen weggeworfen werden muss, deutlich reduziert werden. Allerdings kann dies nur funktionieren, wenn die Nachtropffunktion den Nutzern auch bekannt ist. Hier zeigt sich Aufklärungsbedarf. Gut 60 Prozent der Befragten, die ein Gerät mit dieser Funktion nutzen, gaben an, nichts von dieser Möglichkeit zu wissen.

Inselzelltransplantation

(2007)

Diabetes: Keine Euphorie bei der Transplantation

Zellen verpflanzen, die Insulin produzieren diese Behandlungsmethode für Typ-1-Diabetiker sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen.

Doch laut einer neuen Studie hält sich der Erfolg in Grenzen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer Ausgabe vom 15. Februar 2007.

Zu diesem Ergebnis kommt Dr. James Shapiro von der University of Alberta im kanadischen Edmonton. Mit seinem Team untersuchte er 36 Typ-1-Diabetiker, denen Ärzte so genannte Inselzellen übertragen haben. „Die Ergebnisse nach zwei Jahren sind eher ernüchternd“, kommentiert Dr. Anja Lütke, Medizinerin am Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf, die Studie.

Bei der Transplantation entnehmen Ärzte Insulin herstellende Zellen aus der Bauchspeicheldrüse von Organspendern. Der Empfänger erhält sie über einen Katheter in die Leber transplantiert. Der gesamte Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt. Die Patienten müssen nur für kurze Zeit im Krankenhaus bleiben. Die übertragenen Inselzellen sollen sich in der Leber verteilen, um von dort aus die Hormone Insulin und dessen Gegenspieler Glukagon, die den Blutzucker regulieren, abzugeben.

„Entgegen der Hoffnungen der letzten Jahre zeigt die Methode der Inselzelltransplantation nur begrenzte Wirkung“, so Lütke. Viele Patienten müssen sich vorübergehend zwar kein Insulin mehr injizieren. „Doch die Leistung der transplantierten Zellen lässt mit der Zeit wieder nach“, erläutert die Medizinerin. Außerdem benötigen die meisten Patienten mehr als eine Transplantation. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane sei jedoch begrenzt.