Diabetes und Ramadan
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Diabetes und Ramadan – dürfen Diabetiker fasten?

Am 15. März 2018 beginnt der Fastenmonat Ramadan. Diabetiker können daran teilnehmen, solange es ihnen gut geht und sie einige Regeln zur Ernährung sowie zur Diabetestherapie beachten. Welche das sind, erklärt Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Klaus Kusterer, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie aus Mannheim.

Diabetes im Ramadan – Fasten oder Spenden

Ein Patient mit Diabetes darf während des Ramadan nicht Fasten, wenn er sich dadurch einen ernsten gesundheitlichen Schaden zufügt. In diesem Fall würde dies nicht dem Islam entsprechen, da das Fasten nicht vorgeschrieben ist, wenn die Gesundheit des Muslims ernsthaft gefährdet ist. Im Islam gibt es die Möglichkeit statt zu Fasten, täglich einen Armen zu speisen. Dies ist in Deutschland jedoch unüblich, sodass es auch möglich ist einen entsprechenden Geldbetrag (ca. 7 € pro Tag) zu spenden. Der Gläubige muss sicherstellen, dass das Geld auch an arme Menschen weitergeleitet wird (Islam.de).

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat Klaus Kusterer

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat Klaus Kusterer

Leitlinie zu Diabetes und Ramadan

Die meisten Muslime mit Diabetes haben trotzdem das Bedürfnis, während des Ramadan zu Fasten. Daher haben sich die International Diabetes Federation (IDF) und die Diabetes und Ramadan (DAR) International Alliance zusammengeschlossen und eine umfassende Anleitung zu diesem Thema verfasst. Die „IDF-DAR Praktische Richtlinien“ versorgen medizinisches Fachpersonal mit relevanten Hintergrundinformationen und praktischen Empfehlungen, damit sie Menschen mit Diabetes , die am Fasten teilnehmen, während des Ramadan helfen können, um das Risiko von Komplikationen zu minimieren.

Die Ergebnisse der Studien und Literaturauswertung dieser Leitlinie ergeben, dass mit wenigen Ausnahmen die Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2 fasten können. Es wird lediglich ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Schwangeren abgeraten werden soll zu Fasten. Die anderen Muslime mit Diabetes können dies relativ gefahrlos durchführen.

Allerdings sind beim Verhalten, der Ernährung und der medikamentösen Therapie einige Besonderheiten zu beachten:

Ausführliche Informationen zu Diabetes und Ramadan finden Sie hier