News-Archiv: 2007

Deutsche seit Jahren Weltmeister im Fruchtsafttrinken

(2007)

Fruchtsäfte – die es in sich haben

Der Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V. betonte anlässlich eines Pressegesprächs in Hamburg, dass Fruchtsaft heute mehr denn je zu den von Experten empfehlenswerten pflanzlichen Lebensmitteln zählen. Für Präsident Wilfried Bertrams demonstrieren die Deutschen das seit Jahren eindrucksvoll, denn sie sind Weltmeister im Fruchtsafttrinken. Mit fast 40 Litern Pro-Kopf-Konsum im Jahr liegen sie damit an der Spitze. Ernährungswissenschafter und -mediziner begrüßen das ausdrücklich, denn Fruchtsaft ist Power aus der Natur. Dr. Ute Gola, Ernährungsmedizinerin aus Berlin, bestätigte anhand wissenschaftlicher Ergebnisse aus der ganzen Welt, dass Fruchtsaft durch seine wertvollen Inhaltsstoffe einen wichtigen Beitrag im Rahmen einer ausgewogenen gesunden Ernährung leisten kann.

Fruchtsaft gehört dazu

Fruchtsäfte haben es in sich: Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe machen sie zu einer wertvollen Komponente im Ernährungsmix. Insbesondere lohnt ein Blick auf die sekundären Pflanzenstoffe in Fruchtsäften. Vor allem die so genannten Polyphenole sind reichlich enthalten. Sie können das Herz schützen und Krebs vorbeugen, denn sie wirken antioxidativ und können aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) wirksam bekämpfen. Der Gehalt von Polyphenolen in Fruchtsäften ist sehr unterschiedlich. Neben Faktoren wie Sortenunterschiede oder Reifegrad sorgen auch die Herstellungsverfahren für große Schwankungen. So enthält naturtrüber Apfelsaft eine hohe Konzentration und weist nachweislich krebsvorbeugende Wirkungen auf.

Roter Traubensaft allerdings steht absolut an der Spitze der polyphenolreichen Fruchtsäfte. Viele neuere Untersuchungen haben sich mit dem aromatisch-süßen Durstlöscher und seiner wirksamen Inhaltsstoffe befasst. Das Ergebnis: Die Polyphenole in rotem Traubensaft können Herz und Kreislauf schützen. Sie können Arteriosklerose vorbeugen und das „schlechte“ LDL-Cholesterin senken.

Orangen- und Grapefruitsaft überzeugen vor allem durch hohe Vitamin-C-Gehalte. Bereits ein 0,2 Liter Glas Orangensaft deckt rund 60 Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Vitamin C ist für viele Prozesse im Körper, z.B. in der Immunabwehr oder der Bindegewebsbildung unverzichtbar. Wegen seiner antioxidativen Wirkung kann es ebenfalls als Schutzfaktor für Herz und Kreislauf sowie in der Krebsabwehr eingestuft werden.

Der 5 am Tag e. V. stellt das Lebensmittel Fruchtsaft gerade wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe als eine Alternative für eine von fünf Portionen Obst und Gemüse täglich vor. Unterstützt wird diese Gesundheitskampagne von der DGE und der Deutschen Krebsgesellschaft und auf internationaler Ebene von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Rom.

Der Fruchtsaftmarkt – Trends und Produkte

Die deutsche Fruchtsaft-Industrie kommt durch die hohe Qualität der Produkte und die zukunftsorientierte Angebotsvielfalt den Wünschen der Verbraucher entgegen. Wenn auch die Situation am Markt, wie Wilfried Bertrams, Präsident des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie e.V., betonte, durch die zunehmende Rohstoff- und Produktionskostensteigerungen keine zufriedenstellenden Ergebnisse zuließen. So haben u.a. die immensen Steigerungen der Preise für Orangensaftkonzentrate im Jahr 2006 und die noch nicht endgültig abzusehenden Kostenanstiege der Apfelsaftkonzentrate aufgrund der niedrigsten EU-Apfelernte 2007 in den letzten zehn Jahren mit dazu beigetragen, dass sich die Kosten-/Erlös-Situation der Branche weiter kontinuierlich verschlechtert hat. Die steigenden Rohstoffpreise wurden dann auch noch nicht in ausreichendem Umfang vom Einzelhandel aufgefangen. Ganz entscheidend für das positive Image von Fruchtsaft sind die hohe Qualität und die vielfältige Produktpalette. Um dieses halten und mit innovativen Ideen kontinuierlich ausbauen zu können, wird die Auswahl von Fruchtsaft & Co. ständig auf die Verbraucherwünsche hin ausgerichtet. Trends wie Einfachheit, Wellness oder Genuss erfordern eine adäquate Angebotspalette. So sind die Klassiker wie Apfel- und Orangensaft nach wie vor die Renner mit 12 Liter bzw. 8,9 Liter Pro-Kopf-Konsum (2006). Unter dem Stichwort Wellness bestimmen jedoch ganz unterschiedliche Aspekte das Verbraucherverhalten: Natürlichkeit und Wohlbefinden, Gesundheits- und Obesity-Belange oder die reine Funktionalität, wenn es um die Flüssigkeits- und Nährstoffdeckung geht.

Alle diese Bedürfnisse kann Fruchtsaft & Co. erfüllen. An Bedeutung zugenommen hat der Aspekt Genuss, denn die große Auswahl an unterschiedlichen Fruchtarten und Kombinationen von Joghurt bis zu Ballaststoffen haben zu der aktuellen und interessanten Vielfalt von Fruchtsäften und hochfruchthaltigen Produkten geführt. Und der Verbraucher weiß diese Auswahl zu schätzen.

Nachtropffunktion bei Teststreifen

(2007) diabetes-news-glucomen-visio

30 Millionen Teststreifen werden pro Jahr unnötig weggeschmissen

Blutzuckerselbstmessung

41 Prozent der Menschen mit Diabetes, die ihren Blutzucker messen, kennen das Problem: Der gewonnene Blutstropfen ist zu klein und das Gerät misst nicht. Wer kein Blutzuckermessgerät nutzt, welches ein Nachtropfen erlaubt, dem bleibt nichts anderes übrig, als den Streifen wegzuwerfen und einen neuen Streifen zu benutzen. Dadurch werden pro Jahr schätzungsweise 30 Millionen Teststreifen im Wert von 13,3 Millionen Euro weggeworfen. Das ergab eine Befragung von 245 Diabetikern, die im Auftrag von BERLIN-CHEMIE / Menarini Diagnostik durchgeführt wurde.

Einige moderne Geräte, wie der GlucoMen® Visio von BERLIN-CHEMIE, haben eine so genannte Nachtropffunktion: Dabei kann innerhalb eines begrenzten Zeitraumes, beim GlucoMen® Visio sind es 60 Sekunden, zusätzliches Blut auf den gleichen Streifen aufgetragen werden, wenn die Blutmenge für eine Messung zu klein war. Dadurch kann die Anzahl der Streifen, die wegen verunglückter Messungen weggeworfen werden muss, deutlich reduziert werden. Allerdings kann dies nur funktionieren, wenn die Nachtropffunktion den Nutzern auch bekannt ist. Hier zeigt sich Aufklärungsbedarf. Gut 60 Prozent der Befragten, die ein Gerät mit dieser Funktion nutzen, gaben an, nichts von dieser Möglichkeit zu wissen.

Inselzelltransplantation

(2007)

Diabetes: Keine Euphorie bei der Transplantation

Zellen verpflanzen, die Insulin produzieren diese Behandlungsmethode für Typ-1-Diabetiker sorgte in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen.

Doch laut einer neuen Studie hält sich der Erfolg in Grenzen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer Ausgabe vom 15. Februar 2007.

Zu diesem Ergebnis kommt Dr. James Shapiro von der University of Alberta im kanadischen Edmonton. Mit seinem Team untersuchte er 36 Typ-1-Diabetiker, denen Ärzte so genannte Inselzellen übertragen haben. „Die Ergebnisse nach zwei Jahren sind eher ernüchternd“, kommentiert Dr. Anja Lütke, Medizinerin am Deutschen Diabetes Zentrum in Düsseldorf, die Studie.

Bei der Transplantation entnehmen Ärzte Insulin herstellende Zellen aus der Bauchspeicheldrüse von Organspendern. Der Empfänger erhält sie über einen Katheter in die Leber transplantiert. Der gesamte Eingriff findet unter lokaler Betäubung statt. Die Patienten müssen nur für kurze Zeit im Krankenhaus bleiben. Die übertragenen Inselzellen sollen sich in der Leber verteilen, um von dort aus die Hormone Insulin und dessen Gegenspieler Glukagon, die den Blutzucker regulieren, abzugeben.

„Entgegen der Hoffnungen der letzten Jahre zeigt die Methode der Inselzelltransplantation nur begrenzte Wirkung“, so Lütke. Viele Patienten müssen sich vorübergehend zwar kein Insulin mehr injizieren. „Doch die Leistung der transplantierten Zellen lässt mit der Zeit wieder nach“, erläutert die Medizinerin. Außerdem benötigen die meisten Patienten mehr als eine Transplantation. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Spenderorgane sei jedoch begrenzt.

Kleinkind und Insulinpumpe

(2007)

Kleinkinder mit Diabetes: Vorteile von Insulinpumpen

Studie zeigt deutliche Vorteile für Kleinkinder mit Diabetes: Insulinpumpen vermeiden gefährliche Unterzuckerungen
Kinder, die bereits im Vorschulalter an Diabetes erkranken, sollten mit Insulinpumpen versorgt werden. Dies fordert die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) anlässlich einer aktuellen Auswertung von Patientendaten. Sie ergab, dass Insulinpumpen bei Kindern die Blutzuckerkontrolle erleichtern und gleichzeitig das Risiko von lebensgefährlichen Unterzuckerungen senken.
Der Typ-1-Diabetes mellitus, bei dem der Körper zu wenig oder kein Insulin mehr produziert, beginnt meistens im Jugendalter. In seltenen Fällen erkranken die Kinder jedoch bereits im Vorschulalter. Der Insulinbedarf ist bei diesen kleinen Menschen noch gering, die Wirkung des Hormons aber oft besser als bei älteren Diabetikern. Das birgt die Gefahr von Überdosierungen und als direkte Folge eine Unterzuckerung, die so genannte Hypoglykämie.
Eine aktuelle Auswertung von Dr. med. Bettina Heidtmann, Hamburg, und Kollegen zeigt, dass schwere Hypoglykämien bei den jüngsten Diabetikern deutlich häufiger vorkommen, wenn diese keine Insulinpumpe haben. Die Unterzuckerungen treten meistens nachts auf und können, wenn sie unbemerkt bleiben, Hirnschäden oder Entwicklungsstörungen der Kinder zur Folge haben.
Insulinpumpen sind bei Kleinkindern vorteilhaft, weil sie das Hormon über einen Katheter langsam und stetig an den Körper abgeben. Überdosierungen lassen sich dadurch oft vermeiden. Die verbesserte Sicherheit zeigt sich in einer Analyse der Datenbank Diabetes-Patienten-Verlaufsdaten (DPV), die Dr. Heidtmann durchgeführt hat. Die DPV erfasst die Daten von Diabetikern aus ganz Deutschland. Die Daten der Vorschuldiabetiker, die in Deutschland in aller Regel an Diabeteszentren behandelt werden, sind in dieser Datenbank fast vollständig erhalten. Sie erfasst etwa 92 Prozent aller bis 14jährigen Diabetes-Patienten.

Die DPV dokumentiert unter anderem Hypoglykämien. In dem Jahr vor dem Wechsel auf eine Insulinpumpe wurden bei 7,2 Prozent der Kinder schwerste Hypoglykämien registriert, in dem Jahr nach dem Wechsel sank die Rate auf 2,4 Prozent. Die verbesserte Sicherheit veränderte bei den Patienten nicht die Blutzuckerwerte, die weiterhin gut blieben.
Nach Ansicht der Experten ist deshalb schon ein Erkrankungsbeginn im Kleinkindalter Grund genug, sich für die Pumpe zu entscheiden. Nach den Daten der DPV haben heute bereits 24 Prozent der kleinen Patienten eine Insulinpumpe.

Neue Forschungsergebnisse

(2007)

Neue Forschungsergebnisse zur Verhinderung von Organschäden bei Diabetes und Bluthochdruck

Wissenschaftler aus dem Center for Cardiovascular Research (CCR) der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben neue Erkenntnisse zur Verhinderung von Organschäden durch Bluthochdruck und Diabetes gewonnen. Diese Forschungsergebnisse bieten den Wissenschaftlern des CCR jetzt die Grundlage für die Entwicklung einer neuen Medikamentenklasse. Hierfür wurde das CCR jetzt im Rahmen des GO-Bio-Wettbewerbes vom Bundesforschungsministerium (BMBF) aus über 80 Bewerbern ausgewählt und für eine Förderung durch das BMBF vorgeschlagen. Bundesweit sollen insgesamt sieben Forscherteams mit 20 Millionen Euro für die Umsetzung ihrer Forschungsergebnisse in die Praxis unterstützt werden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gab es im Jahr 2006 in Deutschland acht Millionen Diabetiker, bis 2010 wird diese Zahl auf mindestens zehn Millionen steigen. Eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland ist der Bluthochdruck: statistisch ist jeder Fünfte davon betroffen. Somit leiden rund 16 Millionen Bundesbürger an dieser Krankheit. „Beide Erkrankungen sind sehr oft Auslöser für Gefäßerkrankungen sowie Nieren- und Herzschwäche, die alle zum Versagen von Organfunktionen führen können“ erklärt Professor Thomas Unger, Direktor des CCR und des Institutes für Pharmakologie an der Charité. „Bisherige Therapien konnten das Organversagen nur verlangsamen. In ihren Forschungen haben unsere Wissenschaftler jetzt einen speziellen Signalweg in den Zellen entschlüsselt, der bei Organversagen eine entscheidende Rolle spielt“, so Unger weiter.

Aus Sicht der Wissenschaftler ist die gezielte Blockierung einzelner Bestandteile dieses Signalweges durch spezielle chemische Moleküle eine große Chance, zukünftig Organschäden im Zusammenhang mit Bluthochdruck oder Diabetes zu verhindern. Das Forschungsteam am CCR unter der Leitung von Dr. Heiko Funke-Kaiser hat jetzt ein Testverfahren etabliert, mit dessen Hilfe im Rahmen des GO-Bio-Projektes ein neues orales Medikament für Patienten mit Herzschwäche und Diabetes entwickelt wird.

Therapie mit Stammzellen

(2007)

Therapie mit Stammzellen ist keine Zukunftsmusik

In Köln nimmt das erste private Klinik-Zentrum für regenerative Medizin seine Arbeit auf.
Stammzellen zählen schon seit geraumer Zeit zu den großen Hoffnungsträgern in der medizinischen Forschung, haben sie doch die phänomenale Fähigkeit, aus sich selbst heraus alle möglichen anderen Zell- und Gewebetypen des menschlichen Körpers zu erzeugen. Dieses enorme Regenerations- und Reparaturvermögen macht sie zu einem idealen Instrument für die Therapie bisher nur unzureichend behandelbarer Krankheiten. Doch nur selten, so hat es bis jetzt den Anschein, erreichen die durchaus erfolgversprechenden Ergebnisse aus der Wissenschaft auch tatsächlich diejenigen Menschen, die Hilfe brauchen und suchen: Patienten, die unter schweren degenerativen Erkrankungen wie beispielsweise Parkinson, Multipler Sklerose, Schlaganfall oder Diabetes leiden und bei denen alle herkömmlichen Therapien bereits ausgeschöpft wurden.
Im Kölner XCell-Center, das Teil des neu errichteten Instituts für regenerative Medizin ist und sich als autonome Praxisklinik unter dem Dach des Eduardus-Krankenhauses befindet, setzt man die Forschungsresultate hingegen direkt zum Nutzen der Patienten ein. Zum Einsatz kommen dabei nicht die umstrittenen und ethisch bedenklichen embryonalen Stammzellen, deren praktische Anwendung aufgrund der politischen Debatte auch noch in weiter Ferne liegen dürfte.
Im XCell-Center verwendet man für die Therapie stattdessen sogenannte adulte Stammzellen, die auch noch bei jedem erwachsenen Menschen in verschiedenen Körpergeweben vorhanden sind. Diese adulten Stammzellen haben zwar nicht mehr ganz das hohe Erneuerungspotential ihrer embryonalen Pendants, doch hat sich vor allem in den vergangenen fünf Jahren gezeigt, dass auch sie sehr wohl in der Lage sind, die verschiedensten geschädigten Gewebe und Organe wirkungsvoll zu reparieren.
Bei den adulten Stammzellen gibt es weder rechtliche noch ethische Probleme, zudem haben sie den Vorteil, dass sie dem Patienten selbst entnommen werden und Abstoßungsreaktionen daher sehr unwahrscheinlich sind. Namhafte Experten bezeichnen adulte Stammzellen daher inzwischen auch als den Königsweg in der Stammzelltherapie.
Weltweit haben sich schon zahlreiche Patienten, bei denen die herkömmlichen medizinischen Behandlungsverfahren ausgeschöpft waren, einer solchen Stammzelltherapie mit Erfolg unterzogen. Das Therapie-Angebot des XCell-Center umfasst daher jene Krankheitsbilder, für die international bereits eindeutige, positive Erfahrungen mit der Stammzelltherapie vorliegen. Dies sind derzeit Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson, Rückenmarksverletzungen, Lebererkrankungen, Arthrose sowie Diabetes (Typ II) mit seinen Folgeerscheinungen Herzinfarkt, Diabetischer Fuß oder Erektile Dysfunktion.

Das XCell-Center-Team setzt sich aus Wissenschaftlern und Medizinern zusammen, die über jahrelange Erfahrung bei der Isolierung und Aufbereitung adulter körpereigener Stammzellen verfügen. Das XCell-Center wendet dabei die weltweit höchsten Standards gemäß der Good Manufacturing Practices (GMP) an.
In einem ausführlichen Vorgespräch, dem Studium aller vorhandenen medizinischen Unterlagen sowie einer eingehenden Anamnese wird zunächst geprüft, ob der Patient für eine Stammzelltherapie in Frage kommt. Unter Umständen sind hierzu auch weitere diagnostische Verfahren notwendig. Bei einer positiven Beurteilung werden aus dem Knochenmark des Patienten seine Stammzellen gewonnen. Diese werden in einem speziellen und patentierten Verfahren aufbereitet und danach dem Patienten wieder zurück injiziert. Die Stammzellen sollen dann im Zielgewebe mit der Regeneration beispielsweise von zerstörten Herzmuskelzellen oder Insulin-produzierenden Zellen beginnen.

Diabetes 2007

(2007)

Uwe Seeler und Diabetiker appellieren an Gesundheitspolitiker

„Diabetes 2007“ – mit Rekordbesuchszahlen

Mit einem gesundheitspolitischen Appell ist am Sonntag die dreitägige Messe „Diabetes 2007“ in Münster zu Ende gegangen. Vor der Halle Münsterland bildete sich eine Menschenkette aus knapp 900 Patienten, Angehörigen und Interessierten, um gegen die Kürzungen im Gesundheitswesen zu protestieren. Angeführt wurde diese so genannte Insulinkette des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB) von der Hamburger Fußball-Ikone Uwe Seeler. Der Stargast der Messe forderte die Besucher dazu auf, regelmäßig Sport zu treiben und sich vernünftig zu ernähren, um Diabetes zu vermeiden.

Seeler forderte, es müsste mehr Sportunterricht in den Schulen angeboten werden, um schon im Kindesalter Übergewicht und damit dem Risikofaktor Nummer eins für Diabetes vorzubeugen. „Eine Stunde Schulsport pro Tag würde die Folgekosten im Gesundheitswesen deutlich senken“, sagte der 70-jährige, der nach eigener Aussage viele Diabetiker in seinem Bekanntenkreis hat. „Daher weiß ich, dass es jeden treffen kann. Und wenn ich höre, wie mit Diabetikern umgegangen wird, macht mich das wütend.“
„Diabetiker sind derzeit die Versuchskaninchen beim Streichkonzert im Gesundheitswesen“, kritisierte der DDB-Bundesvorsitzende Manfred Wölfert. Es könne nicht angehen, dass ausgerechnet bei chronisch Kranken gespart werde. Als Beispiele nannte Wölfert die Streichung von Insulin-Analoga und Teststreifen aus dem Erstattungskatalog. Rund 5.600 Besucher informierten sich am Publikumstag der Messe über die Entstehung, Früherkennung und Prävention der Volkskrankheit. Damit bleibt der Besucherzustrom auch im vierten Jahr der Messe ungebrochen.

Freitag und Samstag fand bereits ein Fachkongress zum Thema Diabetes in der Halle Münsterland statt. 1834 Ärzte und medizinisches Fachpersonal informierten sich fächerübergreifend über die rasant anwachsende Epidemie. Prognosen zufolge werden im Jahr 2010 etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes erkrankt sein.
Wegen der ständig steigenden Patientenzahlen und des erhöhten Aufklärungsbedarfs findet daher auch im kommenden Jahr die „Diabetes“ in Münster statt. Der Termin: 8. bis 10. Februar 2008.

Jeder Dritte sitzt sich krank

(2007)

Jeder Dritte sitzt sich krank

Deutschland – Land der Faulen und Feisten?
In Deutschland regieren die Couch-Potatoes: Zwei von drei Bundesbürgern verbringen ihre Freizeit am liebsten auf dem heimischen Sofa. Nur jeder Fünfte treibt regelmäßig Sport, und bei der Wahl zwischen Fahrstuhl und Treppe entscheiden sich viele für die bequemere Alternative.
Im Job sieht es nicht anders aus, wie eine aktuelle Studie zeigt, die die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Berlin vorgestellt hat. Jeder zweite Berufstätige sitzt den ganzen Tag am Computer. Die Folge: Schon heute sitzt sich jeder dritte Deutsche krank – Tendenz steigend.
„Unsere Studie zeigt, wie krank der Bewegungsmangel die Menschen macht. Während zum Beispiel jeder zweite Antisportler unter Rückenschmerzen leidet, sind nur halb so viele Aktive betroffen. Auch Herzinfarkt, Diabetes, Übergewicht und Depressionen sind für die Inaktiven eine deutlich größere Gefahr“, sagt Karin Gangl, die die Studie beim F.A.Z.-Institut betreut hat.
Beunruhigend ist der Blick in die Zukunft: Kinder sitzen heute durchschnittlich zweieinhalb Stunden vor Fernseher oder Computer und bewegen sich nur noch halb so viel wie Gleichaltrige vor einigen Jahren. Und das bleibt nicht folgenlos. Wie die Studie zeigt, werden in jungen Jahren die Weichen gestellt – für ein Leben gesund in Bewegung oder krank vor dem Fernseher.
Fast neun von zehn Erwachsenen, die in ihrer Kindheit keinen Sport getrieben haben, bewegen sich auch heute nicht regelmäßig. Dagegen haben zwei Drittel derjenigen, die als Kinder viel auf dem Sportplatz waren, auch heute noch Spaß an Bewegung. Die Hälfte von ihnen kann sich sogar „ein Leben ohne Sport nicht vorstellen“.
Auch wenn es nie zu spät ist, mit Sport zu beginnen – je älter man wird, desto schwieriger ist es, den inneren Schweinehund zu überwinden. „Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Es ist wichtig, dass Eltern, Erzieher und Lehrer sie darin bestärken und Gelegenheiten schaffen, in denen sie sich austoben können“, sagt Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Sein Argument: Wer in jungen Jahren Spaß an Bewegung hat, bleibt wahrscheinlich auch ein Leben lang dabei. „Deshalb plädieren wir dafür, dass die Kinder sich in der Schule jeden Tag mindestens eine Stunde bewegen“, so Klusen. Schulen und Kindergärten, die sich für mehr Bewegung engagieren, unterstützt die TK mit dem Projekt „Gesunde Schule“ mit bis zu 5.000 Euro – über 300 haben bereits teilgenommen.
Doch auch für ältere und sogar chronisch kranke Menschen ist es nie zu spät, mehr Bewegung in ihren Alltag zu bringen – und es lohnt sich. Denn aktiv zu sein, beugt nicht nur vielen Krankheiten vor, sondern hilft auch, sie zu heilen: „Wir sollten Bewegung als eine Art Medizin begreifen, die wir regelmäßig einnehmen wie Arzneimittel auch“, sagt der Sportmediziner Professor Dr. Martin Halle.
Hier ist jedoch noch viel Überzeugungsarbeit nötig, wie die TK-Studie zeigt: So treibt nur jeder zehnte Befragte, der unter Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, und jeder achte Rückenschmerzpatient regelmäßig Sport. Obwohl fast jeder um die positiven Effekte des Sporttreibens weiß, locken die guten Argumente nur die Wenigsten vom Sofa.

Neben Verpflichtungen in Beruf und Familie ist der am zweithäufigsten genannte Hinderungsgrund der innere Schweinehund: Jeder dritte Befragte gab an, sich einfach nicht zum Sport aufraffen zu können. Und jeder zweite Sportmuffel hat deshalb ein schlechtes Gewissen. Sportexperte Halle rät ihnen, mit kleinen Schritten zu beginnen: „Es muss nicht aus jedem ein Leistungssportler werden. Schon kleine Bewegungseinheiten im Alltag, wie ein kurzer Spaziergang, können einen großen Unterschied machen.“
Setzt man sich dagegen zu hohe Ziele, ist Frust programmiert und gute Vorsätze sind schnell wieder dahin. „Eine Station früher aus dem Bus zu steigen und den Rest zu Fuß zu gehen oder die Treppe anstatt des Lifts zu benutzen, ist ein guter Anfang. Das kann jeder schaffen“, sagt der Ärztliche Direktor der Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin an der Technischen Universität München.

Gesundheitskarte

(2007)

Offener Brief an die Bundeskanzlerin – Ärzte warnen vor der elektronischen Gesundheitskarte; Inhaltsleere Marketingversprechen der IT-Industrie

„Die Einführung der „Gesundheitskarte“ bietet keinen medizinischen Vorteil. Die vermeintlichen Vorteile der Karte entpuppen sich bei näherer Betrachtung als inhaltsleere Marketingversprechungen einer Industrie mit Interesse an Milliardengewinnen“, warnt die Organisation „Freie Ärzteschaft“ (FÄ) in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie schenkte der Bundeskanzlerin eine plakatgroße Krankenkarte, auf der ein Bundesadler mit einem Höhrrohr in das intimste Privatleben der Bürger lauscht: Seine Gesundheitsdaten.

Die Gesundheitskarte erlaube dem Arzt keineswegs einen schnellen, umfassenden und sicheren Überblick über die Krankengeschichte des Patienten. Denn der Patient könne der Eintragung von Daten widersprechen oder diese sperren – damit seien die eingetragenen Informationen nutzlos, weil niemand wisse, ob sie vollständig seien.
Für Arzt und Patienten sei dies sinnlos, alle angeblichen Vorteile durch eine zentrale Datenverwaltung nur vorgeschoben. Mit der „Gesundheitskarte“ werde eine Struktur geschaffen, die ausschließlich den Verwaltern von Daten nutze. Gleichzeitig entstehe eine bundesweit einzigartige, zwangsweise Datensammlung. Eine zentrale Verarbeitung intimer Daten durch Institutionen wie Kassen, Arbeitgeber oder Versicherungen sei aber für Arzt und Patienten gar nicht nötig. „Das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis wird dadurch gezielt untergraben“, warnt Martin Grauduszus, Präsident der FÄ.

„Die Informationen über ihren Gesundheitszustand liegen seit Jahrhunderten in der Hoheit der Patienten selber. Sie werden im Zuge ärztlicher Maßnahmen in Treuhand der Ärzte gegeben. Außer von Patienten und deren Ärzten dürfen diese Informationen nirgendwo gespeichert und genutzt werden“, appelliert die Freie Ärzteschaft an Merkel.
„Wir fordern Sie daher auf, das kostenintensive Akzeptanzmarketing des Gesundheitsministeriums und der gesetzlichen Krankenkassen mit Steuergeldern und dem Geld der Versicherten für die Industrie zu stoppen und die geplante „Gesundheitskarte“ zu verhindern“, heißt es in dem Schreiben weiter: „Die Menschen wollen keine zentrale Datenverarbeitung intimer Daten“, warnt FÄ-Chef Grauduszus die Bundeskanzlerin.

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Drei Wege zur Insulintherapie

(2007)

Drei Wege zur Insulintherapie

Welcher Einstieg ist der beste?
Typ-2-Diabetes ist eine fortschreitende Erkrankung, fast alle Typ-2-Diabetiker brauchen irgendwann Insulin. Welche Insulinbehandlung für wen die beste ist, untersucht die 4-T-Studie.
Reichen Diät und Bewegung und zwei orale Antidiabetika nicht aus, um eine ordentliche Stoffwechselkontrolle zu erzielen, hat man die Qual der Wahl zwischen drei Insulinregimen:

  • ein langwirkendes Basalinsulin zur Nacht (BOT, basal unterstützte orale Therapie)
  • ein prandiales Insulin zu den Mahlzeiten (SIT, supplementäre Insulintherapie)
  • eine vorgefertigten Mischung aus kurz- und langwirkendem Insulin (Mischinsulintherapie)

Es gibt keine eindeutige wissenschaftliche Klarheit, welche der drei Optionen für welchen Typ-2-Diabetiker die beste ist. Die drei Möglichkeiten werden daher in der laufenden 4-T-Studie (Treating To Target in Type-2-Diabetes) bei 708 Patienten während drei Jahren verglichen. 4-T ist eine auf drei Jahre angelegte, offene (kein Plazebo) Multicenterstudie, die die Wirksamkeit und Sicherheit dreier Insulinanaloga bei mit oralen Antidiabetika austherapierten Typ-2-Diabtikern vergleicht. Über die Ergebnisse nach dem ersten Studienjahr wurde auf der europäischen Diabetologentagung EASD in Amsterdam im September berichtet:
Drei Insulintherapien auf dem Prüfstand
Untersucht wurden Patienten mit ungenügender Stoffwechselkontrolle, die schon mindestens vier Monate mit der maximal verträglichen Dosis von Metformin und einem Sulfonylharnstoff behandelt worden waren. Ihr Hba1c-Spiegel lag zwischen 7 und 10%. Zusätzlich zu zwei oralen Antidiabetika erhielt die erste Gruppe der Studie zweimal am Tag ein Mischinsulin (NovoMix® 30, biphasisches Insulin aus kurzwirksamem Insulinaspart und mit Protamin verzögertem Insulinaspart). Mischinsuline haben den Vorteil, dass die Wirkung genauso schnell einsetzt wie bei reinem Insulin, sie hält aber wesentlich länger an.
Die zweite Gruppe erhielt dreimal am Tag zu den Hauptmahlzeiten ein prandiales, schnell wirkendes Kunstinsulin (NovoRapid®), die dritte Gruppe einmal am Abend vorm Zubettgehen ein langwirkendes Basalinsulin (Levemir®). Hier bestand die Option einer zusätzlichen morgendlichen Spritze bei Bedarf.
Das Haupt-Augenmerk galt der Entwicklung des verzuckerten Hämoglobins (HbA1c) als mittelfristigem Maß der Stoffwechselkontrolle. Außerdem wurden die Raten an Unter- und Überzuckerung, die Lebensqualität und noch weitere zweitrangige Punkte bewertet.
HbA1c-Blutspiegel:
Das prandiale Insulin senkte den Blutzucker im Verlauf eines Jahres am stärksten. Der HbA1c-Spiegel der Patienten sank von anfangs 8,6% auf 7,2%. Das von den meisten Leitlinien angestrebte Ziel eines HbA1c unter 6,5% erreichte jeder vierte Teilnehmer dieses Studienarmes.
Rang zwei belegte das Mischinsulin, das den HbA1c auf 7,3% drückte. Immerhin 17% der Patienten kamen unter die Grenze von 6,5% als Maß einer akzeptablen Stoffwechselkontrolle. Deutlich geringer fiel der Blutzucker unter dem Basalinsulin: von 8,6% auf lediglich 7,6%. Nur 8% der Patienten erzielten ein HbA1c unterhalb 6,5%.

Tages-Blutzuckerprofile:
Ein Blick auf die Tagesverläufe zeigte, dass das Basalinsulin am stärksten den Nüchternblutzucker senkte (-3,3 mmol/L = 60 mg/dl). Patienten, die kurzwirkendes Insulin zu den Mahlzeiten spritzten, senkten erwartungsgemäß den zwei Stunden später gemessenen postprandialen Blutzucker am effektivsten (-4,6 mmol/L = 82 mg/dl).
Körpergewicht:
Deutliche Unterschiede gab es auch bei der Entwicklung des Körpergewichts. Alle Patienten nahmen zu, am stärksten die unter Mahlzeiteninsulin (+5,7 kg), gefolgt vom Mischinsulin (+4,7 kg). Eindeutiger Sieger in dieser Disziplin war das Basal-Kunstinsulin, dessen Anwender nach einem Jahr nur 1,9 kg mehr auf die Waage brachten.
Hypoglykämien:
Auch schwere Unterzuckerungen traten unter dem Insulin zur Nacht am seltensten auf. Durchschnittlich 2,3 Ereignisse im Studienjahr standen 12 der gefürchteten "Hypos" unter prandialem Insulin und 5,7 unter Mischinsulin gegenüber. Alle Differenzen waren signifikant. Sonstige Nebenwirkungen unterschieden sich nicht erheblich. Auch hinsichtlich der Lebensqualität berichten die Studienteilnehmer keine relevante Unterschiede.
Therapietreue:
Erwartungsgemäß sank die Therapietreue mit der Zahl der täglichen Injektionen: Jeweils 90% der ambulanten Patienten wendeten das Misch- und das Basalinsulin wie verordnet an. Nur 80% der Patienten gelang dies mit dem dreimal täglich anzuwendenen prandialen Insulin.
Zusammenfassung der Einjahres-Ergebnisse der 4-T-Studie:
Die Behandlung mit den verschiedenen Insulinanaloga senkte den HbA1c-Spiegel im Vergleich zur Therapie mit oralen Antidiabetika nachhaltig, und zwar um 0,8 bis 1,4%. Das prandiale Insulin senkte den Blutzucker am stärksten (HbA1c -1,4%). Der zweite Platz ging an das Mischinsulin (-1,3%), der dritte an das Basalinsulin (-1,0%).
Bei der Therapietreue war das abendliche Basalinsulin die Nummer 1. Unter Mahlzeiten- und Mischinsulin nahmen die Patienten mehr Gewicht zu als unter dem Basalinsulin. Die meisten Hypoglykämien traten unter dem Mahlzeiteninsulin auf, die wenigsten unter dem Basalinsulin.
Bereits innerhalb des ersten Jahres reichte für die meisten Patienten ein Insulin allein nicht aus, um das HbA1c-Ziel von 6,5% zu erreichen.
Kommentar zur den Einjahresergebnissen
Die 4T-Studie hat eine wichtige, klinisch relevante Fragestellung, da trotz jahrzehntelanger Erfahrung mit Insulin und oralen Antidiabetika die günstigste Behandlungsstrategie für Typ-2-Diabetiker bis heute offen und wenig evidenzbasiert ist, stellte Prof. Michael Roden aus Wien in seinem kommentierenden Vortrag fest. 4-T untersucht mit oralen Antidiabetika austherapierte Typ-2-Diabtiker. Beim "Tablettenversagen" besteht zunächst auch die Möglichkeit, ein drittes orales Antidiabetikum hinzu zu nehmen. Die Alternative ist, zwischen den drei in der 4T-Studie untersuchten Insulinregimen zu wählen. Die Tabelle zeigt, dass es die optimale Therapie ohne Nebenwirkungen nicht gibt:

Basalinsulin hinzufügen – einfach, gute Compliance
– nur moderate Gewichtszunahme und Hypoglykämiegefahr
(Keine Daten bzgl. kardiovaskulärer Komplikationen)
prandiales Insulin hinzufügen – genaueste Adaption an Nahrungszufuhr
– gleicht bedenkliche postprandiale Blutzuckerspitzen aus
– häufige BZ-Kontrollen
– stärkste Hypoglykämiegefahr und Gewichtszunahme
Mischinsulin hinzufügen einfach – Hypoglykämiegefahr
– Gewichtszunahme
Ein Glitazon hinzunehmen – keine Hypoglykämiegefahr
– reduzierte kardiovaskuläre Gefahr (Pioglitazon)
– Gewichtszunahme
– erhöhtes Risiko für Herzinsuffinzienz, Knochendichteverlust
ein Gliptin hinzunehmen – gewichtsneutral
– keine Hypoglykämiegefahr
noch neu, keine Langzeitstudien
ein Inkretinmimetikum hinzunehmen Gewichtsverlust (Exenatid) – Hypoglykämie möglich
– noch neu, keine Langzeitstudien

Bei den Insulinregimen favorisierte Roden das Basalinsulin, denn: Zumindest bei den Patieten mit hohem HbA1c-Ausgansgwert ist es so effektiv wie Mischinsulin und Mahlzeiteninsulin, führt aber seltener zu Hypoglykämien und Übergewicht. "79% der Patienten, die das Basalinsulin verwendeten, erreichten ein optimales HbA1c unterhalb 6,5% ohne schwere Unterzuckerungen", betonte Roden.
Warum erzielten so wenige Patienten optimale Blutzuckerkontrolle?
Bereits innerhalb des ersten Jahres reichte für die meisten Patienten ein Insulin allein nicht aus, um das HbA1c-Ziel von 6,5% zu erreichen. Nur relativ wenige Patienten erreichten in der 4-T-Studie ein halbwegs akzeptables HbA1c von 7%, nämlich je nach Studienarm zwischen 28 und 49%. – Warum, ist die Frage. – In ähnlich angelegten Studien mit dem selben Basalinsulin (Insulindetemir) erzielten über 70% der Patienten bei vergleichbaren Voraussetzungen ein HbA1c unter 7% (Endwert durchschnittlich 6,7%, Hermansen, Diabetes Care 2006). Hier In 4T habe man eine eher zu niedrige Dosis des Basalinsulins (durchschnittlich 0,49 IU/kg/Tag gegenüber 0,78 IU/kg/Tag bei Hermansen) gewählt, die zu minimalen Nebenwirkungen, aber auch suboptimaler Blutzuckerkontrolle führte, so Roden.
Ein generelles Problem der Diabetestherapie schlägt auch in der 4-T-Studie durch: Unter der verbesserten Stoffwechselkontrolle nehmen die Patienten zu – allein schon deshalb, weil kaum noch Zucker mit dem Urin ausgeschieden wird. Jeder Gesichtszuwachs verschlechtert aber die Empfindlichkeit für Insulin. Aus diesem Grund steigen mit der Zeit auch bei glykämisch erfolgreicher Behandlung die Insulindosen.
Das war auch in der 4-T-Studie der Fall. Nach Ablauf von 24 Monaten war dennoch keine Verbesserung im HbA1c mehr zu erzielen. Möglicherweise hätte hier eine intensivere Schulung geholfen – die Maßnahmen dazu sind in der Veröffentlichung der 4-T-Studie nicht beschrieben, kritisierte Roden. Fest steht aber auch: Gute Diabeteskontrolle verlangt früher oder später nach einer komplexen Therapie.
Grenzen der 4-T-Studie
Einige Schwächen der Studie merkte der Diabetologe ebenfalls an: 4-T ist nicht auf harte Endpunkte ausgelegt – die Studie untersucht nicht das Eintreten von schweren Komplikationen oder die Überlebenszeit. Es werden nur Insulinpräparate der Fa. NovoNordisk untersucht, die als Sponsor auftritt. Ein Normalinsulin als Vergleich fehlt. Eingeschlossen wurden nur Patienten weißer Rasse.