Typ-2-Diabetes und das Metabolische Syndrom

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist meist Teil einer komplizierten Stoffwechselstörung, die als  „Metabolisches Syndrom“ zusammengefasst wird. Zum Metabolischen Syndrom gehören u.a., neben einer Störung des Zuckerstoffwechsels, auch eine Störung des Fettstoffwechsels. Übergewicht mit einer bauchbetonten Fettverteilung („Apfeltyp“), sowie ein erhöhter Blutdruck sind weitere Charakteristika. Herzinfarkt, Schlaganfall und weitere Erkrankungen, welche mit Veränderungen der Durchblutung in Zusammenhang stehen, sind meist Folgen des Metabolischen Syndroms.

Metabolisches Syndrom wird vererbt

Die Neigung zum Metabolischen Syndrom wird vererbt. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland hat diese Erbanlagen, die allein nicht zu den gefürchteten Krankheiten führen. Erst wenn Bewegungsmangel und kalorienreiche Ernährung mit daraus resultierender Gewichtszunahme hinzukommen, nimmt das Erkrankungsrisiko rasch zu. Auch mit zunehmendem Alter erscheinen immer mehr Facetten des Metabolischen Syndroms, welche sich gegenseitig verstärken.

„Metabolismus“ bedeutet Stoffwechsel, „Syndrom“ ist das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Gesundheitsstörungen, die sich z.T. gegenseitig beeinflussen und ein Krankheitsbild prägen. Zum Metabolischen Syndrom gehören neben einer Störung des Zucker- und Fett-stoffwechsels auch Veränderungen des Gerinnungssystems und eine Störung der Blutdruckregulation.

Bauchumfang als Risikofaktor für das Metabolische Syndrom

Ein wesentliches Merkmal des Metabolischen Syndroms ist der Bauchumfang. Nach  aktuellen Vorgaben liegt der optimale Wert für den Bauchumfang bei europäischen Männern bei 94 cm, bei Frauen bei 80 cm. Mit Zunahme des Bauchumfangs nimmt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung und die Ausprägung eines Metabolischen Syndroms zu. Anzahl und das Ausmaß der Komponenten des Metabolischen Syndroms bestimmen wiederum die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine arterielle Verschlusskrankheit der Beine zu erleiden. Deshalb müssen bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht nur der Blutzucker, sondern auch die übrigen Komponenten des „Metabolischen Syndroms“ behandelt und, soweit möglich, eine Normalisierung angestrebt werden.

Gewicht reduzieren – Metabolisches Syndrom vermeiden

So kompliziert die Verflechtung der Risikofaktoren erscheint, so einfach ist die wichtigste Empfehlung, dieser komplexen Störung beizukommen: Gewichtsreduktion und regelmäßige körperliche Aktivität!

Eine dauerhafte Gewichtsreduktion ist schwierig und sollte langsam aber nachhaltig erfolgen. Sie wird durch eine gesunde Ernährung in Kombination mit mehr Bewegung erreicht. Mehr dazu erfahren Sie im Bereich „Therapie des Typ-2-Diabetes“.

Je nach Alter und körperlicher Verfassung muss nach der geeigneten Form von Bewegung gesucht werden. In jedem Fall ist die Bewegung – zum Beispiel schnelles Spazierengehen – ein gutes Mittel, fast alle Komponenten des Metabolischen Syndroms günstig zu beeinflussen. Versuchen Sie es!