Diabetes-Prävention

Diabetes-Prävention 2010

DDS entwickelt mit Partnern Präventionsstrategie für Deutschland

Vor dem Hintergrund einer ungebrochenen Diabetes-Pandemie mit mittlerweile bis zu zehn Millionen Typ 2 Diabetikern, haben die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS), das Nationale Aktionsforum Diabetes mellitus (NAFDM) und die Arbeitsgemeinschaft Prävention des Diabetes mellitus Typ 2 der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (AG P2 der DDG) eine Strategie für ein Nationales Diabetes Präventions-Programm (NDPP) entwickelt.

Zentrale Ziele dieses Programms sind die Schaffung eines Problembewusstseins in der Allgemeinbevölkerung und unter den Leistungserbringern sowie die Etablierung und Evaluierung eines Programms zur Primärprävention des Typ 2 Diabetes mit Hilfe von Präventionsmanagern. „Eine solche Strategie baut logischerweise auf vorhandene Ressourcen des Versorgungssystems, den Präventionsauftrag der Kostenträger, existierende Interventionsstrukturen, die Integration bereits aktiver Dienstleistungsberufe und die aktuellen politischen Initiativen“, erklärt Reinhart Hoffmann, Sprecher der Diabetes-Stiftung. Für eine erfolgreiche Mission müssten jedoch weitere entscheidende und konkrete Bausteine hinzukommen

  • Etablierung eines Netzwerks Diabetes-Prävention unter Einbindung vieler Akteure („Leistungserbringer“) und wesentlicher Organisationen.
  • Flächendeckende Einführung eines koordinierenden und motivierenden Ansprechpartners („Präventionsmanager“).
  • Schaffung einer schlanken und effektiven nationalen Koordinierungsstelle für eine permanente Ergebnismessung und -kommunikation

Gemäß dem von NAFDM entwickelten „Leitfaden Prävention“ beruht das NDPP auf einem dreistufigen Präventionsprozess: der Identifikation von Risikopersonen, der Intervention mit Programmen zur Lebensstil-Änderung und schließlich der kontinuierlichen Begleitung und Erfolgskontrolle. Wie die Umsetzung dieses Konzeptes in der Praxis funktioniert, wird in einem aktuell begonnenen Modellprojekt in Sachsen erprobt. „Für die Identifikation nutzen wir den evaluierten Risikofragebogen FINDRISK“, so Dr. Peter Schwarz, Präventionsexperte in Dresden. „Den bekommen die Bürger zum Beispiel von Ihrer Krankenkasse zugeschickt oder finden ihn im Wartezimmer von Arztpraxen und in Apotheken. Ergibt sich bei der Beantwortung der acht Fragen ein erhöhter Risiko-Score, könnten Betroffene bei einer Hotline anrufen und werden dort an entsprechend ausgebildete Präventionsmanager vermittelt.“

Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender der DDS und Koordinator des NAFDM: „Wenn das Pilotprojekt in Sachsen als lernendes Modell ein Erfolg wird – und davon bin ich überzeugt -, haben wir die entscheidenden Argumente, um bundesweit flächendeckend starten zu können.“ Das Strategiepapier „Projekt Gesundheit 2010“ liegt zum Download auf der Internetseite der DDS unter www.diabetesstiftung.de/studien.html

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Zur DDG-Jahrestagung hat die DDS 280 Taxis in Hamburg den Slogan „Volkskrankheit Diabetes – es gibt eine Lösung“ aufs Dach gestellt.