Füße in Gefahr

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Füße in Gefahr

Diabetikern müssen immer noch viel zu häufig Füße amputiert werden!

Bei 70% aller Fuß-Amputationen in Deutschland zeichnen als Ursache Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus verantwortlich. Das Problem ist schon lange bekannt. Diese schlimme Situation sollte schon seit geraumer Zeit angegangen und gemildert werden. Bereits 1989 nahmen sich alle europäischen Staaten vor, unterstützt von der WHO, die Zahl der diabetesbedingten Amputationen innerhalb von 5 Jahren zu halbieren.

Ganze zwei Jahrzehnte später zeigt sich, dass dieses Vorhaben nicht einmal ansatzweise erreicht werden konnte. Dies liegt nicht an medizinischen Problemen oder mangelndem Fortschritt, sondern weil es an koordinierter Diabetes-Therapie fehlt.

Im Raum Köln haben 45 Fußexperten ein Netzwerk „Diabetischer Fuß Köln und Umgebung“ gegründet, weil sie diesen üblen Zustand nicht mehr hinnehmen wollten. Das Netzwerk „Diabetischer Fuß Köln und Umgebung“ hat den angestrebten Rückgang erreicht, berichtet das Apothekenmagazin „Diabetiker Ratgeber“. Kern des Projektes und damit Grund des Erfolges ist die verbindliche Zusammenarbeit der verschiedenen Experten in der Betreuung der Diabetes-Patienten. Zu den koordiniert therapierenden Diabetes-Spezialisten des Netzwerkes „Diabetischer Fuß Köln und Umgebung“ gehören u. a. Gefäß- und Wundchirurgen, plastische Chirurgen, Radiologen, Fußpfleger, Orthopädie-Schuhmacher und Pflegekräfte. Der Erfolg der koordinierten Diabetes-Therapie im Netzwerk Diabetischer Fuß Köln und Umgebung lässt sich bereits messen. Innerhalb eines Jahres verloren nur 2,5% der im Netz behandelten Diabetiker einen Fuß oder ein Bein. Bundesweit liegt die Rate bei über 5%. Die Rheinländer schulen nun auch Kollegen in anderen Regionen. In München, Bremen und Leipzig wurden bereits weitere Netzwerke gegründet.