Frühes Essen kann beim Abnehmen helfen und Diabetes vorbeugen
(08.01.2026) Früher am Tag zu essen, kann sich positiv auf den Glukosestoffwechsel und das Körpergewicht auswirken. Wer hingegen regelmäßig spät am Abend isst, hat wohl ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Übergewicht. Darauf deuten Forschungsergebnisse des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) hin. Eine Synchronisierung der Ernährung mit der inneren Uhr könnte demnach eine wirksame Strategie sein, um den Fettstoffwechsel zu optimieren und Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen, heißt es in einer Pressemitteilung des DZD.
An der sogenannten ChronoFast-Studie nahmen 31 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas teil, die insgesamt vier Wochen lang Intervallfasten betrieben. Dabei aßen sie zwei Wochen lang in einem frühen Zeitfenster (zwischen 8 und 16 Uhr) und zwei Wochen lang in einem späten Zeitfenster (zwischen 13 und 21 Uhr). In der übrigen Tageszeit verzichteten sie auf Nahrungsaufnahme. Vor und nach jeder Studienphase wurde den Teilnehmerinnen Blut abgenommen und eine Probe aus dem Unterhautfettgewebe am Bauch entnommen, um mögliche Veränderungen messen zu können.
Früheres Essen folgt unserer inneren Uhr
Das Forschungsteam unter der Leitung von Heisenberg-Professorin Olga Ramich analysierte mehr als 300 Lipide im Blutplasma und stellte dabei fest, dass es nur beim Intervallfasten mit frühen Essenszeiten zu messbaren Verbesserungen des Fettstoffwechsels kam. Demnach nahm die Konzentration von 103 Lipidarten ab, die teilweise bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen. Dieses Ergebnis stützen auch andere Studien des DZD und des DIfE, die belegen, dass spätes Essen negative Auswirkungen auf den Glukosestoffwechsel hat.Olga Ramich und ihr Team kommen zu dem Schluss, dass eine frühere Nahrungsaufnahme besser zur inneren Uhr unseres Körpers passt. Sie kann demnach dabei helfen, den Fettstoffwechsel zu optimieren und Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen. Intervallfasten kann zudem ein wirksames Mittel sein, um Gewicht zu reduzieren, da bei einer Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf ein Zeitfenster von acht Stunden meist auch weniger Kalorien aufgenommen werden.
Intervallfasten kann Alternative zu Diät sein
Da Intervallfasten zudem die Insulinresistenz senken kann, bietet es insbesondere bei Typ-2-Diabetes und Übergewicht Vorteile für den Stoffwechsel. Erfahrungsberichte zeigen überdies, dass vielen Betroffenen das Einhalten von Essenszeiten leichter fällt als eine strenge Diät. Gleichwohl sollten Menschen mit Diabetes vor dem Beginn des Intervallfastens mit ihrem Arzt sprechen, sofern sie Medikamente zur Blutzuckersenkung einnehmen. In diesem Fall muss gegebenenfalls die Dosis angepasst oder der Einnahmezeitpunkt verändert werden.Bei insulinpflichtigem Diabetes ist allerdings Vorsicht geboten, da jede Form von Fasten die Stoffwechseleinstellung verändert. Hypoglykämien und Hyperglykämien können die Folge sein. Deshalb sollten die Glukosewerte beim Fasten häufiger kontrolliert werden. Für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, wird Intervallfasten nicht empfohlen. Wie sich in Tierversuchen mit Mäusen zeigte, kann der stundenlange Verzicht auf Nahrung die Entwicklung von Zellen beeinträchtigen und möglicherweise die Entstehung von Typ-1-Diabetes begünstigen. Der Stoffwechsel junger Tiere verbesserte sich durch das Fasten ohnehin nicht.
Quellen:
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung (DZD)
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Diabetes-Anker
PTA heute
Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)
DBL-diabetes
Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
eigene Recherche
Kategorisiert in: 2026, Diabetesprävention, Ernährung und Bewegung, Nachrichten
Dieser Artikel wurde verfasst von Thorsten Ferdinand








